Getrocknete Tomaten-Chili-Thymian Dip und Gefühlsduselei

Barcomi’s Anhänger unter euch werden sich vielleicht an einen ähnlichen Creamcheese-Dip erinnern, denn die Inspiration kommt tatsächlich aus diesem Haus. Nach etlichen Devil’s Food Cake Gelagen dort mit nachträglicher Übelkeit hatte ich irgendwann die Eingebung auch mal was Pikantes zu bestellen. Und nach weiteren etlichen Bestellungen und anschließenden Einkäufen des süchtig machenden Dips für den hauseigenen Kühlschrank, überkam mich eine weitere Erkenntnis: Was die können, kannst du auch. Warum kam ich nicht viel eher drauf?

Seitdem ist er mein Standard Dip für alle Gelegenheiten: zu Grissini, zu Fladenbrot, zu Bagel, zu Cracker, als Appetizer, als Snack zwischendurch, als Weinbegleiter, als Alleinunterhalter.

Dieser Dip würde sich auch hervorragend auf dem Tapasteller von Sophie machen, und ich bin mir sicher sie würde ihn lieben. So wie ich ihre netten Worte (ich meine zauberhaft nett, nicht ja, ja nett) und die Auszeichnung geliebt habe – einen ganz lieben Dank nochmals dafür.

Ich hätte einfach La cuisine blanche für die wunderbaren asiatischen Gerichte, Azestoru für seinen stets mutigen und ungehemmten Einsatz von Bechamel und Käse und la grosse mere allein schon für den tollen Namen vorschlagen können.

Zusätzlich hätte ich die Gelegenheit genutzt, um mich bei den alten Hasen (nur blogmäßig) Evi, Erich, Katharina und Toni & Suse zu bedanken, die ich nicht nur wegen ihren wundervollen Blogs, sondern auch als erste regelmäßige Leser ins Herz geschlossen habe.

Dann wären noch andere, die ich erwähnt hätte, wie z.B. a blithe palate, weil sie so schreibt wie sie schreibt, Kekstesterin Anne, weil ich mir sicher bin in ihr eine Geschmacksseelenverwandte gefunden zu haben und color collective für die wahnsinnigen Inspirationen, die allein schon ihre Links bieten.

Aber ich nehme mir ein Beispiel an Guus Hiddink, der aufhörte als es am schönsten war. Ihr erinnert euch an den ehemaligen Nationaltrainer der südkoreanischen Fußballelf während des World Cups 2002? Er lehnte eine Verlängerung seines Vertrags ab, obwohl man ihm den Himmel auf Erden versprach. Wahrscheinlich kannte er das hitzige Temperament der Südkoreaner was Fußball betraf zu gut – und dass die Gunst schnell umschlagen könnte, falls die erhofften Ergebnisse ausblieben. Lange Zeit wurde er selbst spöttisch mit dem Spitznamen Sadaeyeong (vierzunull) betitelt, da sein Einstand in der koreanischen Fußballwelt mit einer 4:0 Niederlage begann. Alles bevor er mit dem koreanischen Einzug ins Halbfinale 2002 zum Nationalhelden ausgerufen wurde und schließlich sogar Touristenmassen zu seinem Geburtshaus in den Niederlanden pilgerten. Kein Scherz!

Um es kurz zu fassen: Alles Gute sollte ein Ende finden, damit man es in guter Erinnerung behält. Jetzt ist es raus! Darauf gibt es eine Kleinigkeit zu futtern.

Getrocknete Tomaten-Chili-Thymian Dip

frei nach Barcomi’s

Zutaten:

4-5 eingelegte Pomodori Secchi

200 g Frischkäse natur, Doppelrahmstufe

ca. 2 TL abgezupfte Thymianblätter, frisch

Chili nach Geschmack, frisch oder getrocknet

1 Spritzer Zitrone

Pfeffer

Zubereitung:

  1. Das Öl von den Tomatenstücken gut abtropfen lassen, die Würzkräuter aber nicht entfernen. Zunächst in sehr dünne Streifen, dann in kleine Stücke sehr fein hacken.
  2. Thymianblätter auch fein wiegen, alles mit dem Frischkäse sehr gut vermengen und mit wenig Chili, Zitrone und Pfeffer abschmecken.

Tipps: Die Schärfe sollte nur im Abgang spürbar sein, und im Vordergrund der Thymian mit den Tomaten stehen. Ich benutze meistens 2-3 Prisen Gochugaru, aber auch frische Chilis, falls ich sie da habe. Optional ist auch etwas Knobi möglich, obwohl dieser Dip auch ohne ihn eine sehr gute Figur macht. Und verwendet man statt Frischkäse Butter, hat man eine tolle Gewürzbutter zum Grillen – hier sollte aber Knobi unbedingt rein.