Tatata_einfachste Tarte Tatin

Gestern, pünktlich aber völlig unabhängig zum meteorologischen Frühlingsanfang, gab es etwas zu feiern (bei Zorra gibt es zum Frühlingsanfang sogar etwas zu gewinnen). Passend dazu, obwohl dem Winter näher als dem Frühling, gibt es spontan die einfachste, schnellste und für mich beste Tarte Tatin – bei uns auch Tatata genannt.

Ich glaube, nein, ich weiß, das Rezept habe ich vor Jahren in einer Ausgabe des Wallpaper gefunden, und damals schon hat mich die Einfachheit so überzeugt, dass ich es noch nicht einmal für nötig hielt das Rezept herauszureißen oder zu notieren. Nix mit Früchten separat anbraten oder den heißen Karamell hin und her hantieren, um sich schlimmstenfalls die Finger zu verbrennen. Ssssehr gefährlich! (Mein Lieblingsausdruck seit Mathieu Carrières Dschungelekstase – nachdem selbst Giovanni di Lorenzo sich als sporadischer Dschungelgucker geoutet hatte, darf ich es doch auch, oder? Keine Angst – wahr ist, den Großteil habe ich verpasst bzw. eigentlich nichts verpasst).

Zurück zum Kuchen, der dem Überraschungsbesuch ziemlich locker entgegen tritt, weil er aus meist vorrätigen Zutaten besteht – und ratzfatz dampfend auf den Teller kommt. Alle Zutaten wie Butter, Zucker, Äpfel und der Blätterteig werden im kalten (!) Zustand übereinander geschichtet, 10 min. auf dem Herd, dann 10 min. im Ofen gegart. Stürzen, fertig!

Gekostet habe ich meine erste Tarte Tatin als Teenager bei meinem französischen Gastvater, der sich liebevoll um das leibliche Wohl seiner Familie kümmerte, während seine ebenfalls reizende Frau unter anderem die Wohnung von Catherine Deneuve professionell einrichtete. Seine Tarte Tatin war natürlich mit Mürbeteig, aber diese viel unkompliziertere Methode steht seinem französischen Original in Buttrigkeit und Karamellgeschmack in nichts nach. Also, wer normalerweise Tarte Tatin viel zu kompliziert findet oder normalerweise nicht auf Apfelkuchen steht (so wie ich), für den ist dieses schnelle Rezept goldrichtig.

Schnellste Tarte Tatin_Tatata

inspiriert von Wallpaper

Zutaten für eine ofenfeste Form mit 19 cm Durchmesser (4-6 Stück):

1 Rolle frischer Blätterteig (nur 2/3 werden benötigt) oder gleiche Menge TK

2 EL Zucker

2 TL Vanillezucker, selbstgemacht

65 g Butter (ich glaub das Original empfahl 125 g)

3-4 säuerliche Äpfel

Zubereitung:

  1. Die Form/flachen Topf nehmen, Butter in ca. 3-4 mm dünne Scheiben schneiden und gleichmäßig über den ganzen Boden verteilen.
  2. Zucker und Vanillezucker über alles streuen, bis der ganze Topfboden und die Butter komplett weiss bedeckt sind.
  3. Äpfel schälen, entkernen, vierteln, evtl. bei großen Früchten achteln und in die Form reinschichten.
  4. Den Blätterteig mithilfe eines ähnlich großen Deckels kreisrund ausstechen, über die Äpfel geben. Vorsichtig alles flach gegeneinander drücken. Mit einer Gabel mehrfach einstechen.
  5. Ofen auf 200 Grad vorheizen. Alles auf dem Herd aufkochen lassen und sofort die Hitze auf Hälfte-unteres Drittel reduzieren, ca. 10 min. karamellisieren lassen. Lange passiert nichts besonderes, ab der 8 min. kann es rasend schnell gehen, daher daneben stehen bleiben und mehrfach mit einer Gabel vorsichtig den Teigrand hochheben und die Karamellfarbe kontrollieren.
  6. Sobald der Karamell goldbraun ist – man riecht es auch – die Form auf der mittleren Schiene im Ofen ca. 10 min fertig backen, bis der Blätterteig eine schöne Kruste bekommt.
  7. 2-3 Minuten auskühlen lassen und mithilfe einer Platte/Teller stürzen. Noch warm mit Vanilleeis servieren.

Tipps: Das Rezept lässt sich einfach auf verschiedenste Formgrößen adaptieren, wenn man nur bedenkt, dass der Boden gleichmäßig mit einer dünnen Butterschicht und einer dünnen Zuckerschicht bedeckt sein sollte, so dass der Boden gerade eben nicht mehr durchscheint.

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12 Kommentare zu “Tatata_einfachste Tarte Tatin

  1. *glubsch* *geier* ich muß auch mal wieder backen. bildschirmnahrung macht nur fiesen appetit 😉
    sieht bestens aus – ein hoch auf die tatin-fräuleins für die erfindung dieses kuchens! soll ja eher aus einem mißgeschick („huch, ich habe den teig vergessen!“) heraus entstanden sein…

  2. Sieht Klasse aus. Das Schwierigste dürfte es sein, eine geeignete Form zu finden. Die meisten Backofenformen funktionieren nicht auf Induktion und die Kochtopfgriffe mögen den backofen nciht. ;-(

  3. @utecht
    wie recht du hast, daher bleibe ich auch so gerne daneben stehen – es bleibt mir auch nichts anderes übrig, ansonsten straft mich ein schwarzer topf

    @zorra
    noch eine ehrliche, da bin ich aber froh 😉

    @toni
    eine kleine untertreibung deiner kochkünste 😉

    @grosse mere
    jede these hat ja eine gegenthese, aber die geschichte finde ich auch am charmantesten

    @fritz
    ja, eine zeitlang habe ich jeden besuch damit abgefertigt, weil so schnell und praktisch – bislang gab’s noch keine beschwerden 🙂

    @sivie
    stimmt, habe daher einen bestimmten lieblingstopf (mit edelstahlgriffen) auserkoren. ohne ihn, z.b. in fremden küchen, fange ich auch anzurudern.

    P.S: Und verzeiht mir meine verspäteten Antworten, aber nun bin ich wieder voll und ganz da!

  4. woooaaaaa!! da fällt mir nichts anderes ein außer wow. wahrlich einfach und so schmackhaft. hat super geklappt, nur hatte ich es ca 5min länger auf dem herd, weil ich soviel flüssigkeit hatte und nicht richtig karamellisiert war. ich glaue, ich hatte zu viel zucker genommen, kann das sein?
    vielen dank an menschen wie dich, die einen so schmackhaften blog betreiben..

    • Lieben Dank für das schöne Feedback und freut mich, dass es geschmeckt hat. Klar kann bei Zuckermenge/Apfelmenge und evtl. unterschiedlicher Hitze die Zeit leicht variieren. Auf bald!

  5. Pingback: Schnelle Tarte Tatin mit Blätterteig | aufgegabelt

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