Kalorienaufnahme im Halbschatten

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Auch wenn es heiß ist, braucht der Mensch etwas Süßes. Diesen unkomplizierten No Bake-Cheesecake habe ich ausgerechnet meiner Freundin A. zu verdanken, die zwar alles kann – nur nicht kochen. Sie ist ein wandelndes Musik- und Filmlexikon, kann zeichnen, schreiben, … Weiterlesen

Fusion

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Ausgerechnet! Eine neue Entwicklung, welche ich erst dank Kimchi+ (oder dank euch) an mir bemerkt habe, sind Überlegungen, wie ich Kimchi vielseitiger einsetzen könnte. Stichwort – eigentlich Hasswort – Fusion… Diese „trockene“ Version, ich nenne sie jetzt Kimchi–Flocken, kennt ihr … Weiterlesen

Kimchi + Tomatenblüte

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Jetzt geht es Schlag auf Schlag! Der nächste Gast an meinem Tisch. Was es heute gibt, stand schon lange fest, denn ich bin meinem heutigen Gast noch etwas schuldig – Käsekuchen oder besser Cheesecake nach Barcomi’s Art. Ihre Engelsgeduld habe … Weiterlesen

Lemon-Cheesecake mit getränktem Biskuit und Matcha-Finish…und Schokolade

Für mich sollte ein Cheesecake eigentlich einen dünnen Keksboden nach amerikanischer Art haben. Für mich sollte er auch so schlicht wie möglich daherkommen; selbst auf eine knallrote Erdbeersauce könnte ich verzichten, allenfalls ein Hauch von gemahlener Pistazie als Farbtupfer. Erst recht verzichte ich sonst gerne auf Herzchen aller Art. Aber diesmal – diesmal bin ich über meinen Schatten gesprungen und ihr seht – Herzchen, drei Stück sogar!

Und es geht noch weiter, sogar eine Herzform wurde angeschafft. Zu einem Kuchen in gänzlicher Herzform konnte ich mich zwar nicht durchringen, aber es wurde ein herzhafter Eier-Auflauf mit Würstchen und Speck – und somit nicht zu süß für den Anfang. Zum Ehrentag aller Mütter, besonders für meine Mutter, habe ich sehr gerne alle meine ästhetischen Dogmen über den Haufen geworfen und mich dem Herzchenrausch zum Brunch hingegeben.

Die Inspiration für diesen Kuchen kam von der, wie ich finde, immer leicht nervigen Lea Linster. Man muss ihr aber zugute halten, dass sie einige hervorragende Sprüche klopft, wenn sie selbst genervt oder beleidigt scheint. Ihr Original hat eben diesen knusprigen Keksboden, der dieses Mal leider nicht hoch im Kurs stand. Denn nach vorheriger wochenlanger Recherche/Fragerei (ich brauch nichts…egal, mach was du denkst…etwas, was nicht zuviel Mühe macht) hatte sich meine Mutter zu einem expliziten Cheesecake-Wunsch hinreißen lassen. Endlich!

Für sie habe ich einen locker leichten Biskuit als Boden genommen (den sie viel lieber mag als Keksböden, aber niemals eingefordert hätte), diesen mit Zitronen-Honig-Sirup saftig getränkt, das Eiweiß weggelassen (Leas Original) und dafür mit einer umso sahnigeren Frischkäse-Creme getoppt. Um der bis dahin ziemlich schlichten Nummer etwas mehr Dramatik für den Brunchauftritt zu verleihen, wurden noch Schokosplitter à la Cafe Fernando angesetzt. Die waren im früheren Leben unbeliebte Osterhasen, die nach ihrer Transformation erstaunlich beliebter wurden. Ach ja, die Herzen. Mit Matcha kann man diese formen, muss man aber nicht, je nach subjektiver Herzchen-Affinität. Ich finde, sie sind irgendwie doch nicht soooo schlecht…

Lemon-Cheesecake mit getränktem Biskuit und Matcha-Finish

inspiriert von Lea Linsters Lemon-Cheesecake

Zutaten normale Springform:

Biskuit:

2 Eier

100 g Zucker

50 g Mehl

30 g Stärke (Mais oder Kartoffel)

½ TL Backpulver

1 EL Wasser

Creme:

200 ml Sahne

300 g Frischkäse

Abrieb einer großen Bio-Zitrone

50 g Zucker (oder mehr nach Geschmack)

Spritzer Zitronensaft

2 TL Vanillezucker

Sirup:

restlicher Saft der Zitrone

30 g Honig

Schokosplitter:

100-120 g dunkle Schokolade

Zubereitung:

  1. Biskuit: Eier trennen, Eiweiß mit Wasser sehr steif schlagen. Den Zucker langsam einrieseln lassen und weiter schlagen. Eigelbe hinzugeben und weiter hell und dick aufschlagen. Mehl, Stärke, Backpulver mischen und reinsieben. Vorsichtig unterheben. Bei 170 Grad, mittlere Schiene ca. 20-30 min. in einer Springform hell backen. Holzprobe machen. Rand nicht fetten oder einfach Backpapier auslegen. In der Form auskühlen lassen.
  2. Creme: Zitronenschale fein abreiben und mit Frischkäse und Zucker nur mit einem Schneebesen kurz verrühren. Zitronensaft hinzufügen. Sahne mit Vanillezucker steif schlagen und vorsichtig unterheben.
  3. Sirup: Zitronensaft auspressen, kurz aufkochen und noch warm mit dem Honig verrühren. Auskühlen lassen.
  4. Schokosplitter: Schokolade über Wasserbad schmelzen lassen, dünn auf die Hälfte des Backpapiers ausstreichen, freie Hälfte darüber klappen und sofort aufrollen. Im Kühlschrank erkalten lassen und wieder entrollen, dabei entstehen die Splitter.
  5. Tortenring aufsetzen. Den Biskuit mit dem Sirup beträufeln. Die Creme darauf verteilen und im Tortenring mind. einige Stunden (oder über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit Schokosplitter und evtl. 1 TL Matcha garnieren.

Tipps: Der Kuchen lässt sich gut in Etappen vorbereiten. Den Biskuit kann man bis zu 2 Tagen vorher backen, die Creme und den Sirup kann man einen Tag vorher verteilen. Die Schokolade sollte doch relativ dunkel sein, da meine Osterreste ziemlich schnell wieder weich wurden und der Kuchen zwischendurch immer wieder gekühlt werden musste. Sie ist eher ein optischer Blickfang, geschmacklich könnte ich persönlich darauf verzichten, aber Schokoliebhaber schwören auf die Schokonote zum Cheesecake.

Getrocknete Tomaten-Chili-Thymian Dip und Gefühlsduselei

Barcomi’s Anhänger unter euch werden sich vielleicht an einen ähnlichen Creamcheese-Dip erinnern, denn die Inspiration kommt tatsächlich aus diesem Haus. Nach etlichen Devil’s Food Cake Gelagen dort mit nachträglicher Übelkeit hatte ich irgendwann die Eingebung auch mal was Pikantes zu bestellen. Und nach weiteren etlichen Bestellungen und anschließenden Einkäufen des süchtig machenden Dips für den hauseigenen Kühlschrank, überkam mich eine weitere Erkenntnis: Was die können, kannst du auch. Warum kam ich nicht viel eher drauf?

Seitdem ist er mein Standard Dip für alle Gelegenheiten: zu Grissini, zu Fladenbrot, zu Bagel, zu Cracker, als Appetizer, als Snack zwischendurch, als Weinbegleiter, als Alleinunterhalter.

Dieser Dip würde sich auch hervorragend auf dem Tapasteller von Sophie machen, und ich bin mir sicher sie würde ihn lieben. So wie ich ihre netten Worte (ich meine zauberhaft nett, nicht ja, ja nett) und die Auszeichnung geliebt habe – einen ganz lieben Dank nochmals dafür.

Ich hätte einfach La cuisine blanche für die wunderbaren asiatischen Gerichte, Azestoru für seinen stets mutigen und ungehemmten Einsatz von Bechamel und Käse und la grosse mere allein schon für den tollen Namen vorschlagen können.

Zusätzlich hätte ich die Gelegenheit genutzt, um mich bei den alten Hasen (nur blogmäßig) Evi, Erich, Katharina und Toni & Suse zu bedanken, die ich nicht nur wegen ihren wundervollen Blogs, sondern auch als erste regelmäßige Leser ins Herz geschlossen habe.

Dann wären noch andere, die ich erwähnt hätte, wie z.B. a blithe palate, weil sie so schreibt wie sie schreibt, Kekstesterin Anne, weil ich mir sicher bin in ihr eine Geschmacksseelenverwandte gefunden zu haben und color collective für die wahnsinnigen Inspirationen, die allein schon ihre Links bieten.

Aber ich nehme mir ein Beispiel an Guus Hiddink, der aufhörte als es am schönsten war. Ihr erinnert euch an den ehemaligen Nationaltrainer der südkoreanischen Fußballelf während des World Cups 2002? Er lehnte eine Verlängerung seines Vertrags ab, obwohl man ihm den Himmel auf Erden versprach. Wahrscheinlich kannte er das hitzige Temperament der Südkoreaner was Fußball betraf zu gut – und dass die Gunst schnell umschlagen könnte, falls die erhofften Ergebnisse ausblieben. Lange Zeit wurde er selbst spöttisch mit dem Spitznamen Sadaeyeong (vierzunull) betitelt, da sein Einstand in der koreanischen Fußballwelt mit einer 4:0 Niederlage begann. Alles bevor er mit dem koreanischen Einzug ins Halbfinale 2002 zum Nationalhelden ausgerufen wurde und schließlich sogar Touristenmassen zu seinem Geburtshaus in den Niederlanden pilgerten. Kein Scherz!

Um es kurz zu fassen: Alles Gute sollte ein Ende finden, damit man es in guter Erinnerung behält. Jetzt ist es raus! Darauf gibt es eine Kleinigkeit zu futtern.

Getrocknete Tomaten-Chili-Thymian Dip

frei nach Barcomi’s

Zutaten:

4-5 eingelegte Pomodori Secchi

200 g Frischkäse natur, Doppelrahmstufe

ca. 2 TL abgezupfte Thymianblätter, frisch

Chili nach Geschmack, frisch oder getrocknet

1 Spritzer Zitrone

Pfeffer

Zubereitung:

  1. Das Öl von den Tomatenstücken gut abtropfen lassen, die Würzkräuter aber nicht entfernen. Zunächst in sehr dünne Streifen, dann in kleine Stücke sehr fein hacken.
  2. Thymianblätter auch fein wiegen, alles mit dem Frischkäse sehr gut vermengen und mit wenig Chili, Zitrone und Pfeffer abschmecken.

Tipps: Die Schärfe sollte nur im Abgang spürbar sein, und im Vordergrund der Thymian mit den Tomaten stehen. Ich benutze meistens 2-3 Prisen Gochugaru, aber auch frische Chilis, falls ich sie da habe. Optional ist auch etwas Knobi möglich, obwohl dieser Dip auch ohne ihn eine sehr gute Figur macht. Und verwendet man statt Frischkäse Butter, hat man eine tolle Gewürzbutter zum Grillen – hier sollte aber Knobi unbedingt rein.

Dies und Das und Soufflé Käsekuchen

Eines vorweg, Ihr solltet – Ihr müsst, müsst, müsst – euch das hier ansehen. Paul Ajosshi, einer meiner Lieblingsblogger, hat wieder eine fulminante Entdeckung in Insadong, eins meiner Lieblingsviertel neben Samcheongdong in Seoul, gemacht. Ganz schön viele Lieblinge auf einmal. Aber die kleinen Miniaturansichten von koreanischem Essen, ganzen gedeckten Tafeln und Hanoks (traditionelle Architektur) sind wirklich zauberhaft – besonders der fast food stall hat es mir angetan, genau an solchen Ständen gibt es die besagten Tteok Bokki von meinem vorherigen post.

Aber eigentlich wollte ich doch über gute (kulinarische) Vorsätze schreiben (na, habt ihr euch schon die Bilder von Paul Ajosshi angeguckt? Falls immer noch nicht, jetzt aber!), wonach Juliane von Schöner Tag noch bei Kochtopf gefragt hatte. Ich habe eigentlich mehrere für 2011.

Blog-Event LXIII - Gute Vorsätze für das Neue Jahr (Einsendeschluss 15. Januar 2011)

Eins ist noch ein Relikt aus 2010, das Suchen und Finden der besten Brioche– ja, ich bin immer noch auf der Suche nach DEM ultimativen Brioche Rezept. Viele Rezepte wurden ausprobiert und werden auch 2011 weiterhin ausprobiert werden. Vorschläge bzw. Herausforderungen nehme ich immer wieder gerne an.

Dann möchte ich mich 2011 hausgemachten Ramen, oder auf koreanisch Ramyun widmen – normalerweise heiße, scharfe, ungesunde Nudelsuppen aus der Fertigpackung, die aber nach durchtanzter und gefeierter Nacht morgens früh um 4 Uhr unschlagbar für die Elektrolyte-Kompensation sind. Am besten mit einem frisch reingeschlagenem Ei, stehend und schlürfend in der Küche eingenommen. Junkfood vom Feinsten. Bislang gab’s bei mir natürlich nur die Fertigpackungen (Shin Ramyun extra scharf ist mein Favorit) – eine meiner Küchenleichen im Keller – von denen ich nicht loskomme. Mein Ziel wird es sein, so nah wie möglich an den denaturierten, industriellen Geschmack des Originals mit rein natürlichen Zutaten zu kommen. Klingt paradox, wir werden es sehen.

Zum Schluss ist da noch etwas, worauf ich erst bei Highfoodality gestoßen bin. Er und (auch hier wieder) Juliane fachsimpelten über das 100 % ige Nachkochen eines Rezepts und dem daraus resultierenden Mehrgewinn an neuen Geschmackskompositionen. Ich bin auch kein Rezeptkocher – sie dienen mir lediglich zur Inspiration – und wunderte mich heimlich darüber, dass meine Kürbissuppe, Maronensuppe oder Kartoffelcremesuppe doch relativ austauschbar schmeckten. Also, für 2011 werde ich mich öfters mal strikt an ein Rezept halten (und nicht wie sonst  gleichzeitig an 4-5, um nach persönlicher Präferenz und Geschmack alles abzuändern) und mich in Offenheit gegenüber fremden Abschmeckmethoden üben – oohhhmmm!

Den Anfang macht dieser japanische Käsekuchen/Soufflé von wagashimaniac. Obwohl es mich in den Fingern juckte den Frischkäse durch Quark zu ersetzen, den Zucker zu reduzieren und den Zitronensaft durch geriebene Schale zu ersetzen, war ich brav. Und trotzdem wurde ich zum Schluss etwas abtrünnig und habe statt Backpapier die Förmchen nur gebuttert und gezuckert – die Strafe blieb nicht aus. Nur 2 Exemplare kamen heil aus der Form.

Soufflé Käsekuchen nach wagashimaniac

Zutaten für 18er Form (Original) oder 12 Muffinformen + 3 Tassen (bei mir)

200 g Frischkäse

3 Eigelb

3 Eiweiß

50 g Naturjoghurt

100 ml Sahne

70 g Zucker

½ Vanilleschote

10 g Mehl

10 g Maisstärke

2 EL Zitronensaft

Butter für Form

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten vorher auf Raumtemperatur bringen.
  2. Ofen auf 160 Grad vorheizen. Muffinform oder besser Tassen/Souffleeförmchen buttern und mit Backpapier auslegen.
  3. Mit Handrührer den Frischkäse cremig rühren, Sahne und Joghurt hinzufügen und aufschlagen.
  4. Hälfte des Zuckers und die Eigelbe nach und nach hinzugeben, Vanillemark und Zitronensaft dazu und alles nochmals cremig rühren.
  5. Mehl und Stärke zusammen darüber sieben und vorsichtig unterheben.
  6. Eiweiß mit dem restlichen Zucker steif schlagen und ebenfalls unterheben.
  7. In die Formen füllen, die Form/Formen auf ein Blech geben und mind. 1 cm hoch heißes Wasser zugießen.
  8. Bei 160 Grad auf mittlerer Schiene ca. 30-40 min. backen (Holzprobe), dann auf 110 Grad runterschalten und 10 min. stocken lassen. Weitere 10 min. im ausgeschalteten Ofen auskühlen lassen.
  9. Lauwarm oder gut gekühlt servieren.

Fazit: Sehr locker und cremig. Für mich kommt aber trotzdem demnächst weniger Zucker und fein geriebene Zitronenschale rein. Der Teig reichte bei mir für mind. 12 Muffinformen und 3 Tassen. Die Tassen sind eher zu empfehlen, da die Muffinförmchen doch zu klein/niedrig waren. Die Menge sollte je nach Füllhöhe für 6-9 Tassen reichen.