Alles Gold

Für gewöhnlich bin ich ja immun gegen Hypes. Buddha Bowls sind für mich nur anstrengende Abarten von Bibimbap, Overnight Oats heißen bei mir nach wie vor Bircher Müsli. Und dieser massenhafte Konsum von grünen Drinks, rohem Grünkohl, schwachsinnigen Avocado-Toasts, wabbeligen Chiasamen… alles nicht verstanden, alles an mir vorbeigerauscht. Einzig diese goldene Milch (Turmeric/Kurkuma Latte) habe ich für mich entdeckt, als es vor ein paar Jahren plötzlich Trend war, sich von Kopf bis Fuß in Kurkuma zu wälzen. Inzwischen ist der Trend längst abgeschwächt, doch ich trinke dieses uralte ayurvedische Getränk immer noch – jedes Jahr zur kalten Jahreszeit. In Indien gilt Haldi doodh, der ursprüngliche Name der goldenen Milch, seit jeher als Hausmittel gegen Erkältungen, Halsschmerzen und sogar Magenverstimmungen. Es sorgt sofort für einen wohlig warmen Bauch, wärmt Hände und Füße, doch was am allerwichtigsten ist – es schmeckt mir einfach.

Ich habe bereits diverse Rezepte ausprobiert (Paste, Pulver, Saft) und komme immer wieder auf diese Kurkumapaste nach 1akitchen zurück. Für eine kleine Tasse goldene Milch verwende ich je einen halben gehäuften Teelöffel (normaler Löffel, kein Messlöffel) vorbereitete Kurkumapaste und Honig, 1 Teelöffel Walnussöl, 1 Umdrehung Pfeffer und 2 Prisen Zimt. Manchmal noch Kardamom. Öl und Honig gebe ich direkt kalt in die Tasse, alle anderen Zutaten werden mit der (Pflanzen-)Milch unter Rühren leicht erhitzt bis etwas Dampf aufsteigt und die Farbe strahlend leuchtet. Anschließend gieße ich die goldene Flüssigkeit langsam in einem dünnen Strahl in die Tasse, sodass ein leichter Schaum entsteht (in Indien wird die Milch anscheinend mehrmals hin und her geschüttet, um noch mehr Schaum zu erzielen). Die Milch schmeckt nussig, warm, mild, nicht zu süß mit einer subtilen bitter-scharfen Note. Und große Fettaugen auf goldenem Hintergrund sind doch eh zum Verlieben.

Und wie trinkt ihr eure goldene Milch?

Apropos. Noch mehr Herbstgold:

Apfelgold. Knuspergold.

Glänzend. Kartoffelgold.

Niter Kibbeh. Gewürzbutterschmalzgold.

In einer solchen Liste darf natürlich dieses Lied nicht fehlen: Nick Murphy, Hiro Murai – beide gold.

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Yakgwa

Yakgwa ist ein frittiertes Gebäck, welches anschließend in Sirup aus Honig, Jocheong/Reissirup und Ingwersaft getränkt wird. Vom Prinzip ähnlich wie marokkanische Chebakia oder viele weitere orientalische Süßspeisen. Der Teig wird aus Weizenmehl, Sesamöl und Makgeolli (koreanischer Reiswein) hergestellt und mit … Weiterlesen

Koreanische Teesorten_Part 2

In Honig eingelegt: Yuja Cha (Yuzu Tee), Mogwa Cha (Quitten Tee), Daechu Cha (Jujube/Dattel Tee), Hongsam Cha (Roter Ginseng Tee) Alle Sorten werden in hauchdünne Scheiben geschnitten und in Honig eingelegt. Sie sind alle ideale Wintertees. Yuja Cha aus der … Weiterlesen

Meine letzte Nashi-Birne der Saison

Sie ist/war meine letzte koreanische Birne für diesen Winter. Hin und her habe ich überlegt, ob ich sie nicht um 1/3 Kopf kürzer machen soll, das Kerngehäuse vorsichtig herauskratzen, stattdessen mit 2-3 TL Honig befüllen und wieder mit aufgesetztem Hütchen schonend dämpfen soll. Ein altes, koreanisches Hausmittelchen gegen Halsschmerzen, Husten und schleimigen (sorry, ekelhaftes Wort für ein Foodblog) Auswurf (noch ekelhafter). Nicht visualisieren.

Gesiegt hat die Liebe zum puren Geschmack über die latenten Halsschmerzen – das Prachtstück (fast Kindskopf groß) wurde feierlich geschält und pur genossen. Gedankt hat es mir die Birne mit voller Süße, Aroma und Saftigkeit.

Hier die letzten Eindrücke von dieser herrlich goldenen Kugel.

Sorgsam in Stoßdämpfern noch eingemummelt.

Aus dem Papierdress blinzelt sie schon hervor.

Tata! Ein paar Schrammen hat sie dennoch abbekommen, die Gute.

Scheiden tut weh!