Kimchi Wang Mandu

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Falls auch ihr letzten November etwas Gimjang-Kimchi eingelegt habt, kommt jetzt die Zeit, in der man unweigerlich mit der Frage konfrontiert wird: Was tun mit zu saurem Kimchi?

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Ganz einfach. Kochen! Es sei denn, ihr mögt Kimchi eh nur gut fermentiert (also sauer). Dann braucht ihr gar nicht weiterlesen und könnt weiterhin Kimchi roh knabbern. Für den Rest gibt es hier auf meinem Blog die in letzter Zeit etwas vernachlässigte Rubrik „Kochen mit Kimchi“, die ich in nächster Zeit (hoffentlich fleißig) ergänzen werde.

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Den Anfang mache ich heute mit diesen dampfenden Hefeknödeln aka Wang Mandu. Nach einem kalten Winterspaziergang kann man sich an ihnen wunderbar die Hände und die Nase wärmen. Die Füllung ist saftig-würzig, der leicht süßliche Teig flauschig – ein perfekter Kontrast. Meine pikante Alternative zum Sonntagskuchen!

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Kimchi Wang Mandu_Kimchi Pork Buns

Zutaten für 12 Stück

Teig (der beste Dampfnudelteig nach Andrea Nguyen – Originalmengen für 12 Stück runtergerechnet):
266 g Mehl
132 ml Wasser, lauwarm
1 1/8 TL Trockenhefe
1,5 TL Backpulver
1,5 EL Zucker
1,5 EL Öl

Füllung:
250 g Hackfleisch (halb/halb)
250 g Kimchi, fein gehackt
1/2 Stück Tofu
1/2 große Zwiebel, fein gehackt
1 EL Sesamöl
1 Knoblauchzehe
1 Lauchzwiebel (alternativ etwas Schnittknoblauch oder Schnittlauch)
Salz und Pfeffer nach Geschmack

optional
etwas Ingwer, fein gerieben
ca. 30-50 g Glasnudeln

Zubereitung:

  1. Für den Teig: Wasser und Hefe vermischen, etwas stehen lassen. Alle trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Zucker) vermischen und eine Mulde drücken. Wasser-Hefe-Gemisch und das Öl in die Mulde gießen und zunächst verrühren, dann glatt verkneten (ca. 10 Minuten). Zu einer Kugel formen, abdecken und ca. 45-60 min. an einem warmen Ort gehen lassen, bis das Volumen sich verdoppelt hat.
  2. Währenddessen Füllung zubereiten: Tofu in ein sterilisiertes/abgekochtes Mulltuch geben und kräftig auspressen, bis der Tofu trocken und bröselig ist. In eine breite Schüssel geben.
  3. Kimchi entnehmen, über der Spüle von oben nach unten den Kimchisaft gut auspressen. Zunächst in feine Streifen schneiden und anschließend fein hacken. Erneut zwischen beiden Händen kurz ausdrücken und zum Tofu geben.
    Alle restlichen Zutaten wie Fleisch, gehackte Zwiebel, Sesamöl, Knoblauch, gehackte Lauchzwiebel/Schnittlauch und etwas Salz und Pfeffer zugeben und mit der Hand (Einweghandschuhe) kräftig durchkneten, bis sich eine homogene Masse bildet, die beim Anklopfen leicht elastisch zurückspringt. Optional kann etwas fein geriebener Ingwer und etwas gekochte und geschnittene Glasnudeln zur Füllung gegeben werden.
  4. Formen: Den aufgegangenen Teig in 12 gleichmäßige Portionen teilen. Das geht am besten, indem man die Teigkugel zunächst viertelt und jedes Viertel zu einer kurzen dicken Teigrolle formt und diese jeweils drittelt. Zu Kugeln schleifen, mit Frischhaltefolie abdecken und ca. 10-15 Minuten entspannen lassen. Jede Teigkugel auf ca. 10-12 cm Durchmesser ausrollen, die Mitte dicker und den Rand merklich dünner. Die Füllung in die Mitte geben (2-3 gehäufte normale Teelöffel) und einen ca. 1cm breiten Rand lassen. Formen und fälteln: Mit beiden Händen den Teig zwischen Zeigefinger und Daumen halten, mit der linken Hand fälteln und gleichzeitig mit der rechten Hand jede Falte „fassen“, d.h. der rechte Daumen bewegt sich nicht von der Stelle, nur der Zeigefinger schnappt immer wieder auf und zu (ich hoffe, das war irgendwie verständlich). Jedes Wang Mandu direkt auf ein vorbereitetes Stück Backpapier legen. Wer schneller arbeiten möchte und weniger Wert auf Optik legt, kann alles einfach in der Mitte gut verschließen und mit der Naht nach unten auflegen.
    Alle fertig geformten Wang Mandus mit Folie oder Küchentuch abdecken und nochmals mindestens 40 Minuten gehen lassen, bis sie deutlich größer geworden sind. Durch die Einhaltung der zweiten Gehzeit wird der Teig wunderbar flauschig.
  5. In einem Dämpftopf über sprudelnd kochendes Wasser ca. 15 Minuten dämpfen (den Deckel bzw. das Kondenswasser innen immer abtrocknen, bevor die Teigtaschen in den Dämpfeinsatz kommen). Noch heiß und dampfend servieren.

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Tipps: Im Winter liebe ich jegliche Steamed Buns bzw. Mandus aus Hefeteig. Doch wem Hefeteig zu lange dauert, kann auch nur die Füllung zubereiten, diese in fertigen Teig (wahlweise Wantan, Loempia, Strudel, Filo) wickeln und je nach Teig entweder kochen oder mit etwas Öl in der Pfanne knusprig braten. Dann sind das zwar streng genommen keine Mandus mehr, aber immer noch (schnelle) Kimchi-Teigtaschen. Verwendet ihr dünnen Mandu-Teig (TK oder selbstgemacht), könnt ihr die Teigtaschen alternativ direkt in Hühner- oder Rinderbrühe gar ziehen lassen. So habt ihr eine Kimchi-Mandu-Suppe – ein einfaches, aber köstliches Winteressen.

Falls bei mir etwas Reste einer Mandu-Füllung anfallen, gebe ich eine ca. 1cm dicke Schicht davon auf Brötchenhälften (oder Brotscheiben) und backe sie mit der Fleischseite nach unten in der Pfanne auf nicht zu hoher Hitze gar – mit etwas grünem Salat ein eigenständiges Resteessen.

Ich mache immer die doppelte Menge Wang Mandu auf Vorrat und friere sie ein. Nach dem Dämpfen komplett auskühlen lassen und so wie sie sind (mit der Backpapierunterlage) in den TK. Nach Bedarf portionsweise entnehmen und direkt gefroren auf hoher Hitze ca. 15-20 Minuten dämpfen. So schmecken sie wieder wie frisch gemacht.

Kimchi Lasagne

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Nach wilden Gedanken (Kimchi ins Sugo, als Lage zwischendurch oder als Topping? Oder gar alles?) und aufmunternden Selbstgesprächen (was bin ich wagemutig, radikal innovativ, springe über meinen Schatten…) habe ich mich schlussendlich doch für die Schisser-Variante entschieden: Nur sehr wenig … Weiterlesen

Chili-Himmel_Chili con Carne

Ist es versatil, die eigenen hart errungenen Grundsätze über Bord zu schmeißen, ganz versatil mal sich verweigern, mal mitspielen? Hochphilosophische Fragen, die mich seit der (freudigen) Nachricht von Simone aka Pi mal Butter beschäftigten. Nein, versatil schon mal gar nicht, also übe ich mich weiterhin in Konsequenz. Aber mal ehrlich, wer freut sich nicht über eine unverhoffte Auszeichnung, darum an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank, Simone. Fakten gibt es ja trotzdem.

  1. Ich bin leider eine Ameise – wenn ihr wissen möchtet wer ihr seid, hier Sophie CallesTypologie der Ausstellungsbesucher:
    – die Ameise folgt fleißig der vorgegebenen Reihenfolge.
    – die Heuschrecke stürzt sich von weitem auf ein wertvolles Objekt.
    – der Schmetterling flattert durch die Ausstellung wie über eine Wiese.
    – der Fisch schwimmt durch, mal schneller, mal langsamer, ohne je anzuhalten.
  2. Ich bin eine bekennende Nicht-Vegetarierin, die hauptsächlich gerne vegetarisch isst.
  3. Ein kulinarisch schlechtes Gewissen plagt mich, weil ich mal als Teenager Walfleisch gegessen habe.
  4. Die Gerichte, die mir am meisten Mut und Überwindung abverlangt haben waren Kugelfisch-Suppe, Aal-Sashimi und noch zuckende, kriechende rohe Octopusbeine, die gerne auch am Gaumen haften bleiben, um nicht runtergeschluckt zu werden.
  5. Ich bin immun gegen Kaviar, Foie gras und Champagner. Wegen letzterem sollte ich eigentlich einen Award als beliebtester Gast auf champagnergesponserten Parties erhalten, da ich den ganzen Abend nur am halben Piccolöchen nippe und trotzdem glücklich bin.
  6. Dafür liebe ich Trüffel!! Ansonsten stehe ich am meisten auf billigeren Kram, mag aber lieber Schweinebauch als Putenbrust, Wildkräuter als Kopfsalat, Butter als Margarine, Crème brûlée als Mousse au chocolat, Kartoffelchips als Schokolade, pikant als sahnig.
  7. Ich gerate ins FLOW beim Schnippeln & Illustrieren, bei William Forsythe & Sasha Waltz, bei Ang Lee & Wong Kar Wai… und natürlich beim Foodbloggen. Deshalb blogge ich.

Und als akribische Ameise entdecke ich natürlich gerne – unabhängig vom Auszeichnungs-Tamtam – neue Blogs. Sie sind nicht alle neu, eher sind einige gestandener als ich, dennoch bin ich leider erst vor wenigen Wochen auf sie gestoßen und liebe es seitdem sie zu verfolgen: Der Mut anderer, Utecht, Kochessenz, Spicisi, Zweifachzucker, Hannah Toups, Küchengerüchte. Und bereits schon vor einiger Zeit entdeckt: kathabeck, kein Foodblog aber nicht minder interessant.

Ziemlich viel auf einmal, nicht? Darauf wird erst was gegessen. Etwas wärmendes, etwas das die Energie ankurbelt. Und wer unter einem Chili-Himmel lebt, sollte endlich mal DAS Chiligericht schlechthin kochen. Mache ich doch. Früher sogar oft. Letzter Zeit zwar nicht mehr so oft, aber reinlegen könnte ich mich immer und ständig. Eine grüne Variante gab es kürzlich bei l’art de vivre von Daniela. Aber nun endlich, chön charf:

missboulette’s Chili con Carne

Zutaten für 2-4 Portionen (je nach Hunger):

350 g Hack (hier Halb und Halb)

1 Zwiebel

1 EL Zucker

75 ml Weißwein

1 EL Paprikapulver

1 TL Cumin

½ TL Koriandersamen

1 TL Oregano, getrocknet

1-2 getrocknete Chilis (je nach Größe und Schärfegrad)

500 ml passierte Tomaten

1 Dose Mais

1 Dose Kidney Bohnen

1 Knoblauchzehe

1 EL Balsamico

Salz, Pfeffer, Öl

optional Gochugaru, Kombu

Zubereitung:

  1. Cumin, Koriandersamen ohne Fett auf mittlerer Hitze leicht rösten bis sie duften, Paprikapulver zum Schluss hinzufügen und kurz mitrösten. Alles mit einem Mörser zerkleinern.
  2. Zwiebeln würfeln und mit etwas Öl mit dem Fleisch braten. Chilis grob halbieren und mitdünsten. Knoblauch fein hacken und dazugeben. Alles mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen,
  3. Mit Wein ablöschen und Flüssigkeit leicht verdampfen lassen. Geröstete Gewürze mit Oregano hinzugeben und kurz mitdünsten. Bereits jetzt mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Mit Tomatenpüree ablöschen, Hitze runterschalten und ca. 40 min. leise köcheln lassen. Zwischendurch rühren. Kurz vor dem Servieren, den Mais und die Bohnen abtropfen lassen und hinzufügen. Weitere 10 min erhitzen. Nochmals mit Salz, Pfeffer, Balsamico und evtl. noch mehr Chili (ich nehme einfach Gochugaru) kräftig abschmecken. Optional eine weitere frisch zerriebene Knoblauchzehe extra unterrühren.

Tipps: Ich habe einige Kombustückchen als Geschmacksintensivierung mitkochen lassen. Schmeckt nicht fischig, einfach ausprobieren. Wer möchte kann getrocknete Pintobohnen nehmen, hatte ich sogar da, aber die Dose musste weg. Die Maismenge kann man je nach Geschmack reduzieren, aber ich liebe sie. Ich glaube, das Original hat weder Bohnen noch Mais, oder? Irgendwelche Texmex-Spezialisten unter euch?

Gebraten, frittiert, gedämpft, gekocht: Grundrezept Mandu

Es ist schon eine Weile her, dass ich meine Jjin Mandu/Wang Mandu, gedämpfte Teigtaschen aus Hefeteig, hergestellt habe. Damals habe ich euch bereits berichtet, dass man Mandus grundsätzlich gleich in großen Mengen herstellen sollte, da man sie nachher vielseitig verwenden kann. Und ebenfalls vor einiger Zeit wurden die letzten Weihnachtsfeiertage bei uns in der Familie wie immer für eine „kleine“ gemeinsame Mandu Session genutzt – an die 100 Mandus wurden geformt. Und das war wie gesagt nur die „kleine“ Portion. Für die obligatorische Suppe am Neujahrstag – Tteok Mandu Guk – haben sie knapp für alle gereicht.

Nun stelle ich euch mein Grundrezept für „normale“ Mandus aka Gyoza, Jiaozi, Guotie, Potstickers, Manti etc. vor, die mit dünn ausgerolltem Teig (nur Wasser, Mehl, Salz) in die typische Halbmondform gefältelt werden. Frisch hergestellt kann man diese Mandus als Mul Mandu (gekochte Mandus mit etwas Kochbrühe) mit einem Sojasaucen-Essig Dip servieren. Für den späteren Bedarf können sie knusprig angebraten bzw. frittiert werden – Gun Mandu (gebratene Mandus), oder schließlich als Suppeneinlage verwendet werden.

In Seoul kann man hervorragende Mandus im bekannten Myeong dong Gyoza, das trotz des Namens eigentlich eher für Kalgugsu (handgeschnittene Nudeln in Fleischbrühe) berühmt ist, erhalten. Nur sind die dort dick und rund. Seoul in the city hat noch einen Geheimtipp in Insadong entdeckt, den sie uns hier verrät. Gute Mandus sollten erstens prall gefüllt sein, zweitens muss der Teig am Rand bissfest und gleichzeitig am „Bauch“ seidig zart sein (darf also weder zu dünn noch zu dick sein), drittens ist die Füllung an sich der Schlüssel zum Genuss.

Mandus kann man natürlich unterschiedlich füllen, entweder nur mit Schweinefleisch oder Halb und Halb. Ich mag’s am liebsten mit reinem Mett und Tofu, so wird die Füllung sehr locker, weich und saftig. Im Herbst/Winter darf sich Wirsing dazu gesellen und im Frühling/Sommer gerne Buchu (Schnittknoblauch) oder Schnittlauch. Für die Teiglinge kann man fertig abgepackten Mandu Teig (sind rund und weiß statt der gelblich quadratischen Wontonblätter) nehmen, wenn es schnell gehen soll. Ein mit einem Pastagerät selbst hergestellter Teig ist sicherlich der lobenswertere Ansatz. Nur ist das etwas anstrengender, da der Teig sehr zäh, trocken und fest ist. Daher sollten hierfür unbedingt kräftige Armmuskeln zu Hilfe gerufen werden. Das Ganze ist immerhin einfacher als die ursprüngliche Methode, jede Teigfladen einzeln mit einem kleinen Holzstock auszuwallen – bei 100 Stück eher als Strafarbeit zu betrachten. Mandu Profis, die das mit links machen, kenne ich aber auch.

Für das Rezept habe ich die Menge nochmals auf die Hälfte reduziert, 100 Stück klingt für den Anfang doch ein bisschen viel, aber 50 Stück solltet ihr doch auch locker schaffen, oder? Vor allem ist das Rezept auf Vorratshaltung ausgerichtet, ihr werdet gleich sehen.

missboulette’s Mandu – Grundrezept

Zutaten für ca. 50 Stück

Füllung:

500 g Schweinemett

½ Tofu

¼ Kopf Wirsing

2 Möhren, kleine

2 Zwiebeln, mittel

3-4 cm Ingwer, fein gerieben

3 EL Sesamöl

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

Salz und Pfeffer nach Geschmack

Teig:

300 g Mehl

½ TL Salz

ca. 150 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Die Füllung herstellen, wie hier unter Punkt 3-4, halbes Stück Tofu zusätzlich hineinbröseln und gut vermengen. Gekühlt beiseite stellen.
  2. Für den Teig Mehl und Salz vermischen und mit dem Wasser zu einem sehr festen, trockenen Teig kneten. Der Teigklumpen wird außen noch staubig und sehr rissig sein, das ist in Ordnung.
  3. Daraus Teigkugeln mit ca. 6 cm Durchmesser abdrehen und möglichst flach drücken, mit Mehl bestäuben und mit der Pastamaschine zunächst 10-12 mal auf Stufe 1/7 drehen, dabei immer den Teig zu einem Quadrat rechts und links zur Mitte einklappen, bis er sehr geschmeidig ist und glänzt. Zwischendurch immer mit Mehl bestäuben nicht vergessen, damit nichts klebt. Ganz Irre (wie ich) drehen den Teig immer abwechselnd um 90 Grad, bevor sie ihn in die Pastawalze stecken.
  4. Dann einmal quer zur Hälfte einklappen und danach einmal längs zur Hälfte einklappen, so dass zum Schluss ein schmaler langer Streifen entsteht. Ein letztes Mal auf Stufe 1 auswallen. Nun auf Stufe 4/7 hochschalten und den Streifen zweimal auf Stufe 4 drehen. Zwischendurch den Teig nicht falten. Nur bestäuben.
  5. Zum Schluß auf Stufe 6/7 hochschalten, gut bestäuben und ein letztes Mal knapp 2 mm dünn drehen. Mit einer runden Tasse/Becher/Form mit ca. 8 cm Durchmesser die Teiglinge ausstechen. Wieder von Punkt 3 bis der Teig aufgebraucht ist. Dabei die Ausstechreste wieder mitverarbeiten.
  6. In jeden Teigling ca. 2-3 TL Füllung reingeben, Teigrand gut verschließen und falten. Auf ein leicht bemehltes Tablett geben.
  7. Wenn alle Mandus geformt sind, einen großen Topf mit Salzwasser und 1 EL Öl aufkochen und eine große Schale mit kaltem Wasser daneben bereitstellen. In 2-3 Portionen die Mandus für wenige Minuten in das kochende Wasser geben bis sie wieder aufsteigen. Mit einem Schaumlöffel die gegarten Mandus in kaltem Wasser kurz abschrecken und sofort auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen. Die Mandus sollten genügend Abstand haben, da sie sonst aneinander kleben. Die geplatzten Mandus direkt verzehren (das Beste!) und den Rest mind. 3 Stunden abkühlen lassen. In gewünschte Portionsmengen unterteilen und in Ziplocs einfrieren.
  8. Für Gun Mandu, die Mandus rechtzeitig auftauen lassen und in mehr oder weniger Öl knusprig braten. Für Mandu Guk oder Tteok Mandu Guk können sie sogar direkt tiefgefroren in die fertige Brühe gegeben werden und darin 8-10 Minuten bei mittlerer Hitze ziehen, bis sie genug Temperatur bekommen. Mul Mandu sollten unbedingt frisch sein, d.h. man sollte einen Teller mit 5-6 frisch gekochten, dampfenden Mandus mit etwas Kochwasser direkt nach einer Mandu Session als Belohnung an alle Beteiligten ausgeben. Das Dressing nicht vergessen! Jetzt wisst Ihr warum man eigentlich gleich 100 Stück machen sollte.

Tipps: Falls etwas Füllung übrig bleiben sollte, kann man daraus sehr kleine Bällchen formen, zunächst in Mehl, dann in verquirltem Ei wenden und als walnussgroße Frikadellen ausbacken. Falls etwas Teig übrig bleiben sollte, einfach tiefkühlen und beim nächsten Mal aufgetaut verwenden (bei größerem Rest), oder in kleine Quadrate schneiden (bei kleinem Rest), mitkochen, wie die Mandus auskühlen lassen und später mit den Gun Mandus frittieren – ebenfalls in Sojasauce gedippt mochte ich diese knusprigen Teigfladen als Kind fast lieber als Mandus.

Herzhaft gefüllte Hefeknödel_Jjin Mandu

…oder Baozi, Famian etc, etc

Mandu ist der koreanische Oberbegriff für alle herzhaft gefüllten Teigtaschen, die in jedem Kulturkreis bzw. in fast jedem Land auf der Welt unter verschiedensten Namen zu existieren scheinen. Bislang ist mir noch niemand über den Weg gelaufen, der dem Charme einer profan (meistens Hackfleisch und Gemüse) gefüllten Mehlspeise widerstehen konnte.

Meistens besteht der Mandu-Teig aus Mehl, Salz und Wasser, ähnlich bzw. fast identisch mit Jiaozi oder Gyoza. Werden sie frittiert (Gun Mandu) oder kurz gekocht (Mul Mandu), behalten sie die längliche Halbmondform. Verwendet man sie in Suppen, wie in der traditionellen Neujahrssuppe (Ddeok Mandu Guk), erhalten sie eine runde Form. Nur für Wang (King) Mandu, die exakt wie die hiesigen Dampfnudeln aussehen und die besagten Jjin (gedämpfte) Mandu wird ein Hefeteig verwendet.

Normalerweise verwende ich für Jjin Mandu ein Teig-Rezept, das ursprünglich für Ho Bbang/Jjin Bbang, eine mit süßer Azuki-Bohnen-Paste gefüllte Dampfnudel, vorgesehen ist. Bei Evi habe ich aber ein Rezept von Andrea Nguyen entdeckt, das viel einfacher klang und mir schon die ganze Zeit unter den Nägeln brannte. Und der Teig hat mich nicht enttäuscht! Ab sofort wird er in meiner Hall of Fame der Grundrezepturen aufgenommen! Er ist elastisch und lässt sich toll verarbeiten. Lediglich das Formen und Falten muss noch perfektioniert werden; klassische Mandus formen kann ich im Schlaf, aber das Aussehen meiner Jjin Mandus hatte mich noch nicht ganz zufrieden stellen können. Trotz einer fleißigen Analyse des Anleitungs-Videos, das ebenfalls bei Evi von der Kyche vorzufinden ist. Wer schneller arbeiten möchte, für den gibt es natürlich auch eine Lösung – der kann einfach größere, ganz runde Kugeln formen (wie Dampfnudeln), und schon hat man Wang Mandu (King Mandu)!

Diese große Form ist ziemlich praktisch, wenn man größere Mengen verarbeiten möchte. Ich finde, Mandus fühlen sich nur in großer Gesellschaft wohl und viele Hände müssen sie formen, also habe ich auch diesmal 1 Kilo Fleisch  als Grundmenge genommen und mir Unterstützung besorgt. Aus 2/3 der Füllung wurden klassische Mandus geformt mit selbst gedrehtem Teig aus der Pastamaschine. Mit dieser Arbeitsaufteilung haben wir in unserer Familie und im Freundeskreis, seit meiner Kindheit bis heute, sicherlich schon tonnenweise (?) Mandus hergestellt – und verspeist.

Das letzte Drittel wurde zusätzlich mit gekochten Glasnudeln vermengt und für die Jjin Mandus verwendet. Das Rezept ist hier bereits in der Menge runtergerechnet, da ich die klassischen Mandus noch separat posten werde.

Gedämpfte Mandu_Jjin Mandu

Teigrezept nach Kyche und Andrea Nguyen

Zutaten für ca. 16 Stück:

Teig:

355 g  Mehl

1,5 TL Trockenhefe

177 ml Wasser, lauwarm

2 EL Öl

2 EL Zucker

2 TL Backpulver

Füllung:

100 g dicke Glasnudeln aus Süßkartoffelmehl, ungekocht

350 g Schweinemett

5-6 Blätter Wirsing

1 Zwiebel

1 Möhre

2 cm Ingwer, fein gerieben

1-2 EL Sesamöl

Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Für den Teig: Wasser und Hefe vermischen, etwas stehen lassen. Alle trockenen Zutaten vermischen und eine Mulde drücken. Wasser-Hefe und das Öl in die Mulde gießen und zunächst verrühren, dann glatt verkneten (ca. 5-10 Minuten). Abdecken  und ca. 45 min. an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. Glasnudeln nach Packungsanweisung kochen, gut abtropfen lassen und mit der Küchenschere sehr kurz schneiden.
  3. Möhren und Zwiebel schälen. Zwiebeln sehr fein hacken, die Möhren zunächst in feine Julienne, dann die Streifen nochmals ca. 1cm klein schneiden. Wirsing abbrausen und ebenfalls in feine Streifen, dann in Stücke schneiden. Ingwer schälen und reiben/hacken.
  4. Das Gemüse mit dem Fleisch und den Glasnudeln gut vermengen. Mit Sesamöl, Salz und Pfeffer abschmecken. Beiseite stellen.
  5. Den aufgegangenen Teig in 16 Kugeln unterteilen, jede Kugel nochmals in der Hand kneten. Dann flach ausrollen (ca. 11-12 cm Durchmesser), dabei die Ränder dünner ausrollen als die Mitte. Mit 2-3 Teelöffel der Gemüse-Fleischmasse befüllen und entweder akkurat falten (für Geduldige) oder einfach zusammen verschließen und mit der Naht nach unten auflegen (für Schnelle).
  6. Alle Teile auf einem leicht bemehlten Tablett nochmals 10-15 min gehen lassen. Backpapier in 16 Quadrate schneiden, die Mandus darauf verteilen, dann bleiben sie nicht am Bambus- oder Metalldämpfer kleben. Ca. 12 – 15 min. über spudelnd kochendes Wasser dämpfen.

Tipps:  Die Mandus schmecken besonders gut, wenn man ein Sojasaucen-Dressing darüber träufelt. Einfach etwas Sojasauce, einige Tropfen Essig, Gochugaru und Sesamkörner vermischen. Ein Jjin Mandu nehmen, in der Mitte aufreißen und wenig Sauce darüber geben, reinbeißen!

Im Sommer kann man statt Wirsing Schnittknoblauch nehmen, der Geschmack passt wunderbar zum Schweinefleisch.