Koreanische Teesorten_Part 3

Getrocknet:
Nok Cha (Grüner Tee), Hong Cha (Schwarztee), Gukhwa Cha (Chrysanthemen Tee), Omija Cha (Schisandra Tee), Gugija Cha (Gojibeeren Tee), Oksusu Suyeom Cha (Maishaar Tee)

Zu Nok Cha und Hong Cha selbst muss ich euch sicher nichts mehr erzählen. Die wichtigsten Teeanbaugebiete in Korea befinden sich einmal in der südwestlichen Provinz Jeolla-Do, genauer in Boseong, des Weiteren auf der größten und südlichsten Insel Jejudo. Eine Vulkaninsel mit subtropischem Klima, auch Hochzeitsinsel genannt, weil früher (und immer noch) viele Honeymooner dorthin verreisen. Von der Insel kommt der bekannte O’Sulloc Tee, der aber auch in Seoul (Insadong) in einem stylishen Tee-Showroom verkostet werden kann.
Die Chinesen trinken lauwarmen Grüntee stets zu fettigen Speisen, da er die Fettverdauung unterstützen soll. Grüner Tee ist aber auch ideal für den Sommer geeignet, weil er von innen kühlt (für Frostbeulen ist Grüntee daher nichts für den Winter), und kann wunderbar kalt getrunken werden. Dafür 3 Portionen zunächst nur mit einer Tasse Wasser (70-80 Grad) aufgießen und ziehen lassen. Sobald der Tee abgekühlt ist, in eine große Flasche (1,5 l) mitsamt den Blättern umfüllen und mit kaltem Wasser auffüllen. Im Kühlschrank aufbewahren und mind. 2-3 mal wieder auffüllen, sobald die Flasche halbleer ist. Etwas Zitrone nach Geschmack. Ein toller Wasserersatz im Sommer, da stark verdünnt.

Gukhwa Cha (aus Chrysanthemum indicum) hat ein sehr blumiges Aroma und die gelben, getrockneten Blüten werden mit heißem Wasser wieder leuchtend zum Leben erweckt, sodass man meinen könnte, frische Blüten in seiner Tasse zu haben.  2-3 Blüten reichen bei guter Qualität für eine Tasse aus und können wie Grüntee mind. 3-mal aufgegossen werden. Der dritte Aufguss soll sogar am besten schmecken. Hilft bei müden, angestrengten Augen.

Omija (Schizandra chinensis) oder die Frucht der 5 Geschmäcker habe ich bereits hier näher vorgestellt. Schmeckt säuerlich spritzig mit leicht herbem Abgang.

Gugija Cha aus der allmählich auch hier beliebten Gojibeere (Lycium chinensis) schmeckt leicht süßlich und hat ein leichtes Dattelaroma. Ich koche einige Beeren mit Wasser auf und trinke den Tee ungesüßt. Der Tee färbt sich hell orange-rot und ist sogar ohne Honigzusatz angenehm zu trinken (Rezept s.u.).

Oksusu Suyeom Cha ist schon seit einiger Zeit der Renner in Korea und den Tee gibt es industriell hergestellt in Trinkflaschen überall zu kaufen. Für den selbstgemachten Tee getrocknetes Maishaar mit heißem Wasser überbrühen und einige Minuten ziehen lassen. Schmeckt leicht süßlich mit dem typischen Maisaroma.

Hier noch ein Rezept.

Gugija Cha (2-3 Tassen):

  1. 15 g getrocknete Gojibeeren gut waschen und abtropfen lassen.
  2. Mit 600 ml Wasser in einem Topf auffüllen, aufkochen und Hitze reduzieren und ca. 40 min. köcheln lassen.
  3. Durch ein Sieb gießen und nach Bedarf mit Honig süßen.

Tipps: In Asien wird (Heilkräuter) Tee nie mit Metall in Berührung gebracht, sondern nur mit Glas, Porzellan oder Steingut. Ich nehme einen Porzellantopf zum Kochen.

Mehr Tee: Part 1 und Part 2

16 thoughts on “Koreanische Teesorten_Part 3

  1. Superinteressant, Dein Teesorten-Special! Ich muss ja leider gestehen, dass ich mich wenig bis gar nicht gut auskenne und ich manchmal eher mit nem Teebeutel in der Tasse auf dem Sofa sitze, anstatt ihn mir lose zu kaufen. Frevel, ich weiß. Gojibeeren habe ich mir mal über Monate jeden Morgen ins Müsli gerührt und darauf geschworen, dass sie der Gesundmacher schlechthin sind. Weiß gar nicht, warum ich letztendlich damit aufgehört habe, wäre mal wieder an der Zeit für ein Revival, vielleicht jetzt als Tee. Übrigens musste ich beim Lesen hieran denken, das habe ich vor ein paar Wochen mal entdeckt: http://www.etsy.com/listing/81628051/hello-lionel-richie-ritchie-teapot-tea😉

    • Genial;-) – sogar mein Lieblings(parodie)stück beim Karaoke…

      Ach, und frevelhaft ist was anderes…finde ich gar nicht schlimm. Für Tee braucht man wirklich Zeit, wenn es schnell gehen soll nehme ich auch Beutel.

  2. wie immer umfassende, gründliche und erstaunliche darstellungen, wundervoll! hast du denn so viele tees auf vorrat? wenn ich nicht so viel kaffee trinken würde, würd ich mehr tee trinken😉 nok cha fasziniert mich am meisten auch wenn die wertschätzung zT übertrieben ist. die mutter von einer freundin hatte mal einen für 1 mio won gekauft – vom jirisan und von mönchen gepflückt. welches teegeschirr magst du am meisten für nok cha? ich suche noch. mir gefallen japanische becher und chinesische teetische, vielleicht sollte ich ausnahmsweise mischen😉

    • Das muss „Ujeon“ die höchste Klasse gewesen sein. Sozusagen First Flush und nur von Hand gepflückt. Nok Cha wird in Korea streng nach dem Mondkalender geerntet. Und nur Blätter die vor einem bestimmten Tag geerntet werden (meist Mitte/Ende April) dürfen so genannt werden. Mein Nok Cha (koreanische Packung) im Bild ist so einer – aber nicht selbst gekauft, sondern ein Geschenk. Der Geschmack ist wirklich „anders“, aber für diesen kleinen Unterschied würde ich persönlich nicht soviel mehr zahlen…Die losen Blätter sind die chinesische Variante – auch ein Geschenk/Mitbringsel eines schweizer Geschäftspartners (die lieben Schweizer). Ich weiss zwar nicht wie viel der gekostet hat, aber der schmeckt mir persönlich sogar noch besser, sag das nicht weiter…

      Ich benutze klassisch koreanisches Teegeschirr – Dojagi. Die kleinen Tassen. So kommt man schnell in den Genuss der mehreren Aufgüsse. Falls Du noch in S. weilst – unbedingt am Namdaemun ein Set kaufen!!

    • danke dir für die infos! der begriff ujeon war mir gar nicht bekannt… die internetrecherche ergibt, dass der vorgenannte preis der kilopreis gewesen sein muss, also ist es doch nicht ganz so schlimm. ich würd mich aber auch auf den eigenen geschmack verlassen und sich edles eher schenken lassen🙂.

  3. Ich bin eine leidenschaftliche Teetrinkerin. Trotzdem ist mir koreanischer Tee bisher entgangen.Das wird sich, dank deiner Abhandlung ueber koreanischen Tee aendern. Ob mir Maishartee schmeckt, weiss ich nicht. Maishaar mag ich kurz frittiert zu Huhn, das mit Mais gefuettert wurde. Aber deinen genialen Tip fuer Gruentee im Sommer werde ich sicher beherzigen.

    • Maishaar auf Deine Weise muss ich aber auch mal probieren. Maishaar Tee wird in Korea als Diät-Tipp beworben – von der Industrie. Er soll zwar „entwässern“ aber die Diät-Wirkung darf in Frage gestellt werden. Einseitige Diäten sowieso.

      Aber er schmeckt, vor allem im Sommer. Im Winter mag ich lieber „einheizenden“ Tee.

  4. Die Fränzis sind grauenhafte Kaffeetrinker. Dabei kann man Tee wunderbar zur Zeremonie erheben und sich wirklich einen schönen Moment damit machen. Koreanischer Tee ist für mich völlig neu entdecktes Gebiet. Sehr infomativ!

    • Ich bin eigentlich auch eher Kaffee-Junkie, aber mittlerweile probiere ich mehr Tee, wie man sieht. Koreaner lieben es essbare/trinkbare Geschenke zu machen – da muss ich mich ja durchkämpfen…

  5. Pingback: Was Warmes für den Winter – Zitronentee und Ingwertee « Magentratzerl

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