Ein neues Kleid für ein Ei

Eine perfekte neue Küchenaufgabe für Haarspalter, Korinthenkacker, Sekundenzähler. (Mein Gott, zähle ich etwa dazu?!)

No more Rebels Within – wurde letztes Jahr verkündet. Die kalifornische Geburtsstätte* dieses Ei-im-Muffin musste schon längst die Toren schließen. Am Rebel kann und wird es nicht gelegen haben.

Die glorreiche Auferstehung des Rebel Within wurde daher in meiner Küche mehrfach erprobt.

Drei missglückte Garpunkte und einige Fluchereien später (wer von euch flucht NIE beim Kochen und Autofahren – ehrlich?), seht ihr hier nun das Ergebnis des vierten Anlaufs. Ein weiches Ei, ein pikanter Muffinteig – alles nicht so schwierig. Aber hier ist das Ganze wirklich mehr als die Summe seiner Teile – mehr Herausforderung.

Selbst der vierte Anlauf war nicht perfekt (das vierte Ei hatte nicht wie die Vorgänger Raumtemperatur und machte somit meine exakt abgezählten Sekunden hinfällig), aber um meine Nerven zu schonen musste ich an diesem Punkt das Experiment abbrechen. Also, offiziell ein weiteres Work in progress – hierbei bin ich aber ziemlich zuversichtlich, dass es bald klappen wird…

Theoretisch geht es so: Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Eier vorkochen, gut abschrecken und vorsichtig pellen (s.u.). In der Zwischenzeit Teig vorbereiten. Muffinform oder (besser) Tasse ausbuttern. Form mit etwas Teig füllen, vorsichtig das glibberige Weichei mit der Spitze nach oben andrücken. Mit noch mehr Teig dünn bedecken. Backen bis der Teig gar ist (ca. 10 – 12 min). Vorsichtig Stäbchenprobe am Rand.

Zeiten, Tipps und meine Randnotizen habe ich trotzdem für euch vorab:

  1. Eier sollten stets Raumtemperatur haben, um nicht die Garzeit zu verfälschen.
  2. 4 Minuten und 30 Sekunden waren eigentlich ganz gut…(Ei – Raumtemperatur!!)
  3. Gut und gründlich abschrecken, damit ein zusätzliches Nachgaren verhindert wird.
  4. Nach dem Kochen das Ei NICHT auf die Brutalo-Art gegen irgendetwas hauen (Versuch 1); besser mit dem Rücken eines Teelöffels sachte reihum anklopfen, dass überall feine Risse entstehen. So lässt sich das ursprüngliche Eierkleid fast an einem Stück entblättern (das beherrsche ich mittlerweile – irgendwas musste ja dabei herumkommen…frage mich nur, wofür diese neue Fähigkeit gut sein könnte).
  5. Den perfekten pikanten Muffinteig für mich habe ich leider noch nicht gefunden, Vorschläge nehme ich gerne von euch an. Hier und hier habe ich mir auch schon was ausgesucht.
  6. Die relativ kurze Backzeit reicht tatsächlich aus, weil der Teig nur am Rand ist.
  7. Kimchi, etwas in den Teig gemischt, passt bestimmt auch… (Hopp oder top?)
  8. Halb Scotch Egg, halb Rebel Within müsste der Knaller sein…aber wie genau?
  9. Einfacher ginge: ein Scotch Egg (auch innen flüssig) und ein Rebel Within nebeneinander legen. Dann gleichzeitig reinbeißen…oder versuchen.
  10. Fließendes Eigelb im schlechten Licht fotografieren zu wollen ist nicht gut für die Seele…unbedingt den Profis überlassen.

Und zu guter Letzt zeige ich euch, wie das Ei im Muffinkleid eigentlich ausschauen müsste: hier das Original (würde zu gerne verlinken, aber Tell Tale ist wie gesagt nicht mehr online).

The Rebel Within © Tell Tale Preserve Company

* William Werners Tell Tale Preserve Co. – sein neues, spannendes Projekt nennt sich Outfit Generic und er und sein Team bloggen darüber.

23 thoughts on “Ein neues Kleid für ein Ei

  1. Ehrgeiziges Projekt!
    Erinnert an das klassisch-österreichische Frühstücksgericht: Ei im Glas. Ich brauchte auch einige Trial & Errors bis ich es schaffte, ein 4,5 min Ei zu schälen und warm zu servieren.
    Eine ketzerische Frage: Warum muss das Ei in den Muffinteig? Es würde sich doch auch nebeneinander gut machen.

    • deine frage ist NICHT ketzerisch, eline!🙂 es MUSS natürlich nicht, nebeneinander legen finde ich tatsächlich verlockend (s. scotch egg + rebel). nur, die herausforderung mit den garzeiten hat gekitzelt – und irgendwie ist es auch eine schöne ansicht/überraschung ein muffin aufzubrechen und ein ganzes ei zu finden, oder? und das mit dem flüssigen eigelb ist wiederum ganz persönliche liebhaberei…

  2. Ahhhh, das erinnert mich daran, wie ich gerauft habe, bis ich das panierte Ei perfekt zusammengebracht habe. Ich wollte es genau so, wie du es auch magst, nämlich dass das Eigelb flüssig ist. Was war ich danach stolz auf mich, als das geklappt hatte! Ich bin herumstolziert wie ein Gockel!

    • Bittesehr, hier der Link: http://turbohausfrau.blogspot.com/2012/02/gebackenes-ei-auf-chili-nuss-spinat.html
      Erfunden habe ich das auch nicht, aber gut abgeschaut von einer Haubenköchin, wie lange man das Ei genau vorkochen muss etc. Mit dieser Anleitung hat es dann sehr gut geklappt.

      Wenn ich nur wüsste, wo das war, in irgendeinem österreichischen Kochblog war eine Hommage ans Ei, da stand irgendwas, dass Eier, die einmal gegart wurden, später nicht mehr weitergaren. Ich hoffe, ich habe das richtig in Erinnerung. Das muss ich irgendwann ausprobieren, denn wenn das so stimmt, wäre es eigentlich egal, wie lange du das Ei dann im Teig bäckst.

      Und fluchen tu ich auch beim Kochen. Autofahren kann ich sowieso nicht leiden, also mach ich das dort auch.😉

    • Das ist ja fast schon revolutionär (wahrscheinlich wusste es die ganze Welt, nur ich nicht ;)), was Du mir hier berichtest! Elljas Beitrag muss ich verpasst haben!

      Das würde bedeuten: Ich könnte ein Weichei als Scotch Egg frittieren und anschließend nochmal im Muffinteig backen – ohne dass sich die Konsistenz des Eigelb verändert? Wage es kaum zu glauben, aber wenn es klappt ist es eine kleine Sensation!! Wird probiert!

  3. Mit Kühlschrank-Eiern geht es auch: sobald das Wasser zu kochen anfängt, den Herd ausschalten und das Ei nur gar ziehen lassen. Durch das langsame Garen ist der richtige Zeitpunkt des Entnehmens keine Sekundenfrage mehr. Ich mag es, wenn das Eigelb gar ist aber noch einen weichen Kern hat und wenn ich mich recht entsinne, ist das nach 10 Minuten Garziehen der Fall. Du müsstest also ein paar Minuten abziehen.

    Als herzhaften Kuchen durfte ich mal einen göttlichen Roquefort-Birnen-Kuchen bei einer Freundin essen. Das Rezept kam aus Paris aber beim Blogstöbern habe ich herausgefunden, dass es ein Kuchen nach Sophie Dudemaine sein könnte:
    http://gourmandisesvegetariennes.blogspot.de/2012/02/cake-mit-zucchini-und-ziegenkase.html

    Falls du nicht glücklich damit wirst, kann ich auch das Rezept besorgen… Liebe Grüße

  4. Wow! Ich bin tief beeindruckt! Ich liebe halb flüssiges Eigelb. Könntest Du die Versuchsreihe bitte noch mit Wachteleiern fortsetzen? Das wäre so ein schönes Fingerfood😀.

    Ach ja: ich fluche laut und leidenschaftlich. Sowohl beim Kochen als auch beim Autofahren.

    • du weißt, diese versuchsreihe habe ich nur deinetwegen gestartet!
      wäre eine option mit innen flüssigen wachteleiern – wenn du mich am rande des nervenzusammenbruchs sehen willst.🙂

  5. Könnte man das Ei nicht vielleicht einfrieren zum Backen? Ist dann vielleicht einfacher zu pellen und es wird nur warm und gart nicht mehr nach?
    Ich steck grad mitten in einem Umzug – alles ist in Kartons und es herrscht ein totales Chaos. Sonst hätte ich das gleich mal ausprobiert.
    Da wollen wir mal hoffen, dass sich bis Ostern Licht am Horizont zeigt. Ist doch ein prima Eierversteck :o)
    LG
    Susanne

    • susanne, hattest du schon mal geschrieben? ich befürchte, du bist mir versehentlich in die spam-tonne gerutscht…sorry.

      und danke für deinen vorschlag, werde ich gerne überdenken!

  6. Hallo,

    Coole Idee aber da lass ich lieber erst mal die Finger davon, denn ich hab in dem Sinne auch noch ganz viel work in progress (witzige Benennung in dem Zusammenhang :-D), ich nenne das bei mir immer ausbaufähig, und da gibt es auch einiges.

    Grüsse,
    Sarah
    .

    • Liebe Sarah, ausbaufähig klingt auch gut, oder „vom Ansatz gut, Umsetzung sch…“.
      Aber ich habe noch einen ganz heißen Tipp bekommen – die Serie geht auf jeden Fall weiter! Irgendwann.🙂

  7. Pingback: Eier verstecken…. « tomatenblüte

  8. Pingback: Herumeiern und verstecken | missboulette

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