Alltagshelden

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Ich verbeuge mich vor meiner Heldin Nata. Extra neue Behältnisse kaufen, mutig in stinkige Shrimpsaugen blicken und sich dann noch den Gang zur Schadstoffsammelstelle (Sondermüll?) verkneifen – meine Hochachtung! Ich bin begeistert über Einsatz und Mut! Aber bitte, lest den amüsanten (Fermentations)Bericht selbst.
Und falls sich jemand gerade fragen sollte, was man mit dem restlichen roten Zeugs (das sich Gochugaru nennt) anfangen kann, sind Nata und ich mal wieder einer Meinung.

Auch Erich aka Houdini sei Dank. Die Erwähnung auf dieser Liste ehrt mich sehr – nur konnte ich noch nie wirklich gut (Stöckchen) fangen. Verzeih, Erich (vielleicht dann irgendwann, falls mir genügend Fragen einfallen, um dich zu „bestrafen“). Ha!

Ein weiterer freudiger Herzhüpfer – Gruß und Dank an Kochkultur-Muc.

Da wäre noch der weltbeste Porridge und seine Urheberin. Ich würde die beiden sofort zu den Porridge-Weltmeisterschaften nach Carrbridge schicken und um den „Golden Spurtle“ kämpfen lassen. Das Geheimnis? Butter. Rösten. Gewürze. Aber besser ganz genau nachlesen. Ich bin süchtig.

Eine weitere Alltagsheldin (und meine Wenigkeit) gibt es am Donnerstag, also morgen. Hier und anderswo. Stay tuned.

PS: Wer noch mehr lesen möchte:
Hilal Sezgins Schlagloch über kreative Fleischlobby (zwar schon Wochen her/alt, aber immer wieder für einen Lacher gut – weil ich soeben erneut über das Lesezeichen gestolpert bin)

PPS: Der Vollständigkeit halber „mein“ Porridge in Kurzfassung (aber bitte vorher dem Link oben folgen, sonst wird das nichts):

Butter schmelzen, Hafer rösten (ich nehme immer Haferflocken, dann muss ich nicht einweichen) bis alles duftet, Gewürze (bei mir immer: Zimt, Muskat, Vanille in Form von Zucker; optional: Kardamom und, wenn ich mich unerträglich innovativ fühle, ein Hauch Pfeffer) kurz miterhitzen, wenig Zucker noch (ich mag’s, wenn es nicht sonderlich süß ist, gestrichenen TL), Meersalz (kräftig), sofort ein Schluck Wasser hinzu (bilde mir ein, dass die Flocken mit Wasser besser aufquellen und schön „bauchig“ werden, als nur mit Milch – kann auch reine Imagination sein), rühren bis alles verdampft und der Topfboden einen leichten Film bildet (ähnlich wie bei Brandteig – aber nicht bis zum Kloß trockenrühren, weil sonst Klümpchen drohen), schnell Milch schluckweise hinzu und rühren (Holzlöffel, klar) bis die gewünschte Konsistenz (bei mir recht flüssig-breiig) erreicht ist. Probieren und noch im heißen Topf nachquellen lassen. Währenddessen ein Stückchen Apfel (ja bei mir kein Fruchtkompott, sondern roh und am besten ein fein säuerlicher und knackiger Apfel) blättrig schneiden, vorgeröstete Mandeln oder Haselnüsse hacken (hier bin ich gelassen tolerant, ich nehme alles was nussig knackt – wie hier einfach gehackte fertige Sesam-Kürbiskern-Knusper aka Vital-Gebäck aus der Tüte). Alles in eine Schale umfüllen. Obligatorisch bei mir: ein Schluck Milch über die fertige Portion. Nur dann, wenn ich etwas kalte Milch in den warmen fertigen Porridge (und somit auch Apfel, Nüsse) wild einrühre (meine Herkunft aus dem Land des Bibimbaps lässt sich nicht abstreiten), entstehen winzige, abertausende kleine Blubberbläschen, die den Porridge sehr luftig-cremig werden lassen und gleichzeitig den nussigen einzelnen Biss des Hafers hervorheben. Von schleimig keine Spur.

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da, seht ihr die bläschen??

Für eine solche Schale stehe ich früher auf und bleibe ich länger wach. Und nach jedem letzten Löffel freue ich mich schon auf die nächste Portion. Ich sag’s ja. Bin süchtig.

9 thoughts on “Alltagshelden

  1. ich wollte schon vor kurzem den porridge von katharina nachmachen, aber spätestens jetzt ist er wirklich fällig🙂 tolle Beschreibung, besonders den kalten Schluck Milch kann ich mir richtig gut vorstellen.

    • solltest du unbedingt, alexander. sonst entgeht dir etwas. ich habe zu viele jahre mit mittelmäßgem porridge (von dem ich dachte, er sei ultimativ) verbracht. mach nicht denselben fehler.

    • diese englischen begriffe machen mich nur durcheinander. was bekommst du denn unter „steel cut oats“ hier in DE? haferschrot oder grütze?

      ich schwöre auf flocken, weil ich die nicht einweichen bzw. gar kurz vorkochen muss. das rösten in butter ist meiner meinung nach sogar das wichtigste. damit wird ein porridge geschmacklich in ungeahnte höhen gehoben, egal ob steel cut oder rolled oats oder oatmeal.😉
      glaube keinem, der seinen porridge anpreist und dabei nicht röstet. btw, ähnlich verhält es sich mit gulasch. ich glaube keinem mehr, der nicht sein (ungarisches)gulasch pörkölt nennt. afra evenaar hat mal was wunderbares dazu gekocht.

  2. Als ich die Gewürzliste im Porridge-Rezept sah, dachte ich, dies könnte vielleicht, trotz der negativen Erinnerungen an Porridge der Kindheit, doch etwas für mich sein, beim Bild jedoch kam sofort wieder …., es tut mir so leid.

    Die Links zu Nata führen zum Blog, doch dort heisst es „… nicht vorhanden …“ und man kann dann zur Startseite, also kenne ich die Fermentationsgeschichte nicht. Ich wollte mal Tofu zu etwas fermentieren, weiss aber nicht mehr was, bin auch nicht mehr sicher, ob es Tofu war oder etwas sebstgemachter Sojakäse oder sowas, hing eine Anzahl Stücke an Schnürchen auf, sie wurden aber schimmlig und ich musste sie wegwerfen. Es ist bald 20 Jahre her und war mir nicht so wichtig.

    • ich weiß, was du da ausprobiert hattest, erich. meju, die vorstufe meiner geliebten doenjang-paste. hast du mir „vor jahren“ mal erzählt.🙂 dass du sowas ausprobiert hast, verdient meine hochachtung.

      und nein, diesen porridge MUSST du ausprobieren. klicke bitte schnell zu katha. essen kannst du ja mit einer augenbinde. es schmeckt sooo gut. aber das letzte bild ist wirklich nichts, nur wollte ich unbedingt die blubberbläschen zeigen. das ging jetzt nach hinten los…

      ps: danke auch für den hinweis mit den fehlerhaften links, habe ich ausgebessert.

  3. Liebe missboulette, ich danke Dir für dieses herrliche Vergnügen und die freundlichen Worte!

    Die Links zu meinem Blog haben tatsächlich eine kleine Macke, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht.

    Über den Header kommt man aber auf die Startseite und von dort braucht man sich nur rückwärts durch meine Abenteuer mit der asiatischen Küche zu lesen. Das Wunderöl steht dann an dritter Stelle.

    Oder einfach über die Seitenleiste navigieren.

    @Houdini: Danke für den Hinweis!

    • enschuldige, nata. habe die fehlerhaften links (deine und auch andere) sofort ausgebessert, als ich es bemerkt habe. irgendwie spinnt es immer, wenn ich über die wp-app links setze.

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