Som Tam_Salat mit grüner Melone statt Papaya und Wasserfenchel

Manchmal schenkt Dir das Leben nicht Zitronen (was in diesem Fall zu tun wäre wisst ihr hoffentlich – Simone hat bereits vorzüglich vorgelegt), sondern ziemlich geschmacklose Melonen. In meinem Fall koreanische, zitronengelbe Exemplare auf die ich mich sehr gefreut hatte, und mich daher umso mehr enttäuschten.

Normalerweise sind diese faustgroßen Früchtchen, die man einfach mit einem Sparschäler schälen kann und mitsamt den kleinen Kernen isst, honigsüß mit einem intensiven Melonenaroma, dabei knackig im Biss. Probiert sie aus, falls sie euch mal begegnen sollten, und ich wünsche euch mehr Geschmacksglück als ich es hatte.

Zumindest waren sie noch crisp. Der einzige Grund, der sie vor dem drohenden Mülltod bewahrte (man versucht ja sein Bestes, wenn ein Valentin Thurn noch zusätzlich auf dem eigenen Gewissen thront). Also, nicht Trübsal blasen – fröhlich stampfen!

Zack, zack ist dieser Salat gestampft, so schnell konnten meine dazu gereichten Glasnudeln gar nicht quellen. Vielleicht 10 Minuten? Ok, mit Schälen und Aufräumen nebenher (bin leider der penetrant nervige Parallel-Aufräumer-Kochtyp) ein bisschen mehr – unwesentlich.

Ob laotisch, thailändisch, vietnamesisch oder wie auch immer, letztendlich läuft es immer auf einen hocharomatischen, süß-sauer-scharf-salzigen Salat mit grün-roten Farbakzenten hinaus, der die Sinne schärft (danach kann ich sogar besser hören). Bei mir nie mit Möhre, aber gerne mit Tomatenspalten. Grüne Bohnen waren auch anwesend, nur dem Zeitdruck geschuldet blieben sie außen vor, genauso wie getrocknete Shrimps, die irgendwo im Kälteschlaf vergeblich auf ihren Einsatz gewartet haben. Stattdessen habe ich einfach etwas Saeujeot in der Pfanne geröstet und dafür die Fischsauce leicht reduziert. Als Experiment kam Minari – oft koreanische Wasserkresse genannt, richtiger wohl Oenanthe javanica oder asiatischer Wasserfenchel – hinzu. Nur die Blätter, nicht die Stängel, die eigentlich für den intensiv seifigen, leicht metallenen Geschmack verantwortlich sind.

Grob habe ich mich an dieses Rezept gehalten, aber die Knoblauchmenge natürlich radikal reduziert…wer mutig ist kann sich ganz danach richten.

Grüner Melonensalat nach Som Tam Art

adaptiert von 3 hungry tummies

Zutaten für 4 Portionen (Beilage):

3 kleine koreanische Melonen, unreif – notfalls 2 Kohlrabi (Original: mittelgroße grüne Papaya)

2 Tomaten (Original: zusätzlich grüne Schlangenbohnen)

2 rote Thaichilis (Original: 6-10!!)

2 grüne Chilis (mittelgroß und mittelscharf)

1 TL Saeu Jeot (Original: handvoll getrocknete Shrimps)

2 Knoblauchzehen (Original: 5)

2 EL Zucker

2 EL Fischsoße

½ – 1 Limette, Saft

2-3 EL geröstete Mandelstifte (Original: handvoll Erdnüsse)

meine Option: 4-6 Stängel Minari, nur die Blätter

Zubereitung:

  1. Melonen schälen, bei diesem Salat mit Löffel entkernen (sonst sind sie essbar). In Julienne schneiden oder raspeln. Tomaten halbieren, entkernen und in sehr dünne Spalten schneiden.
  2. Evtl. noch Nüsse ohne Fett rösten, falls nicht parat. Saeu Jeot trocken rösten. Alles beiseite stellen.
  3. Knoblauch schälen, Chilis in Ringe schneiden und beides mit Zucker zusammen in einem Mörser stampfen. Geröstetes Saeujeot dazu geben, weiter stampfen. Geraspelte Melone (Kohlrabi/Papaya) und ca. 1 EL Tomatenspalten dazu und nun vorsichtig mit einem Holzstößel stampfen, eher drücken. Meine Melonen waren doch so saftig, dass ich kaum mehr gestampft habe.
  4. Mit Fischsoße und Limettensaft kräftig abschmecken.
  5. Alles mit restlichen Tomatenspalten und abgezupften Minariblättern in eine große Schale geben und kurz ziehen lassen. Evtl. nochmals alles süß-sauer-scharf-salzig abschmecken.
  6. Kurz vor dem Servieren geröstete Nüsse über den Salat streuen.

Tipps: Chilis natürlich nach Geschmack adaptieren. Die o.g. genannte Menge war für mich schon recht scharf, aber noch halbwegs als angenehmes Prickeln erträglich. Im Original wird alles zusammen gestampft, auch die Bohnen und die Tomaten. Aus optischen Gründen lasse ich die Tomatenspalten lieber ziehen.

Ich habe den Salat auf dünnen Glasnudeln serviert. Dann sollte man sie vor der Salatzubereitung in heißem Wasser einweichen, und wenn der Salat fertig ist abtropfen lassen – die Zeit reicht perfekt. Sehr kräftig abschmecken, da die Nudeln noch Geschmack ziehen.

2 thoughts on “Som Tam_Salat mit grüner Melone statt Papaya und Wasserfenchel

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