Sonntagssüß mit Nori

Es gibt nicht viele traditionelle Gebäcksorten in Korea, aber eine davon ist Jeonbyeong. Früher wurden diese dünnen, knackig-knusprigen Waffelkekse gern an Busbahnhöfen als überzuckerte Fabrikware in riesengroßen Tüten den Vorbeieilenden feilgeboten. Keine geschmackliche Offenbarung, aber bei der Generation meiner Oma und meiner Eltern waren sie (und sind sie noch) beliebt.

Für meine hausgemachten Jeonbyeongs habe ich die Zuckermenge drastisch reduziert und Weizenmehl mit Sonnenblumenmehl ergänzt. Sie schmecken nicht zu süß und dank des Sesam wunderbar nussig. Und die Noriflocken geben zusätzlich eine herzhafte Röstnote. Ein leichter weißer Tee aus Fujian passt sehr gut dazu, oder (wer es kräftiger mag) auch ein intensiver Matcha.

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob meine Jeonbyeongs objektiv gut schmecken oder ob es teilweise dem Geschmack der Erinnerung geschuldet ist. Doch diese koreanischen Kekse/Waffeln habe ich in kürzester Zeit dreimal hintereinander gemacht, was immer ein Zeichen dafür ist, dass ich das Rezept hier mit euch teilen sollte. Also, falls bei euch irgendwo kleine Reste von Nori herumfliegen, ist dieses Rezept allemal einen Versuch wert. Diese Waffelkekse bleiben (in einer Keksdose aufbewahrt) tagelang knusprig.

Jeonbyeong mit Nori und Sesam

Zutaten für ca. 20 Stück
(für dieses Rezept benötigt ihr ein Waffeleisen für Eiswaffeln)

50 g Butter, geschmolzen
2 Eier
70 g Zucker
50 g Mehl
50 g Sonnenblumenmehl
1/4 TL Salz

2-3 Noriblätter, ungewürzt und geröstet
Sesam, geröstet

Zubereitung:

  1. Nori/Gim in einer ungeölten Edelstahlpfanne auf mittlerer Hitze nochmals von beiden Seiten langsam rösten, bis es nussig duftet. Dabei mehrmals wenden. In einer Tüte so fein wie möglich zerreiben, je feiner desto besser. Beiseite stellen.
  2. Butter schmelzen und abkühlen lassen.
  3. Eier mit Zucker schaumig schlagen bis die Masse hell und dick ist. Mehle mit Salz mischen und drüber sieben. Flüssige Butter zum Schluss zugeben und alles kurz verrühren.
  4. Hörnchen-Eisen erhitzen. Mithilfe von zwei Teelöffeln je einen gehäuften Teelöffel Teig in die Mitte geben, etwas Noriflocken und gerösteten Sesam drüber streuen und je nach gewünschter Bräunung im Hörnchen-Eisen backen (für eine gleichmäßige Farbe eine etwas niedrige Hitze und dafür eine längere Backzeit wählen). Für die Form noch heiß in ein Glas geben und anschließend auf einem Kuchenrost komplett auskühlen lassen. In einer Keksdose/Blechdose aufbewahren.

Tipp: Als Geschmacksvariation könnt ihr auf die Noriflocken verzichten und etwas fein geriebenen Ingwer in den Teig zugeben. Jeonbyeong mit Ingwergeschmack ist auch eine sehr beliebte Sorte.

PS: Noch mehr aus meiner klitzekleinen Reihe „Backen mit Nori“: herzhafte Scones mit Nori, Käse und Schinken.

3 Kommentare zu “Sonntagssüß mit Nori

  1. Liebe Frau missboulette,
    dieses Rezept – datiert vom November 10, 2019 – ist für mich die größte Freude seit langer Zeit. Denn ich habe Sie vermisst, über einen schrecklich langen Zeitraum hinweg.
    Und nun dieses Wunder!
    Ob mit Nori oder ohne – Hauptsache: Sie sind wieder da.
    Und hoffentlich noch für eine lange (gemeinsame) Zeit, denn ich liebe den Blick über Ihre Schultern und hoffe, dass ich doch noch nahezu perfekte handgezogene Nudeln erlebe.
    Ihnen alles Gute!

  2. Ich kann mich Herrn Wall nur anschließen, ich habe Sie auch arg vermisst. Durch Sie habe ich die koreanische Küche näher unter die Lupe genommen und sie ist mittlerweile mit der japanischen meine liebste asiatische Küche geworden. Danke!
    Alina
    P.S. Leider gelingt es mir nicht Ihre Rezepte auszudrucken, ist es Absicht, oder mache ich etwas falsch?

Ich freue mich über eure Gedanken.

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