Apfelkonfitüre mit Karamell nach Christine Ferber

Vier große Gläser, ein klitzekleines Glas und zwei Brandblasen am Handgelenk sind die Ausbeute meines kleinen Ausflugs in die Welt der Frau Ferber. Wer (wie ich) die erforderliche Schnibbelei von mikroskopisch kleinen Apfelstückchen (Kantenlänge 2 mm!) mithilfe eines Pürierstabs umgehen will, bekommt sofort den Zorn aller Marmeladengötter zu spüren: die breiige Konsistenz blubbert und spritzt beim Kochen ohne Ende… und es gibt wahrlich Angenehmeres auf der Haut als eine heiße karamellige Paste.

Aber bleiben wir mal beim Positiven:
Der Geschmack ist leider gut, was bei einer Marmelade bzw. bei nur drei Zutaten natürlich dem Ausgangsmaterial geschuldet ist (unbedingt säuerlich aromatische Sorten und einwandfreie Früchte verwenden). Wie immer bei Christine Ferber kommt auch diese Konfitüre ohne Gelierzucker aus – man braucht nur Äpfel, Haushaltszucker und etwas Zitronensaft. Und im direkten Vergleich mit einer „herkömmlichen“ Apfelmarmelade (mit Gelierzucker) verstehe ich nun allmählich, warum Frau Ferber Konfitüren/Marmeladen mit Gelierzucker als „eindimensional“ bezeichnet. Während die „normale“ Konfitüre (von der ich bisher dachte, sie wäre toll) etwas flach und einseitig, eben eindimensional schmeckt, ist diese Apfelkonfitüre facettenreicher, vielschichtiger – das Aromenspiel des Apfels lässt sich klar herausschmecken.

Apfelkonfitüre mit Karamell nach Christine Ferber
aus „Die Marmeladen Bibel“ via We love Pasta

Die Zubereitung zieht sich über zwei Tage und die Schnibbelei ist etwas arbeitsintensiv, doch das Resultat belohnt den Aufwand.

Zutaten für 6–7 Gläser von 220 g Inhalt
1,4 kg Äpfel (netto 1 kg)
850 g feiner Zucker + 250 g für den Karamell
250 ml heißes Wasser
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung:

  1. Am ersten Tag: Zitrone auspressen und den Saft beiseite stellen. Die Äpfel schälen und halbieren. Stiel und Kerngehäuse entfernen. Die Hälften in 2 Millimeter dünne Stiftchen schneiden. In eine Schüssel mit dem Zitronensaft geben und mit 850 Gramm Zucker vermengen. Mit Backpapier bedecken und 1 Stunde mazerieren lassen.
  2. 250 Gramm Zucker in einem großen Topf gleichmäßig flach ausstreuen und bei mittlerer Hitze langsam erhitzen, bis ein goldbrauner Karamell entsteht. Nicht rühren, bevor der Zucker karamellisiert (sonst entstehen Zuckerklumpen). Mit heißem Wasser vorsichtig ablöschen und zusammen alles aufkochen. Die Apfelmischung hineingeben und das Ganze unter Rühren nur bis zum ersten Aufwallen erhitzen. Mit Deckel abdecken (oder in eine Schüssel umfüllen, mit Backpapier bedecken) und über Nacht stehen lassen.
  3. Am nächsten Tag: Zunächst saubere Marmeladengläser in kochendem Wasser oder im Backofen bei 160°C 10 Minuten lang sterilisieren. Die Apfel-Karamell-Mischung unter vorsichtigem Rühren aufkochen. Etwa 10-15 Minuten (bei mir 15 Minuten) bei starker Hitze sprudelnd kochen, dabei stetig rühren und sorgfältig abschäumen. Gelierprobe machen: einige Tropfen Konfitüre auf einen gekühlten Teller träufeln. Die Konfitüre ist fertig, wenn diese leicht gelieren. Topf vom Herd nehmen und die Konfitüre sofort in die vorbereiteten Gläser füllen und verschließen.
Advertisements

Aubergine mit Fischduft

Eines meiner liebsten Auberginengerichte ist Yu xiang qie zi, besser bekannt unter dem Namen Fish-Fragant Eggplant. Für diesen Klassiker der Szechuanküche müssen die Auberginen zunächst kurz frittiert werden. Die Vorstellung, ziemlich saugfähige Auberginen in reichlich Öl schwimmen zu lassen, scheint … Weiterlesen

Sommer einfangen… und ein perfekter Bissen zwischendurch

Der vierte Titel in Folge mit Sommer… Ich möchte nochmal kurz auf Perilla zurückkommen. Mein Sommerliebling gedeiht sogar unter meiner lieblosen Pflege äußerst prächtig und es ist wirklich hübsch zu beobachten, wie die Pflanzen ihre Blätter abends zum „Schlafen“ schlaff … Weiterlesen

Mini-Mochis in Rentnerkleidung und Wassonstsoloswar

Zunächst was nicht so gut war: Hach, in Sachen (Kimchi-)Weltrettungsmission wird es nicht ruhiger. Wieder ziemlich viel Mist zum Thema Kimchi gelesen (eher zufällig bzw. etwas spät entdeckt, dafür nicht minder erschreckend). Ich mag den Tim Raue ja irgendwie sehr, … Weiterlesen

From Scratch: Schwarze Sojamilch

Viele mögen sie nicht. Doch heute möchte ich für die gute alte Sojamilch eine Lanze brechen. Selbstgemachte Sojamilch hat mit der wässrig-muffigen Brühe aus Tetrapacks wirklich nichts gemeinsam. Nach der koreanischen Methode ist sie wunderbar cremig, nussig und lang sättigend. … Weiterlesen

Bergauf

Heute, zur Wintersonnenwende, ganz klassisch Dongji Patjuk gegessen – ein Congee/Porridge aus Azukibohnen, Reis und kleinen Mochibällchen. Wahlweise salzig oder süß. Auf das zusätzliche Verspritzen an allen vier Ecken des Hauses, so wie es meine Oma früher tat, habe ich … Weiterlesen

From Scratch: Thai Sweet Chili Sauce

Noch weitere sieben Wochen geht es nur bergab. Lichtmäßig. Dagegen hilft nur echtes Seelenfutter wie beispielsweise ein in Fett gebadetes Hühnchen, genauer Korean Fried Chicken. Nur – an meinem Rezept hatte mich bisher wahnsinnig gestört, dass ich für die Glasur … Weiterlesen

Kimchi aus Minigurken

Als eines der allerersten Rezepte auf diesem Blog habe ich vor einer gefühlten Ewigkeit bereits ein Rezept für Oi Sobagi (Gurken-Kimchi) gepostet. Es war mal wieder an der Zeit, das Rezept zu überarbeiten. Wenn ich die Nachfragen richtig interpretiere, scheint … Weiterlesen

Kalte Nudeln #3

Das war das ursprünglich geknipste Bild für Kong Guksu, Nudeln in cremiger Sojamilch. Glaubt man diversen Ratschlägen, heißt es ja immer: kleine Portionen, möglichst alle Komponenten sichtbar, nicht die Teller überladen. Doch dann dachte ich, kurz bevor ich mich in … Weiterlesen

Meeresknabbern

Schnell und ohne große Worte: Dashima Twigak 다시마 튀각 aka Kombu Chips. Auf Wunsch von Britta hole ich doch noch diese süßlich-salzige Umamibombe aus der ewigen Warteschleife. Ich bin eh der Meinung, wir alle sollten mehr Algen essen. Ob als … Weiterlesen