From Scratch: Thai Sweet Chili Sauce

sauce

Noch weitere sieben Wochen geht es nur bergab. Lichtmäßig. Dagegen hilft nur echtes Seelenfutter wie beispielsweise ein in Fett gebadetes Hühnchen, genauer Korean Fried Chicken. Nur – an meinem Rezept hatte mich bisher wahnsinnig gestört, dass ich für die Glasur auf ein Fertigprodukt, die Thai Sweet Chili Sauce, zurückgreifen musste. Endlos habe ich herumexperimentiert, doch ohne diese Soße wollte mir keine Rezeptur so richtig schmecken. Also loslegen: die anscheinend unverzichtbare Soße selber machen.

Zur Herstellung gibt es zwei Möglichkeiten. Die traditionelle Methode ist das sirupartige Einkochen mit VIEL Zucker (und Essig), damit eine dickliche Konsistenz erreicht wird. Die Soße wird leider geschmacklich so süß, dass einem gefühlt alle Zähne ausfallen. Doch was eindeutig gegen diese Methode spricht, ist (bedingt durch die lange Kochzeit) der wabernde Essigdampf, der als penetrant säuerlicher Geruch auf jeder Oberfläche, in jeder Ritze und sogar überall auf der Haut haften bleibt. Ich musste die gesamte Küche (die Wände, die Fliesen, den Boden, die Schränke, alle Küchengeräte, ach alles…) und mich mehrfach schrubben, und dennoch konnte ich noch zwei Wochen später den Geruch in einigen Ecken entdecken und manchmal sogar, wenn ich mich einfach nur schnell wendete. Vielleicht war es auch nur Paranoia. Jedenfalls, Salmonellen jagen in der Küche ist dagegen ein Klacks.

Ein Klacks ist auch die zweite Methode bzw. das folgende Rezept. Die gewünschte Konsistenz wird einfach durch Zugabe von Kartoffelstärke erreicht. Es ist hier deutlich weniger Zucker im Spiel und geschmacklich mindestens genauso gut wie das gekaufte Original – wenn nicht sogar besser. Vor allem aber geht es ganz fix: alles abmessen, pürieren, aufkochen. In maximal 10 Minuten fertig. Ganz ohne bleibende Schäden Geruch.

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Thai Sweet Chili Sauce
adaptiert von she simmers

Zutaten für 1 Glas/kleine Flasche (ca. 250 ml)

2-3 Knoblauchzehen
2 große rote Chilis (ca. 12 cm) einer fruchtigen und nicht allzu scharfen Sorte, entkernt – alternativ getrocknete Schoten
60 ml Reisessig (oder Apfelessig)
100 g Zucker
180 ml Wasser
½ TL Salz
1 EL Kartoffelstärke (Maisstärke geht auch, aber dadurch wird die Soße trüber und hat weniger Glanz)
2 EL Wasser

Zubereitung:

  1. Chilis waschen, längs halbieren und mitsamt den Scheidewänden entkernen (Kerne beiseite stellen, noch nicht wegwerfen). Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden und mit Knoblauch, Essig, Zucker, Wasser, Salz in einen hohen Mixbecher geben. Alles kurz mit dem Pürierstab mixen, bis die größten Chilistückchen allenfalls ca. 5 mm groß sind.
  2. In einen kleinen Topf umfüllen und aufkochen lassen. Hitze reduzieren und weitere 3 Minuten köcheln lassen. Abschmecken und evtl. gewünschte Schärfe anpassen: einige Chilikerne (s.o.) und/oder Gochugaru/Chilipulver zusätzlich zugeben (da meine Chilis kaum scharf waren, gab ich die gesamten Kerne einer Chilischote + 1TL Gochugaru extra). Die Soße soll zwar nicht vornehmlich scharf sein, aber ich mag eine leichte Schärfe als Kontrast zur Süße.
  3. Kartoffelstärke mit 2 EL Wasser kalt verrühren und unter Rühren zugeben. 1 Minute kochen lassen (dabei ständig weiterrühren). Komplett auskühlen lassen und dann in ein heiß ausgespültes Schraubglas umfüllen. Gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich so einige Wochen.

Tipps: Nach etwa einer Woche wird die Konsistenz wieder etwas flüssiger, weil die Kartoffelstärke auf Dauer nicht säurestabil ist. Das ist der Preis für die Abwesenheit von weiteren Stabilisatoren und Verdickungsmitteln. Zum Glück hat dies auf den Geschmack keinerlei Einfluss, doch falls die Optik sehr stört, einfach mit wenig Stärke erneut aufkochen. Oder von vornherein nur kleine Mengen zubereiten, die innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden. Da die Zubereitung so schnell und unkompliziert ist, mache ich die Soße auch nur bei Bedarf.

Als Variante kann man zunächst ein paar Korianderwurzeln ca. 10 Minuten auskochen, einige Stunden ziehen lassen, abseihen und diesen Sud statt Wasser verwenden. Oder nach Geschmack zusätzlich mit etwas Ingwer oder Zitronengras parfümieren.

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7 Kommentare zu “From Scratch: Thai Sweet Chili Sauce

  1. Sehr schön, das mache ich bald nach. Und auch schön geschrieben. Geht mir ähnlich mit den trüben Tagen, Ich zähle auch schon die Tage, bis es wieder bergauf geht! LG Cornelia

  2. Pingback: Korean Fried Chicken_KFC oder MFC | missboulette

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