Enttäuschungen und Empfehlungen: Pa-Jeon_gebratener Lauch

Ich war ohne Ankündigung etwas salzige Luft schnappen –

nun, die ganze Bloggerei soll ja auch Spaß machen und nicht zum Zwang ausarten …

Bevor wir losgefahren sind hatte ich diese kleinen Muffins gebacken, die jedoch nur schön aussahen, mehr hatten sie leider nicht zu bieten.

Reine Fassade und Vortäuschung falscher Tatsachen! Daher gibt es dazu auch kein Rezept. Sie waren trocken, schwer und steinhart. Es gibt nichts frustrierenderes als trockene Kuchen, die sich als Rührteig tarnen; sie sind nur noch zu toppen durch schlechte Bücher, die vom Zeitgeist überholt wurden. Mal abgesehen von wirklich echten Problemen natürlich.

Eigentlich wollte ich meine bewährten Möhrenmuffins backen – die sind wirklich saftig und geben diesen gewissen Zzzzz-Zzzzz-Ton ab, nach dem ich verrückt bin, wenn man vorsichtig darauf drückt.

Doch dann wollte ich mich experimentierfreudig zeigen und habe das Rezept von einer Verpackung (!!) genommen. Mein Verzicht auf eine gründliche Internetrecherche musste ja bestraft werden. Das nächste Mal gibt es keine Experimente mehr mit neuen Muffinrezepten, ich greife lieber auf meine Rührteig-Grundrezeptur zurück – es sei denn, ihr habt einige gute selbst erprobte Vorschläge. Leider erst jetzt gibt es bei der Lorbeerkrone diese wunderbaren knusprigen Teilchen, die wären genau das richtige gewesen!

Von süßen nicht-erwähnenswerten Rezepten komme ich aber nun auf ein salziges Rezept mit hohem Nachkoch-Faktor.

Einige Gründe sprechen dafür: einfachste Zutaten, schnell, easy, gut zur Resteverwertung geeignet. Ich spreche hier von Pa-Jeon, einem Klassiker der Ausflugsküche. Wirklich überall, ob Sehenswürdigkeit, Ausflugsort oder einem Festival, läuft man in Korea diesem Gericht über den Weg.

Hierfür werden junge Lauchzwiebeln (Pa) kurz in der Pfanne gebraten, ein sehr dünner Pfannkuchenteig wird darüber gegossen und alles knusprig gebraten. Man kann viele weitere Zutaten je nach Gusto hinzufügen, Meeresfrüchte (Haemul Pa-Jeon), Chilischoten etc. Oder man rührt etwas Matcha in den Teig für eine grüne Tee Variante. Diese Pfannkuchen schmecken hervorragend zu Makgeolli (koreanischer Reiswein) und sind, ähnlich wie die spanischen Tapas ursprünglich, eher als feste Grundlage zu Alkohol gedacht, weniger als Banchan.

In unserer Familie werden aber anstatt des Pfannkuchenteiges nur Eier verwendet, und ich verrate euch was – mir schmeckt es so tatsächlich am besten! Aber jeder sollte seine bevorzugte Variante selbst herausfinden. Auch David Lebovitz scheint ein Anhänger von Pa-Jeon zu sein, auf jeden Fall macht er eine Mischung aus Teig und Ei. Ich habe es ausprobiert und bleibe bei meiner Ei-Variante.

Pa-Jeon

Eigentlich gibt es kein richtiges Rezept zu beachten, außer dem Mengenverhältnis. Für 1 puristisches Pa-Jeon in der großen Pfanne (22 cm) benötigt man 2-3 Eier und 2-3 Lauchzwiebeln (je nach Größe), mehr nicht. Ich habe hier aber alle meine Gemüsereste verwertet, die ich aufbrauchen wollte: 2 Lauchzwiebeln, etwas Buchu (Schnittknoblauch), 1/3 Zucchini, einige kleine Perilla-Blätter, 3 Chilischoten. Dazu noch 2 EL ausgelöstes Muschelfleisch. Die Gemüsemenge hat für 2 Pa-Jeons ausgereicht.

Zubereitung:

  1. Lauchzwiebeln Enden abschneiden und säubern. Längs halbieren und nochmals in der Hälfte quer zerteilen, so dass man ca. 15-20 cm lange Streifen erhält.
  2. Etwas Öl in die Pfanne, Lauchzwiebeln-Streifen in einer Reihe reingeben und bei mittlerer Hitze ca. 1-2 min dünsten. Der Lauch muss zwischendurch nicht gewendet werden! Evtl. weiteres kleingeschnittenes Gemüse dazugeben.
  3. Eier verquirlen, mit einer Prise Salz würzen, und alles über das Gemüse gießen.
  4. Sobald das Ei stockt vorsichtig wenden, evtl. einen Teller zu Hilfe nehmen.
  5. Goldbraun fertig braten.

Tipp: Dazu passt Sojasauce mit etwas Sesamöl zum Dippen. Pa-Jeon wird ganz und ungeschnitten serviert und am Platz mit Stäbchen zerteilt, daher ist die längliche Anordnung der Lauchzwiebel beim Braten hilfreich.

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8 Kommentare zu “Enttäuschungen und Empfehlungen: Pa-Jeon_gebratener Lauch

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