Gun Mandu_Gebratene Mandus auf die Schnelle

klappen nur, wenn man vorher fleißig war und einen Vorrat im Tiefkühler hat. Dann morgens entnehmen, abends mit 2 EL Öl in die Pfanne hauen und kurz von allen Seiten goldbraun braten. Für den unerlässlichen säuerlichen Dip (nur so schmeckt’s wirklich) Sojasauce mit (Apfel)Essig abschmecken, evtl. Gochugaru und Sesamkörner rein – greifen, dippen, aufessen. Und mit wohlgefülltem Gun Mandu-Bauch sich zurücklehnen.

Fast Food für Foodies – und meine Lösung bei Kochunlustigkeit. Nicht nur als Mahlzeit, sondern auch als Snack zwischendurch bei Verfressenheit zu empfehlen. Dieser „sibirische“ Sommer stiftet ja dazu an…

Mein Grundrezept Mandu ist auf Vorratshaltung ausgerichtet. Also, nichts wie los! Sommerliche Gefühle dabei verspricht zumindest mein Sommerlied 2011 aus der Arte-Reihe Summer of Girls: Eliza Doolittle’s Version eines Klassikers – fast besser als das Original. Was meint Ihr?

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buttrig, zuckrig nach Omas Rezept_Schuedi von Paule

Mit Oma ist natürlich die Oma von Paule gemeint, meine eigene Oma/Halmonie hätte mit Hefeteig eher dieses hier gezaubert.

So schnell kann es manchmal gehen: am Donnerstag dank Facebook fast gesabbert, Freitag emsig notiert, gestern ungeduldig nachgebacken und sofort zur Hälfte aufgegessen, heute nun verbloggt – und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Hälfte gleich, gleich. Paule meinte, dass Schuedi – die luxemburgische Version eines Butter-Zuckerkuchens – noch bis zu 2 Tagen gut sei. Beweis? Stimmt!

Ich versuche zwar immer wieder meinen Weißmehlkonsum peu à peu einzuschränken, aber bei flaumigem Hefeteig jeglicher Art werde ich stets schwach, undiszipliniert, nahezu willenlos.

Mein Schuedi ist leider keine Fotoschönheit geworden wie das Original – ich schiebe das auf meine Ungeduld den lieben Hefekulturen gegenüber, hätte ihnen mehr Zeit und Wärme schenken sollen – aber lecker allemal und vor allem ein minimalistisches Sonntagssüß (diesmal bei der Julie). Butter, Zucker, Hefe, was will man mehr? Das Rezept gibt es natürlich drüben bei Paules Ki(t)chen. Nachbacken, ja, aber bitte etwas schöner als mein Schrumpelexemplar. Gier und Kälte musste ja bestraft werden.

Gerösteter Algensalat in Sojasaucendressing_Parae muchim

Parae, hier Meersalat, Meerlattich oder Ulva genannt, ist eine Untersorte der Seealge. Frisch, grün, glitschig und nass kann man sie in Korea überall kaufen. Bei uns gibt es meist nur die getrocknete Variante – manchmal je nach Hersteller auch als Doljaban (Dol=Stein) deklariert, weil man sie ursprünglich von Steinen/Felsen geerntet hatte. Sie sind in dunkelgrünen bis violett-schwarzen Blöcken erhältlich, die man sehr leicht auseinanderreißen kann. Auf die Farbe sollte man achten, im Gegensatz zu Gim (Nori) ist hier ein violetter Farbstich ein Qualitätsmerkmal. Parae ist sozusagen die volumige Schwester von Gim (aka Gim/Nori) – der relativ unbehandelte Zustand bevor die losen Algen papierdünn gepresst und getrocknet werden. Hier noch mal ein kurzer visueller Überblick über die verschiedenen Algensorten in getrockneter Form:

Im Vordergrund Parae_Meerlattich, dann im Uhrzeigersinn Gim_Nori, Miyeok_Wakame und 2 verschiedene Sorten Dashima_Kombu. Die dünne Sorte ist zum Frittieren und die dicke „normale“ Sorte für Brühe oder Suppe.

Parae Muchim (oder Doljaban Muchim) ist eine typische Sommerbeilage angesichts der Hitze und Schwüle eines koreanischen Sommers, bei der andere Lebensmittel und Beilagen schnell verderben können. Getrocknete Algen sind in dieser Hinsicht ziemlich unempfindlich. Wer Gim aka Noriblätter mag, wird diese Beilage (Banchan) hier erst recht mögen – nussiger Algengeschmack, Sojasauce, würziges Sesamöl und ein Hauch von Chili in Form von Gochugaru. Eine salzig würzige Meeresbrise auf dem Teller.

Gerösteter Algensalat in Sojasaucendressing_Parae Muchim

Zutaten für eine große Banchanschale:

25 g Parae, getrocknet (ca. eine große Hand voll)

1 EL Sojasauce

1 TL Gochugaru

½ TL Zucker

1 EL Sesamöl, dunkel

1 TL Sesamkörner, geröstet

1 EL Wasser

etwas Schnittlauch oder Lauchzwiebel in Ringen

1 kleine Knoblauchzehe, fein zerrieben

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten bis auf Parae in einer breiten Schale miteinander vermengen. Parae zunächst auf hellem Untergrund grob zerbröseln und evtl. Fremdkörper entfernen. In einer Pfanne ohne Fett (!) kurz rösten (verstärkt den nussigen Geschmack).
  2. Zum fertigen Dressing geben und gut mit der Hand vermengen und ca. 15 min ziehen lassen. Als Banchan servieren und im Kühlschrank aufbewahren.

Tipps: Das zusätzliche Rösten ist meine Art der Zubereitung, kann übersprungen werden, wenn es schneller gehen soll. Je salziger ein Banchan, desto kleiner ist die Serviermenge. Dieses Rezept funktioniert notfalls auch mit Noriblättern und ist ideal geeignet, um eventuelle „alte“ Reste aufzubrauchen. Dafür die Blätter kurz rösten und dann erst verkrümeln.

Frische Parae werden süß-sauer mit Essig abgeschmeckt, ähnlich wie Miyeok Muchim (Wakame Salat).

Die Frucht der Fünf Geschmäcker_Omija

Das dritte Mal in Folge etwas Rotes. Diesmal ein Getränk oder Tee/Hwachae, wie man eben will, aus der fast schon magischen Frucht 오미자Omija (Schizandra chinensis).

Omija – oder die Frucht der 5 Geschmäcker – ist seit jeher wegen der intensiv roten Farbe beliebt und wurde daher oft dazu verwendet Lebensmittel oder Reiskuchen damit zu färben. Man sagt ihr nach, dass sie gleichzeitig süß, sauer, scharf, salzig und bitter schmecke, wonach sie benannt ist (오=Fünf). Der Tee schmeckt aber vornehmlich sauer mit einem leicht herben Abgang und sollte daher nicht zu stark konzentriert aufgegossen werden.

Ihrem vielseitigen Geschmack zufolge sagt man ihr in der TCM eine ebenso breite Wirkung nach. Traditionell wird Omija oft bei Beschwerden wie Schlaflosigkeit und abnehmender Gedächtnisleistung angewendet und gilt nebenbei als Aphrodisiakum. Nur Schwangere sollten den regelmäßigen Konsum meiden. Hier kann man mehr über die exakten Inhaltsstoffe erfahren, und wer einmal kosten möchte –  es gibt unzählige Angebote allein im Netz u.a. auch in Bioqualität. Die besten koreanischen Omija-Beeren stammen aus der Stadt Mungyeong, die sogar mit einem Omija-Festival aufwarten kann. Die Gegend rund um Mungyeong (ca. 2 Stunden von Seoul) ist sehr malerisch vor Berghängen gelegen und ist schon allein deswegen sehenswert.

Man kann Omija heiß als Tee aufkochen oder einen kalten Auszug daraus gewinnen und ein Omija Hwachae zubereiten – mein Sommergetränk dieses Jahr. Spritzig, säuerlich, durstlöschend.

Dieses spezielle Rezept habe ich aus einem TCM Kochbuch (leider nur auf Koreanisch), aber Omija Hwachae ist ein sehr verbreitetes altes Rezept, das bereits vor einigen Jahrhunderten als Erfrischung/Sommerpunsch diente. Ursprünglich mit floral ausgestanzten Nashistückchen und einigen Pinienkernen adrett garniert – bei mir gibt es mal wieder die Version „ohne alles“, sogar ohne Zucker.

Omija Hwachae

Zutaten:

50 g Omija-Beeren, getrocknet

240 ml Wasser, abgekocht und abgekühlt

und zusätzlich 2 l Wasser (grob 8-fache Wassermenge zusätzlich)

Zubereitung:

  1. Die Beeren gründlich waschen und evtl. Fremdkörper entfernen. Mit dem abgekochten und abgekühlten Wasser in einer Schale übergießen und 24 h ziehen lassen.
  2. Durch ein Tuch/Filterpapier geben, dabei die Beeren kräftig ausdrücken und den kalten Auszug in Glasflaschen geben. Mit 2 l frischem Wasser auffüllen und verdünnen. Im Kühlschrank aufbewahren – hält mindestens eine Woche.
  3. Nach Geschmack kann natürlich mit Honig oder Zucker (besser Läuterzucker) gesüßt werden. Evtl. mit dünnen Birnenscheiben und Pinienkernen garnieren und eiskalt servieren.

Tipps: Ich fülle nur mit 1 l Wasser zunächst auf und verdünne jeweils beim Trinken weiter mit der doppelten Menge Wasser. So spare ich Flaschen und Platz im Kühlschrank. Außerdem kann so das Konzentrat individuell reguliert werden.