Sommer18

Irgendwas ist ja immer. Zuerst war es zu kalt, dann war es zu schön und jetzt ist es zu heiß – zum Bloggen. Trotzdem tauche ich mal kurz an die Oberfläche auf. Gegessen wird schließlich auch immer. Vorzugsweise kalt oder zumindest lauwarm abgekühlt. Und schnell muss es gehen. Also, was es so gab:

But first, coffee… Derzeit koche ich meinen Morgenkaffee immer am Vorabend und trinke ihn dann kalt in Eisform, aufgegossen mit etwas Milch. Doppelten Espresso oder einen stark aufgebrühten Kaffee nach Geschmack süßen (bei mir noch eine Prise Salz), in Eiswürfelbehälter umfüllen, einfrieren. Am nächsten Morgen ein Glas mit den gefrorenen Würfeln füllen (optional leicht zerstoßen), mit etwas Milch aufgießen, kurz stehen lassen, trinken.
Zuvor hatte ich Kaffee-Granita ausprobiert, aber das ständige Gekratze war mir als faule Köchin viel zu aufwändig. Die Eiswürfelform ist sowas von schnell und praktisch.

Meine Erfahrung zeigt: Nicht alle hier mögen Miyeok Guk (heiße Fleischbrühe mit Wakame), doch ausnahmslos jeder mag diese eiskalte, zufällig vegane „Kaltschale“ mit Wakame und Gurken aka Miyeok Naengguk. Sie wird säuerlich abgeschmeckt und meist mit Eiswürfel als zusätzliche Beilage serviert. Ist wahnsinnig wohltuend nach einem heißen Tag und füllt leere Mineralienspeicher auf, wenn mal wieder mehr als geplant geschwitzt wurde. Ich verzichte hier dennoch zunächst auf ein Rezept, da ich nicht wirklich Nachkocher erwarte.

Wie ihr wisst, kann ich ohne Kimchi nicht leben. Ok, vielleicht doch, aber es wäre kein schönes Leben… Kimchi eignet sich mit lauwarm abgekühlten Reis hervorragend als Sommeressen, da jede Kimchisorte kühlschrankkalt am besten schmeckt. Und im Sommer muss Kimchi nicht immer aus Chinakohl bestehen. Nehmt Einlegegurken und probiert Gurken-Kimchi/Oi Sobagi* aus. Oder (neben Gurken-Kimchi) das vielleicht einfachste Sommer-Kimchi: ein Kimchi aus Kohlrabi oder Kohlrabi Kkakddugi. Das Rezept werde ich in den nächsten Tagen als eigenständigen Beitrag posten und verlinken (das macht das Suchen und Finden einfacher).

* Ich möchte euch dieses leichte Rezept wirklich ans Herz legen. Viele deutschsprachige Rezepte für Gurken-Kimchi entpuppen sich als reine Gurkensalate (ob im Netz oder auch in diversen Kochbüchern – gerade in Kochbüchern erschreckt mich immer diese schlechte Recherche), die geschmacklich vielleicht nicht schlecht sind, aber ganz anders schmecken als the one and only Gurken-Kimchi: Oi Sobagi!

Bulgogi Summer Roll ist bei mir mittlerweile ein Sommerklassiker. Und von der Soße kann ich nicht genug bekommen.

. . .

Wenn es heiß ist, kann sogar ich mit Monotonie leben. Immer wieder kalte Nudeln – in leichten Abwandlungen:

Kong Guksu

Bibim Guksu

Bibim Naengmyun

Zaru Soba (ohne Bild), das typisch japanische Sommergericht bzw. kalte Sobanudeln zum Dippen, esse ich gerade in diesem Jahr rauf und runter. Mein unkompliziertes Rezept und ein Bild folgen auch noch irgendwann.

Nochmals ohne Bild. Zwischendurch habe ich sogar gebacken: Aprikosen-Galette mit einem Buchweizen-Mürbeteig. Der rustikale Teig hat mir gut gefallen, daher notiere ich hier mal kurz das Rezept, bevor ich es vergesse.

Mürbeteig mit Buchweizen:

100 g Buchweizenmehl
150 g Mehl
3 EL Zucker
kräftige Prise Salz (eher Messerspitze)
100 g Butter, kalt
40-50 ml Milch oder Wasser
Alle trockenen Zutaten gut vermischen, kalte Butter klein hacken und zügig mit dem Mehlgemisch zwischen den Fingern verreiben. Mit Wasser oder Milch benetzen und alles zu einer Teigkugel pressen – nicht kneten. Flach zu einer Scheibe drücken, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Dünn ausrollen, mit gerösteten und geriebenen Mandeln bestreuen, Steinobst nach Wahl mit etwas Zucker (falls nicht süß genug) oder etwas Stärke (falls sehr weich und saftig) vermengen und den Teig bis auf einen ca. 5 cm breiten Rand belegen. Den Rand hoch-/umklappen.

Backzeit dünn ausgerollt (ca. 3 mm) als Galette: 25-30 Minuten bei 175 Grad.

. . .

Ach ja, und dann war ja da noch Fußball… Meine heile Fußballwelt funktioniert seit Jahren eigentlich so: Während der Vorrundenspiele bin ich für Südkorea (weil ich im Zweifel immer für Underdogs bin, und weil sie es tragischerweise meist eh nicht weiter schaffen), danach für Deutschland. Dieser nahezu perfekt ausgeklügelte Plan wurde bekanntlich gehörig durcheinander gerüttelt. Ich war hin- und hergerissen, letztlich habe ich beide Teams angefeuert und am Ende war ich über Deutschlands Rauswurf trauriger als erwartet. Was mir an frenetischer Begeisterung fehlte, kompensierte jedoch dieser südkoreanische Kommentator. Ich hoffe, nach über einem Monat sind die Wunden allmählich verheilt und ich darf dieses kurze koreanische Video, in dem Blut, Wasser und sonst was geschwitzt (und geheult) wird, verlinken? Jedenfalls: Was passiert, wenn der Fußball-Gigant Südkorea einmal gegen Deutschland gewinnt…
(ohne Übersetzung, ihr müsst einfach auf die universelle Sprache des Körpers vertrauen)

. . .

Noch etwas Kurioses zum Schluss. Kann sich irgendjemand noch an Weezer erinnern? Zufällig habe ich zu meinem Erstaunen entdeckt, dass die ein koreanisches Lied gecovered haben. Nicht irgendein Lied. Der Song „Becoming Dust“ (먼지가 되어) des längst verstorbenen, jedoch unvergessenen Folk-Rock-Sängers Kim Kwang Seok ist sowas wie eine Hymne einer ganzen Generation.
Hier die Coverversion und hier das Original.

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8 Kommentare zu “Sommer18

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