WBD 2014: Steamed Flower Buns

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Jetzt aber schnell. Siedend heiß und viel zu spät ist mir der heutige World Bread Day eingefallen. Ein Tag, der dem täglichen Brot (und Essen bzw. der Ernährungssicherung) gewidmet ist. Und ein Tag, an dem ich alljährlich dokumentiere, dass ich vieles, nur nicht (echtes) Brot backen kann.
Falls der Tag kommen sollte, an dem ein Sauerteigbrot hier auf meinem Blog Einzug hält, wird er ausgiebig gefeiert. Doch trotz fehlender Ambitionen ist die regelmäßige Teilnahme an Zorras Event, so scheint mir, die einzige Konstante hier in meiner virtuellen (in letzter Zeit leicht vernachlässigten) Küche.

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Und in guter alter Tradition meiner WBD-Beiträge kommt heute mal wieder ein waschechtes Kein-Brot. Altbewährte asiatische Dampfbrötchen in neuer Optik (das war natürlich das allererste, was mir als ausgemachte Weißmehlhefeflauschsüchtige am letzten Wochenende auf die Schnelle eingefallen ist).

In Korea heißen die ursprünglich chinesischen Dampfbrötchen Ggot Bbang/Blumenbrote. In China nennt man sie Hua Juan (wörtlich Flower twists). Diese ungefüllten Dampfbrötchen werden (mal pur und schneeweiß oder wie hier leicht gewürzt) in Restaurants, die auf nordchinesische Küche spezialisiert sind, ständig während eines Menüs gereicht – zum Dippen und Aufnehmen der Soßen. Oft sogar anstelle von Reis.

Wenn ihr euch fragen solltet, wozu man diese gedämpften Hefebrötchen sonst noch essen könnte: Ich habe stundenlang streng nach dem Pörkölt-Dogma mein erstes Schmorgericht der Saison gekocht, nur um am Ende ganz frei und subversiv einen dieser chinesischen Hefeknödel auf den Teller plumpsen zu lassen. Und was soll ich sagen? Es war herrlich – was sowohl am Pörkölt als auch an den Hua Juan gelegen hat. Eine chinesisch-ungarische Freundschaft.
Auch pur, wenn man den Knödel Streifen für Streifen einzeln entblättert, quasi als Zupfbrötchen, machen Hua Juans leicht süchtig.

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Hua Juan_chinesische Dampfbrötchen mit Lauchzwiebeln

Zutaten für ca. 15-16 Stück

Grundrezept Bao-Teig (dieser Teig nach Andrea Nguyen ist mittlerweile mein Lieblingsteig, wenn es um Steamed Buns jeglicher Art geht – er ist sehr gut zu verarbeiten, gelingsicher und garantiert schrumpelfrei, sofern man darauf achtet, dass die fertigen Buns nicht mit Kondenswasser in Berührung kommen)

1 kräftige Prise Salz zum Grundteig (der Teig enthält im Original nur Zucker – bei gefüllten Buns ideal, bei ungefüllten Buns füge ich immer Salz hinzu)

Glasur:
3-4 EL Sesamöl (dunkel und geröstet wie immer – die Qualität ist entscheidend für den Geschmack)
1 Lauchzwiebel oder vergleichbare Menge Schnittknoblauch/Buchu, fein gehackt (ich nahm diesmal letzteres)
ca. 1/2 TL Salz (oder nach Geschmack)
1 Prise Zucker

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Zubereitung:

  1. Teig nach Grundrezept fertig herstellen. Nach dem Aufgehen in walnussgroße Kugeln unterteilen und zu glatten Kugeln rollen (schleifen sagt hier ein Profi). Teig einige Minuten entspannen lassen.
  2. Jede Kugel zu einem länglichen Oval ca. 3 mm dick ausrollen. In gleichmäßige Streifen von ca. 7 mm Breite mit einem Messer schneiden, dabei das obere Ende nicht komplett durchschneiden (ich lasse sogar das untere Ende zusammen, weil ich die Knoten so besser formen kann, einfach ausprobieren, was praktischer für euch ist).
  3. Dünn aber gleichmäßig mit der Glasur die Oberfläche bepinseln, dabei sollte das Öl auch in die Schnittkanten verteilt werden (sonst kleben sie später wieder zusammen).
  4. Den Fladen oben mit einer Hand anheben und mit der anderen Hand das untere Ende verdrehen, sodass die Teigstreifen sich wie ein Seil diagonal in sich verdrehen. Dabei in einer Drehbewegung den gesamten Teigstrang zu einem Knoten (der kein Knoten ist) legen, mit den Enden nach unten. Sofort auf vorbereitete Backpapierquadrate legen. Mit allen Teigkugeln so verfahren. Mit einer Folie und Küchentuch leicht abdecken und weitere 40-60 Minuten aufgehen lassen.
  5. In einem Dampftopf Wasser sprudelnd kochen lassen (falls mit Deckel gekocht, diesen unbedingt vorher innen abtrocknen, damit nichts runtertropft – bei jedem Dämpfvorgang wiederholen), erst jetzt die Teiglinge in den Dämpfeinsatz geben und ca. 10 Minuten dämpfen. Unbedingt noch warm servieren. Restliche Brötchen können komplett ausgekühlt eingefroren werden und bei Bedarf nochmals (direkt im gefrorenen Zustand) erneut 10 Minuten gedämpft werden .

Tipps: Wer keinen Dämpfer, Dämpftopf oder Dämpfeinsatz hat: Einfach eine etwas breite, hitzebeständige Schale umgestülpt in einen Topf geben, darauf einen sehr flachen Teller mit den Teiglingen geben. Vorsicht bei der Entnahme, am besten den Topf kurz vom Herd ziehen.

Die Sesamöl-Lauchzwiebel Glasur ist die klassische Variante, aber diese Buns bieten sich ideal an, um frei zu experimentieren. Sriracha, Knoblauch, Gochugaru, sogar kleine Baconstückchen könnte ich mir gut vorstellen. Vielleicht fällt euch noch was ein?

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20 Kommentare zu “WBD 2014: Steamed Flower Buns

    • och, schönheit ist so vergänglich. der geschmack ist doch was zählt. danke dir trotzdem für die lieben worte.

      ach, das mit den dampfbrötchen erstaunt mich etwas – du kommst doch aus dem land der mehlspeisen. 😉 sind im prinzip die nächsten verwandten der germknödel.

    • Gleicher Teig – Andrea Nguyen ist unchlagbar, was sowas angeht. Und dann rollen und mit Stäbchen auseinanderdrücken. Mach ich aber in Zukunft nicht mehr, versprochen 🙂

    • ach, wieso? die unterschiedlichen formen und techniken finde ich ja gerade interessant! finde ja, die chinesen sind die meister des teigformens, da können sich französische bäcker und italienische teigtaschenfalter hinten anstellen.

      so ähnlich wie du sie beschreibst, mache ich sie auch, wenn sie weiß und ungewürzt sind: locker in dritteln einfalten, länglich dicke scheiben von der rolle, stäbchen parallel zur schnittkante eindrücken, umdrehen und nun quer mit dem stäbchen zur hälfte einklappen, nun den teig lang ziehen und einmal oder mehrere male verdrehen. stäbchen rausziehen.

  1. Da muss mehr Schnittknoblauch! 😉 Die habe ich zu Zorras 5. WBD eingereicht, lange her. Dank dir habe ich jetzt akuten Bedarf, dabei ist das Abendessen schon verplant … Das Auto fährt übrigens noch Kimchi-los, ich komme einfach nicht dazu …

    • ha, irgendwie habe ich geahnt, dass hefeteig dich aus der versenkung holen wird. 😉 habe mir deine gerade angeschaut, sie sehen schöner aus. aber was mich kurz stutzig macht: kommst du mit einem esslöffel sesamöl klar? da verbrauche ich mehr. bei schnittknoblauch muss ich dir recht geben. bei mir ist er nach dem garen quasi verdampft. wo ist er hin?
      und – sobald dein wagen mit kimchi fährt, wird ein beweisfoto fällig…

    • Hefeteig, auch noch asiatisch, ich bin wirklich leicht zu durchschauen. Für die schönere Optik helfen meiner Meinung nach die offenen Stränge. Aber jedem wie’s zur Hand steht.

      Der EL Sesamöl war vermutlich eine grobe (Ver-)Schätzung im Nachhinein. Ich kann dir versprechen, dass ich das Zeug in Sesamöl ertränke.

      Und vor dem Beweisfoto muss erstmal eine ruhige Hand an den Vektor. 😉

  2. Pingback: #WBD2015: Manakish mit Za’atar | missboulette

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