2017

sul1

Ich glaube, 2017 wird für mich das Jahr des Makgeollis! Nicht das billige Produkt aus der Plastikflasche, vollgestopft mit künstlichen Süßstoffen und Konservierungsmittel. Nein, das richtige Zeug, das aus nur drei Zutaten handwerklich hergestellt wird (und erstaunlich spritziger und herber ist als das süßliche Industrieprodukt). Ihr erinnert euch vielleicht an mein letztes kulinarisches Projekt aus 2016? Es wird mich definitiv ins neue Jahr begleiten. Nach den ersten Experimenten bin ich angefixt. Zu beobachten wie fröhliche Milchsäurebakterien und Hefen eine wilde Party schmeißen und dabei Reis und Wasser langsam in Alkohol verwandeln, ist die reinste Freude. Aber es geht (geschmacklich) noch mehr. Das weiß ich. Vor allem die Säure muss ich noch in den Griff bekommen…

Wer hätte jemals gedacht, dass ausgerechnet die Themen Sauerteig (Nuruk, der Starter, ist eine Art getrockneter Sauerteig) und Alkohol bzw. Homebrewing mich derart faszinieren können? Ich lese, schaue, lerne. Noch. Daher (noch) keine Rezepte.

Irgendwelche Makgeolli-Liebhaber unter euch? Oder hat gar jemand schon Erfahrung in der Herstellung von Makgeolli?

PS: Falls jemand in Seoul Makgeolli probieren möchte, empfehle ich die ziemlich entspannte Bar Damotori H (다모토리 ㅎ) im Viertel Haebangchon/Gyeongnidan. Dort werden Makgeolli-Sorten aus allen Provinzen des Landes angeboten und es gibt einen praktischen „Sampler“ mit fünf kleinen Schälchen unterschiedlicher Sorten – perfekt zum Durchprobieren und Entdecken. Zudem bieten alle Makgeolli-Bars (wie Izakayas) auch gleich die passende warme(!) Essensbegleitung an.

Damotori H (다모토리 ㅎ)
44-18 Yongsan 2(i)ga-dong, Yongsan-gu, Seoul, South Korea
Tel.: +82 (0) 70 8950 8362

Wer etwas mehr Zeit hat und auch mehr über Makgeolli, weitere Alkoholsorten und koreanische Brautradition erfahren möchte, kann die Sansawon Gallery (sowohl Museum als auch Brauerei) in Pocheon besuchen, in etwa anderthalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Seoul zu erreichen.
Die Brauerei bietet zudem diverse Homebrewing-Kurse an (auf Anfrage/Reservierung). Hier ein erster Eindruck von Sansawon und die wichtigsten Schritte in der Herstellung von Makgeolli und Soju (Koreanisch mit englischen Untertiteln).

The Gallery Sansawon (Baesangmyun Brewery)
512 Hwahyeon-ri, Hwahyeon-myeon, Pocheon-si, Gyeonggi Province
Tel.: +82 (0) 31 531 9300

noch mehr Infos und Preise

Yakgwa

Bild 1204

Yakgwa ist ein frittiertes Gebäck, welches anschließend in Sirup aus Honig, Jocheong/Reissirup und Ingwersaft getränkt wird. Vom Prinzip ähnlich wie marokkanische Chebakia oder viele weitere orientalische Süßspeisen. Der Teig wird aus Weizenmehl, Sesamöl und Makgeolli (koreanischer Reiswein) hergestellt und mit … Weiterlesen

Trinkgenuss in Korea

andong soju via wikimedia

Nachdem ich bereits Anfang des Jahres kurz über Teegenuss in Korea (Part 1, 2, 3) berichtet hatte, kommen wir hier nun zu den härteren Sachen.

Koreaner sind ein sehr trinkfreudiges und trinkfestes Völkchen und gemeinsame Trinkgelage gehören unbedingt zur Sozialisation. Kurz, wer nicht mittrinkt bleibt außen vor. Am liebsten hätte ich natürlich einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, aber da ich bereits von alkoholisierten Nachspeisen fast vom Stuhl kippe und somit denkbar ungeeignet bin, überlasse ich es gerne anderen.

Zum Beispiel Tom von TomeatsJencooks (seit kurzem Expats in Seoul). Er hat in einer sehr informativen Reihe alles über Makgeolli, Soju, koreanisches Bier und Katerdrinks zusammengefasst. Besser hätte man es gar nicht machen können.

Na denn – Prost!

P.S. Ist es möglich, dass man auf Wein fast schon hochallergisch reagiert und „härtere“ Sachen wie Soju und Wodka besser verträgt? Oder alles Einbildung?

Kabocha Kürbis_Mist

Vielleicht ein Beitrag für meine noch nicht existierende Hall of Shame ­- eine kurze Fotodokumentation eines kleinen Malheurs mit Danhobak, der koreanische Name für Kabocha Kürbis:

Noch frohen Mutes – Danhobak, endlich! Am liebsten pur – geröstet, wenig Olivenöl, sonst nichts.

20 min. später. Sieht gut aus. Leider nicht so süß wie erhofft. Egal. Dann eben Suppe. Flüssigkeit aufkochen, geröstete Spalten reinschnibbeln, mit Curry verfeinern. Und zack, zack pürieren…

Kuhfladensuppe…die grüne Schale! Nicht dran gedacht. Mist!

Homemade Onion Rings müssen nun trösten, auch im Currymäntelchen. Dazu Makgeolli, eiskalt! Versöhnt.

Nun, geschmeckt hat’s. Normalerweise nehme ich 1 Becher Sahne auf ein Kilo Kürbis Rohzustand (nicht viel, oder?), aber hier habe ich komplett darauf verzichtet, weil ich momentan auf einer Geröstetes-Gemüse-Curry-Suppen-Welle reite (aus Amerika rüber geschwappt muss nun ja alles ROASTED sein). Keine Sahne. Dafür viel Olivenöl. Und eben Curry.

Meine neueste Entdeckung ist übrigens Geröstetes von der Möhre – meine bisherige Lieblingsfeindin (eigentlich fast einzige gemüsige Feindin, ach, da wäre ja noch Stangensellerie, würg) offenbart mir völlig neue Seiten von ihr. Dies habe ich der lieben Schwiegermutter einer lieben Freundin zu verdanken (und nicht Amerika), die sie mir fast unkenntlich zerkocht, aber traumhaft karamellig, in Honig und Butter geröstet vorstellte. Ah, das war das Geheimnis – kartoffelig zerkochen! Und ich dachte, fast jedes Gemüse müsse noch etwas Biss haben. Wofür Schwiegermütter doch gut sein können. Nun bin ich mit der Möhre versöhnt und muss mich mehr mit ihr austoben.

Und der nächste Kürbis wird ein Juk…bei mir mit Vogelei ohne Vogel ohne Ei. 😉