Kurioses und Schönes

Beim Ausmisten vor einigen Tagen fielen mir farbenfrohe, längst verloren geglaubte Fundstücke in die Hände, die mich schmunzeln ließen.

Das Ergebnis meiner temporären Vorliebe für liebevoll verpackte, koreanische Streichhölzer, die ich als Reminiszenzen meiner Besuche immer mitgehen ließ.

Teilweise in wunderschönen Farben und Farbkombinationen, Streichholz und Packaging stets perfekt aufeinander abgestimmt, mal mit mal ohne Wegbeschreibung – und vor allem mit Namen, die eine Schwäche für europäische Literatur, deutsche Namen und Autos (?) erkennen lassen.

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Wo sonst könnte ein Café den Namen Porsche tragen oder Bars z.B. Wolfsburg, Einheit, Mozart…oder ein Steak- und Pizzarestaurant den Namen Manon Lescaut? Alles etwas deplatziert, aber auch charmant.

Hier zeigt sich die immerwährende leicht verklärt romantische Vorstellung vieler Koreaner (nicht alle natürlich) von Mitteleuropa bzw. Deutschland. Sie bewundern deutsche Literatur und deutsche Komponisten, studieren sie eingehend, assoziieren aber gleichzeitig wiederkäuende Milchkühe auf Heuwiesen und uralte Windmühlen mit dem Land der Dichter und Denker. Am liebsten aber verwechseln sie den gemeinen Deutschen mit dem Bayer an sich (Toni stellte unlängst vor).

Ich habe einige Koreaner stark enttäuscht, weil ich die Romantische Straße für ein Hirngespinst hielt (wer kennt den exakten Verlauf, bitte melden), weder einen Dirndl besaß noch auf dem Oktoberfest war (ist mittlerweile abgehakt – gezwungenermaßen), lieber Soju als Bier trank, eine Doenjang Jjigae dem Würstchen vorzog und vor allem Heinrich Heines Loreley-Lied nicht auf Anhieb umfassend vortragen konnte. Knallhart durchgefallen – beim ultimativen (koreanischen) Deutschlandtest.

Wenn man bedenkt, dass in der koreanischen Sprache bestimmte Konsonanten wie W, F, R, nicht existieren und harte Konsonanten am Wortende gerne mit einem weich abklingenden Endvokal zusätzlich geschmückt werden, kann man sich vorstellen, welch ein Zungenbrecher allein der Name Wolfsburg darstellen kann. Trotz allem diese Vorliebe, wie bewundernswert!

Nun, zum Schluss etwas Urkoreanisches, eine meiner Lieblingsoasen in einer versteckten Seitengasse in Seoul, die man über eine dicke Steintreppe erreicht. Ein klitzekleines traditionelles Teehaus mit unzähligen (selbstgemachten!) Teesorten und frei fliegenden, wunderschönen Singvögeln – jetzt weiß ich auch warum sie da waren. Wer möchte das kleine Gedicht übersetzen?

3 thoughts on “Kurioses und Schönes

  1. Ha! Die romantische Straße existiert!😉 Würzburg – Tauberbischofsheim – Bad Mergentheim – Weikersheim – Rothenburg o. d. T. (!!) – Feuchtwangen – Dinkelsbühl – Nördlingen – Donauwörth – Augsburg – … – Füssen.
    Okay, wenn die nicht bei uns losginge, wüsste ich es auch nicht. Du kannst dir allerdings nicht vorstellen, wievielen Asiaten ich schon den Weg zu unserer Festung gewiesen habe. Kaum kommt im Frühling der erste Sonnenstrahl, fallen sie busweise hier ein.😉

    Manon Lescaut als Pizzaria ist ganz großes Kino.😀 Eine wunderschöne Sammlung hast du da. Ich bin für solcherlei Nippes auch immer zu begeistern.

    • Danke Evi, für den ausführlichen Bericht vor Ort!😉 Würzburg, Rothenburg und Füssen hätte ich grob zuordnen können, aber das wär’s gewesen. Und das mit den Schildern habe ich irgendwann auch gesehen und gestaunt.

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