Ohne Bilder (was es sonst so gab…)

Ich habe mir eine akute Blogunlust eingefangen, doch mein Appetit leidet zum Glück nicht darunter. Ganz im Gegenteil. Was mir in den letzten Wochen besonders gut gefallen hat, möchte ich an dieser Stelle wenigstens schnell teilen. Eine weitere nüchterne Liste:

1. Grammelknödel aka Dumplings with fried fat pork (dazu: Apfel-Krautsalat)
Die Fülle hat mich derart begeistert, dass ich sie mittlerweile sogar zweckentfremde. Als deftig-würziges Topping über ein schlichtes Lauchrisotto zum Beispiel.

2. Sichuan Wontons in Chiliöl-Sauce aka Hong You Chao Shou
Egal ob ich meine Wontons dreieckig, rechteckig, spitz oder rund forme (dies ist ganz von meiner Tagesform und der Form der weiteren Dim Sums abhängig), obligatorisch ist für mich mittlerweile dieser Wunderöl-Dip:

3 EL Sojasauce
2 EL Chinkiang Essig aka schwarzer Reisessig (ersatzweise Balsamico)
3 EL Wunderöl – erster Aufguss
1 TL Wunderöl – zweiter Aufguss, nur die Sedimente
1 TL dunkles Sesamöl
1 TL Zucker
1 Knoblauchzehe, fein zerrieben
1 kleine Lauchzwiebel, in feinen Ringen nur vom weißen Teil (der grüne Teil wird frisch über die fertigen Wontons gestreut)

Alle Zutaten verrühren. Wontons (ich nehme in diesem Fall als Fülle mein Mandu-Grundrezept und walze den Teig dünner aus, ab und an nehme ich auch fertige TK-Blätter) nach Wunsch und Geschmack füllen, formen, kurz kochen. Man könnte auch dämpfen oder braten, doch das Kochen ist die ursprüngliche (für diese Art der Wontons) und meiner Meinung nach die idealste Methode für den Dip – so bilden die seidigglatten und weichen Wontons den perfekten Kontrast zur in jeglicher Hinsicht kräftigen Sauce. Die Lauchzwiebeln geben den nötigen Biss.
In jedes Schälchen ca. 1 EL Sauce geben, gekochte Wontons mit einem Schaumlöffel entnehmen und direkt in die vorbereiteten Portionsschalen geben. Mit grünen Lauchzwiebelringen bestreuen und sofort servieren. Zusätzlich Sauce nachreichen.
Wontons lassen sich wie alle Teigtaschen perfekt vorbereiten und einfrieren. Bei Bedarf einfach entnehmen, im gefrorenen Zustand direkt ins kochende Wasser geben und nach wenigen Minuten sofort genießen…ein blitzschneller Teller.

3. Austern-Kimchi
Der Geschmack nach Meer, der sich unmittelbar im Kimchi entfaltet, ist erstaunlich. Ein echter Geschmacksbooster. Ich esse Austern ansonsten lieber gegart als roh, aber von Austern-Kimchi kann selbst ich nicht genug bekommen. Euch allen – sofern ihr Kimchi mögt – möchte ich unbedingt diese Sorte nahe legen. Also, falls ihr Austern habt, denkt bitte immer auch an Kimchi.
Gul Kimchi aka Austern-Kimchi stets sofort kühlen und zügig – frisch und nicht (!) fermentiert – innerhalb von wenigen Tagen aufessen. Hier helfen kleine Mengen. Ich nehme ca. 10-12 rohe Austern auf allenfalls einen halben Kopf Chinakohl in Form von Gutjuri Kimchi. Die Austern einfach ganz zum Schluss unterheben und im fertigen Kimchi gut „verstecken“, nicht an der Oberfläche belassen. Wenn ich besonders motiviert bin, wickle ich sogar einzelne Kimchistreifen um die Austern herum, bevor ich alles im Behälter gut verschließe.
Dazu passt umwerfend gut dieses interkontinentale Krustenschwein oder im Alltag einfach nur eine Schale Reis.

4. Dongchimi
Weiß und klar, spritzig und säuerlich. Diese Kimchisorte mag ich nicht nur allein der reinen Optik wegen. Ich bilde mir ein, dass Dongchimi etwas Heilendes und Tröstendes an sich hat. Zumindest war eine Schale Dongchimi mit einem Löffel Reis das typische Krankenessen in meiner Kindheit, wenn ich mal vor Fieber nichts runterkriegen konnte – und danach ging es mir meist besser. Ein Rezept dazu gibt es (hoffentlich bald) demnächst hier.

Und weil meine Liste visuell so unergiebig ist, noch ein weiterer Punkt…

5. Augenschmaus
Fotografie war (und ist) noch nie eines meiner Hobbies, wie auf meinem Blog unschwer erkennbar ist. Aber gute Fotografie anderer schaue ich mir leidenschaftlich gerne an. Auf dem neu entdeckten Blog Seoul State of Mind gibt es schöne, nein, unglaublich schöne Eindrücke aus Südkorea.
Vor allem einige altbekannte Lieblingsorte wie den Tempel Baekyangsa (nur wenige Fahrminuten vom Grab meiner Oma entfernt) oder Haneul Gongwon/Sky Park (den ich bereits hier kurz erwähnte) durch eine fremde Linse quasi neu zu erkunden, war ungemein erfrischend.

Es ist immer wieder faszinierend, wie durch ein Perspektivenwechsel sich neue Sichtweisen eröffnen.

 

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8 Kommentare zu “Ohne Bilder (was es sonst so gab…)

  1. SCHÖN WIEDER ETWAS VON DIR ZU HÖREN IM NEUEN JAHR !SEHR ÄSTHETISCHE FOTOS UND ….DAS GRAB ( ODER ÜBERHAUPT ) DIE GROßMAMA IST SEHR WICHTIG , DASS KANN ICH GUT VERSTEHEN !

    HEUTE GAB ES ÜBRIGENS CHICKEN WINGS KOREANISCH ( MIT GLASUR UND SESAM ) EINES DEINER REZEPTE AUS VERGANGENER ZEIT, 27.08.2011.

    GENIAL LECKER… DIE HAUT , NACH REZEPT ZU ENTFERNEN ,HABEN WIR FRITTIERT , GESALZEN UND MIT SPANISCHEM PAPRIKA BESTÄUBT ! EIN SUPER SNACK ! XXX

    • freut mich sehr! korean fried chicken machen aber auch wirklich süchtig.

      hühnerhaut, knusprig wie du sie beschreibst, habe ich in letzter zeit auch für mich entdeckt. ich backe sie zwischen zwei blechen im ofen mit backpapier dazwischen, so wird sie platt, knusprig und gleichzeitig mürbe. ganz zum schluss kommt noch eine gochujang-glasur. nur nehme ich die haut eines ganzen huhns, die flügel habe ich bisher nicht bedacht, da etwas zu klein.

  2. Wie ich sehe bist du die akute Blogunlust am auskurieren. Ich wünsche dir und auch uns allen dass du bald wieder zu deiner „Topform“ zurück findest. Auch wenn Fotografie nicht dein Hobby ist, sind für mich deine Bilder immer sehr einladend, präzise scharf und sowohl appetitanregend . Text und Bild ergänzen sich in Harmonie. – Du darfst schon stolz auf deine Arbeit sein. Bitte mache weiter so.
    Seoul State of Mind das ist eine wunderbare Sache.
    Ja, durch einen Perspektivenwechsel eröffnen sich neue Sichtweisen, – mit teils enormer Wirkung – Ich spüre eine innere Unruhe. Am liebsten würde ich mich sofort auf den Weg ins Land der Morgenstille machen.
    Danke mach‘s gut

    Johann

    • ach, gegen monatelange pausen spricht doch auch nichts. aber bekanntlich soll gegen blogunlust nur regelmäßiges bloggen helfen. mal schaun. drück‘ mir die daumen! 🙂

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