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Noch eine Woche. Mit dem ganzen Vorweihnachtswahnsinn kann ich ja nichts anfangen, aber Weihnachten an sich mag ich sehr. Vor allem den zweiten Weihnachtstag. Dann ist der große Trubel erstmal vorbei und es wird ruhiger. Bei euch auch? Ein paar Vorschläge also für einen Gammeltag. Und falls wir uns nicht mehr lesen sollten: Frohe Weihnachten. Habt ein schönes Fest, mit wem und wo auch immer.

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eine kurze Assoziationskette:
Weihnachten – Konsum-Burnout – @miserable_men
Habe Tränen gelacht! Findet bitte den Typen im Bett. Und es zeigt sich mal wieder: wir Frauen legen deutlich mehr Durchhaltevermögen an den Tag.

zum Mitsingen:
Mit dieser Art von Musik konnte ich lange nichts anfangen. Doch ich finde mich allmählich rein, ich mag die Energie. Ein Welthit im Bluegrass Style.

zur Beruhigung:
Mukbang (reine Essvideos) als Internetphänomen war gestern. ASMR ist seit geraumer Zeit ziemlich groß in Südkorea. Jeder macht (oder simuliert) irgendwelche Geräusche… Vielleicht kennt ihr dieses billige Kopfmassageding aus Draht, das wie eine überdimensionierte Spinne um den Hinterkopf greift und ein angeblich wohliges (für mich unerträgliches) Kitzeln/Kribbeln verursacht? So ziemlich den gleichen Effekt bzw. Entspannung pur versprechen ASMR-Videos allein durch Geräusche (darunter auch Ess-/Trinkgeräusche). Nichts für mich, aber probiert es mal aus. Kopfhörer aufsetzen nicht vergessen…

nach der Ruhe etwas Suspense:
Graphic Novels, deren kurzen Episoden wöchentlich im Netz veröffentlicht werden, heißen in Südkorea Webtoons. Und Yoon Tae-Ho ist ein Star in dieser Szene – dramaturgisch und auch zeichnerisch ist er für mich eine Klasse für sich (die Perspektiven! die Einstellungen! die Ideen überhaupt!). Seine Sequenzen erinnern mich an die komplexen Storyboards von Hitchcock und Saul Bass.
Eine seiner besten Geschichten wurde inzwischen komplett auf Englisch übersetzt und erschien letztes Jahr Woche für Woche auf Huffpost. Wer jetzt an banale Comics denkt und nicht klickt ist selbst schuld.
Ein Thriller von Yoon Tae-Ho: Moss (이끼)
via Huffpost
oder direkt
via Spottoon

meine persönlichen Weihnachtsfilme:
Kung Fu Panda“ (alle Teile). Erzeugt bei mir dieses gewisse warme Nostalgie-Feeling – dank meiner alten Schwäche für Wuxia-Filme (gerne auch die richtig schlecht gemachten Hong Kong-Produktionen). Kampfkunst in der Luft und dazu ein knuffiger Bär – was will man mehr?

Und: Chen Kaiges „Together“. Ich wäre nicht zum Bahnhof gelaufen (und hätte es dann schwer bereut).

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Zum Schluss noch ein Rezept (falls ihr nach dem ASMR-Video oben Hunger auf Korean Fried Chicken bekommen habt). In den letzten Jahren habe ich immer wieder versucht mein Rezept für Korean Fried Chicken, eines meiner absoluten Lieblingsgerichte, zu verbessern. Dies hier ist der aktuelle Stand. Für kleine Portionen sind wie im Rezept angegeben Chicken Wings empfehlenswert, doch ich verwende in der Regel ein ganzes Hühnchen und verdopple (oder vervierfache) das Rezept. Dafür die Haut komplett entfernen (kann für knusprige Hühnerhautchips verwendet werden), Schlegel entbeinen und alles in mundgerechte Stücke zerteilen.

Korean Fried Chicken_Yangnyeom Tongdak (verbessertes Rezept)

Zutaten für eine kleine Schale (exakte Portionenangabe ist hier schwierig)

500 g Chicken Wings
1 EL Sojasauce
1 EL Soju oder trockener Sherry oder chinesischer Kochwein
1 Knoblauchzehe
halbe Menge Ingwer (zu Knoblauch, sehr fein gerieben)
etwas Pfeffer

1 Eiweiß
Stärke (Kartoffel oder Mais) zum Panieren
etwas Salz

Glasur:
3 EL brauner Reissirup (alternativ 2 EL Honig, 1 EL Goldsaft/Rübenkraut)
3 EL süße Thai-Chilisauce (gerne auch selbstgemacht)
2 EL Wasser
1 EL Gochujang
1 EL Sojasauce
1 EL Apfelessig
1 TL Gochugaru (je nach gewünschter Schärfe)
2 Knoblauchzehen, fein zerreiben

Öl zum Frittieren
Sesam (oder zerstoßene Erdnüsse) zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Hühnchenflügel gut waschen und trocken tupfen. Spitzen abschneiden und am Gelenk zerteilen. Von oberen Teilen Haut und Fett komplett entfernen, von den unteren nur evtl. überschüssige Haut.
  2. Knoblauch und Ingwer schälen und sehr fein zerreiben/hacken. Mit Sojasauce und Alkohol zum Fleisch geben, gut einmassieren, etwas pfeffern und alles abgedeckt im Kühlschrank ca. 1 Stunde ziehen lassen.
  3. Eiweiß verquirlen, zum Fleisch geben und vermischen. Stärke leicht salzen und darin alle Fleischstücke panieren und überschüssige Stärke abklopfen (Rest aufbewahren, wird später erneut verwendet). Alle panierten Teile wieder in die Schüssel (oder in eine Ziploc) legen, abdecken/schließen und mindestens 1 Stunde (besser über Nacht oder bis zu 24 h) gut kühlen. Dabei bindet die Stärke Feuchtigkeit und „zieht“ ein.
  4. Öl nicht zu heiß erhitzen (ca. 140-150 Grad), Fleischstücke erneut mit wenig Stärke dünn pudern und in Portionen goldgelb langsam garen (ca. 7-9 Minuten je nach Größe). Auf Küchenpapier abtropfen lassen und kurz abkühlen lassen.
    [Bis zu diesem Schritt kann alles bis zu einem halben Tag vorab vorbereitet werden.]
  5. In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Glasur in einer breiten Pfanne/Wok miteinander verrühren und kurz aufbrodeln lassen, sofort Hitze reduzieren und 1-2 Minuten unter ständigem Rühren leise köcheln lassen. Aufpassen, dass sie nicht verbrennt oder zu stark einreduziert (in diesem Fall mit wenig Wasser wieder flüssig rühren). Beiseite stellen.
  6. Kurz vor dem Servieren Öl höher erhitzen (ca. 175 Grad). Zum zweiten Mal alle Teile knusprig braun frittieren (ca. 2-3 Minuten), auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen und sofort in der noch warmen Soße alles vermengen, bis sie gleichmäßig mit der Glasur überzogen sind. Mit Sesam bestreuen und sofort warm servieren.
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Gerüchteküche x Parmesanpudding

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