Und plötzlich…

…ist jetzt Frühling.

Meine liebste Jahreszeit. Nicht so kalt, nicht so warm, nicht so trist – genau richtig. Und vor allem, endlich Grün!

Kein Frühling darf vergehen, ohne vorher Mindeullae Gutjuri (so der koreanische Name für Löwenzahnsalat) verspeist zu haben. Dieser Salat schmeckt gleichzeitig bitter, süß, sauer, scharf, salzig und macht einen süchtig! Er weckt alle Lebensgeister, bringt auch die müdesten Geschmacksknospen wieder in Schwung und wirkt (dank der Bitterstoffe) wie ein Frühjahrsputz von innen.

Dieses Gericht lebt von starken Kontrasten. Der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Gutjuri und einem guten Gutjuri sind die eindeutigen, klaren Geschmacksspitzen. Für indifferente Salate ist das Leben schließlich zu kurz. Scheut euch daher nicht, abschließend mit einer Prise Salz, Zucker oder einem Tropfen Essig nach eurem persönlichen Geschmack millimetergenau auszutarieren (nicht das fertig gerührte Dressing, sondern den fertig gemischten Salat). Und lasst euch beim Probieren des reinen Dressings nicht von der Süße irritieren. Der bittere Löwenzahn braucht die Süße als Balance.

Löwenzahnsalat auf Koreanisch_Mindeullae Gutjuri

Zutaten für 4 Portionen als Beilage (Salatschüssel)

ca. 200 g Löwenzahn, junge zarte Blätter

1 EL Sojasauce
1 EL Balsamico
1 EL Gochugaru
1 TL Sesamöl
1 TL Olivenöl
2 TL Sesamkörner, geröstet
2 TL Honig oder Reissirup oder Zuckerrübensirup (eine malzige Note passt sehr gut)
etwas Schnittlauch in feinen Ringen

optional:
Lauchzwiebel in feinen Ringen
Knoblauch, fein zerrieben

Zubereitung:

  1. Zunächst das Dressing zubereiten (weil das Gochugaru kurz quellen soll für eine schönere Farbe und mehr Aroma). Gleich in einer weiten Salatschüssel alle Zutaten für das Dressing zu einer leicht dicklichen Konsistenz verrühren. Beiseite stellen.
  2. Löwenzahn gut waschen und welke Stellen entfernen. Für ca. 10 Minuten in Wasser mit einem kräftigen Schuss Essig stehen lassen, so springt der Salat frisch auf. Erneut gut spülen und trocken schleudern. Erst kurz vor dem Servieren mit dem Dressing vorsichtig vermengen und abschließend nochmals abschmecken, ggf. nachwürzen.
  3. Dazu passt sehr gut pur gebratenes Roastbeef oder Rib-Eye. Oder einfach eine großzügige Menge des Salates über eine Schale mit Reis geben, Spiegelei und Klecks Gochujang drauf und schon hat man ein Blitz-Bibimbab.

Tipps: Dieser Salat ist wie jede koreanische Beilage eher kräftig abgeschmeckt (da ungewürzter Reis dazu gegessen wird) und nicht als typisch „westlicher“ Salat bzw. als eigenständige Mahlzeit gedacht.

Das Dressing kann auch für andere bittere Salate wie Catalogna verwendet werden. Auch Feldsalat, Rucola und Endivie würze ich oft mit diesem Dressing. Dann reduziere ich jedoch die Süße.

Mit Balsamico und Olivenöl als Zutaten ist dieses Dressing natürlich kein traditionelles Gutjuri-Rezept. Doch mediterrane Zutaten, insbesondere Balsamico, passen gut zu koreanischen Aromen und ich verwende sie gerne für koreanische Gerichte – wie z.B. auch für diese Chili-Pickles mit Balsamico.

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