More Tea_aber welchen?

Ich nehme die Liste natürlich wörtlich…


Katharina von Valentinas Kochbuch hatte mich vor ewig langer Zeit (war es letzten Winter?) nach einem Teerezept gefragt. So hat sie mich erst auf die Idee gebracht nicht nur Essen, sondern auch mal koreanische Tees vorzustellen – abseits der altbekannten „getrockneten Pflänzchen“, wie Katharina es so schön formulierte. Hier und hier habe ich etwas halbherzig begonnen, aber eine grobe Übersicht und kurze Einführung zu Teegenuss in Korea könnte vielleicht nicht schaden.

Davon gibt es nämlich viele, sehr viele um genau zu sein. Daher werde ich nur die bekanntesten bzw. beliebtesten Sorten kurz vorstellen, die auch ich mehr oder weniger regelmäßig trinke.

Tee wird in Korea (und Asien) weniger als Alltagsgetränk, sondern eher als präventive Medizin betrachtet. Je nach Jahreszeit, körperlicher Verfassung und nach individuellem Wohlbefinden werden einzelne Sorten gezielt eingenommen – und selten nach eigener Geschmackspräferenz. Daher wird keine der Teesorten über einen längeren Zeitraum einseitig und übermäßig konsumiert, weil deren Wirkung nicht unterschätzt wird. Aber jede Sorte kann selbstverständlich probiert werden frei nach der Devise: Weniger ist mehr.

Nur auf Bori Cha (Gerstentee) werden Koreabesucher öfter stoßen; das blassbraune Getränk, das selbst in jedem noch so kleinen Imbiss bereits fertig in Flaschen abgefüllt am Tisch parat steht. Kalt im Sommer, heiß im Winter. Gratis wohlgemerkt. Nun, Bori Cha soll verdauungsfördernd sein, also gibt es nichts zu befürchten. Der Geschmack ist nussig, was man von gerösteten Gerstenkörner erwarten kann, und ist vergleichbar mit Genmai Tee (Grüntee mit geröstetem Reis – auf Koreanisch Hyunmi Nok Cha).

Hier einige Teesorten im Überblick, die ich wieder in einer kleinen Trilogie näher vorstellen werde:

1. Geröstet – ganz oder gemahlen:
Yulmu Cha (Adlay Tee), Bori Cha (Gersten Tee), Oksusu Cha (Maistee), Gyeol Myong Ja Cha (Cassia Tora L)

2. In Honig eingelegt:
Yuja Cha (Yuzu Tee), Mogwa Cha (Quitten Tee), Daechu Cha (Jujube/Dattel Tee), Hongsam Cha (Roter Ginseng Tee)

3. Getrocknet:
Nok Cha (Grüner Tee), Hong Cha (Schwarztee), Gukhwa Cha (Chrysanthemenblüten Tee), Omija Cha (Schizandra Tee oder Five Flavour Tea), Gugija Cha (Gojibeeren Tee), Oksusu Suyeom Cha (Maishaar Tee)

Und los geht’s:

Koreanische Teesorten_Part 1


Geröstet – ganz oder gemahlen:
Yulmu Cha (Job’s Tears Tee), Bori Cha (Gersten Tee), Oksusu Cha (gerösteter Maistee), Gyeol Myong Ja Cha (Cassia Tora L)

Yulmu Cha (Adlay, Job’s Tears oder Hiobsträne) gilt als Schönheitstee für Frauen, weil er für eine schöne Haut und besonders reinen Teint sorgen soll. Aber nur die selbstgemachte Variante aus frisch geröstetem Getreide, ähnlich Bori Cha, würde ich als Schönheitstrank empfehlen. Yulmu Cha als Fertigprodukt ist dagegen mit Milchpulver versetzt, ist dennoch sehr beliebt und sogar überall an koreanischen Trinkautomaten als Kaffeealternative erhältlich. Neuerdings werden zusätzlich verschiedene Nüsse angereichert, alles zu einem hellen Pulver vermahlen, das man schließlich mit Wasser aufgießen kann. Dementsprechend entsteht daraus ein sehr cremiger Tee, der vom Geschmack an eine gute sizilianische Latte di Mandorla erinnert. Geschmacklich sehr zu empfehlen, aber das Fertigprodukt ist auf Dauer nichts für die schlanke Linie.

Bori Cha und Oksusu Cha sind am alltäglichsten unter den Teesorten und werden, sehr dünn aufgebrüht, anstelle von Wasser getrunken. 1-2 EL getrocknete Körner werden kurz kräftig geröstet und anschließend mit viel Wasser (mind. 5 l) aufgekocht.

Gyeol Myong Ja Cha wird auch sehr dünn aufgebrüht. Geschmacklich konnte ich keinen nennenswerten Unterschied zu Bori Cha feststellen. Dieser Tee soll blutdrucksenkend sein und hilft als Abführmittel. Da er kühlt und ich tendenziell eher friere, vermeide ich diesen Tee in der kalten Jahreszeit. Ansonsten 20 g der kleinen Samen auf 600 ml Wasser eine halbe Stunde leise köcheln lassen. Nach Bedarf weiter verdünnen und/oder mit Honig trinken.

Part 2 und 3 gibt es morgen und übermorgen. Stay tuned!

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9 Gedanken zu “More Tea_aber welchen?

  1. Erzählst du uns auch etwas über koreanischen Ginseng Tee (insam cha)?Was sind Qualitätsunterschiede? Ich habe das Gefühl, der Tee wird mehr exportiert als von den lokalen Leuten getrunken. In Restaurants in Korea wird er nicht so oft angeboten. Vieleicht nur privat zuhause (als Medizin) getrunken?? – Freue mich schon part 2 und 3 zu lesen!! Danke

  2. Im Stillen hatte ich darauf gewartet. Interessant ist, dass ich mittlweile 4 koreanische (engl.) Kochbücher in meinem Regal stehen habe, aber keines geht auf die Tees ein. Hm. Drucke Deine Posts nun aus und “hefte” ab.

    • Und endlich gepostet. Habe ehrlich gesagt gleich nach Deiner ersten Anfrage angefangen. Und endlos hingen sie in der Schleife…wollte dann im Sommer loslegen und habe mich doch für die hier übliche Teesaison entschieden. Sieht zwar vll nicht oft danach aus, aber manchmal plane ich vor. ;-)

  3. Pingback: Was Warmes für den Winter – Zitronentee und Ingwertee « Magentratzerl

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