Spareribs in Birne-Honig-Ingwer Marinade_Galbi

Bei der Durchsicht meiner Rezepte stellte ich fest, dass vegetarische Speisen momentan dominieren. Dabei bin ich generell kein Fleischverächter, aber ernährt man sich eher koreanisch, hat es automatisch zur Folge, dass man, neben Fisch, Meeresfrüchte, Pilze und Hülsenfrüchte, (die bevorzugte Art der Eiweißaufnahme) einfach viel Grünfutter zu sich nimmt. Nicht nur Gemüse – es gibt Unmengen an verschiedenen Kräutern und Wildkräutern, die sehr bewusst angesichts ihrer (Heil)Wirkung den Weg auf den Tisch finden. Eigentlich ganz positiv dieser Nebeneffekt.

Nur die buddhistische Tempelküche ist strikt vegetarisch bzw. vegan, und sie verzichtet sogar auf die Verwendung von Knoblauch weiteren Allium-Arten, weil diese Zutaten eine tiefe Meditation beeinträchtigen sein sollen. Vielleicht ist diese Küche sogar der beste Einstieg in die koreanische Küche für fremde Zungen?

Immer wieder habe ich mir bei jedem Koreabesuch vorgenommen, die authentische Tempelküche zu kosten (kommt man zur richtigen Zeit zur richtigen Stelle, kann man sogar an der Tempelspeisung teilnehmen; kostenlos wohlgemerkt, aber das nur am Rande, es gibt auch viele von Mönchen geführte spezialisierte Restaurants – die sind nicht kostenlos). Leider hat es noch nicht geklappt und es steht mit einem Templestay noch ganz oben auf meiner Wunschliste.

Aber manchmal packt es mich richtig und ich brauche FLEISCH. Dafür sind Schälrippchen, die man ganz archaisch mit der bloßen Hand, ohne Messer und Gabel zu beanspruchen, anfassen und anknabbern kann, ein ideales Gericht. Eingelegt in einer aromatischen Marinade aus Sojasauce, Honig, Ingwer und Birne, wie häufig in koreanischen Fleischmarinaden. Dafür lasse ich gerne jede gute Barolo-Sauce abblitzen.

Eigentlich werden die Rippchen in Stückchen lange auf niedriger Hitze mit Maronen und Jujube geschmort, bis sie förmlich vom Knochen fallen. Diesmal habe ich sie aber am Stück in den Backofen geschoben und kurz angegrillt. Eine ähnliche Zubereitungsart hatte ich bei Chili und Ciabatta gesehen. Dort gab es leckere Kalbsrippchen.

Die Art der Verspeisung ist natürlich jedem selbst überlassen, mit Händen zu essen ist ja nicht jedermanns Sache. Es soll ja sogar Leute geben, die einen Hamburger mit Messer und Gabel essen…

Spareribs in Birne-Honig-Ingwer Marinade_Daeji Galbi

Zutaten für 4 Portionen:

1,5 kg Schälrippchen vom Schwein

60 ml Sojasauce

3 EL Honig

1 kleine Zwiebel

3 cm Ingwer

½ Birne, koreanische oder Nashi, notfalls jede andere Sorte

3 Knoblauchzehen

3 EL Sherry

3 EL Sesamöl

Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Mindestens 6 Stunden vorher oder besser am Vortag: Das Fleisch waschen, trocken tupfen und grob vom überschüssigen Fett befreien.
  2. Zwiebel, Knoblauch, Birne und Ingwer schälen und in Stücke schneiden. Alles mit einem Pürierstab mixen. Restliche Zutaten hinzufügen und zu einer glatten Marinade rühren. Evtl. mit Salz und Pfeffer noch abschmecken.
  3. In einer großen Schale das Fleisch mit der Marinade einreiben und mehrere Stunden ziehen lassen. Zwischendurch einmal wenden.
  4. Mindestens 1 Stunde vor dem Servieren: Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Mit der Fleischseite nach oben auf ein Backblech geben und mit Alufolie abdecken. Die überschüssige Marinade beiseite stellen. Das Fleisch auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 min. garen. Danach die Folie entfernen, die restliche Marinade über das Fleisch gießen und weitere 10-15 min angrillen. Oder ohne Grillfunktion: Hitze hochschalten. Aufpassen, dass die Marinade nicht verbrennt! Vor dem Servieren nochmals das Fleisch mit der Sauce begießen, damit alles schön glänzt.

Tipps: Dazu passt Reis. Wer möchte kann statt Sherry natürlich auch Soju (koreanischer Schnaps) verwenden. Aber das Sherryaroma passt sehr gut dazu. Und schmeckt die verwendete Birne sehr süß, kann man den Honig etwas reduzieren.

8 thoughts on “Spareribs in Birne-Honig-Ingwer Marinade_Galbi

  1. Küchenpiranhas, schöne Metapher😉
    Ich gehöre dann wohl auch zu diesen Exemplaren, ich liebe dies Knochengefiesel auch sehr.

    Mich würde noch interessieren, ob das Fleisch nach der Garzeit zart war und sich gut vom Knochen lösen ließ?

    • Gute Frage😉 bei der Methode ist das Fleisch zart und hat gleichzeitig noch etwas Biss (wie es gewünscht wurde). Ich persönlich mag es lieber, wenn das Fleisch butterzart fast zergeht, dafür ist es besser die Rippchen in Stückchen 1-1/2 Stunden langsam in der Marinade zu schmoren, zwischendurch immer gut begießen. Dann fällt das Fleisch schon beim angucken vom Knochen. Keine Piranha-Zähne mehr nötig😀

  2. Ich ilebe, liebe, liebe Spareribs. Hier heißen die Leiterle (eher: Lädderle). Süß-soja-sauer mit Kräutern marinieren wir die auch meistens, mit Birne drin klingt das gut, muss ich mal ausprobieren! Ich bin mittlerweile auch ein professioneller Abnager. Als Kind war ich eher für die Marinade zu begeistern.😉

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