Pfirsichzarter Reiskuchen mit Biss_Mochi mit Azuki-Füllung

Nach meiner kleinen Winterkimchi-Reihe mit Kohl und Rettich, die zugegebenermaßen nicht sonderlich sexy klingen (aber schmecken), stelle ich euch schon wieder eine etwas unterschätzte Zutat vor. Rote Bohnen (jetzt bloß nicht abtörnen lassen und weiter lesen) – auf Koreanisch heißen sie Pat (팥), aber besser bekannt sind sie hier unter Azuki-Bohnen. In ganz Asien, insbesondere in Korea und Japan, sind sie bekannt und beliebt für ihre gesunden und nährenden Eigenschaften und finden meistens Verwendung in süßen Gerichten. Wer von euch noch nie Azuki Bohnen gekostet hat, dem kann ich versichern, dass der Geschmack von zubereiteter roten Bohnenpaste den Vergleich zu einer Crème de Marrons nicht scheuen muss. Andersrum gesagt, wer auf Maronen und Co. steht, wird auch diese roten Bohnen lieben. Pat passt übrigens auch wunderbar zu süßem Kürbis, aber Hobak Jook (Kürbis-Azuki-Congee) ist wieder eine andere Geschichte.

Mochis sind in Korea sehr beliebte kleine Reiskuchen, die man überall, sowohl in Bäckereien, als auch in den traditionellen Reiskuchen-Läden erhalten kann. Der Ursprung des Wortes ist Japanisch, Mochi wird dort nur als Oberbegriff verwendet. In Korea meint man hauptsächlich das japanische „Daifuku Mochi“ damit. Oder einige nennen sie gleich beim koreanischen Namen: Chapssal Ddeok (찹쌀떡) – komplizierter und länger.

Der Teig wird aus Klebereismehl, Wasser und Zucker angerührt, gedämpft, kräftig geknetet und dann mit dem fertigen Anko (süße Bohnenpaste) gefüllt. Gut zubereitet wird der Teig sich wie eine hauchzarte Pfirsichhaut anfühlen und trotzdem einen „chewy“ Biss haben.

Das Wichtigste ist dennoch die richtige Konsistenz der Füllung. Das Anko darf weder zu trocken (schmeckt staubig) noch zu flüssig sein (schwierig zu verarbeiten).

Es gibt viele Mochi-Rezepte, die bei der Teigherstellung die Mikrowelle propagieren. Aber was nutzen die allerbesten Zutaten und Nährstoffe, wenn man sich diese dadurch kaputt macht? Zeitargumente werden hier nicht akzeptiert. Das Planen gehört genauso zum Kochen wie das anschließende Aufessen, oder? Und falls partout nicht die notwendige Zeit für ein bestimmtes Gericht vorhanden sein sollte, muss man einfach auch mal aufschieben können, anstatt unsichtbare Wellen um Hilfe zu bitten. Falls sich jetzt jemand vergrault fühlt, bitte ich höflichst um Verzeihung – aber es wird nichts an der Tatsache ändern, dass sich auf diesem Blog nie ein Rezept mit der Mikrowellenmethode verirren wird. Niemals. Oder um es mit dem Lieblingsspruch eines Bekannten zu beschreiben: „Eher friert die Hölle zu!“

Zum Glück gibt es ja vielfältige Alternativen. Man kann den Teig einfach über Wasserdampf garen lassen. Entweder man nimmt einen großen Dampftopf oder, falls man nicht über einen Dämpfer verfügt, verwendet den guten alten Trick mit der umgestülpten Schale vom Kartoffelkochen. Man nimmt einen hohen schmalen Topf, legt eine kleine, breite Schale (hitzebeständg) rein und statt Kartoffeln kommt einfach eine zweite, größere Schale (am besten Metall) mit dem flüssigen Teig auf die umgestülpte erste Schale. Besonders gut geht es natürlich mit einem kleinen Metallgitter (vielleicht vom Teestövchen oder dafür vorgesehene Einsätze) statt der umgestülpten Schale. Für Leute, die gleich tiefer in die Taschen greifen möchten, sind natürlich die Dämpfer geeignet, für die der Herr Lafer fleißig die Werbetrommel rührt. Praktisch und schöner als mein alter Dampftopf sind sie – und bald ist ja Weihnachten!

Mochi mit süßer Azukibohnen-Füllung

Zutaten für 6 Stück (mittelgroß)

Teig:

100 g Klebereismehl

2 EL Zucker

100-110 ml Wasser

1/4 TL Salz

etwas Kartoffelstärke zum Formen

Anko:

200 g getrocknete Azukibohnen (Pat)

140 g Zucker

½ TL Salz

Wasser zum Kochen

Zubereitung Anko:

  1. Am Vortag die getrockneten Bohnen im Sieb kräftig waschen und in viel Wasser über Nacht einweichen lassen.
  2. Bohnen mit mind. 1 Liter Wasser aufkochen lassen, Schaum abschöpfen und auf mittlerer Hitze 1-1 1/2 Stunden kochen, bis die Bohnen sehr weich sind. Sie sollten mühelos auf der Zunge zergehen. Aufpassen, dass immer genügend Wasser vorhanden ist, evtl. eine Tasse nachgießen.
  3. Evtl. überschüssiges Wasser nun abgießen, mit Zucker und Salz vermischen und auf niedriger Hitze ca. 5 min weiterrühren. Entweder durch ein Sieb streichen oder mit dem Pürierstab alles mixen. Erkalten lassen. Die Konsistenz wird etwas fester dadurch.
  4. Ca. 100-150 g des fertigen Ankos entnehmen, den Rest für eine spätere Verwendung im Kühlschrank oder im Tiefkühlfach lagern. Vor der nächsten Verwendung kann das Anko evtl. mit etwas Wasser auf niedriger Hitze unter Rühren erwärmt werden, falls die Konsistenz zu fest geworden ist. Solange köcheln bis die gewünschte Konsistenz wieder erreicht ist. Aufpassen und dabei bleiben, verbrennt leicht!

Zubereitung Mochi:

  1. Klebereismehl, Zucker und Salz gut vermischen. Mit einem Spatel die trockenen Zutaten mit dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren, dabei die letzten 10 ml nur noch teelöffelweise hinzufügen, bis eine glatte weiße Paste entstanden ist, die in einem feinen, langen Strahl vom Spatel fließt. So ist die richtige Konsistenz erreicht.
  2. Den Teig in eine separate Metallschüssel (hitzeleitent) geben und wie o.g. über kräftigem Wasserdampf 15 min. dämpfen.
  3. Währenddessen die Arbeitsfläche vorbereiten. Hierfür reichlich Kartoffelstärke über ein großes Tablett sieben. Für die Füllung aus dem erkalteten Anko 6 walnussgroße Kugeln formen. Auf einem Teller beiseite stellen.
  4. Den fertigen Teig in der Metallschüssel entnehmen. Noch in der Schüssel den nun zähen Teig kräftig mit einem Löffel schlagen und auf das vorbereitete Tablett gleiten lassen. Zusätzlich mit Kartoffelstärke bestäuben und zu einer dicken Rolle formen.
  5. In 6 gleichmäßige Teile schneiden, alle gut in Kartoffelmehl wenden und jedes Teil nochmals vorsichtig in der Hand kurz kneten (Vorsicht heiß!!). Dann zu einer handflächengroßen Scheibe formen, überschüssiges Kartoffelmehl von der Innenseite abklopfen und jeweils eine Kugel Anko darauf legen. Die Teigscheibe gut um das Anko formen und die Naht verschließen. Mit der Naht nach unten auf einem Teller anrichten. Mit allen Teigstücken zügig genauso verfahren, bevor der Teig erkaltet.

Tipps: Wie ihr bemerkt habt, reichen die angebenen Ankozutaten mindestens für 12 Mochis. Wegen der langen Kochzeit ist es ratsam gleich eine größere Menge vorzukochen und für den späteren Gebrauch aufzubewahren. Oder man kann Anko auch wunderbar als Smoothie mit Milch oder als Eiscreme mit Milch und Sahne verwenden. Anko-Eis bzw. Pat-Eis schmeckt wunderbar nussig und cremig. Mein Lieblingseis in Korea!

Die Mochis erfordern etwas Übung, da der Teig sehr klebrig und zäh ist. Reichlich Kartoffelstärke hilft und auch schnelles Arbeiten. Falls man eine größere Menge produzieren möchte, mache ich den Teig immer nur in 6er Portionen, da der Teig sonst in der Zwischenzeit erkaltet und schwer formbar wird. Wenn man viele Hände hat, kann man natürlich auf einmal die doppelte Teigmenge dämpfen.

Und mehr über Mochis und Anko kann man hier erfahren.

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15 Kommentare zu “Pfirsichzarter Reiskuchen mit Biss_Mochi mit Azuki-Füllung

  1. Mal wieder super interessant! Ich kann mir vorstellen, dass mir das schmeckt. Sehr schön finde ich das Bild der bestäubten Mochis in Kombination mit dem Schneerieseln 🙂

    • Wäre schön, wenn ich sagen könnte es wäre volle Absicht gewesen 😉

      Pat und Reismehl sind in jedem Asialaden gut erhältlich, also nachdämpfen empfohlen 🙂

    • Ja klar, bin dabei. Klingt nach einem guten Vorsatz 😉 Momentan ist in Korea Mochi Eiskrem der Hype, also mit Eis gefüllte Reistaschen. Sehen wunderschön aus in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen. Selbstversuch habe ich noch nicht starten können, wahrscheinlich auch erst nächstes Jahr.

  2. Pingback: Wunderöl | missboulette

  3. Pingback: Blüten essen | missboulette

  4. Hallo missboulette,
    ich habe das Mochi rezept letzte woche ausprobiert und es ist mir halbwegs gelungen. Das anko ist sehr gut geworden, nur mit dem Teig hatte ich meine Probleme. Er schien mir etwas wenig… Geht er vllt noch auf? Habe ich ihn zu kurz gedämpft? Ich hab die Stöfchen-variante genutzt… Geht es auch im Wasserbad? Oder zu viel Anko genommen? Der Teig sieht bei dir so dick aus und bei mir ging er gerade noch rum! Und, bitte wie bekomme ich die Mochis rund?
    Liebe Grüße

    • teige für reiskuchen gehen nicht auf. sie haben nach dem garen eher ein geringeres volumen, da sie „dichter“ werden. zufällig habe ich auch letzte woche wieder mal diese mochis gemacht (mit crème de marrons als füllung, lecker ;)) und ich bekomme immer wie angegeben exakt 6 mochis mit ca. 5 cm durchmesser heraus. mochis sind ja grundsätzlich nicht größer.
      dabei achte ich natürlich darauf, dass ich wirklich (fast) den gesamten teig aus der schüssel schabe und nichts mehr an der schüssel klebt. das braucht etwas kraft beim kratzen. danach zerteile ich den teig einfach in 6 gleiche teile.

      du bekommst eine schöne form (rund) indem du zügig den teig noch warm verarbeitest. es hilft, die restlichen teiglinge mit einem sauberen tuch zwischenzeitlich abzudecken. jeden teigling kurz in der hand verkneten, falls etwas klebt, alles nochmal in stärke wenden. mit den fingern schnell eine dicke scheibe formen und dann immer zum rand hin dünner ziehen. anko-kugeln mittig setzen und die ränder gut verschließen und auf dem teller etwas flach drücken. so sollten sie rund werden oder welche form kam bei dir heraus?

      wasserbad (mit gut schließendem deckel) geht notfalls auch, aber es braucht länger und ich empfehle es nicht, weil die oberfläche trocken werden kann, wenn zuviel dampf entweicht und die garzeit sich in die länge zieht. besser sind die o.g. methoden.

      wenn du mehr teig statt füllung haben möchtest, nimmst du einfach weniger füllung. vllt waren deine anko-kugeln auch einfach zu groß?

      und für die richtige konsistenz: einen fertigen teig erkennst du daran, dass er leicht transparent statt vormals milchig hell ist. und vorher beim anrühren achte ich wirklich immer darauf, nicht das gesamte wasser auf einmal zu kippen, sondern lasse wie im rezept beschrieben immer ein schluck im glas und füge die letzten ml immer nur tröpfchenweise hinzu.

      mochis erfordern beim formen etwas übung. nach einigen versuchen sollte sich aber die notwendige schnelligkeit für hübsche ergebnisse einstellen, theresa. vllt versuchst du es einfach noch einmal? du kannst statt wasser auch fruchtsaft (brombeersaft) verwenden, dann bekommst du schöne pinke mochis, und der brombeergeschmack passt zudem toll zu azukibohnen.

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