Sundubu Jjigae aka Soft Tofu Stew

Neulich knabberte ich an einer Schuhsohle, die sich offiziell Räuchertofu in Bio-Qualität nannte. Es ist kein Wunder, dass Tofu hier einen so schlechten Ruf hat. Dabei kann Tofu echter Genuss sein. Wenn ich in Korea auswärts frühstücke, fällt meine Wahl … Weiterlesen

Ich hab’ da was…

für Heikes Sammlung. Ihr wisst es noch nicht – die Geburt des hässlichsten Gerichts weltweit (da bin ich mir fast sicher) fand nämlich in Korea statt. Dagegen ist Labskaus eine Tellerschönheit, drüben serviert sowieso. Schöner hässlicher geht doch nimmer, oder? … Weiterlesen

Chili-Himmel_Chili con Carne

Ist es versatil, die eigenen hart errungenen Grundsätze über Bord zu schmeißen, ganz versatil mal sich verweigern, mal mitspielen? Hochphilosophische Fragen, die mich seit der (freudigen) Nachricht von Simone aka Pi mal Butter beschäftigten. Nein, versatil schon mal gar nicht, also übe ich mich weiterhin in Konsequenz. Aber mal ehrlich, wer freut sich nicht über eine unverhoffte Auszeichnung, darum an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank, Simone. Fakten gibt es ja trotzdem.

  1. Ich bin leider eine Ameise – wenn ihr wissen möchtet wer ihr seid, hier Sophie CallesTypologie der Ausstellungsbesucher:
    – die Ameise folgt fleißig der vorgegebenen Reihenfolge.
    – die Heuschrecke stürzt sich von weitem auf ein wertvolles Objekt.
    – der Schmetterling flattert durch die Ausstellung wie über eine Wiese.
    – der Fisch schwimmt durch, mal schneller, mal langsamer, ohne je anzuhalten.
  2. Ich bin eine bekennende Nicht-Vegetarierin, die hauptsächlich gerne vegetarisch isst.
  3. Ein kulinarisch schlechtes Gewissen plagt mich, weil ich mal als Teenager Walfleisch gegessen habe.
  4. Die Gerichte, die mir am meisten Mut und Überwindung abverlangt haben waren Kugelfisch-Suppe, Aal-Sashimi und noch zuckende, kriechende rohe Octopusbeine, die gerne auch am Gaumen haften bleiben, um nicht runtergeschluckt zu werden.
  5. Ich bin immun gegen Kaviar, Foie gras und Champagner. Wegen letzterem sollte ich eigentlich einen Award als beliebtester Gast auf champagnergesponserten Parties erhalten, da ich den ganzen Abend nur am halben Piccolöchen nippe und trotzdem glücklich bin.
  6. Dafür liebe ich Trüffel!! Ansonsten stehe ich am meisten auf billigeren Kram, mag aber lieber Schweinebauch als Putenbrust, Wildkräuter als Kopfsalat, Butter als Margarine, Crème brûlée als Mousse au chocolat, Kartoffelchips als Schokolade, pikant als sahnig.
  7. Ich gerate ins FLOW beim Schnippeln & Illustrieren, bei William Forsythe & Sasha Waltz, bei Ang Lee & Wong Kar Wai… und natürlich beim Foodbloggen. Deshalb blogge ich.

Und als akribische Ameise entdecke ich natürlich gerne – unabhängig vom Auszeichnungs-Tamtam – neue Blogs. Sie sind nicht alle neu, eher sind einige gestandener als ich, dennoch bin ich leider erst vor wenigen Wochen auf sie gestoßen und liebe es seitdem sie zu verfolgen: Der Mut anderer, Utecht, Kochessenz, Spicisi, Zweifachzucker, Hannah Toups, Küchengerüchte. Und bereits schon vor einiger Zeit entdeckt: kathabeck, kein Foodblog aber nicht minder interessant.

Ziemlich viel auf einmal, nicht? Darauf wird erst was gegessen. Etwas wärmendes, etwas das die Energie ankurbelt. Und wer unter einem Chili-Himmel lebt, sollte endlich mal DAS Chiligericht schlechthin kochen. Mache ich doch. Früher sogar oft. Letzter Zeit zwar nicht mehr so oft, aber reinlegen könnte ich mich immer und ständig. Eine grüne Variante gab es kürzlich bei l’art de vivre von Daniela. Aber nun endlich, chön charf:

missboulette’s Chili con Carne

Zutaten für 2-4 Portionen (je nach Hunger):

350 g Hack (hier Halb und Halb)

1 Zwiebel

1 EL Zucker

75 ml Weißwein

1 EL Paprikapulver

1 TL Cumin

½ TL Koriandersamen

1 TL Oregano, getrocknet

1-2 getrocknete Chilis (je nach Größe und Schärfegrad)

500 ml passierte Tomaten

1 Dose Mais

1 Dose Kidney Bohnen

1 Knoblauchzehe

1 EL Balsamico

Salz, Pfeffer, Öl

optional Gochugaru, Kombu

Zubereitung:

  1. Cumin, Koriandersamen ohne Fett auf mittlerer Hitze leicht rösten bis sie duften, Paprikapulver zum Schluss hinzufügen und kurz mitrösten. Alles mit einem Mörser zerkleinern.
  2. Zwiebeln würfeln und mit etwas Öl mit dem Fleisch braten. Chilis grob halbieren und mitdünsten. Knoblauch fein hacken und dazugeben. Alles mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen,
  3. Mit Wein ablöschen und Flüssigkeit leicht verdampfen lassen. Geröstete Gewürze mit Oregano hinzugeben und kurz mitdünsten. Bereits jetzt mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Mit Tomatenpüree ablöschen, Hitze runterschalten und ca. 40 min. leise köcheln lassen. Zwischendurch rühren. Kurz vor dem Servieren, den Mais und die Bohnen abtropfen lassen und hinzufügen. Weitere 10 min erhitzen. Nochmals mit Salz, Pfeffer, Balsamico und evtl. noch mehr Chili (ich nehme einfach Gochugaru) kräftig abschmecken. Optional eine weitere frisch zerriebene Knoblauchzehe extra unterrühren.

Tipps: Ich habe einige Kombustückchen als Geschmacksintensivierung mitkochen lassen. Schmeckt nicht fischig, einfach ausprobieren. Wer möchte kann getrocknete Pintobohnen nehmen, hatte ich sogar da, aber die Dose musste weg. Die Maismenge kann man je nach Geschmack reduzieren, aber ich liebe sie. Ich glaube, das Original hat weder Bohnen noch Mais, oder? Irgendwelche Texmex-Spezialisten unter euch?

Puristisches Comfort Food_Kimchi Jjigae

Bei Comfort Food denkt man sicherlich zunächst an dampfende Schüsseln, ob süß oder pikant, wie z.B. eine würzige Rote Linsensuppe mal von Juliane, oder ein wärmendes Keema-Curry von New Kitch on the Blog, oder Anikos deftige Gulaschsuppe, oder einfach ein selbstgemachter Schoko-Pudding nach Zorra und Datenhamster. Unkomplizierte Seelenschmeichler !

Die schnellste, dampfende Schale für mich ist aber Kimchi Jjigae (김치찌개), da ich die Hauptzutat eigentlich immer im Haus habe. Und das praktische ist, hat man eine Schüssel davon, braucht man so gut wie keine weiteren Beilagen/Banchan mehr. Einfache und schnelle Küche, die nach den vielen Festtagsessen und Bauchvollschlagereien der letzten Wochen hoch willkommen ist. Meine erste Ration Winter Kimchi ist nämlich mittlerweile gut gereift, sprich sauer, da die Milchsäurebakterien eifrig ihre Arbeit geleistet haben, um mir ein probiotisches Mahl, ganz ohne Milchprodukte zu ermöglichen.

Ein Rezept für Kimchi Jjigae herauszugeben ist für mich irgendwie, als würde man das Wasser kochen oder Kaffee kochen per Rezept festhalten. Es kocht sich nämlich von allein. Deswegen werde ich bei diesem Rezept ausnahmsweise keine Mengenangaben machen, trotz allem kann ich eine Gelinggarantie aussprechen – vorausgesetzt man hat vorher ein schmackhaftes Kimchi eingelegt oder zumindest erworben und gut reifen lassen. Die Hauptdarstellerin!

Für alle Systematiker unter euch, hat Azestoru auf seinem Hackblog dennoch alle Punkte aufgelistet, die ein gutes Kimchi Jjigae ausmachen – also wer hier wirklich glänzend die Hauptrolle spielt und wer nur als austauschbare Nebenrolle im Hintergrund für etwas Abwechslung sorgen darf.

Mein Kimchi Jjigae mache ich entweder mit Bauchfleisch oder mit Thunfisch (참치 김치찌개), aber hier habt ihr die klassischere Variante mit gebratenem Bauchfleisch.

Kimchi Jjigae

Zutaten für ein Topf (2-4 Portionen)

1 Stück gut gereiftes Kimchi (Pogi Kimchi) – je nach Größe ½ oder ¼ Kopf eines Chinakohls

frisches Bauchfleisch in dünnen Scheiben – je nach Vorliebe 100 g bis 200 g

Wasser

Zucker

Salz

1 EL Öl

optional Lauchzwiebel und etwas Tofu

Zubereitung:

  1. Bauchfleisch klein schneiden und im Öl zunächst bei niedriger Hitze auslassen, bis Fett austritt. Die Hitze hochschalten und knusprig braten mit kräftigen Röstaromen.
  2. Kimchi mundgerecht schneiden und mitsamt dem Saft zum Fleisch geben und 1-2 min. mitbraten. Mit soviel Wasser aufgiessen, dass alles fast mit Wasser bedeckt ist.
  3. Je nach Reife des Kimchis mit 1-2 TL Zucker die Säure neutralisieren. Auf unterster Hitze 20-30 min leise köcheln. Evtl. mit Salz abschmecken, sollte aber nicht nötig sein.
  4. Optional 10 min. vor dem Servieren Tofustücke und Lauchscheiben dazu geben.

Tipp: Wie ihr seht ziemlich minimalistisch, wenn man gutes Kimchi hat. Die längere Kochdauer ist wichtig, während dieser Zeit verändert sich der Geschmack entscheidend. Falls aber ein Kimchi nicht sehr scharf oder sehr hell ist, und daher nicht genügend Farbe an die Suppe abgibt, kann man mit 1-2 TL Gochujang nachhelfen. Aber nur für den Notfall. Dazu einfach eine Schale Reis.