Wie mehr Geschmack in koreanisches Essen kommt

Diesen kleinen Ort hier habe ich ja mal begonnen, um allen Interessierten einen ersten Einblick in die koreanische Küche zu gewähren. Hier gibt es weder interessante Geschichten noch tolle Bildchen, nach wie vor schreibe ich am liebsten nur über Essen … Weiterlesen

Alles Gold

Für gewöhnlich bin ich ja immun gegen Hypes. Buddha Bowls sind für mich nur anstrengende Abarten von Bibimbap, Overnight Oats heißen bei mir nach wie vor Bircher Müsli. Und dieser massenhafte Konsum von grünen Drinks, rohem Grünkohl, schwachsinnigen Avocado-Toasts, wabbeligen … Weiterlesen

Fleisch, das vom Knochen fällt

Manchmal passt alles zusammen. Ein kalter Tag, ein pfeifender Wind, das Stolpern über fleischige Rinderrippen… Galbi Jjim musste her. Ein Schmorgericht, auch wenn Ende April ist. Galbi Jjim (Braised Beef Short Ribs) ist ein typisches Festtagsessen. Ein Gericht, das man … Weiterlesen

Ginger Scallion Steamed Fish

Dieses Jahr habe ich begonnen, meine rudimentären Chinesischkenntnisse aufzubessern, u.a. mit Kitchen conversations (statt Shower conversations). Ein Grund mehr zu kochen. Noch macht es Spaß, mal schauen wie lange diese Phase anhält. Mandarin ist ja bekanntlich eher eine Sprache für … Weiterlesen

Koreanische Kulturgefilde und Hobak Jeon

Mein letzter Tischgast hat mir diesen (doch allgegenwärtigen) Psycho nahegelegt – und ich habe mich entschlossen, nicht nur meine FB-Leser, sondern euch alle mit seiner audiovisuellen (Trash)Magie mitsamt subversiver Botschaft zu quälen. Wer koreanisches Essen haben will, muss auch das … Weiterlesen

Glasierte platte Kartoffeln

Ein 10 Punkte-Plan zum Kartoffel-Himmel. Kurz: drücken, pinseln, glücklich sein (tja, mein letzter Gast mit kochen, essen, glücklich sein schwingt noch nach). Kartoffeln (besser mit Schale) waschen Kartoffeln kochen Backpapier großzügig bepinseln (Öl) Kartoffeln plätten (mit Topf und Stück Backpapier … Weiterlesen

Kimchi + Toni Hundertachtziggrad

Und weiter geht es mit der unregelmäßig regelmäßigen Reihe Kimchi +. Nach der Weltpremiere mit The Food and the City soll niemand auf die Idee kommen, fremdsprachig und schwarzhaarig-asiatisch sei hier die Prämisse. Nein, mein heutiger Gast ist blond (wenn … Weiterlesen

Meine Madeleine

So ungefähr sah phasenweise mein Frühstück aus. Nur zu einer ganz bestimmten Zeit meines Lebens. Vorher nie und nachher nie – immer gekauft, nie selbstgemacht. Wie auch. Als ich mich mal, mit dem Wagemut einer Unwissenden Idealistin, kopfüber in die … Weiterlesen

Eirolle gegen Löcher im Bauch_Gyeran Mali

Achtung, jetzt kommt was Banales. Daher heute nur ganz kurz: Gyeran Mali – gerolltes Ei. Nicht mehr und nicht weniger und ist trotzdem so viel mehr. Eine Art Omelett, meistens mit Möhre, Zwiebel und Lauch.

Etwas, das mein Patenkind wirklich sehr, sehr liebt und dafür sofort Ruhe geben würde. Schließlich ist er sowohl Gourmet als auch Gourmand. Meine Geheimwaffe gegen unbarmherzige UND WARUM-Fragereien (mein Gott, wie konnte ich annehmen so was sei Klischee).

Innen weich-saftig und außen zart-knusprig mit einer leichten Zwiebelsüße. Nicht nur für Kleinkinder geeignet (falls ihr Ruhe haben wollt).

        

Als Dank bekommt man ein hinreißend charmantes (stilles) Lächeln, zum Niederknien!

Gyeran Mali_koreanisches Gemüseomelett

Zutaten für eine Rolle:

3 Eier

½ kleine Zwiebel

½ kleine Möhre

1 EL Lauch oder Schnittlauch, fein gehackt

Salz nach Geschmack

1 EL ÖL

Zubereitung:

  1. Gemüse in sehr feine Ringe/Julienne schneiden und noch ca. 2 cm klein hacken. Lauch oder Schnittlauch ebenfalls in sehr feine Ringe oder Stücke wiegen.
  2. Eier mit Salz grob verquirlen, das Gemüse hinzugeben. Eine mittelgroße Pfanne mit Öl ausschwenken, auf mittlere Hitze schalten und die Eimasse reingeben. Sobald sich Bläschen bilden, diese mit einer Gabel (ich nehme Holzstäbchen) zerstechen, dass sich ein gleichmäßiger Boden bilden kann. Hitze sofort auf unteres Drittel runterschalten.
  3. Wenn der Boden gestockt ist, aber die Oberfläche noch leicht flüssig, das Omelett in 2 Zügen jeweils um ein Drittel einschlagen (s.Bilder). Dabei 2 Spateln verwenden und die evtl. austretende Eimasse sofort in Form bringen. Mit der Naht nach unten die fertige Eirolle auf sehr niedriger Hitze für 3-4 Minuten stocken lassen. Umdrehen und die Rückseite weitere 3-4 min. in der Resthitze ziehen lassen. Dann auf einem Schneidbrett wenige Minuten auskühlen lassen.
  4. Die Enden sauber abschneiden, dass ein Rechteck entsteht. Aufschneiden und mit einem Dip aus Sojasauce, Sesamöl und Sesamkörner servieren.

Tipps: Auf das aufwendige Hin-und-Herschieben wie beim Tamagoyaki verzichte ich. Das Zusammenklappen und langsame Stocken in der Pfanne finde ich praktischer. Die Hitze nicht zu hoch schalten, sonst wird die Rolle außen dunkel, bevor die Masse innen stockt. Als Banchan Beilage pro Person ca. ½ Rolle berechnen.

Von schlimmen Nudeln und schwarzer Sauce

Es gibt hier auf meinem Blog ein vernachlässigtes, wohl eher ein nicht vorhandenes Produkt. Pasta. Nicht, dass ich keine essen würde. Eine Zeit lang habe ich sogar wie Sophia Loren fast jeden Tag Pasta gegessen.

Meine Linguini cozze e vongole können mit den südlichen Vorbildern mithalten (behaupte ich jetzt frech) und die Herstellung einer Lasagne ist für mich, wie bei einer italienischen Mama, eine Tagesaufgabe, die ich genieße und zelebriere. Nebenbei esse ich auch gerne Pasta nach Afras, äh, Köhler Art. Und Orecchiette liebe ich mit allen erdenklichen Soßen, weil sie mich an die zauberhaften Öhrchen meiner Nichte erinnern – aber alle meine Pastaeskapaden landen nicht auf meinem Blog.

Weil ich sie immer schnell aus der Hüfte schieße, immer bei schlechtem Licht, immer wackelig mit leichtem Unterzucker, immer schlimm halt. Und weil ich eine kleine Schwäche für eine hauseigene Bastardvariante habe – Kimchi Pasta. Kann ich euch nicht wirklich antun, oder doch?

Daher überlasse ich Pastagerichte weiterhin solchen Meistern ihres Faches, die Sachen zaubern wie Jahrgangsnudeln oder Pasta mit Konfetti. Und stattdessen präsentiere ich euch die beliebteste koreanische Nudelsoße Jajang – rabenschwarz. Jeder Ungeübte schreckt im ersten Moment kurz zurück, aber glaubt mir, diese optisch nicht gerade einladende Sauce schmeckt hervorragend. Fleischig, würzig, kräftig mit einer leichten Karamellsüße. DER Lieferklassiker in Korea schlechthin.

Die Soße verdankt ihre Farbe der Zutat Chunjang, oft einfach Jajang genannt. Eine hauptsächlich aus fermentierten Sojabohnen hergestellte Gewürzpaste. Nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich annähernd mit der Sojasauce vergleichbar.

Dazu müssten eigentlich handgezogene Nudeln gereicht werden (der übliche pH-Wert des Teigwassers schwankt in Asien anscheinend zwischen 7,4-7,7), aber bei mir will es immer noch nicht so recht klappen, also bleibt es vorerst noch bei handgeschnittenen Nudeln nach diesem Rezept. Wenn man sie vor dem Kochen ins kalte Wasser legt, sollen sie zumindest noch extra Biss bekommen, wußten die alten Chinesen wie ich hier gesehen habe. Klappt es bei euch schon? Sonst serviert die Soße auf Reis wie auf meinem Bild, dann heißt das Gericht Jajang Bap statt Jajang Myeon.

Jajang Sauce für Jajang Myeon oder Jajang Bap

Zutaten für 2-4 Portionen je nach Größe:

2 Kartoffeln

2 Zwiebeln

2 Scheiben Schweinebauch

2 TL Zucker

2 EL Jajang/Chunjang

250 – 300 ml Wasser

1 Knoblauchzehe

1 TL Kartoffelstärke

3-4 Blätter Weißkohl/Spitzkohl

Salz nach Geschmack

optional

frische Gurken zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Fleisch in dünne Streifen schneiden, Kartoffeln und Zwiebeln schälen und in dünne Würfel schneiden.
  2. Fleisch auf mittlerer Hitze goldbraun anbraten (evtl. etwas Öl dazu, falls nicht genug Fett austritt) und die Zwiebeln mit der Hälfte des Kohls hinzufügen. Glasig einige Minuten mitdünsten. Zucker darüber streuen und leicht karamellisieren lassen.
  3. Kartoffelstücke und Jajang/Chunjang hinzu und alles kurz mit rösten. Mit soviel Wasser ablöschen, dass alles sehr knapp bedeckt ist. Hitze reduzieren und ca. 10 min. köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.
  4. Kartoffelstärke in etwas Wasser auflösen und unter Rühren in die Soße geben, nochmals aufkochen lassen.
  5. 2-3 Minuten vor Ende der Garzeit den restlichen Kohl hinzugeben. Knoblauch fein zerreiben und evtl. mit Salz abschmecken. Vorsicht, Jajang ist bereits sehr salzig.

Tipps: Dazu sollten unbedingt Danmuji/Takuan, süß eingelegter Rettich serviert werden. Sind überall in Asialäden erhältlich. Die Süße hebt den Geschmack des Gerichts und passt besser als jede andere Beilage dazu. Dünn aufschneiden und mit einigen Tropfen Essig besprenkeln.

Edit: Es gibt neue Erkenntnisse, wie man die Jajang Sauce verbessern kann. Schwarz für Fortgeschrittene.