Koreanische Teesorten_Part 2

In Honig eingelegt:
Yuja Cha (Yuzu Tee), Mogwa Cha (Quitten Tee), Daechu Cha (Jujube/Dattel Tee), Hongsam Cha (Roter Ginseng Tee)
Alle Sorten werden in hauchdünne Scheiben geschnitten und in Honig eingelegt. Sie sind alle ideale Wintertees.

Yuja Cha aus der Yuzu Frucht hat ein sehr erfrischend, zitroniges Aroma und die eingelegten Schalen werden mitgegessen. Dafür müssen sie sehr dünn geschnitten und mindestens einen halben Monat, besser länger, in Honig gezogen haben.

Mogwa Cha ist als Erkältungstee besonders bekannt, schmeckt süß-säuerlich und die Quittenscheiben sind knackig-fruchtig im Biss.

Daechu Cha wärmt von innen, ist aber gleichzeitig auch fiebersenkend. Hat ein intensives Dattelaroma, schmeckt sehr mild süß und sollte gerade deshalb auch Kindern schmecken.

Hongsam Cha aus der bekannten Ginsengwurzel ist eher als allgemein stärkende Medizin zu betrachten, da er wirklich sehr bitter schmeckt und keinen typischen Teegenuss vermittelt. Nur Wurzeln, die mind. 6 Jahre alt sind und nach der Ernte mind. 3-mal einem speziellen Dämpf- und Trocknungsvorgang unterzogen wurden, dürfen als Hongsam (Roter Ginseng) deklariert werden. Eine besondere Güteklasse, die durch das Verfahren das charakteristische, karamellige Aroma und die dunkle Farbe erhält – und vor allem voller konzentrierter Wirkstoffe ist. Der Tee wirkt bei Gesunden präventiv blutdruckausgleichend, sollte aber nicht bei sehr hohem Blutdruck, Fieber und akuten Erkältungen eingenommen werden, da er sonst die Symptome verstärkt. Auch Kleinkinder (unter 4 Jahren) sollten noch darauf verzichten. Soll bei Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit (kennen Foodies so was überhaupt?) und, weswegen ich mich immer zwinge und doch irgendwie nie durchhalte, auch gegen kalte Füße/kalte Hände helfen – also durchblutungsfördernd sein. Mir ist der Tee einfach zu bitter. Wer in Südkorea Ginsengtee, Ginsengwurzel oder jegliche Ginsengprodukte erwerben will, sollte auf das Label „Korea Ginseng Corporation“ achten. Ein staatliches Gütesiegel, das gleichbleibende Inhaltsstoffe und strenge Kontrollen garantiert.

Yuja Cha (Yuzu Tee) und Daechu Cha (Jujube/Dattel Tee) gibt es in marmeladiger Konsistenz in Gläsern abgepackt bei vielen asiatischen Händlern. Mogwa Cha (Quittentee) kann man im Herbst wunderbar selbst einlegen und während der Erkältungssaison peu à peu genießen. Hongsam Cha (Ginseng Tee) ist in guter Qualität hier schwierig erhältlich. Es gibt die günstigere pulverisierte Form in Tüten, aber die beliebteste Variante ist eine Art Hongsam-Essenz. Ein konzentrierter schwarzer Sirup, der mit heißem Wasser aufgegossen wird. Ein kleines Gläschen als Mitbringsel kostet ca. 80 Euro (Duty-Free) und macht euch schlagartig beliebt bei der beschenkten Person. Ich lege getrocknete rote Ginsengwurzeln (Hongsam) selbst in Honig ein und lasse sie mind. 2 Monate ziehen. Je nach Dicke der Wurzeln nochmals kurz kochen oder einfach mit Wasser übergießen. Die Wurzeln anschließend kauen.

Und hier kommt noch ein Rezept für Yuja Cha. Die Herausforderung wird sein echte Yuzus zu finden. Man kann sich mit einer Mischung aus Zitrone und Orange (unbehandelte Bioqualität versteht sich) aushelfen.

Yuja Cha:

  1. Yuja/Zitrone/Orange in hauchdünne Scheiben schneiden, mitsamt der Schale.
  2. Mit Honig im Verhältnis 1:1 in ein sterilisiertes Glas einschichten, d.h. abwechselnd 1 EL Frucht auf 1 EL Honig. Mit Honig luftdicht abschließen. Falls nach einigen Tagen die Fruchtscheiben zu weit oben schwimmen sollten, entnehme ich etwas Sirup, schichte neue Fruchtscheiben und Honig ein. Anschließend wieder mit Honig gut abdecken.
  3. Mindestens 15 Tage im Kühlschrank ziehen lassen. 2-3 TL Fruchtsirup mit heißem Wasser aufgießen. Nach Geschmack mit Honig versüßen (funktioniert exakt wie Mogwa Cha/Quittentee).
  4. Bei der Lagerung beachten: Die Oberfläche sollte gut mit Honig abgedeckt sein, sonst droht Schimmel.

Part 1 gab es gestern, Part 3 folgt morgen…

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21 Kommentare zu “Koreanische Teesorten_Part 2

  1. Dachte immer: Insam Cha ist gleich Ginseng Tee. Hongsam Cha war mir bis jetzt nicht bekannt. Danke für die wunderbare Erklärung. Den Yuja Cha trinke ich im Winter gerne warm. Im Sommer jedoch kalt mit etwas Sodawasser wie einen erfrischenden Eistee.

    • Ja, kalt so wie Du den zubereitest mag ich ihn auch.
      Insam Cha ist auch eher der Oberbegriff. Hongsam ist eindeutig die hochwertigere Variante und wie Du auch schon vermutet hast eher als stärkende „Medizin“ zuhause geläufig. In Teestuben weniger.

  2. Oh, bei diesem Post gerade ich ins Schwärmen. Mein zweiter Anlauf nach der Quitte, die aus dem Honig ragte und Schimmel gebar, war superb. (Wichtiger Tipp daher.) Zitrone und Apfelsine kamen hinein und dann der Honig. Ich habe den Tee einigen Gästen serviert in der Weihnachstzeit. Sie waren ausnahmslos hingerissen von dem intensiv süßen und frischen Aroma. Als ich meiner Schwester die einfache Zubereitung beschrieb verfiel sie in bewunderndes Schweigen. Ich plädiere für Weltkulturerbe! 🙂

    • Wunderbar – und ich bin Dir dankbar wegen des (Schimmel)Feedbacks damals!

      Ach, Korea ist reich an Weltkulturerbestätten (Haeinsa, Bulguksa, Sokkuram etc.) aber Tee tatsächlich noch nicht. Sollte man vorschlagen…:-)

  3. Pingback: Was Warmes für den Winter – Zitronentee und Ingwertee « Magentratzerl

  4. Das werde ich unbedingt auch versuchen, Zitronen und Orangen sind im Haus. Hab ich noch nie gehört und den Versuch Yuzu aufzutreiben werde ich in dieser ländlichen Gegend garnicht erst unternehmen- vielleicht mal in der Stuttgarter Markthalle wenn es mich dahin verschlägt. Dann gibt es wieder öfter wirklich feinen Tee auch zuhause- nur einrühren und fertig kommt mir gerade sehr gelegen.
    Hab hierher über Magentratzerl gefunden…..
    Grüßle
    Ninive

  5. Pingback: Ich hab ne Neue….. « ninivepisces

  6. Pingback: Gruß aus der Küche: Quitten-Tee – Mogwa Cha - Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein

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