Weiche, gedämpfte, vegane Snacks_Jjin Bbang mit süßer Azukifüllung

Noch schnell ein Rezept aus der kälteren Warteschleife, bevor ich frühlingshaftere Gefilde betrete.  Jjin Bbang (찐빵) oder auch Ho Bbang (호빵) genannt, mit süßer Azuki-Bohnenpaste gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen (oder Dampfnudel oder Germknödel wie man will), sind ein sehr beliebter Snack in Korea; und zu gut, um sie euch bis zur nächsten kalten Jahreszeit vorzuenthalten.

Nur weil man ursprünglich keine Kuchen, Torten und klassische Desserts kannte, bedeutet es nicht, dass man in Korea sich nur auf die drei Hauptmahlzeiten konzentriert und gänzlich auf Süßes oder Snacks jeglicher Art verzichtet. Ganz im Gegenteil, man aß in Korea schon immer sehr gerne Kleinigkeiten zwischendurch – Gan Sik genannt – ob süß oder pikant. Am bekanntesten sind natürlich verschiedenste Sorten von Ddeok/Reiskuchen, süßes Obst (frisch oder getrocknet), pikante Gemüsepfannkuchen – oder eben diese gedämpften Hefeteilchen mit Pat (팥- Azukibohnen).

Die meisten Rezepte, die ich kenne und auch mein bisheriges Standardrezept, verlangen normalerweise nach Milch (bei mir sogar zusätzlich Sahne), aber bei Shin Shine bin ich über eine sehr unkomplizierte Variante mit Wasser und Öl gestolpert – daher wunderbar auch für Veganer geeignet. Wenn nur nicht die lästige Umrechnerei mit Cups gewesen wäre. Nach zig verschiedenen, widersprüchlichen Informationen aus dem Netz, habe ich einfach mein altes „Fake“ Cup-Maß hervorgekramt. Nicht ganz normgerecht setzt es 1 Cup mit 250 ml gleich. Trotzdem habe ich danach die verlangten 1 ½ Cups abgemessen und anschließend meine digitale Waage sprechen lassen – knapp 230 g. Vom Gefühl her besser als die normalerweise angeratenen 180 g, wenn man bedenkt, dass eine ganze Tüte Hefe reinkommen sollte.

         

Aber alle Befürchtungen waren unbegründet. Der Teig lässt sich wirklich gut verarbeiten, schmeckt nicht übermäßig nach Hefe, entwickelt sich prächtig locker im Dämpfer und fällt auch nicht schrumpelig in sich zusammen, wie bei einigen weniger empfehlenswerten Rezepturen. Kurz – alle Daumen hoch!

Zum Glück habe ich gleich die doppelte Menge gemacht, da man die Hefeteilchen wunderbar einfrieren kann. Falls man Heißhunger darauf entwickelt oder Überraschungsbesuch vor der Tür steht, kann man einfach die gefrorenen Ho Bbangs wieder in den Dämpfer setzen und nach kurzer Zeit wieder lockere, dampfende Germknödel nach asiatischer Art genießen. Und exakt diese Mengen habe ich genommen:

Jjin Bbang_süß gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen

Zutaten für 12-15 Stück:

460 g Mehl

300 ml Wasser, lauwarm

14g/2 P Trockenhefe

1 TL Backpulver

4 EL Zucker

1 TL Salz

2 EL Öl

12-15 EL Pat Anko – süße rote Bohnenpaste aus Azukibohnen

Zubereitung:

  1. Anko-Füllung wie hier beschrieben vorbereiten.
  2. Aus Backpapier 12-15 ca. 8x8cm große Quadrate ausschneiden.
  3. Alle Zuaten bis auf Salz und Öl vermischen und 10 min mit einem Knethaken glatt kneten. Salz und Öl hinzufügen und weiterkneten, bis er glänzt.
  4. 1 h gehen lassen. Teig nochmals kurz kneten und in gewünschte Menge unterteilen.
  5. Jede Teigkugel flach zwischen den Handflächen formen, dabei die Mitte etwas dicker lassen und die Ränder etwas dünner. In die Mitte ca. 1 EL Anko geben und die Teigränder darüberklappen. Gut verschließen und mit der Naht nach unten auf ein Backpapier-Quadrat setzen. Alle Kugeln formen und mind. 10 min. nochmals gehen lassen.
  6. Wasser im Dampftopf aufkochen lassen und die Hefeknödel ca. 15 min. nacheinander garen.

Tipps: Die Azukibohnen sind der Klassiker, aber in die Füllung kann natürlich alles rein, was gefällt. Nüsse, süße Süßkartoffelcreme, Kabocha-Kürbis, Maronencreme usw. – oder eben Marmelade & Schokolade, aber auch Pikantes.

Der Teig ist relativ weich und ich empfehle unbedingt maschinelles Kneten wie im Rezept angegeben.

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12 Gedanken zu “Weiche, gedämpfte, vegane Snacks_Jjin Bbang mit süßer Azukifüllung

  1. Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche ähnlichen Variationen die Länderküchen hervorbringen, die sich so weit weg voneinander entwickelt haben. Ich denke da natürlich an Germknödel mit Zwetschgenmus. :-)

    • Nicht? Die Farbe der Fülle spielt da sogar mit. Germknödel mit Zwetschgenmus ist der Hit. Persönlich stehe ich aber noch mehr auf Marillenknödel – dafür lasse ich dann alles stehen und liegen.

  2. wow! wird wieder gemacht! trotz der vielen hefe echt lecker! (ich mag diesen monsterhefigen geschmack nicht. aber so…). garen gut gelungen, geruch verlangt absurderweise (meine füllung war mit räuchertofu und gemüse und so) nach vanillesoße. vermutlich, weil dampfnudeln halt auch so riechen :-)

    • Klingt lecker Deine Füllung, aber Vanillesoße-Assoziation ist schon ziemlich abgedreht :-D
      Du, der Teig war bei mir auch ziemlich weich, wenn man genau hinschaut, sieht man auch auf dem Bild, wie sich die Form der Füllung durchdrückt und der Teig zur Seite “fließt”. Habe aber kein Mehl hinzugefügt. War der Teig nicht zu fest mit der nachträglichen Dosis Mehl?

  3. bin seit heute hefedampfbrötchenfan :-) hab mich den ganzen tag damit in der arbeit ernährt: nicht klebrig anzufassen, einfach zu essen und wahnsinnig lecker! auch ohne vanillesoße :-P
    der teig war bei mir noch relativ weich nach weiterer mehlzugabe, keins hinzuzufügen wäre mir ziemlich wagemutig erschienen, er war ziemlich sehr flüssig…
    na, ich werde weiter testen ;-)

    • Freut mich, Du Dampfbrötchenfan. Keine Soße heimlich geschmuggelt? Die Dinger sind wirklich schön zum Anfassen. Mein Tick ist ja, dass ich zunächst die äußere “Haut” abziehe und vorweg esse und danach den Rest.

  4. Pingback: Kimchi…oder wie kommt man auf den Geschmack… « tomatenblüte

  5. Pingback: Wunderöl | missboulette

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