Kimchi Wang Mandu

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Falls auch ihr letzten November etwas Gimjang-Kimchi eingelegt habt, kommt jetzt die Zeit, in der man unweigerlich mit der Frage konfrontiert wird: Was tun mit zu saurem Kimchi?

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Ganz einfach. Kochen! Es sei denn, ihr mögt Kimchi eh nur gut fermentiert (also sauer). Dann braucht ihr gar nicht weiterlesen und könnt weiterhin Kimchi roh knabbern. Für den Rest gibt es hier auf meinem Blog die in letzter Zeit etwas vernachlässigte Rubrik „Kochen mit Kimchi“, die ich in nächster Zeit (hoffentlich fleißig) ergänzen werde.

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Den Anfang mache ich heute mit diesen dampfenden Hefeknödeln aka Wang Mandu. Nach einem kalten Winterspaziergang kann man sich an ihnen wunderbar die Hände und die Nase wärmen. Die Füllung ist saftig-würzig, der leicht süßliche Teig flauschig – ein perfekter Kontrast. Meine pikante Alternative zum Sonntagskuchen!

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Kimchi Wang Mandu_Kimchi Pork Buns

Zutaten für 12 Stück

Teig (der beste Dampfnudelteig nach Andrea Nguyen – Originalmengen für 12 Stück runtergerechnet):
266 g Mehl
132 ml Wasser, lauwarm
1 1/8 TL Trockenhefe
1,5 TL Backpulver
1,5 EL Zucker
1,5 EL Öl

Füllung:
250 g Hackfleisch (halb/halb)
250 g Kimchi, fein gehackt
1/2 Stück Tofu
1/2 große Zwiebel, fein gehackt
1 EL Sesamöl
1 Knoblauchzehe
1 Lauchzwiebel (alternativ etwas Schnittknoblauch oder Schnittlauch)
Salz und Pfeffer nach Geschmack

optional
etwas Ingwer, fein gerieben
ca. 30-50 g Glasnudeln

Zubereitung:

  1. Für den Teig: Wasser und Hefe vermischen, etwas stehen lassen. Alle trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Zucker) vermischen und eine Mulde drücken. Wasser-Hefe-Gemisch und das Öl in die Mulde gießen und zunächst verrühren, dann glatt verkneten (ca. 10 Minuten). Zu einer Kugel formen, abdecken und ca. 45-60 min. an einem warmen Ort gehen lassen, bis das Volumen sich verdoppelt hat.
  2. Währenddessen Füllung zubereiten: Tofu in ein sterilisiertes/abgekochtes Mulltuch geben und kräftig auspressen, bis der Tofu trocken und bröselig ist. In eine breite Schüssel geben.
  3. Kimchi entnehmen, über der Spüle von oben nach unten den Kimchisaft gut auspressen. Zunächst in feine Streifen schneiden und anschließend fein hacken. Erneut zwischen beiden Händen kurz ausdrücken und zum Tofu geben.
    Alle restlichen Zutaten wie Fleisch, gehackte Zwiebel, Sesamöl, Knoblauch, gehackte Lauchzwiebel/Schnittlauch und etwas Salz und Pfeffer zugeben und mit der Hand (Einweghandschuhe) kräftig durchkneten, bis sich eine homogene Masse bildet, die beim Anklopfen leicht elastisch zurückspringt. Optional kann etwas fein geriebener Ingwer und etwas gekochte und geschnittene Glasnudeln zur Füllung gegeben werden.
  4. Formen: Den aufgegangenen Teig in 12 gleichmäßige Portionen teilen. Das geht am besten, indem man die Teigkugel zunächst viertelt und jedes Viertel zu einer kurzen dicken Teigrolle formt und diese jeweils drittelt. Zu Kugeln schleifen, mit Frischhaltefolie abdecken und ca. 10-15 Minuten entspannen lassen. Jede Teigkugel auf ca. 10-12 cm Durchmesser ausrollen, die Mitte dicker und den Rand merklich dünner. Die Füllung in die Mitte geben (2-3 gehäufte normale Teelöffel) und einen ca. 1cm breiten Rand lassen. Formen und fälteln: Mit beiden Händen den Teig zwischen Zeigefinger und Daumen halten, mit der linken Hand fälteln und gleichzeitig mit der rechten Hand jede Falte „fassen“, d.h. der rechte Daumen bewegt sich nicht von der Stelle, nur der Zeigefinger schnappt immer wieder auf und zu (ich hoffe, das war irgendwie verständlich). Jedes Wang Mandu direkt auf ein vorbereitetes Stück Backpapier legen. Wer schneller arbeiten möchte und weniger Wert auf Optik legt, kann alles einfach in der Mitte gut verschließen und mit der Naht nach unten auflegen.
    Alle fertig geformten Wang Mandus mit Folie oder Küchentuch abdecken und nochmals mindestens 40 Minuten gehen lassen, bis sie deutlich größer geworden sind. Durch die Einhaltung der zweiten Gehzeit wird der Teig wunderbar flauschig.
  5. In einem Dämpftopf über sprudelnd kochendes Wasser ca. 15 Minuten dämpfen (den Deckel bzw. das Kondenswasser innen immer abtrocknen, bevor die Teigtaschen in den Dämpfeinsatz kommen). Noch heiß und dampfend servieren.

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Tipps: Im Winter liebe ich jegliche Steamed Buns bzw. Mandus aus Hefeteig. Doch wem Hefeteig zu lange dauert, kann auch nur die Füllung zubereiten, diese in fertigen Teig (wahlweise Wantan, Loempia, Strudel, Filo) wickeln und je nach Teig entweder kochen oder mit etwas Öl in der Pfanne knusprig braten. Dann sind das zwar streng genommen keine Mandus mehr, aber immer noch (schnelle) Kimchi-Teigtaschen. Verwendet ihr dünnen Mandu-Teig (TK oder selbstgemacht), könnt ihr die Teigtaschen alternativ direkt in Hühner- oder Rinderbrühe gar ziehen lassen. So habt ihr eine Kimchi-Mandu-Suppe – ein einfaches, aber köstliches Winteressen.

Falls bei mir etwas Reste einer Mandu-Füllung anfallen, gebe ich eine ca. 1cm dicke Schicht davon auf Brötchenhälften (oder Brotscheiben) und backe sie mit der Fleischseite nach unten in der Pfanne auf nicht zu hoher Hitze gar – mit etwas grünem Salat ein eigenständiges Resteessen.

Ich mache immer die doppelte Menge Wang Mandu auf Vorrat und friere sie ein. Nach dem Dämpfen komplett auskühlen lassen und so wie sie sind (mit der Backpapierunterlage) in den TK. Nach Bedarf portionsweise entnehmen und direkt gefroren auf hoher Hitze ca. 15-20 Minuten dämpfen. So schmecken sie wieder wie frisch gemacht.

Weiche, gedämpfte, vegane Snacks_Jjin Bbang mit süßer Azukifüllung

Noch schnell ein Rezept aus der kälteren Warteschleife, bevor ich frühlingshaftere Gefilde betrete.  Jjin Bbang (찐빵) oder auch Ho Bbang (호빵) genannt, mit süßer Azuki-Bohnenpaste gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen (oder Dampfnudel oder Germknödel wie man will), sind ein sehr beliebter Snack in Korea; und zu gut, um sie euch bis zur nächsten kalten Jahreszeit vorzuenthalten.

Nur weil man ursprünglich keine Kuchen, Torten und klassische Desserts kannte, bedeutet es nicht, dass man in Korea sich nur auf die drei Hauptmahlzeiten konzentriert und gänzlich auf Süßes oder Snacks jeglicher Art verzichtet. Ganz im Gegenteil, man aß in Korea schon immer sehr gerne Kleinigkeiten zwischendurch – Gan Sik genannt – ob süß oder pikant. Am bekanntesten sind natürlich verschiedenste Sorten von Ddeok/Reiskuchen, süßes Obst (frisch oder getrocknet), pikante Gemüsepfannkuchen – oder eben diese gedämpften Hefeteilchen mit Pat (팥- Azukibohnen).

Die meisten Rezepte, die ich kenne und auch mein bisheriges Standardrezept, verlangen normalerweise nach Milch (bei mir sogar zusätzlich Sahne), aber bei Shin Shine bin ich über eine sehr unkomplizierte Variante mit Wasser und Öl gestolpert – daher wunderbar auch für Veganer geeignet. Wenn nur nicht die lästige Umrechnerei mit Cups gewesen wäre. Nach zig verschiedenen, widersprüchlichen Informationen aus dem Netz, habe ich einfach mein altes „Fake“ Cup-Maß hervorgekramt. Nicht ganz normgerecht setzt es 1 Cup mit 250 ml gleich. Trotzdem habe ich danach die verlangten 1 ½ Cups abgemessen und anschließend meine digitale Waage sprechen lassen – knapp 230 g. Vom Gefühl her besser als die normalerweise angeratenen 180 g, wenn man bedenkt, dass eine ganze Tüte Hefe reinkommen sollte.

         

Aber alle Befürchtungen waren unbegründet. Der Teig lässt sich wirklich gut verarbeiten, schmeckt nicht übermäßig nach Hefe, entwickelt sich prächtig locker im Dämpfer und fällt auch nicht schrumpelig in sich zusammen, wie bei einigen weniger empfehlenswerten Rezepturen. Kurz – alle Daumen hoch!

Zum Glück habe ich gleich die doppelte Menge gemacht, da man die Hefeteilchen wunderbar einfrieren kann. Falls man Heißhunger darauf entwickelt oder Überraschungsbesuch vor der Tür steht, kann man einfach die gefrorenen Ho Bbangs wieder in den Dämpfer setzen und nach kurzer Zeit wieder lockere, dampfende Germknödel nach asiatischer Art genießen. Und exakt diese Mengen habe ich genommen:

Jjin Bbang_süß gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen

Zutaten für 12-15 Stück:

460 g Mehl

300 ml Wasser, lauwarm

14g/2 P Trockenhefe

1 TL Backpulver

4 EL Zucker

1 TL Salz

2 EL Öl

12-15 EL Pat Anko – süße rote Bohnenpaste aus Azukibohnen

Zubereitung:

  1. Anko-Füllung wie hier beschrieben vorbereiten.
  2. Aus Backpapier 12-15 ca. 8x8cm große Quadrate ausschneiden.
  3. Alle Zuaten bis auf Salz und Öl vermischen und 10 min mit einem Knethaken glatt kneten. Salz und Öl hinzufügen und weiterkneten, bis er glänzt.
  4. 1 h gehen lassen. Teig nochmals kurz kneten und in gewünschte Menge unterteilen.
  5. Jede Teigkugel flach zwischen den Handflächen formen, dabei die Mitte etwas dicker lassen und die Ränder etwas dünner. In die Mitte ca. 1 EL Anko geben und die Teigränder darüberklappen. Gut verschließen und mit der Naht nach unten auf ein Backpapier-Quadrat setzen. Alle Kugeln formen und mind. 10 min. nochmals gehen lassen.
  6. Wasser im Dampftopf aufkochen lassen und die Hefeknödel ca. 15 min. nacheinander garen.

Tipps: Die Azukibohnen sind der Klassiker, aber in die Füllung kann natürlich alles rein, was gefällt. Nüsse, süße Süßkartoffelcreme, Kabocha-Kürbis, Maronencreme usw. – oder eben Marmelade & Schokolade, aber auch Pikantes.

Der Teig ist relativ weich und ich empfehle unbedingt maschinelles Kneten wie im Rezept angegeben.