Ein Pferd, etwas Hangeul und Kung Fu Panda

Saehae bok mahni badeuseyo!

Ma_Pferd

das chinesische Zeichen für Pferd – Ma – auf einem Spielstein für Janggi, der koreanischen Variante des Schachs
Zugmöglichkeit: ein Schritt orthogonal, ein Schritt diagonal, kein Sprung…mehr über Janggi mit Klick auf’s Bild

Heute ist nicht nur der Tag des Flaschenschraubverschlusses (kein Scherz!), sondern auch Gujeong 구정, der Neujahrstag nach dem Mondkalender, welcher in Korea – neben Chuseok (Erntedank/Mondfest) – einen der wichtigsten Feiertage darstellt.

Offiziell startet heute das Jahr des Pferdes. Wenn ihr in diesem Jahr 12/24/36/48/60 werdet, seid ihr allesamt Pferde.
Diesem Zeichen wird Kraft und Ausdauer, aber auch ein dickköpfiger und ungestümer Charakter zugesprochen. In der noch sehr konfuzianisch geprägten koreanischen Gesellschaft mit dem (leider noch immer) überholten Frauenbild, angeblich ein suboptimales Sternzeichen für Frauen. Dazu sage ich jetzt nichts. Nur so viel: Angela Merkel ist ein Pferd. (Nachtrag: Ein wunderschönes Pferd als Freebie habe ich soeben bei der von mir hochgeschätzten Tina von Faltmanufaktur entdeckt – danke, Tina!)

Wie man sich zu den eingangs erwähnten Grußworten richtig verbeugt (dieses Video stammt ja leider nicht von mir – erst mit 80 werde ich als leicht humpelnde und, keine Angst, SCHWEIGENDE Hobbyköchin Youtube unsicher machen…kein Geschwafel nur Kochen, so der Plan) und welche Neujahrssuppe Koreaner zu essen pflegen, habe ich schon erwähnt. Daher nun eine kurze Nachhilfe in Hangeul aka koreanische Schrift (es soll ja Blogger geben, die fleißig Hangeul üben):

새해 복 많이 받으세요
Saehae bok mahni badeuseyo – Neujahrsgruß

세배
Sebae – Neujahrsverbeugung der Jüngeren gegenüber den älteren Generationen

떡국
Tteokguk – die Glück bringende Neujahrssuppe mit Reisteigscheiben und (meist noch) Mandu

PS: Ach, nur wegen Kung Fu Panda hierher gestolpert? Ja, mag ich auch. Ein Patenkind, das ständig vor einem hochkonzentriert mit raumgreifenden Bewegungen auf „inneren Frieden“ macht, lässt einen schließlich nicht unbeeindruckt. Eine Szene aus dieser Filmreihe muss man unbedingt gesehen haben, um zu wissen, welche Geheimzutat meine Mutter für ihre Neujahrssuppe/Tteokguk verwendet, die mir immer am besten schmeckt, unvergleichlich ist und unübertroffen bleibt. Viel Vergnügen dabei, und möge das Glück an euch kleben bleiben wie die Reisteigscheiben an den Zähnen.

11 thoughts on “Ein Pferd, etwas Hangeul und Kung Fu Panda

  1. Auch für dich „Saehae bok mahni badeuseyo“ Gestern Abend hatte ich schon die feine Tteokguk mit selbstgemachten Teigtaschen (Mandu). Mir stellt sich die Frage welche Geheimzutat in diese Neujahrssuppe gegeben wird eigentlich nicht. Für mich sind einwandfreie Zutaten ebenso wichtig wie Zuwendung und Liebe bei der Herstellung. Natürlich auch genügend Zeit ist eine Voraussetzung zum richtigen gelingen.Erst wenn die Suppe durch das langsame kochen mit der Stärke der Reisteigscheiben leicht gebunden hat finde ich sie toll. – Dir noch einen schönen Tag Gujeong!

    • danke, johann. das genau ist es ja, dieselben zutaten und trotzdem kann die suppe ganz unterschiedlich schmecken. koreaner verwenden in zusammenhang mit kochen oft das wort „jeongseong“. vll mit sorgfalt und liebe, oder wie du auch schreibst, zuwendung zu umschreiben.
      ich würde sogar noch ein stück weiter gehen und sagen (ohne zu pathetisch klingen zu wollen), dass man immer auch ein stück von sich preis gibt und wahrhaftigkeit sucht – das ist für mich „jeongseong“. bei der auswahl der zutaten immer angefangen.
      aber natürlich auch bei der zubereitung.

  2. Glückwunsch zum Neujahr! Auch für mich ist heute ein besonderer Tag, aber das verrate ich nicht.
    (Was Hangeul angeht – eine wirklich schöne Schrift – habe ich schon wieder das meiste vergessen.)

  3. Danke, Janggi erinnert mich an das chinesische Schach, das ich früher spielte, gleiche Steine, ich denke, es ist das gleiche. Der Bereich in der Mitte war ein Fluss. Auch erinnere ich mich an das Kartenspiel mit den kleinen Plastik-Kärtchen mit Blumen und Tieren drauf, das ich in Korea oft spielte, Kodori. Du kennst das sicher auch.
    Hangeul kann ich mit Mühe noch lesen, verstehe aber nichts mehr. In Deiner 2. Erklärungszeile sollte es Saechae heissen😉

    • Sorry, ich habe mich verguckt, meinte, oberschlau resp -aufmerksam zu sein, aber die Augen🙂
      Leider kann ich den Kommentar nicht editieren😦

    • überhaupt kein problem, erich.

      im koreanischen janggi gibt es keinen fluss, eine besonderheit der chinesischen variante, bedeutet wohl eine begrenzung der zugmöglichkeiten bestimmter figuren. ich meine, beide varianten gespielt zu haben. habe als kind mit meinem papa und mit meinem bruder oft janggi gespielt. jetzt eher selten.
      und ja, ich weiß welche karten du meinst, kenne sie eher unter dem begriff/spiel „go-stop“. konnte im gegensatz zu janggi nie warm damit werden. ist aber allgemein viel beliebter, ja.

Gedanken hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s