Schnell gedünstete Zucchini mit Gochugaru

Ich weiß. Bin viel zu spät dran. Sie hat sich gut vor mir bzw. vor euch versteckt. Also noch schnell, schnell: 조선호박 Chosun (ch ausgesprochen wie das englische j) Hobak. Eine koreanische Zucchinisorte in Kugelform mit leicht gelbem Fruchtfleisch und süßlicher Note (beim koreanischen Asiahändler eures Vertrauens sicherlich erhältlich). Ich bilde mir ein, dass sie nussiger schmeckt – einfach mehr Power hat, sofern eine Zucchini überhaupt über Power verfügen kann.

Ich muss Evi beipflichten, auch ich fahre auf dieses Gemüse mit dem unscheinbaren Geschmack ab. Wieso denn bloß? Vielleicht weil Zucchini nach dem Erhitzen so wunderbar süßlich saftig schmeckt, oder weil sie so wandelbar ist? Egal wie, ich stehe darauf. Sogar vor den zarten Blättern incl. Stängel mache ich keinen Halt. Die Blätter werden gedämpft, die jungen Blatttriebe geschnitten und mit viel Doenjang (Miso) zu einer rustikalen, dicklichen Soße gekocht. Zusammen als Ssam Bap (gewickelter Reis) ein Genuss. Und das Schälen der Stängel ist ganz nebenbei eine absolut meditative Angelegenheit. Würde ich jedem Choleriker empfehlen. Zucchini helfen also auch mental.

Einen Sommer lang habe ich mir das besagte Gemüse bereits morgens zum Frühstück mit Hirse oder Couscous reingezogen – und das, obwohl ich eigentlich eine passionierte Nichtfrühstückerin bin. Wenn schon, dann richtig.

Nur auf die süße Art als Zucchinikuchen wurde, zwar immer wieder bestaunt, noch nicht erprobt. Irgendwas in mir sträubt sich noch dagegen. Klingt höchst exotisch für mich – noch.

Wie bereits ab und an erwähnt, mag ich sie am liebsten in 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten, leicht gesalzen, mehliert, durch verquirltes Ei gezogen und in der Pfanne goldgelb ausgebacken – Hobak Jeon. Noch warm und ganz leicht in Sojasauce gedippt fast besser als Tempura.

Ansonsten aber auch so – warm und pikant gedünstet, klappt selbstverständlich notfalls mit „normalen“ Zucchinisorten. Ein schnelles Rezept für eingefleischte Zucchinigegner, die ihre Meinung revidieren wollen. Wässrig und fad – keine Spur!

missboulette’s gedünstete Zucchini mit Gochugaru

Zutaten für einen kleinen Topf:

1 Zucchini, mittel

½ Zwiebel, mittel

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

1 TL Gochugaru

1 EL ÖL

etwas Wasser

Salz nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Zucchini waschen, halbieren und in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und ebenfalls in Scheiben schneiden.
  2. Das Gemüse mit Gochugaru, Knoblauch, Öl in ein Topf geben, ca. 1cm hoch Wasser aufgießen und mit 2-3 Prisen Salz vorwürzen. Mit geschlossenem Deckel aufkochen, vorsichtig umrühren, Hitze runterschalten und weitere 2-3 Min. dünsten. Sie sollten noch Biss haben. Zum Schluß evtl. mit wenig Salz nochmals abschmecken. Warm servieren.

Tipps: Statt mit Salz kann man auch mit Saeu Jeot (eingelegte Babyshrimps) würzen oder statt Wasser etwas Fleischbrühe verwenden. Schmeckt folglich insgesamt kräftiger. Weiterhin kann man auch mehr Wasser verwenden (dann bis zur Hälfte aufgießen) und dieses Gericht anstelle einer Suppe servieren. Ideal, wenn man keine Zeit/Lust hat, um eine Suppe separat zu kochen und trotzdem etwas „Flüssigkeit“ zum Reis haben will.

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6 Kommentare zu “Schnell gedünstete Zucchini mit Gochugaru

  1. Ich liebe Zucchini auch – neulich habe ich einen Zucchinikuchen gebacken, der war ganz fantastisch. Er hat überhaupt nicht nach Zucchini geschmeckt, war aber herrlich saftig. Trau Dich ruhig 🙂

  2. Ich bin auch ein Zucchini-Fan, aber das weisst du sicher schon. Die obige Sorte habe ich noch nie gesehen und werde sie hier wohl auch nie antreffen. 😦

    • Nicht die Mundwinkel nach unten hängen lassen, dafür habt ihr andere Leckereien. Bei Margit habe ich gesehen, dass die Mispeln, oder bei euch ja Nisperos, quasi um’s Eck gedeihen! Beneidenswert, hier bekommt man glaube ich nur türkische oder ich hab‘ sie verpasst.

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