Sojasauce-Balsamico-Chili Pickles_Gochu Jangachi

Nee, meine eigenen Chilifrüchtchen sind leider immer noch nicht so weit bzw. werden es dieses Jahr auch zu nichts mehr bringen. Aber wer mehr Glück hat und reichlich Chilis erntet oder wer einfach wahnsinnig frischen, fleischigen Exemplaren auf dem Markt begegnen sollte – der/die sollte dies hier ausprobieren.

Jangachi ist die typische koreanische Methode Chilis oder jedes andere Gemüse, Blätter und sogar Obst wie z.B. unreife Melonen haltbar zu machen. Die koreanische Form des Einlegens. Entweder „trocken“ in fertige Gewürzpaste wie Gochujang bzw. Doenjang oder wie hier in Flüssigkeit – mit Sojasoße, Zucker, Essig – süß-säuerlich abgeschmeckt.

Jangachi-Rezepte gibt es viele und variieren stark. Einige nehmen Alkohol (Soju) und Sojasoße im Verhältnis 1:1 und gießen einfach kalt auf. Einige übergießen das Gemüse mit der noch kochend heißen Flüssigkeit. Die Haltbarkeit (der Sinn der ganzen Sache) hängt aber nicht (nur) vom Alkohol oder dem heißen Überbrühen ab, sondern ob und in welchem Intervall man die Flüssigkeit zwischendurch immer wieder aufkocht. Man kann jedes Gemüse – sauber gewaschen und trocken getupft, ist klar – einfach in eine fertige Würzflüssigkeit reinstopfen, roh wie es ist. Nur sollte nach 2 Tagen, wenn durch den Salzgehalt bereits Saft aus dem Gemüse ausgetreten ist, die Flüssigkeit abgeseiht und separat aufgekocht werden. Abgekühlt soll sie wieder zum Gemüse gegeben werden. Diese Prozedur 2-3-mal wiederholen (je nach frischer Gemüsemenge), und das Zeug hält sich ewig. Eventuell alle 6 Monate zwischendurch nochmals aufkochen und es hält länger als ewig.

Auf diese Art kann man sogar in einem großen Topf verschiedene Gemüsesorten reinschichten – ein Rumtopf auf die salzige Art sozusagen. Klasse nicht?

Und das alles erzählt euch eine eingefleischte Nicht-Einmacherin, die bisher noch nie Marmelade gekocht hat (zu heiß für die Finger), nur fremdgemachten Holundersirup und Brombeersirup auf dem Regal stehen hat (zu blau für die Finger) und grundsätzlich keine große Affinität zum Thema Konservieren hat (zu überhaupt für die Finger). Bis jetzt. Meine Beichte. Ich gelobe Besserung.

Woher ich das alles trotzdem weiß? Ich habe meine ganz persönliche Küchenfee (eigentlich ein Engel ohne Flügel) befragt, die mir geduldig antwortete und mir sogar den entscheidenden Geheimtipp mit auf den Weg gab: Balsamico paart sich mit Sojasoße gerne.

Chili Pickles_Gochu Jangachi

Zutaten:

Sojasoße:Wasser:Essig:Zucker

1:1:1:1/2 (wegen der Balsamico-Süße, bei anderen Essigsorten mehr Zucker verwenden)

Menge nach Gemüsemenge richten – Gemüse sollte komplett bedeckt werden

Zubereitung:

  1. Würzzutaten zusammen aufkochen und 5 min. kochen lassen, komplett abkühlen lassen.
  2. Chilis waschen, trocken tupfen, mit Küchenschere Stielende sauber abschneiden und mit einem Zahnstocher 2-3 mal der Länge nach einstechen. Evtl. Handschuhe tragen, wenn die Chilis sehr scharf sind.
  3. In einem Glasbehälter das Gemüse schichten und die erkaltete Flüssigkeit dazugeben. Mit einem schweren Teller/Schale beschweren, dass das Gemüse komplett bedeckt bleibt.
  4. Nach 2 Tagen die Flüssigkeit abseihen, Gemüse beiseite stellen und nur die Flüssigkeit nochmals ca. 5 min sprudelnd kochen. Abkühlen, aufgießen und wieder 2 Tage ziehen lassen. Diese Prozedur insgesamt 2-3 mal wiederholen. Teller beschweren nicht vergessen.
  5. Dunkel aufbewahren und nach ca. 15 Tagen probieren. Evtl. länger stehen lassen oder essen. Die Schärfe sollte halbwegs verflogen und die Schoten komplett dunkel durchgezogen sein.

Tipps: Ich mag Jangachi lieber etwas süßlich und das Verhältnis ist nach meinem Geschmack. Natürlich kann ruhig adaptiert werden. Um das individuell richtige Verhältnis herauszufinden, empfehle ich, vorher das Mischungsverhältnis zunächst nur mit einem EL auszuprobieren. Der Geschmack den ihr kostet bleibt als Grundwürze.

Und weil es so schön war, habe ich auch gleich Gemüsezwiebel eingelegt. Die liebe ich, weil sie knackig und crisp im Biss sind – oder „asag, asag“ wie es auf Koreanisch heißt. Übrigens, eingelegte Zwiebeln sind tolle Begleiter zu pikanten Pfannkuchen und die Jangachi-Flüssigkeit kann gleich als Dip dazu serviert werden.

4 thoughts on “Sojasauce-Balsamico-Chili Pickles_Gochu Jangachi

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