Gesund! Hühnchen Ginseng Congee_Dak Insam Juk

Ich hatte Klebereis, zusätzlich noch kleine feine Wurzeln von rotem Ginseng (Hong Sam) und dachte Samgyetang wäre ganz passend. Ein stärkender Eintopf aus einem ganzen jungen Huhn, das mit Klebereis, Ginseng und Jujube gefüllt wird. Zunächst isst man nur das gekochte Fleisch, indem man es in eine Mischung aus Meersalz, Sesam und Pfeffer dippt. Danach wird die Füllung aus Reis, Ginseng und chinesischen Datteln mit der Brühe serviert.

Ich hatte aber kein junges Hühnchen mehr, sondern nur noch eine alte Suppenhenne. Also Planänderung – Dak Juk musste stattdessen her.

Hierfür wird klassisch eine Hühnerbrühe aufgesetzt (ideal für die alte Henne) und aus dieser Brühe ein mildes Congee mit Mungbohnen und Reis gekocht. Bei dieser Variante habe ich die Zutaten vom Samgyetang, die Ginsengwurzeln und Klebereis (Jujube hatte ich noch irgendwo, war aber zu faul zu suchen), einfach als Dak Juk gekocht. Streng genommen wäre es also ein Samgye Juk, oder? Noch etwas Mungbohnen hinzu, da sie dem Ganzen einen nussigen Geschmack verleihen und fertig!

Während des Essens fiel mein Blick auf den koreanischen Kalender, den ich als Werbegeschenk des Asialadens meines Vertrauens erhalten hatte. Seine Besonderheit liegt darin, dass auch der Mondkalendar parallel eingetragen ist. Noch im heutigen Korea richtet sich noch vieles danach. Selbst die Geburtstage werden nach dem Mondkalendar gefeiert und man muss höllisch mit den folglich jährlich wechselnden Daten aufpassen, um nichts zu verpassen.

Und was stand da nun ganz klein unter dem 29.7.2010? 중복Jungbok!

Jung Bok markiert mit Chobok (19.7.2010) und Malbok (8.8.2010) nach dem Mondkalendar die heißeste Zeit des Jahres. Daher essen die Koreaner an diesen 3 Tagen traditionell den besagten Samgyetang, da dieses Gericht den durch die Hitze verlorenen Appetit wieder anregen und den Körper revitalisieren soll.

Da hatte ich ohne zu wissen die richtige Mahlzeit (wenn man großzügig Dak Insam Juk als Samgyetang Variante durchgehen lässt) zur richtigen Zeit serviert. Ist das ein Zeichen, oder was?

Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wo kriege ich echten koreanischen Ginseng in einer halbwegs guten Qualität in Deutschland her? Das ist leider etwas schwierig. In der Presse habe ich aber bereits einige gute Artikel über Florafarm gelesen, ausprobiert habe ich leider noch nichts und kann daher noch keine konkrete Empfehlung geben. Eine andere Alternative wäre vielleicht jemanden zu bitten, der demnächst mit Korean Air über Seoul nach Australien fliegt (wirklich eine beliebte Airline für diese Strecke!) an Bord Ginseng zu erwerben. Heutzutage fliegen doch Hinz und Kunz nach Australien! Zu kompliziert? Ok. Alle anderen Zutaten, sogar Jujube, sind in Asialäden überall erhältlich. Man kann Ginseng daher einfach weg lassen, geschmacklich ist diese Variante sogar zugänglicher, da Ginseng doch etwas eigen und bitter schmeckt – nach Arznei eben.

Hühnchen Ginseng Congee_Dak Insam Juk

Zutaten für 5-6 Portionen:

1          kleines Suppenhuhn

2          Tassen Klebereis

½         Tasse grüne Mungbohnen (ungeschält)

3-5       Knoblauchzehen je nach Geschmack

optional etwas Ginseng und Jujube falls zur Hand

Meersalz nach Geschmack

Zubereitung:

1. Mungbohnen waschen und am Vortag oder 3 Stunden vorher in Wasser einweichen.

2. Das Huhn säubern und mit rund 2,5 Liter kaltem Wasser aufsetzen. Aufkochen lassen, Schaum abschöpfen und auf niedriger Hitze 1 h lang kochen lassen. Das fertig gekochte Huhn herausnehmen, in einer Schale zur Seite stellen. Nicht weiter mitkochen, da das Fleisch sonst zu viel Geschmack verliert.

3. Ginseng und Jujube kurz mit Wasser abspülen. Reis waschen, Knoblauch schälen.

4. In einem zweiten Topf den Reis, Mungbohnen, Knoblauchzehen, Ginseng und Jujube zunächst mit 1,5 Liter Brühe kochen und ca. 1h köcheln lassen, bis der Reis und die Bohnen zerfallen sind. Bei Bedarf noch mehr von der Brühe hinzufügen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Es soll eine dicklich, cremige Konsistenz haben, wie ein etwas flüssig geratenes Risotto.

5. In der Zwischenzeit das erkaltete Huhn mundgerecht zerpflücken, evtl. in der restlichen Brühe wieder kurz erwärmen. Ich gebe sie einfach kalt über das Congee.

6. Das Congee in Schalen füllen, etwas Hühnerfleisch darüber geben, erst jetzt bei Tisch mit Meersalz und etwas Pfeffer individuell würzen.

Das Fleisch kann man entweder wie beim Samgyetang separat mit Meersalz essen, oder einfach in das Congee einrühren.

Tipp: Mit einem Schnellkochtopf  kann man übrigens die Zubereitungszeit erheblich reduzieren! Und falls etwas Brühe übrig bleiben sollte, einfach für den nächsten Tag aufheben, um die Reste des Congees damit zu verlängern. Erkaltet es, wird es nämlich sehr fest.

So, zum Glück haben wir hier in Europa die heißeste Zeit hinter uns!

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