Koreanisch backen 1-2-3

Ich bin keine Bäckerin – dachte ich. Obwohl Backen meine zarten Küchenanfänge darstellte vor über 20 Jahren (demnach muss ich also bereits als Säugling angefangen haben in der Küche zu werkeln…). Weil ich lange meinte stoische Rezeptgläubigkeit, Fremdbestimmung und mangelnde Entscheidungsfreiheit damit zu verbinden. Dieses latente Gefühl des Ausgeliefertseins einer Rezeptur gegenüber – komme was wolle.

Lieber ist mir gar keine als eine scheinbare Ordnung. Als Orientierung genügt mir oft mein Kopf (auch wenn dies anderen und auch mir manchmal das Leben schwerer macht). Und Zensur eigener Gedanken und Ideen ertrage ich schlecht bis gar nicht, erst recht in der Küche (noch so ein Punkt, der mich als unerträglichen Küchengenossen auszeichnet).

Tja, und dann kam sie. Mit ihr die Inspiration und schlichte Erkenntnis, dass selbst (gerade?) beim Backen alles eine Frage der Grundrezeptur ist und Vielfalt erlaubt, ja sogar unbedingte Herausforderung ist. Noch etwas zögerlich und ohne Wagemut, wurde mein Grundrezept Hefeteig bereits als idiotensichere Burger Buns, Bienenstich und mit Maronen abgewandelt.

Heute nun lautet das Motto: 1 (deutscher) Teig, 3 verschiedene koreanische Brote. Ja, auch in Korea gibt es Backwerk. Leckere sogar. Meist süß, weich und flauschig. Bitte sehr, schaut mal hin, ob ihr sie vielleicht kennt.

Was ihr wollt:

1. Dan Pat Bbang

Der ollste Klassiker der koreanischen Backgeschichte. Um diese mit süßem Azukimus gefüllte Hefeteilchen ranken sich Geschichten und Legenden. Wann, wie und mit wem sie zum ersten Mal verspeist wurden – geschlagen nur vom ersten industriell hergestellten Stieleis Koreas – Ice Kaeggi.

2. Ganz falsch. Ich kann eure Gedanken lesen. Deutsche Streuselteilchen denkt ihr – von wegen. Sie heißen Gombo Bbang oder Soboro Bbang – und ich liebe sie.

(natürlich sind es Streuselteilchen, aber koreanische…)

3. Nokcha Pat Bbang oder Matcha Azuki Swirl Bread

Ist zwar stark inspiriert von Aki Boulanger in der Rue Saint-Anne, aber Matcha (Nokcha) Brote mit roten Bohnen (Pat/Azuki) sind auch in Korea sehr geläufig.

Aus 500 g Mehl/Basisrezept entstanden aus der Hälfte der Menge 1 Kasten Nokcha Pat Bbang, aus je einem Viertel der Menge 3 Soboro Bbang und 6-8 Dan Pat Bbang (oder sogar mehr, weiß nicht mehr genau; jedenfalls hatte ich sie zu klein geformt, dadurch wurden sie leicht trocken und hart – werde demnächst besser diese ausprobieren). Wie ihr seht war ich komplett im meditativen Backrausch. Danach im Fresswahn. Besser als Pilates und Yoga zusammen.

Am besten gefallen hatte mir Nr. 3, daher präsentiere ich euch die ausführliche Anleitung dazu in wenigen Tagen separat.

Und falls jemand jetzt schon die Segel streichen wollte mangels Azukibohnen, bitte denkt zurück an die Erkenntnis, dass auch Backen grenzenlose Freiheit bedeuten kann. Statt süßem Azukibohnenmus könnt ihr zwischenzeitlich Confiture Caramel au Beurre Salé, Lemon Curd, Dulce de leche oder alles zusammen Zimtzucker UND Dulce de leche UND Mandeln vorbereiten. Oder, oder, oder… Was fällt euch noch ein zu Matchabrot?

13 thoughts on “Koreanisch backen 1-2-3

  1. Zum Matchabrot möchte ich sagen, Bambustee Pulver kann man einmal versuchen. Dieser Tee wird ja nicht bitter, so wie Grün Tee und hat dazu auch noch funktionale Wirkungen. Farblich natürlich auch schön grün. Rote Bohnenpaste kann man mit Maroni Püree (mit gehackten Mandelstücken gemischt) ersetzen. Das kommt geschmacklich nicht schlecht. – Ich hatte so meine Probleme, mit den Koreanischen Bäckern die sich nicht so an die Rezepte halten wollten (um Zeit zu sparen) und balli balli fertig sein wollten!!😉

    • weiß gar nicht was man gegen palli-palli haben kann…creme de marrons ist in der tat dann die luxusvariante eines anko…mag ich sogar in Hobbang. Bambustee mag ich ja gern, aber als pulver verbacken habe ich noch nie probiert.

  2. Das Matchabrot will ich auch probieren, habe nämlich noch Matcha daheim und wollte damit auch was backen. Aber wusste nicht was. Und genau wie Du backe ich aus den selben Gründen nicht gerne, bis ich zum Hefeteig kam…

    • der ist wirklich felxibel.😉 na ja, als richtige bäckerin definiere ich mich immer noch nicht. vll hefebäckerin – aber immerhin besser als die ganzen „(auf)bäcker von fertigteiglingen“ die sich hinter einer bäckereifiliale verschanzen…;)

  3. Wie kondidorhaft wieder mal alles ausschaut. Schaffe ich nie… (wohl alles eine Frage der Disziplin? ;)). Zum Thema koreanisch backen bin ich dabei, authentischen Streuselteig zu finden (tippe auf Margarine + ein Hauch Erdnussbutter) und klebrigen Teig für einen Neuling namens 흑미칡빵 (schwarzes Sesambrot, Zwischending aus Tteok und Hefeteilchen). Bin gespannt auf das Matcha-Brot!

    • du sagst es, erdnussbutter werde ich mal probieren – margarine ist eh klar.;) trotzdem mag ich sie einfach, diese fast etwas künstlich schmeckenden koreanischen brote. sag mal bescheid, wenn erfolge sich anbahen, helfe gern beim aufessen…;)

  4. Matcha..bin ich dabei und wenn Backwerk weich und flauschig beschrieben wird hat es schon gewonnen.
    Matcha und weiße Schokolade und natürlich schwarze Sesamcreme nicht zu vergessen. 😉

  5. Pingback: Matcha Azuki Swirl Bread_Nokcha Pat Bbang | missboulette

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