Ice Bibimbap

Manchmal packt mich ein Hang zu Kitsch…

…und dann entstehen Sachen wie das hier: Ice Bibimbap. Ein stinknormales Patbingsu (Korean Shaved Ice) als süßes Bibimbap drapiert.

Wie immer zuerst Reis (Milchgranita),

dann ein Spiegelei (Joghurtgelee mit halbierter Aprikose),

und wie es sich für ein echtes „Bibimbap“ gehört: Toppings was der Kühlschrank so hergibt (diverse Früchte, Mini-Mochis und süße Azukibohnenpaste). Und weil ich dieses Essen für mein Krümelmonster aka Patenkind zubereitet habe, das geradezu süchtig nach Oreos ist, gab es noch schwarze Kekskrümel obenauf.

Patbingsu bzw. die Eisflocken für jedes Bingsu werden normalerweise aus einem Eisblock geschabt. Die traditionellen mechanischen Geräte mit einer großen Handkurbel sieht man noch immer auf manchen Festivals (ich glaube, auch in der Eisszene am Anfang des Films „Die Geisha“ ist ganz kurz ein ähnliches Gerät zu sehen). Doch wer besitzt schon solche Eisschaber? Mit einem leistungsstarken Mixer, der Eiswürfel zerkleinern kann, habe ich es in der Vergangenheit mehrfach versucht. Nur habe ich die Erfahrung gemacht, dass auf Dauer fast jedes Gerät schlapp macht. Bereits drei zerstörte Mixer pflastern meinen Weg und eine Zeit lang hatte ich es sogar aufgegeben, Patbingsu zu Hause herzustellen.

Dabei braucht man nur eine Ziploc, ein Nudelholz und ein kleines bisschen Muskelkraft, um feinsten Eisschnee herzustellen.

  1. Eine wiederverschließbare Tüte nur so viel mit Wasser befüllen, dass die Tüte flach ausgelegt allenfalls 0,5-0,7 cm dick/hoch ist. Unbedingt im flachen Zustand auf einem Tablett oder in der Eiswürfel-/Akkuschublade des Tiefkühlers einfrieren.
  2. Kurz vor dem Servieren ca. 5-10 Minuten bei Raumtemperatur leicht antauen lassen. Sobald die Ecken ein wenig nachgeben, die Tüte in ein Küchenhandtuch einschlagen und mit dem Nudelholz vorsichtig pressen. Anfänglich nicht rollen, sondern nur pressen (als ob man einen kalten Mürbeteigblock langsam flach presst). Sobald alles weicher wird, kräftig auf und ab rollen bis keine groben Stücke mehr spürbar sind und ein feiner „Schnee“ entstanden ist. Die Tüte nochmals für ca. 15 Minuten in den Tiefkühler geben. Nach der zweiten Kühlzeit eventuell nochmals kräftig rollen und sofort in zuvor eisgekühlte Schalen umfüllen und mit vorbereiteten Toppings servieren.

Tipps: Ursprünglich war/ist Patbingsu eine vegane Angelegenheit. Ganz minimalistisch betrachtet besteht es nur aus gefrorenem Wasser, süßer Azukibohnenpaste und Reiskuchenstückchen. Eine Speise, die in der schwül-heißen Hitze eines koreanischen Sommers wunderbar kühlt und gleichzeitig sättigt. Später kam gesüßte Kondensmilch hinzu, die großzügig über die Eisflocken verteilt wurde. Mittlerweile wird in den großen Patbingsu-Ketten wie Sulbing oft gefrorene Milch statt Wasser verwendet. Ich bevorzuge jedoch wie oben eine Mischung aus Wasser und Milch (je zur Hälfte), weil ich sie von der Konsistenz besser finde. Doch ihr könnt statt Milch oder Wasser auch z.B. Green Tea Latte oder Americano oder pürierte Wassermelonen einfüllen und anschließend ein Matcha-Bingsu, ein Kaffee-Bingsu oder ein Wassermelonen-Bingsu herstellen. Mit passenden Toppings versteht sich. Es gibt keine Grenzen. In Korea sind die Sorten Blueberry Cheesecake, Mango oder Netzmelone (Tong Tong Melon) besonders beliebt. Für mein Krümelmonster habe ich demnächst ein schwarz-weißes Oreo-Bingsu geplant.

Und, wie wäre es mit einem Bingsu noch in diesem Sommer?

PS: Das Rezept für die Mini-Mochis/Injeolmi (die kleinen braunen Würfel) verrate ich im nächsten Beitrag.

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7 Kommentare zu “Ice Bibimbap

  1. Wow was für ein Rezept, ziehe meinen Hut.
    Könnte ich auch jetzt noch um diese Zeit 00:07 genüsslich löffeln!
    Viele Grüße sendet
    Jesse Gabriel

    • oreos für die krümelmonster! mein favorit ist ja – mal wieder – die minimalistische ursprüngliche version: eisflocken, azukibohnenpaste, mochi/injeolmi und gaaanz viel kinako (aka kong garu/geröstetes sojabohnenpulver). kinako musst du unbedingt mal probieren! das zeug macht süchtig.

  2. Vielen Dank für den Tipp! Ich habe es nämlich im Nachhinein doch bereut, keinen Eisschaber aus Seoul mitgebracht zu haben (der Koffer war aber eh schon zu voll).
    Und generell vielen Dank für den tollen Blog, bisher war alles, das ich nachgekocht habe, superlecker. Ein besonderer Favorit im Frühling war der Löwenzahnsalat.

  3. Pingback: Mini-Mochis in Rentnerkleidung und Wassonstsoloswar | missboulette

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