Yakgwa

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Yakgwa ist ein frittiertes Gebäck, welches anschließend in Sirup aus Honig, Jocheong/Reissirup und Ingwersaft getränkt wird. Vom Prinzip ähnlich wie marokkanische Chebakia oder viele weitere orientalische Süßspeisen.

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Der Teig wird aus Weizenmehl, Sesamöl und Makgeolli (koreanischer Reiswein) hergestellt und mit Ingwer, Honig, Zimt und Pfeffer gewürzt. In sehr niedriger Hitze frittiert und lange in Sirup gebadet, schmecken diese koreanischen Cookies weich und aromatisch.

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Die Geschichte dieses koreanischen Konfekts geht sehr weit zurück bis auf die Zeit des Vereinigten Sillareichs (7.-9. Jahrhundert). Eine Blütezeit der koreanischen Geschichte, in der Kunst, Kultur und Wissenschaft ein Hoch erlebten. Nach jahrzehntelangen blutigen Kämpfen zwischen den drei rivalisierenden Königreichen Goguryeo im Norden, Baekje im Südwesten und Silla im Südosten, konnte 668 n. Chr. Silla die Vormachtstellung erringen und erstmals die ganze (heutige) koreanische Halbinsel vereinen, woraufhin endlich Frieden und Wohlstand folgten.

Sillas Hauptstadt Seorabeol, die heutige Stadt Gyeongju, war zur damaligen Zeit eine mächtige Millionenstadt und Handelsmetropole mit einer straff organisierten Verwaltungsstruktur und einer stark buddhistisch geprägten Kultur (so brachte Silla sogar 3 Monarchinnen hervor, unvorstellbar für die spätere streng konfuzianische Yi-Dynastie). Viele historische (und wieder aufgebaute) Spuren aus dieser Zeit sind noch heute überall in der Stadt zu finden. Nicht von ungefähr gilt die ganze Altstadt Gyeongjus als ein einziges Freilichtmuseum. Für Koreareisende ist Gyeongju ein Muss und ein erholsamer Kontrast zum hektischen Treiben in Seoul. Die Grabhügel und Grabschätze vergangener Monarchen im Tumuli-Park, die Seokguram Grotte mit der (wie ich finde) schönsten Buddhastatue, der Bulguksa Tempel inmitten von Magnolienhainen und die Emille-Glocke (mit dem reinen Klang und einer traurigen Legende dahinter) sind besonders sehenswert.

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Der April ist normalerweise die schönste Zeit Korea zu bereisen. Jetzt blühen die Magnolien am Bulguksa Tempel wunderschön. Und wenn man schon dort ist, sollte man noch ein Stück weiter südwärts fahren und die Stadt Jinhae in voller Kirschblütenpracht erleben.

Dieser April war (wird) nichts, doch Zeiten ändern sich. Das Säbelrasseln kann nicht von Dauer sein. Hoffe ich. Auf mehr Sonne statt Wind.

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PS: Ein Familienrezept habe ich leider nicht, da fast jeder in Südkorea Yakgwa fertig kauft. Und meine Oma kann ich nicht mehr fragen…

Im Netz wurde ich fündig (ich habe mich nur an das Teigrezept gehalten, beim Sirup frei improvisiert) und das Ergebnis war, hm, gut, aber nicht das was mir vorschwebte. Sagen wir, es war ein erster Versuch von Yakgwa. Nicht ganz das Original, doch lecker allemal. Und zum Glück auch nicht so süß, wie es auf den ersten Blick erscheint (bin sonst kein Fan von sirupgetränkten Süßspeisen). Wer keinen Reissirup haben sollte, macht nichts – verwendet einfach Honig und Zucker. Ich befürchte sogar, dass der Reissirup, den ich hauptsächlich verwendete, mit seinem stark malzigen Eigengeschmack alle anderen Aromen zu sehr überlagert hat. Falls ich mal mit einer Yakgwa-Version richtig zufrieden sein sollte, werde ich es euch wissen lassen und ein richtiges Rezept posten.

7 thoughts on “Yakgwa

  1. Frittiert und dann mit Sirup getränkt … Mehr muss ich nicht lesen um zu wissen, dass mir das auf jeden Fall schmecken würde..😉
    Ich drücke dir und dem ganzen Land die Daumen, dass die Lage im nächsten April besser ist und du wieder hinfliegen kannst.

  2. Oh, fast eine Zeitreise zurück – ich erinnere mich sehr gern an Gyeongju und Bulguksa, als Ende März die Magnolien anfingen zu blühen. Wir haben in einem Touri-Restaurant vielleicht eines der besten Essen von einer zauberhaften halmoni aufgetischt bekommen. Yakgwa war leider nicht dabei, aber es war trotzdem ein denkwürdiger Tag!
    Bitte mehr davon!
    Gruß Diana

  3. Pingback: Was isst man in ... Korea?

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