Darf ich vorstellen_Ggwaligochu aka Shishito Peppers

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Es wird wieder Zeit für meine sträflich vernachlässigte Reihe „Darf ich vorstellen“, in der ich ab und an koreanische Zutaten, Produkte bzw. koreanische Varietäten einiger Gemüsearten vorstelle.

Heute also: Ggwaligochu 꽈리고추 (die erste Silbe „Ggwa“ mit dem Doppelkonsonanten wird relativ hart ausgesprochen und ähnelt mehr einem K als G).

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die letzte, nicht eingelegte Schote – ungewaschen und bei schwindendem Licht schnell geknipst

Diese kleinen, etwa fingergroßen Chilis, auch bekannt als Shishito Peppers bzw. Shishito-Paprika, sind derzeit bei koreanischen Händlern erhältlich (btw, keine Flugware, sondern aus DE bzw. regional aus dem näheren Umland der jeweiligen Händler – wie fast jedes hier erhältliche „koreanische“ Frischgemüse). Sie werden immer grün geerntet und typisch ist ihre runzelige, relativ dünne Schale. Viel Fruchtfleisch geben sie dementsprechend nicht her, doch dank ihrer dünnen Schale schmecken sie sehr zart. Im englischsprachigen Netz habe ich oft lesen können, dass (amerikanische/japanische) Shishitos relativ mild seien, doch das trifft kaum auf koreanische Ggwaligochu zu. Sie können teilweise höllisch scharf werden.

Ich bilde mir ein, dass Ggwaligochu (auf angenehme Weise) bitterer schmecken als andere Sorten und einen typischen „grünen“ Chiligeschmack offenbaren. Etwas besseres fällt mir gerade nicht ein, wie ich den charakteristischen Geschmack bzw. die sehr aromatische Note beschreiben könnte. Jedenfalls mag ich sie am liebsten frisch, roh und pur mit Ssamjang (s. Grundrezept Nr. 5) als Dip.
Wegen ihrer kleinen Größe, werden sie fast immer im Ganzen zubereitet. Nachfolgend habe ich ein paar Vorschläge, wie man Ggwaligochu zubereiten kann.

Gedämpft als Jjim – 꽈리고추 찜:
Die Schoten mit wenig Klebreismehl aka Sweet Rice Flour bestäuben (funktioniert am besten in einer kleinen Tüte, alternativ zu Reismehl kann auch Weizenmehl verwendet werden) und maximal 5 Minuten dämpfen. Anschließend mit einem relativ dickflüssig angerührtem Yangnyeom Ganjang (s. Grundrezept Nr. 3) anmachen. Hierbei funktioniert der dünne gegarte Teigmantel als Schwamm bzw. Kleber für die Würze.

Sautiert als Bokkeum – 꽈리고추 멸치 볶음:
Chilis lassen sich generell hervorragend mit getrockneten Baby-Anchovis aka Myulchi kombinieren. Die Zubereitung kann nach dem Rezept für sautierte Bohnen erfolgen, indem man die Bohnen gegen Chilis austauscht. Als Mischungsverhältnis würde ich zwei Drittel Chilis und ein Drittel Baby-Anchovis (die kleinste Sorte ist ideal) empfehlen.

Wenn die Schoten zu scharf für den direkten Verzehr sind (und das waren meine), empfehle ich diese als Jangachi einzulegen. So wird die Schärfe an die Flüssigkeit abgegeben und mit der (Einlege)Zeit schwindet sie immer weiter.
Die eingelegten Chilis bzw. Gochu Jangachi sind ideal zu Bossam und Samgyeobsal/Schweinebauch oder als kleine wachmachende Nascherei beim Vorbeigehen (würde ich jederzeit Schokolade vorziehen). Meine hatte ich vor zwei Wochen eingelegt und die Chilis haben jetzt schon genug Geschmack und sind fast fertig gereift. Selbst die Flüssigkeit kann, nein, SOLLTE nach und nach immer mitverwertet werden. Entweder pur als Dip zu Gemüsepuffer, Pfannkuchen und Tempura (passt großartig zu allen fettigen Sachen) oder als Basis für weitere Dressing.

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Weitere (nicht koreanische) Rezepte:

Ganz einfach nach Vorbild der galicischen Pimientos de Padrón. Kurz, heiß, heftig in der Pfanne geschwenkt mit Olivenöl und Meersalz. Alternativ auch in einer Tortilla Española. Oder doch lieber mit Smoked Paprika Butter und Rint (mit Gruß an Leo, den Bloglöwen)?

PS: Ach, und weil zufällig heute Freitag ist und drei (der sechs) Essensvorschläge für Ggwaligochu tierfrei sind, schicke ich diesen Beitrag zum Tierfreitag.

tierfreitag

5 thoughts on “Darf ich vorstellen_Ggwaligochu aka Shishito Peppers

  1. Super Idee. Meine Schwägerin ist gerade in Seoul und ich habe Sie gebeten diese gleich mal zu probieren. Nachdem das für gut befunden wurde werde ich das mal nachbasteln, sicher eine leckere Sache als Beilage oder zum Naschen.

  2. Pingback: Pfannkuchen, aber was für welche | missboulette

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