Pyeongchang kulinarisch

Olympia wollte ich geflissentlich ignorieren. Andererseits kommt Pita, der ölige Mann aus Tonga, auch nicht alle Tage nach Pyeongchang. Und immerhin hat es dreißig Jahre gebraucht für die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea. Also habe ich kurz vor knapp doch noch ein paar Filmchen gesammelt – denn vielleicht interessiert euch nach all den Trillionen von Biathleten, welche Gerichte typisch sind für die Gegend um Pyeongchang.

Die koreanische Küche ist ja immer noch stark regional geprägt. Es gibt viele Spezialitäten, die in anderen Gegenden so gut wie unbekannt sind. Die Provinz Gangwondo, in der alle olympischen Austragungsorte liegen, ist sehr gebirgig, das Klima rauer als im übrigen Land und die Böden sind eher karg. Früher waren Kartoffeln, Mais und der anspruchslose Buchweizen mit seiner kurzen Vegetationszeit Grundnahrungsmittel für die dortige Bevölkerung.
Ich kenne die Gangwondo-Küche (noch) nicht gut und lange habe ich sie als einseitig unterschätzt. Doch wie vielfältig schon allein das Produkt Buchweizen interpretiert wird, sieht man beispielsweise an diesem Tisch. Das Video ist leider nur in Koreanisch und etwas schrill untermalt – so funktioniert eben südkoreanisches Fernsehen. Aber egal, sehen könnt ihr trotzdem alles: serviert werden u.a. ein Salat aus Buchweizensprossen, ein pikantes Buchweizengelee, mit Kimchi gefüllte und gerollte Buchweizenpfannkuchen aka Memil Jeonbyeong (s.o. Foto), normale Buchweizenpfannkuchen mit Chinakohl und Lauchzwiebeln und eine kalte Nudelsuppe mit Buchweizennudeln. [Übrigens, der begeistert essende Herr in dem Filmchen ist Chef Leo Kang, ehemaliger Juror von MasterChef Korea, der lange in London gekocht hat mit Stationen bei Pierre Koffmann und Gordon Ramsay.]

Und noch mehr (diesmal englischsprachige) Videos über
Gangwondos Hauptprodukte Buchweizen, Kartoffel und Hwangtae (ein bei eisigen Temperaturen getrockneter Pollack).

Buchweizen:

Kartoffeln:

Ongshimi: kleine Kartoffelknödelchen in heißer Brühe aus Dashima (Kombu) und Myulchi (Anchovis). Für die Knödelchen werden Kartoffeln fein gerieben, durch ein Tuch/feines Sieb gepresst und das Wasser aufgefangen. Die so gewonnene Stärke wird mit den gepressten Rückständen geknetet und dann zu kleinen Kügelchen gerollt. Der Prozess wird sicherlich allen erfahrenen Knödelmachern unter euch bekannt vorkommen.

Gamja Jeok: koreanische Version eines Kartoffelreibekuchens mit Lauch bzw. Schnittknoblauch ausgebacken. Normalerweise ist Jeon das koreanische Wort für Pfannkuchen, doch in Gangwondo werden pikante Pfannkuchen auch Jeok genannt.

Ansonsten macht man aus Kartoffeln noch Gamja Mandu (gefüllte Teigtaschen) und Gamja Tteok, süße gedämpfte „Kuchen“.

Hwangtae:

Hwangtae Bulgogi: Der fertig getrocknete Fisch wird hell mit Knoblauch und etwas Sojasauce mariniert und gebraten. Doch ich mag Hwangtae am liebsten mit einer scharfen Marinade bestrichen und gegrillt. Oder in Stückchen gerupft und ebenfalls mit einer Gochujangsoße überzogen.

Hwangtae Guk: Auch bekannt als Haejang Guk (Hangover Soup). Gezupftes Hwangtaefleisch, Rettich und Zwiebeln werden zunächst in etwas Sesamöl gedünstet (ich schwöre jedoch auf Perillaöl), mit Dashi-Brühe oder Wasser aufgefüllt und später ein verquirltes Ei eingerührt, sodass Eierblumen entstehen. Einer der bekanntesten/beliebtesten und angeblich effektivsten Katerkiller.

PS: Und falls ihr noch das Geheimnis hinter Pitas öligem Glanz wissen möchtet, könnt ihr euch das hier anschauen…

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