Feuerfleisch und Sesamblatt_Bulgogi

Das klassische Bulgogi – wörtlich übersetzt Feuerfleisch – ist nicht scharf, sondern besteht aus dünnen Rindfleischscheiben, die in einer Sojasaucenmarinade eingelegt werden. Es gibt noch die Bulgogi Varianten mit Schweinefleisch und Hühnerfleisch, die eine scharfe Marinade zur Grundlage haben.

Die Methode der Zubereitung hat dem Gericht seinen Namen verliehen. In Korea wird das Fleisch an speziellen Tischen über Feuerflammen (Holzkohle oder Gas) sehr kurz gegrillt, mit div. Salatblättern, Sesamblättern und Ssamjang (Rezept s. unten), einer würzigen Dipsauce, zusammengerollt und gegessen. Dieses Gericht wurde mir in ähnlicher Form (natürlich ohne Tischgrill) mit vielen wunderschönen Salatblättern mal bei Asiana Airlines serviert. Wirklich das beste, was ich jemals in der Luft gegessen habe und ein schönes Beispiel dafür, wie Massenverpflegung interpretiert werden kann.

Ursprünglich gehört in diese Marinade koreanische Birne, die in Deutschland aber meistens nur in den Wintermonaten erhältlich ist. Natürlich kann man auf Nashi oder andere Sorten ausweichen, nur süß und saftig sollten sie sein. Wenn auch dies schwierig ist, nehme ich eine Kiwi, füge der Marinade aber dann rund 50 ml Wasser hinzu. Die Zugabe von Obst macht das Fleisch butterzart. Bulgogi soll etwas süßlich schmecken, falls sich jemand über die Zuckermenge wundern sollte. Wer will kann auf Vollrohrzucker umsteigen.

Erst das Grillen am Platz gibt ein authentisches Feeling. Man kann einen Teppanyaki-, Stein- oder Raclettegrill verwenden. Notfalls reicht auch ein einfacher Tischgrill mit Rost, den man mit Alufolie umwickelt. Wer sich zu den fortgeschrittenen Bulgogi-Grillern zählt, sollte jedoch in einen koreanischen Gasgrill mit Bulgogi-Grillplatte investieren. Es kostet kein Vermögen und bietet Grillfreude pur.

Missboulette’s Beef Bulgogi

Zutaten für 4-5 Portionen:

500 g Rindfleisch, empfehlenswert Roastbeef

6 EL Sojasauce

3 EL Zucker, je nach Süße der Birne etwas mehr oder weniger

½ Birne, am besten koreanische

1 mittlere Zwiebel

2 Knoblauchzehen

1 Messerspitze Pfeffer

1 EL Sesamöl

2 TL Sesamkörner

optional

etwas Lauchzwiebeln, etwas Enoki-Pilze oder Champignons/Austernpilze

1 EL Ume Sirup

Zubereitung:

1. Geschälte Birne, Zwiebel, Knoblauchzehen grob klein schneiden, alles mit dem Pürierstab mixen.

2. Restliche Gewürze dazugeben, gut verrühren.

3. Rindfleisch quer zur Faser in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden, am besten vorher kurz anfrosten.

4. Das Fleisch mit der Marinade gut vermengen und über Nacht, mindestens aber 6 h, im Kühlschrank ziehen lassen.

5. 30 min vor dem Braten evtl. geschnittene Lauchzwiebel und/oder Pilze zum Fleisch geben, kurz vermengen.

6. Ohne Öl am Tisch braten. Mit diversen Salatblättern, Ssamjang, weiteren Beilagen und Reis servieren.

7. Wie man Bulgogi geniesst: Ein Blatt nehmen, etwas gebratenes Fleisch und Ssamjang dazu, gut einwickeln und mit einem Haps in den Mund! Wer will kann nach Houdinis Vorschlag auch mal rohe Knoblauchzehe dazu versuchen, das wäre die richtig authentische Methode!

Ssamjang_Dipsauce Grundrezept:

Es ist denkbar einfach: Gochujang und Doenjang im Verhältnis 1:1 verrühren. Nach Geschmack, gehackten Knoblauch, wenig Sesamöl, geröstete Sesamkörner, gehackte Zwiebel, gehackte Schnittlauchröllchen/Buchu hinzufügen. Einfach austesten was schmeckt!

16 thoughts on “Feuerfleisch und Sesamblatt_Bulgogi

  1. Für Laien möchte ich anfügen, dass in Korea ein Bulgogi-Plätzchen jeweils mit einer rohen Knobizehe und etwas Chilipaste in ein Salat- oder anderes Blatt gewickelt und als Päcklein gegessen wird. Keine Angst: Koreanischer Knoblauch ist nicht so beissend wie unserer, eben besser.

    Leider muss ich bis nach Zürich für Gochujang. Ich versuchte einmal, selber welchen zuzubereiten, aber die Sojakuchen wurden schimmlig, Ende der Übung.

    • Hallo houdini,
      ja, in Korea sind rohe Knoblauchzehen jedesmal beim Ssam – oder wie du sie lustigerweise nennst Bulgogiplätzchen – dabei. Aber irgendwann bekam selbst ich Magenschmerzen davon.
      Gochujang selber machen ist schon sehr ambitioniert. Aber etwas irritiert bin ich von Sojakuchen. Meinst Du vielleicht Doenjang?

    • …jang ist Paste, nein, ich meine die eckigen Stücke, die ich aus Soja herstellte und dann zum Trocknen aufhing. Die wurden schimmlig. Ich schau jetzt mal im Kochbuch nach, Moment. Also: Englisch heissen sie ‚fermented soybean lumps‘, koreanisch heissen sie maeju ㅁㅒ ㅈㅜ (sorry, kann nicht anders Hangul tippen).

    • Ich weiß was Jang bedeutet🙂 Frage war eher darauf bezogen, ob vielleicht Doenjang statt Gochujang gemeint war, weil Maeju hauptsächlich zur Herstellung von Doenjang gebraucht wird. Anscheinend hast du aber tatsächlich 메주 extra für Gochujang hergestellt.
      Spezielles Maeju Pulver für Gochujang kann man verwenden, muss man aber nicht bei den heutigen kleinen Mengen und Kühlungsmöglichkeiten. Das Pulver wurde primär zugefügt um bei der Fermentation zu helfen und somit eine längere Lagerung zu ermöglichen.

      Unabhängig davon was aus Maeju wird, ein gewisser „Schimmel“ ähnlich des Blauschimmels beim Käse ist normal und gewollt. Aber ich weiß natürlich nicht, welcher Schimmel sich bei deinem maeju entwickelt hat🙂 Würdest du um die Ecke wohnen, hätte ich Dir einfach eine Portion selbstgemachtes Gochujang vorbeigebracht.

    • achja, dank deiner anmerkung habe im Rezept Punkt 7 hinzugefügt. Ich hatte oben kurz erwähnt wie man es genießt, aber für bulgogi neulinge tatsächlich nicht explizit genug😉

  2. Sieht lecker aus! Koreanische Birne entspricht japanischer Birne? Firmiert hier, glaube ich, auch unter Nashi.

    Mangels traditioneller Grillmethoden probier ich das glaub ich mal mit Eisenpfanne und portabler Induktionsplatte am Tisch.🙂

    • Willkommen Evi,
      ja, wie gesagt kann man Nashi als Ersatz nehmen, koreanische Birne ist ähnlich, aber etwas größer und süßer. Deine Idee mit der portablen Induktionsplatte ist eine super Idee! Wer hat kann auch eine Elektropfanne nehmen. Hauptsache am Platz braten – ist geselliger.

  3. Das ist ja super: Du machst Gochujang selber! Ich wollte dies nur, weil ich keinen kaufen konnte hier auf dem Land. Gut, es hat mich auch interessiert wegen der Maeju. Würde ich bei Dir um die Ecke wohnen, käme ich jeden 2. Tag zum Essen🙂

  4. Pingback: Bibimbap | waehnerk

  5. Ich freue mich soooo über Deine koreanischen Rezepte. Habe selbst vier Jahre in Korea (Daegu) gelebt und besonders das Essen sehr vermisst. Wenn ich jetzt noch ein Dak Galbi Rezept und Jjamppong (Lieblingsessen beim „Chinesen“) finde, bin ich rundum glücklich.
    Vielen Dank für Dein Engagement in Sachen phantastisches „Korean Food“.

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