Ich hab’ da was…

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für Heikes Sammlung. Ihr wisst es noch nicht – die Geburt des hässlichsten Gerichts weltweit (da bin ich mir fast sicher) fand nämlich in Korea statt. Dagegen ist Labskaus eine Tellerschönheit, drüben serviert sowieso.

Schöner hässlicher geht doch nimmer, oder? Farbe und Konsistenz lassen bei genauer Betrachtung der Assoziationskette freien Lauf (man beachte die feinen „Bröckchen“).

Doch was sich im Teller oder Topf befindet ist harmlos: nur etwas Kimchi, Schweinefleisch und Kong Biji. Fleißige Tofuproduzenten wie Sybille, Magentratzerl und Dirk haben schon Bekanntschaft mit dieser Sojamasse geschlossen.

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Kong Biji (bzw. Okara oder Soy Pulp) sind die festen Bestandteile der Sojabohne, die bei der Tofuherstellung übrig bleiben. Und da in Asien so leicht nichts weggeworfen wurde, kamen die pürierten und ausgepressten Sojabohnen abermals auf den Tisch. In dieser Form tatsächlich etwas geschmacksmüde (wortwörtlich Schweinefraß bei meiner Halmonie/Oma). Verwendet man jedoch nicht ausgepresste Reste, sondern eigens dafür frisch pürierte Bohnen mitsamt der ausgetretenen Sojamilch, kann Biji Jjigae selbst mir schmecken. Mit geschlossenen Augen ziemlich essbar.

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Trotzdem verzichte ich diesmal auf ein Rezept. Oder möchte jemand vielleicht doch? Dirk wollte ja unbedingt wissen, was ich mit Kong Biji so anstelle…

23 thoughts on “Ich hab’ da was…

  1. Es gibt gewiss schönere Kreationen, die man auf einem Teller präsentieren könnte, aber wir Schwaben essen auch Kutteln mit Genuss, und die sehen ganz ähnlich aus…😉 Also mich würde das Rezept schon interessieren! Und bestimmt postest du auch noch irgendwann ein Rezept mit Kong Biji, das dir richtig dolle schmeckt…🙂

    Lieben Gruß, Dirk

  2. Jetzt komm – bei dir sehen selbst so farblose Teller wie dieser appetitlich aus. Also ich würde mit viel Lust am liebsten gleich nach dem Löffel greifen. Rezept?😉

    • micha, irgendwie rührt es mich ja, dass sich so langsam aber sicher eine ganz schön hartnäckige fangemeinde um koreanisches essen schart, die sich nicht so leicht abschrecken lässt. meine halmonie hätte euch geliebt!

  3. Muß das Kimcji püriert werden? Sonst sähe es vielleicht richtig gut aus.🙂 Apropos. Wie lange hält sich fertiges Kimchi eigentlich im Kühlschrank (vorausgesetzt, man isst es nicht sofort komplett)?

    • eva, du waghalsige! pürieren oder durch den fleischwolf?
      kimchi hält sich je nach kühlung und salzmenge mehrere monate. solange es einfach immer nur säuerlicher riecht und schmeckt ist alles in ordnung. sobald das kimchi „stinkt“ (merkt man ganz sicher – ein ganz anderer geruch) ist es nicht mehr geniessbar.

    • gerade weil mich der brei an etwas bestimmtes erinnerte, konnte ich es lange nicht essen. bis jetzt nicht wirklich eine lieblingsspeise… quasi nur für euch!🙂

  4. Ich geh dann lieber noch mal nach dem Schwein da unten schauen.

    Auch wenn ich ein schlechtes Gewissen kriege, man soll ja nicht nur nach Äußerlichkeiten und so…😉

    • jetzt muss ich ziemlich ueberlegen, ob es diese suppe ueberhaupt in restaurants gibt. befuerchte nicht. manchmal setze ich euch naemlich stark retro-lastige gerichte vor, die schon fast vergessen sind.

  5. Mit meinem selbstgemachten Tofu werde ich immer glücklicher!
    Das hier wird auch ausprobiert. „Nicht schönes Essen“ schreckt mich bestimmt nicht ab. Schwaben (siehe Dirk) sind da abgehärtet. Nicht nur Frottee…auch Linsen… 🙂

    • oh ja, linsen. die gewinnen in der tat keinen schoenheitswettbewerb – aber so guuut! frottee, du kennst meine meinung.
      sybille, freut mich sehr mit dem tofu. wollte dich schon die ganze zeit fragen, ob du den jetzt wirklich mit dem dessousbeutel machst? sind die maschen nicht zu grob?

    • Mein Dessousbeutel ist tatsächlich perfekt!!
      Ich habe schon viermal Tofu gemacht. Werde immer besser und ich habe auch schon Abnehmer…die nächste Runde weicht schon ein.
      Dann probiere ich das hier!!

    • dann habe ich mich geirrt und die maschen sahen nur auf dem bild etwas grob aus. habe mir nun zwischenzeitlich auch mein dessousbeutel naeher betrachtet. feiner als gedacht!🙂
      und zum rezept, wenn man ueberhaupt davon reden kann, einfach wie kimchi jjigae beginnen, zusaetzlich nur soviel kong biji rein, wie man moechte. alles zusammen mindestens 30 min, besser 1 h sehr leise koecheln lassen. aufpassen mit der hitze, verbrennt leicht durch die konsistenz. besser als schweinebauch sind sogar knochenstuecke von nacken, schulter oder rippe. ach, gut gereiftes kimchi mit entsprechender saeure ist natuerlich wichtig. hast du da?

  6. Pingback: Nichts versprochen…. | tomatenblüte

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