Endlich kann man zumindest wieder den Herd benutzen, ohne in der Hitze völlig zu verglühen. Mein erstes warmes Gericht bzw. Banchan/Beilage seit einigen Tagen war

Dubu Jorim – geschmorter oder gedämpfter Tofu. Reich an Proteinen, daher ideal für Vegetarier.
Pur ist Tofu ziemlich geschmacksneutral, oder böse Zungen behaupten es schmecke nach nichts. Daher schreit er nach intensiver Begleitung. Für Puristen unter euch kann ich empfehlen den Tofu einfach in 1cm dicke Scheiben zu schneiden, etwas trocken tupfen (sonst spritzt es wie verrückt), leicht von beiden Seiten salzen, gutes Öl in die Pfanne, beide Seiten goldbraun braten. In etwas Sojasauce dippen wer mag oder pur genießen. Ach ja, eine beschichtete Pfanne wäre toll, sonst wird man wahnsinnig.
Eine kalorienärmere (keine Angst, ich zähle nicht zu denen, die Kalorien über Geschmack stellen) und meine bevorzugte Variante ist der in Sojasaucen-Dressing gedämpfte, würzig und leicht scharfe Tofu. In irgendeinem koreanischen Restaurant habe ich mal „molliger Tofu“ gelesen; es ist tatsächlich die richtige Bezeichnung für das Mundgefühl, dass guter Tofu verursachen sollte. Er muss schnittfest und trotzdem weich sein, nicht zu fest und nicht zu glibberig schmecken. Gar nicht geeignet sind die japanischen Tofus, da sie eine sehr weiche Konsistenz haben, und nur für eine Misosuppe verwendbar sind. Ich empfehle immer den frischen, losen Tofu, nicht die verpackten Teile..

Meistens sind sie in großen, weißen Behältern in eigener Lake, entweder im separaten Kühlraum oder gleich neben den Kühlschränken. Falls keine im besten Fall nette Bedienung daneben steht, sollte man einen gewissen hygienischen Grundkodex beachten und der Versuchung widerstehen einfach mit der bloßen Hand rein zugreifen. Entweder wartet man bis jemand kommt, oder schneller geht es, wenn man sich die Handgriffe der Bedienung abguckt und demnächst selbst eine Tüte von der Tütenrolle abreißt, mit der einen Hand die Tütenöffnung festhält und mit der anderen mit einer Handbewegung nach vorn oder oben die Tüte umstülpt (die saubere Innenseite ist nun außen). Die Hand in der Tüte lassen und die Tüte nun als Handschuh nutzend ein möglichst großes Stück Tofu (Stückpreis!) greifen, herausholen, mit der freien Hand wieder die Tütenöffnung greifen, die Tüte über den Tofu wieder zurück stülpen. Wenn alles richtig gemacht wurde, befindet sich der Tofu jetzt sauber in der Tüte, keine Hand wurde nass – bis auf die wenigen Spritzer beim letzten zurückstülpen und der Behälter mit den restlichen Tofus in der Lake kam nur mit der sauberen Innenseite der Tüte in Kontakt.
Übrigens, ist die Lake gelblich ist dies ein Frischemerkmal, d.h. es ist noch die eigene frische Lake. Stehen die Tofus etwas länger wird die Lake weggeschüttet, weil sie schneller verdirbt, und durch Wasser ersetzt. Also wenn man bis auf den Boden des Behälters durchsehen kann – Hände weg!
Zuhause aber kann man diesen Trick nutzen, um Tofu bis zu einer Woche im Kühlschrank zu lagern. Hauptsache man bedeckt ihn komplett mit Wasser, das man täglich frisch ersetzt.
Eine Abwandlung zum nachstehenden Rezept wäre den Tofu zunächst wie oben beschrieben anzubraten, und erst danach wie im Rezept beschrieben fortzufahren. Dann schmeckt der Tofu eher bissfester und insgesamt kräftiger. Aber ich bevorzuge die „mollige“ Variante, wenn der Tofu locker und weich den Mund füllt.

Der Tofu wird pur in Scheiben abwechselnd mit Gemüse und Dressing geschichtet und im geschlossenen Topf gedämpft. Wenn man statt Wasser Fleischbrühe verwendet, wird das Aroma gesteigert. Aber wer hat schon immer selbstgemachte Fleischbrühe parat? Wer wie ich Zwiebeln liebt, kann zusätzlich sogar als allererste Lage in 1cm dicke Scheiben geschnittene Zwiebel auslegen. Damit wird der Dämpfeffekt verstärkt, und die in der Würzmarinade weich geschmorten Zwiebeln schmecken auch köstlich.
Gedämpfter Tofu_Dubu Jorim
Zutaten
3 EL Wasser oder selbstgemachte Fleischbrühe
2 EL Sojasauce
1 EL Olivenöl
1 TL Sesamöl
1 TL gerösteter Sesam
1 TL Gochugaru
1 Prise Salz nach Geschmack
1 Zwiebel – oder 2 für Zwiebel-Fans
1 Lauchzwiebel
1 Stück Tofu
optional
Knoblauch und etwas geschnittene grüne Chilischote
Zubereitung:
Alle Gewürze zu einer Marinade verrühren, evtl. Knoblauch und klein geschnittenen Chili hinzufügen.
Zwiebeln halbieren, in 1cm dicke Scheiben schneiden. Für eine extra Lage die Zwiebel ganz lassen, in Scheiben schneiden und den Topfboden komplett damit auslegen.
Lauchzwiebel im Schrägschnitt in 1cm dicke Ringe schneiden.
Tofu quer halbieren, von der kurzen Seite in 1cm dicke Scheiben schneiden, sodass ca. 6 x 6 cm Quadrate entstehen. Dies ist natürlich nur ein Ratschlag – wer sich hier kreativ austoben möchte kann natürlich jegliche andere Form wählen, von Dreiecke, über Kreise bis hin zu kunstvoll geschnitzten Figuren.
Nun schichten: halbe Menge der Zwiebel und Lauchzwiebel, dann halbe Menge Tofu und zum Schluss Hälfte der Marinade – alles wiederholen. Falls etwas Gemüse übrig bleibt einfach ganz zum Schluss drüber streuen.
Aufkochen, dann mit geschlossenem Deckel auf mittlerer Hitze ca. 15-20 min. köcheln lassen. Zwischendurch die obere Lage mit der Marinade begießen.
Beim Servieren vorsichtig mit einem Löffel entnehmen, da die Scheiben leicht zerfallen.
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