Blanchierter Spinat in Sesamdressing

Etwas für Puristen. Ziemlich einfach, unkompliziert und eine kalte Küche. Die leichte Süße des bissfest blanchierten Spinats harmoniert perfekt mit der weichen, satten Nussigkeit des Sesamöls. Dazu noch frisch zerriebener Knoblauch und sehr feine Lauchringe für einen leichten Schärfeakzent – das war’s, mehr nicht. Diese simple Spinat-Beilage (시금치나물 Sigeumchi Namul) zählt zu Namul und man isst sie dementsprechend kalt. Nicht nur an heißen Tagen eine meiner Namul-Favoriten – schon seit meiner Kindheit. Mir blieb glücklicherweise der teilweise traumatische Kontakt zur braun-grünen Pampe aus der Packung (mit oder ohne Blubb) erspart. Folglich, keine Angst vor Spinat – ganz im Gegenteil. Seit über 3 Wochen könnte ich mich nur davon ernähren. Irgendwas scheint meinem Körper zu fehlen.

Das wichtigste an diesem schlichten Rezept ist die Qualität des Sesamöls. Je besser (also intensiver) das Öl, desto besser schmeckt das Gericht. Logisch. In diesem speziellen Fall ist kaltgepresst nicht erstrebenswert. Dunkel, fast rauchig geröstet und anschließend sofort abgefülltes Öl offenbart erst die volle Palette des würzig, nussigen Sesamaromas. Also, bitte nicht in die Pseudoexotik-Abteilung eines Supermarktes, sondern in den Asialaden sich begeben. Die dunklen reinen Sesamöle gibt es leider nur dort; noch besser schmeckt’s natürlich selbst gepresst. Auch logisch.

So einfach und so gut, probiert es aus. Die meiste Arbeit macht eher das Säubern.

Blanchierter Spinat in Sesamdressing_Sigeumchi Namul

Zutaten:

400 – 500 g frischer Blattspinat oder Wurzelspinat je nach Saison

1 EL Sesamkörner, geröstet

2-3 EL dunkles Sesamöl

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

Salz nach Geschmack

optional

Lauchzwiebeln, feine Ringe

Zubereitung:

  1. Evtl. Wurzeln und welke Blätter entfernen und mehrfach im Wasser durchspülen, gut säubern. Kurz abtropfen lassen. In einem großen Topf Salzwasser sprudelnd kochen und den Spinat hinzugeben. Sobald das Wasser wieder aufkocht den Spinat einmal wenden und wieder aufkochen lassen (je ca. 1-2 min).
  2. Wasser abschütten, Spinat sofort in kaltes Wasser geben und abschrecken. Gut (aber vorsichtig) in den Händen ausdrücken, mit dem Messer grob zerteilen. Mit allen weiteren Zutaten mit der Hand gut vermengen. Mit Salz abschmecken. Nur einzelne Tischportionen entnehmen und servieren. Die restliche Menge hält sich so einige Tage im Kühlschrank.

18 thoughts on “Blanchierter Spinat in Sesamdressing

  1. Hatte sowas ähnliches letztens beim Lieblingsjapaner in Berlin, fand es wirklich großartig! Werde das mal ausprobieren, hört sich sehr simpel und nachbastelbar an🙂

    • Kann ich für Deine Bentos nur empfehlen. Und ja, auch beim Japaner bestelle ich sie ab und zu, aber das japansiche Sesamöl ist etwas heller als der koreanische und geschmacklich weniger intensiv. Meines Wissens würzen sie auch mit Sojasauce. Ich finde der Geschmack bleibt „reiner“, wenn man mit Salz würzt und dem Sesamöl den Vortritt lässt.

  2. hab auch mal sowas „auf japanisch“ (ein Japaner hätte vermutlich gefragt „was ist das?!“) gemacht – dieses Rezept klingt auch perfekt und sooo schöööön einfach! Coll! Muß nachgemacht werden!

  3. Bin durch und durch Puristin, also immer her damit!😉

    Damit die Leserschaft nicht zu viele Probeflaschen anbrechen muss sei eine Markenempfehlung erlaubt – Ottogi (bzw. einfach das teuerste koreanische Sesam-Öl nehmen, wobei teuer bei koreanischen Produkten nie wirklich teuer ist).

    @ Aniko: wäre mir neu, dass auch Japaner Namul zubereiten. Vielleicht war es ein crossover-menu?🙂

    • Wußte ich doch. Deine Empfehlung ist auch meine Empfehlung (unter Reiter: Shoppingguide der koreanischen Gewürze)😉
      Beim Japaner habe ich sehr oft einen ähnlichen Spinat gesehen, die nennen es sicher nur nicht Namul. Die würzen ihn aber auch etwas anders, mit Sojasauce und manchmal sogar Mirin.

    • Habe mich mal über Karen Elson schlau gemacht, danke für den Tipp, bei singenden Models musste ich ja unweigerlich an Carla Bruni denken (obwohl ich ihre erste Platte nicht schlecht fand)

    • Ich hab’s in der Form noch nicht probiert, sollte aber schmecken. Ich beneide Dich um dein Mangold!! Ach ja, wegen Deiner Zucchini-Schwemme, hast Du sie schon mal so probiert: in ca 5mm Scheiben schneiden, leicht salzen, mehlieren, in verquirltem Ei wenden und goldbraun ausbacken. Mit Sojasauce-Dip mein Zucchini-Favorit. auch puristisch.
      werde es mal separat posten – irgendwann.

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