LinkListen_2020

Seltsame Zeiten bringen seltsame Erkenntnisse – und einige Entdeckungen…

Plötzlich mag ich Zombiefilme. Denn dort trifft man sie alle wieder: die Ignoranten, die Rücksichtslosen, die Verweigerer, die Nur-an-sich-Denker – aber auch die Selbstlosen, die Solidarischen, die Strategen und die vielen stillen Helfer. Und ich dachte immer, Zombiefilme seien vollkommen unrealistisch…
Die besten (südkoreanischen) Zombiefilme bleiben: Train to Busan und (unbedingt!) die Kingdom-Reihe. Oder wie jemand auf Twitter meinte: „You should watch Kingdom on Netflix. It’s about zombies and really fancy hats.“

Wer sich mehr für Hüte (als Zombies) interessiert: Hats in Netflix’s Kingdom explained.

The making of a Korean Gat (wie aus Rosshaar und Bambus Hüte gezaubert werden – Handwerk in Vollendung)

Koreanische Hüte (Gat) auch auf dem Laufsteg. Gemacht von der Hutmacher-Ikone Stephen Jones für das Londoner Unisex-Label Edward Crutchley. Hier spricht er auf SHOWstudio kurz darüber: Mimma Viglezio and Stephen Jones on London Menswear A/W19.

Wiederentdeckt (mit einer heftigen Dosis Nostalgie): Radar Rat Race. Das allererste Computerspiel meines Lebens. Es hatte Tempo, Thrill und eine Art „Magical Dust“ zum Versprühen, was wir damals als Kinder kurz „Furzen“ nannten. Wie ich darauf komme? Noch vor der allgemeinen Maskenpflicht (die dann ja endlich irgendwann kam) hat mich jeder Besuch im Supermarkt an eben jenes Spiel aus der Kindheit erinnert: Umwege laufen, Hindernisse umfahren, flink sein, wenn Ignoranten einem (schwatzend, singend, hustend) auf die Pelle rücken. Wer hätte je gedacht, dass man Radar Rat Race im echten Leben zwischen Supermarktregalen spielen kann/muss…

Ansonsten: Auch dieses Jahr kaum gebloggt. Doch nur weil ich nicht blogge, bin/war ich nicht untätig. Im Gegenteil: 2020 war sogar ein kleiner Meilenstein für mein kulinarisches Universum. Es wird als Jahr eingehen, in dem ich mein erstes Makgeolli „gebraut“ habe, mit dessen Qualität ich WIRKLICH zufrieden bin. Alle Probleme die ich zuvor hatte (Süße, Säure, Textur – ihr erinnert euch vielleicht) habe ich in den Griff bekommen. Keine langwierigen „Trial and Error“ mehr – ich weiß nun, wie ich die genannten Knackpunkte kontrolliere und reguliere. Irgendwann werde ich das, was ich weiß, mit euch teilen (vielleicht sogar in einem kleinen Workshop), aber vorher möchte ich noch tiefer in die Thematik einsteigen, noch mehr unterschiedliche Makgeolli-Sorten ausprobieren und nun auch meine eigene Starterkultur (Nuruk) „züchten“. Ich bin schwer angefixt. Es ist wie so oft, wenn man sich mit einem Thema näher befasst – man will mehr.

Was ist Makgeolli? Vorab hier ein paar Antworten:

Korea’s oldest brew, explained

The secret history of Makgeolli, the Korean alcohol with a yogurt-tart taste.

Und noch: Etwas langweilig für Einsteiger, aber sehr informativ für Interessierte und Fortgeschrittene (habe alles komplett durchgelesen).

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Überhaupt war das vergangene Jahr (auch in kulinarischer Hinsicht) eine Art Rückbesinnung auf das Wesentliche. Das Normale und Banale schien mir erstrebenswert. Keine stressigen Menüs, keine neuartigen Zutaten. Der Fokus lag (und liegt weiterhin) auf Klassiker – und wie man sie verbessert. Und in diesem Sinne gibt es hier noch ein paar Links zum Mitnehmen – bewährte Rezepte für Klassiker, die ich immer wieder nachkoche und die ich euch empfehlen möchte.

Wer noch ein Rezept für richtig gute Falafel sucht… Sie schmecken so, wie gute Falafel schmecken müssen: würzig, außen knusprig, innen locker-fluffig, nicht kompakt, nicht trocken. Fast so gut wie beim Lieblingslibanesen. Ich forme diese Falafel eher klein, nur etwa walnussgroß. Das ergibt für mich das perfekte Verhältnis von knuspriger Hülle zu nussig-saftigem Innenleben.
Der Teig lässt sich am Vortag vorbereiten und für den Alltag forme ich sie platt und backe sie leicht schwimmend in der Pfanne aus – auch das funktioniert (aber frittiert sind sie selbstverständlich am besten).

Dazu passt „the perfect hummus“. Cremig, seidig (24 h einweichen!), perfekt.

In der zweiten Hälfte des Jahres gab es bei mir merkwürdigerweise Donuts ohne Ende. Das bislang beste Teigrezept für unverschämt flauschige Donuts… Allerdings ist der Teig sehr weich und ich lasse die Teiglinge immer direkt auf Backpapier ins nicht zu heiße Öl gleiten. Ich mag sie am liebsten als schlichte Sugar Donuts – ohne Füllung, ohne Glasur.

Cremiges Schokoeis ohne Eismaschine. Dieses Rezept habe ich mal mit allen Zutaten meinem kleinen, großen Patenkind gegeben. Und das Kind hat auf Anhieb ein ungemein schokoladiges, cremiges Eis (ohne Eismaschine!) gezaubert, dass es aus dem Staunen nicht mehr herauskam. O-Ton: „Mmmhh… köstlich! Ohne künstliche Aromen schmeckt es doch viiiiel besser!“ Braves Kind. Mit Dank an das wunderbare Milchmädchen für dieses kinderleichte Rezept.