Kimchi + Faltmanufaktur

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Mein heutiger Gast ist kein reiner Foodblog, eigentlich gar kein Foodblog im herkömmlichen Sinn (wie einige meiner vorigen und zukünftigen Gäste). Aber sie scheint ein Profi in Sachen Kimchi zu sein. Immerhin hat sie bereits einige Monate in Korea gelebt … Weiterlesen 

Warme Zufriedenheit_Grieß mit Karamell-Apfel

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Kann es komplizierter sein seinem Gericht einen Namen zu verleihen als es zu kochen? Und wie. Dabei ist alles so einfach und bodenständig. Nur Grießbrei mit streng genommen geschmorten Apfelstückchen im eigenen Saft(karamell) – und das klingt affiger komplizierter als … Weiterlesen 

Vorweihnachten

Als Glühwein-Nichttrinkerin, Weihnachtsmarkt-Keingängerin und erfolgreiche Wichtelverweigererin (oder auch einfach Spielverderber) muss man sich dennoch irgendwie in Stimmung bringen.

Bitte sehr, nehmt euch ein Kipferl. Vanillekipferl – für mich der Inbegriff der (Vor)Weihnachtszeit. Und einzige Plätzchensorte auf die ich nie verzichten kann. Nach einem alten Familienrezept. Der Familie der Küchenschabe habe ich dieses Rezept zu verdanken. Bei süßen Mehlspeisen und Zuckerbäckereien schwöre ich natürlich auf k.u.k und Österreich. Dieses Rezept ohne Ei hat nun mein Lafer-Rezept mit Eigelb endgültig abgelöst.

Danke liebe Küchenschabe, dass Du mein Vorweihnachten schmackhafter gemacht hast! Ach, und fast vergessen, Katrin sammelt diesmal Sonntagssüßes!

Vanillekipferl_Das Familienrezept nach der Küchenschabe

Zutaten:
70 g Walnüsse (Küchenschabe) oder Mandeln (Oma), gemahlen

(ich nahm Mandelblätter, selbst geröstet und gemörsert)
70 g Puderzucker
200 g kalte Butter
280 g Mehl
1 Prise Salz

mit Vanille aromatisierter Staubzucker
oder Staubzucker mit 3 Pkg. Vanillezucker vermischt
(ich nahm 3 TL Vanillezucker, selbstgemacht + 3 TL Puderzucker)

Zubereitung:

  1. Mandeln ohne Fett kurz rösten bis sie duften. Abkühlen und mörsern.
  2. Aus Nüssen, Zucker, Butter und Mehl einen Mürbeteig kneten und eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  3. Ofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Aus dem Teig Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser formen und in 1cm dicke Scheiben schneiden. Kleine Kipferl formen und ca. 10 Minuten backen (bei mir fast 15 min., weil ich sie dunkler mag).
  4. Den vermischten Vanillezucker in eine Schale geben. Die Kipferl aus dem Ofen nehmen. Etwa eine Minute abkühlen lassen. Vorsichtig kopfüber einzeln in die Schüssel mit dem Zucker gleiten lassen. Komplett auskühlen lassen. Die Menge reicht für ca. drei Backbleche.

Gefüllte Zimtkaramell-Pancakes_Hotteok

Endlich mal wieder süß! Endlich mal wieder Hotteok/Hoddeok und endlich mal auch neue Bilder dazu. Und Sonntagssüß zugleich (bei Nina).

Cinnamon Bun-Roll-Pull-Apart-Lovers aufgepasst! Es gibt definitiv eine Steigerung der magischen Verbindung von Hefeteig mit Zimtzucker. Flüssiger Zimtkaramell!

Heiß, warm, knusprig, fluffig, weich, süß, zimtig, flüssig, karamellig, nussig – göttlich! Perfekt für den Winter und schnell in der Pfanne gebacken. Als Hefeteigsüchtige habe ich fast alles schon (Rolls, Buns, Pull-Aparts) rauf und runter mit Zimtzucker kombiniert, aber NICHTS schlägt Hotteok. Wer nicht probiert ist selbst schuld!

Ihr könnt mein Rezept (mit Joghurt) nutzen oder den Hefeteig eurer Wahl adaptieren. Aber nicht jeder kann so eifrig wie Paule wahnsinnige Variationen kreieren. Schuediteig passt selbstverständlich immer… Und da ich stets um die Gesundheit meiner Leserschaft besorgt bin noch ein kleiner Tipp: Immer schön pusten, BEVOR ihr in den heißen Karamell reinbeißt…könnte helfen. ;-)

Gefüllte Hefe-Pancakes_Hotteok

Zutaten Teig für 15-20 Stück:

500 g Mehl

50 g Zucker

1½  P. Trockenhefe

200 ml lauwarmes Wasser

60 g Butter

1 Becher (150 g) Joghurt 3,5 % Fett

1 Messerspitze Salz

Füllung – alle Zutaten vermischt

5-7 EL brauner Zucker

Messerspitze Zimt

optional: etwas Sesamkörner und/oder gemahlene Nüsse

nötige Utensilien:

beschichtete Pfanne mit passendem Deckel

flacher, hitzeresistenter Gegenstand – ich nehme ein Thermobecher aus Edelstahl mit ganz flachem Boden

Zubereitung:

  1. In das Mehl eine Mulde formen, Zucker, Hefe, Wasser rein gießen, 10 min. abgedeckt gehen lassen. Danach mit einem Holzlöffel verrühren
  2. Butter, Joghurt, Salz hinzu und alles vorsichtig kneten, 1h abgedeckt und warm gehen lassen. „Luft“ ablassen – Fingerlöcher in den Teig, nochmals mindestens 30 min. gehen lassen.
  3. Der Teig ist richtig, wenn er klebt. Zum Formen sehr wenig Öl in die Hände geben. Hühnereigroße Kugeln formen, wie einen Fladen flachdrücken und 1-2 TL Füllung in die Mitte geben. Die Ränder darüber klappen und gut verschließen. Mit der Naht nach unten auf einen leicht geölten Teller geben. So viele Kugeln wie gewünscht formen.
  4. Pfanne erhitzen (Hitze unteres Drittel), 1 EL Öl in die Pfanne geben, 3 Teigkugeln mit der Naht nach unten reinlegen. Nach wenigen Sekunden sofort wenden. Mit einem flachen, geölten Gegenstand die Kugeln sehr vorsichtig flach drücken. Nach 1-2 min., wenn der Teig eine helle Farbe bekommt, wenden. Nochmals vorsichtig flach drücken bis ein Fladen mit rund 10 cm Durchmesser entsteht. Deckel schließen. Nach 2-3 min. nochmals wenden und Deckel schließen, einige Minuten weiter braten bis alles goldbraun gebacken ist. Zwischendurch die Farbe und Hitze kontrollieren, evtl. Hitze regulieren.
  5. Vor dem Servieren leicht abkühlen lassen und die warme flüssige Karamellfüllung sehr vorsichtig genießen.

Tipp: Der Teig hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage. Daher besser portionsweise direkt vor dem Servieren backen und immer warm genießen.

Insgesamt sollten die Pancakes rund 10 min. backen, damit der Hefeteig gar und der Zucker flüssig wird. Die Füllung sollte nicht austreten, da der Hoddeok sonst schnell trocken schmeckt. Falls aber doch etwas ausläuft, Hoddeok mit Hilfe eines Spatels über den Karamell „fahren“ – der Karamell sollte dann am Hoddeok haften. Mit nassem Küchenkrepp und Spatel (Vorsicht ist höllisch heiß – heißer Zucker eben) die Pfanne reinigen, bevor die nächsten Portionen gebacken werden

Devil’s Food Törtchen_die leichte Art zu genießen

Ist wirklich möglich. Keine Butter-Schoko-Fudgebombe, die schlimmstenfalls eine Migräneattacke auslöst, sondern kleine Dinger mit „schlanker“ Füllung, dank dieser ultraschnellen Schoko-Ganache/Mousse mit Wasser (wer’s immer noch nicht glauben will, einfach Linkklick).

Dabei muss ich vorwarnen, mit Vollmilchschokolade klappt das garrrr nicht! Gute, hochprozentige Schokolade mit genügend echter Kakaobutter (gibt erst den richtigen Stand) muss her. Mindestens 60 % (Mutige wie Andrea von EinfachGuad nehmen sogar eine 90 Prozentige). Spreche aus eigener Erfahrung. Ich brauchte 3 Anläufe, 3 Stunden incl. Nachkühlzeit und 3 Tüten Eiswürfel, bis diese Erkenntnis bis zum Kopf langsam durchsickerte (was mein Bauch schon von Anfang an ahnte). Meine Rettung eines Geburtstagssüß war eine allerletzte Tafel dunkle Schokolade.

Dabei war mein Plan so perfekt ausgeklügelt: am Vorabend voller Vorfreude die kleinen Küchlein backen, am nächsten Morgen tiefenentspannt sehr akkurat mit kleinsten geklonten Tupfen dekorieren und dabei im Flow versinken.

Stattdessen geriet mein Zeitplan komplett durcheinander (für die Mousse hatte ich ja nur 15 min. statt 3 Stunden kalkuliert), die Küche und ich sahen aus wie S**, die Törtchen wurden atemlos mit gar keiner Muße garniert, Fehler mit Kakaopulver überstäubt und die Fotos in der Tortenhaube (als Lichtbox fungierend) beim kurzen Zwischenstopp auf dem Rücksitz geschossen. Daher das merkwürdige Licht. Grundsätzlich keine schlechte Entdeckung, eine Tortenhaube als Lichtdiffuser zu verwenden. Wenn man die nötige Ruhe hat. Zum Glück hat’s allen geschmeckt. Die Hauptsache.

Beim eigentlichen Kuchenteig habe ich mich wieder an Cafe Fernando gehalten – und auch diesmal hat das Rezept mich absolut überzeugt. Der Rührteig wurde wahnsinnig saftig, weich – nahezu ohne Kruste. Die äußere Haptik fast schon wachsig, innen ganz samtig. Auf den ersten Blick scheint die Zuckermenge sehr viel, aber der bittere Kakao verlangt sie, und man sollte sie nicht allzu radikal runterregulieren.

Von mir ursprünglich als leichte Devil’s Food Törtchen konzipiert, könnt ihr sie auch leichte Mousse au chocolat Törtchen nennen oder leichte Poignées d’amour Törtchen oder wie auch immer. Vielleicht machen sie sogar ein bißchen glücklich wie Sophies Schokotrüffeltraum. Damit die Versuchung nicht allzu groß wird, habe ich das Rezept gleich auf eine humane Menge runtergerechnet.

Devils Food Törtchen_die leichte Art

Rührteig adaptiert nach Cafe Fernando

Zutaten für 9 Stück:

50 g Butter, Zimmertemperatur

15 g Kakao, dunkel

53 g Wasser, heiß

26 g Milch

70 g Mehl

1/3 TL Natron

1 Prise Salz

100 g Zucker (bei mir 80 g)

1 Ei,

1-2 TL Vanillezucker oder 1/3 EL Vanilleextract

Zubereitung:

  1. Kakao mit heißem Wasser gut vermischen, kurz abkühlen lassen und Milch hinzufügen.
  2. Butter mit Zucker, Vanillezucker schaumig rühren, Ei hinzufügen (bei größerer Menge und mehreren Eiern – nach und nach).
  3. Alle trockenen Zutaten wie Mehl, Natron, Salz vermischen und in 3 Teilen abwechselnd mit der Kakaoflüssigkeit in die Ei-Zucker-Butter-Masse geben. Kurz unterheben.
  4. Ofen auf 175 Grad vorheizen, Muffinform ausbuttern und mit Mehl oder Kakao bestäuben, Teig gleichmäßig verteilen und ca. 12-15 min. auf mittlerer Schiene backen, Holzprobe nicht vergessen. In der Form komplett auskühlen lassen. Zum Befüllen quer halbieren.

Ganache/Mousse:

Zutaten:

225 g dunkle Schokolade

200 ml Wasser

(diese Menge ist für 9 Törtchen reichlich)

Zubereitung: wie hier

Und weil es so schön passt, gehen die Törtchen rüber zu Fräulein Text, die Sonntagssüßes sammelt.

Drink am Spieß_Wassermelone mit russischer Dame

Die Wassermelone hat mir bereits letzten Sommer, bei der enormen Hitzewelle, das Überleben gesichert. Aber statt sie einfach nur archaisch mit den Händen zu packen und reinzubeißen, habe ich nun eine elegantere Form gefunden sie zu essen und zu servieren.

Perfekt als Sommer-Aperitif. Die Idee dazu kam von hier.

Man könnte fast jedes Cocktail- oder Longdrink-Rezept darauf adaptieren, die Wassermelone ist in dieser Hinsicht wahnsinnig anpassungs- und aufnahmefähig. Bei mir gibt es sie mit einer russischen Dame, die ganz nebenbei auch noch für ein kleines bisschen Gesundheit sorgt (…glaubt man ihrem Rücken).

Bitte schön!

So besser?

Bauchige Dame mit Kopftuch.

Darf ich vorstellen – Vodka Matrioshka! Direkt aus Moskau eingeflogen mit vielen Promillen im vollschlanken Bauch.

Ach ja, die Gesundheit. Hier mein Beweis – jetzt wissen wir, warum viele Vodka trinken. Sicher nur deswegen.

Ein Rezept für den Trinkgenuss am Spieß gibt es kaum – oder wer braucht eine präzise Anleitung, um Alkohol über Frucht zu kippen? Trotzdem zur groben Orientierung: Ich habe 1 cl Vodka pro Stück gerechnet, alle Fruchtspieße (ca. 2 cm dick) auf ein Tablett gelegt und mit dem Alkohol begossen. Für mindestens 2 Stunden kalt stellen und einziehen lassen.

Kurz vor dem Servieren wollte ich Minze hacken, hatte aber keine. Dafür natürlich Perilla – also kleine, feine Perilla-Röllchen. Und jetzt kommt’s. Vergesst Minze, Koriander, Basilikum, Petersilie oder was auch immer! Perilla heißt der perfekte Partner für die Wassermelone. Nicht als Drink (und auch nicht als Spieß – würde ich nicht wiederholen, die Note ist dafür zu markant herb) aber pikant als Salat unschlagbar. Probiert es aus. Bei koreanischen Händlern unter Kkaenip/Sesamblätter jetzt überall erhältlich.

Zurück zu süßer Melone. Einen alkoholfreien Smoothie serviert uns Valentina’s Kochbuch und die original koreanische Methode wäre eine Subak Hwachae (Wassermelonen-Bowle). Dafür eine gut gekühlte Melone halbieren, den Boden sehr leicht gerade anschneiden. In der halbierten Schale mit einem großen Löffel das Fruchtfleisch komplett ausstechen. Mit Zucker abschmecken und kurz vor dem Servieren Eiswürfel mit in die Schale geben. Durch das Auskratzen entsteht genügend Flüssigkeit, dass nichts mehr nachgegossen werden muss. Eiskalt servieren. Für alle Rezepte gilt natürlich, je reifer desto besser und je weniger Kerne desto bequemer.

Beste Resteverwertung_Choco Crossies

Schon ziemlich old school über selbstgemachte Choco Crossies zu reden, aber immer wieder verführerisch. Wie man sieht, bin ich durch den Werbeslogan „ oh, wie verführerisch ~ “ massiv geprägt worden.

[Macht dieser Konzern überhaupt noch Werbung für läppische Schokoladeresteverwertungshappen oder haben die sich bereits nun vollends auf die zukünftige Weltherrschaft (Pinky & The Brain versuchten doch auch immer) aka Wassermarkt konzentriert? Der Herr Brabeck hatte sich doch schon damals bei Erwin Wagenhofer extrem verplappert und versucht nun eifrig seine Absichten zu verschleiern. Und er wäre über Uwe’s Wasser-Entscheidung nicht sehr erfreut gewesen. Über viele andere und mich müsste er sich ebenfalls ärgern. Ich bevorzuge sogar lauwarm, mein ayurvedischer T(r)ick.]

Zurück zu den knusprigen Schokohäppchen. Selbstgemacht schmeckt halt auch in diesem Fall einfach besser – ein unschlagbares Argument. So viele u.a. Lingonsmak und Engelchens Küche können sich nicht irren. Die fixen Dinger sind eigentlich mein Standard in der Vorweihnachtszeit, da sie schneller als jedes Plätzchenrezept sind und dabei jeden Keks in puncto allgemeiner Beliebtheit schlagen können.

Sollte man daher unbedingt teilen und ist ein ideales, kleines Geschenk aus der Küche – also ab zu Klärchen Kompott’s (Gourmet-Büdchen) Blogevent bei Zorra.

Blog-Event LXVIII - Geschenke aus der Küche

Bei winterlichen Außentemperaturen sind die Choco Crossies sogar noch schneller gemacht, aber zum Glück gibt es heutzutage Kühlschränke. Und der mitteleuropäische Sommer ist, bis auf wenige Ausnahmen, relativ schokokompatibel, oder?

Das Originalrezept aus meiner Kindheit enthielt zusätzlich Palmin und viel mehr Schokolade. Bei meiner reduzierten Version sind die Choco Crossies nur leicht mit der Schokolade ummantelt. Wer es schokoladiger mag, kann evtl. 50-70 g mehr nehmen. Palmin ist völlig überflüssig, bei erhöhter Zimmertemperatur sogar kontraproduktiv, es sei denn, man mag klebrigen Schoko-Cornflakes-Brei.

missboulette’s Choco Crossies

Zutaten für ca. 55-65 Stück (klingt nur viel, ist eigentlich zu wenig):

200 g Schokolade (habe halb Vollmilch, halb dunkle genommen)

70 g Mandelstifte

70 g Cornflakes

1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. In einem Topf Mandelstifte ohne Fett auf mittlerer Hitze goldbraun rösten, umschütten und beiseite stellen. Hitze ausschalten.
  2. Schokolade klein brechen und im selben Topf in der Resthitze schmelzen lassen, zwischendurch umrühren. Wer sicher gehen will, kann das Wasserbad verwenden. Sobald alles glatt und cremig ist, Cornflakes und geröstete Mandeln hinzufügen und gut vermengen, dabei dürfen einige Cornflakes auch brechen.
  3. Mit 2 Teelöffeln auf ein Blech mit Backpapier kleine Häufchen setzen.
  4. Entweder für ca. 30-60 min. in den Kühlschrank oder im Winter für wenige Minuten einfach nach draußen stellen. Nach Bedarf evtl. mit etwas Goldsplitter dekorieren (eher für Weihnachten).

Tipps: Nach Gusto oder Vorlieben der beschenkten Person können die einzelnen Komponenten wahlweise verändert werden (andere Nüsse, getrocknetes Obst, Kokosflocken, Schokoladensorte etc.), und/oder Gewürze, Alkohol in die noch warme Schokolade hinzugefügt werden.

Und bitte nicht so dilettantisch verpacken wie ich. Basteln/Verpacken ist leider nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Ppalli-Ppalli (schnell-schnell) sage ich da nur.

Lemon-Cheesecake mit getränktem Biskuit und Matcha-Finish…und Schokolade

Für mich sollte ein Cheesecake eigentlich einen dünnen Keksboden nach amerikanischer Art haben. Für mich sollte er auch so schlicht wie möglich daherkommen; selbst auf eine knallrote Erdbeersauce könnte ich verzichten, allenfalls ein Hauch von gemahlener Pistazie als Farbtupfer. Erst recht verzichte ich sonst gerne auf Herzchen aller Art. Aber diesmal – diesmal bin ich über meinen Schatten gesprungen und ihr seht – Herzchen, drei Stück sogar!

Und es geht noch weiter, sogar eine Herzform wurde angeschafft. Zu einem Kuchen in gänzlicher Herzform konnte ich mich zwar nicht durchringen, aber es wurde ein herzhafter Eier-Auflauf mit Würstchen und Speck – und somit nicht zu süß für den Anfang. Zum Ehrentag aller Mütter, besonders für meine Mutter, habe ich sehr gerne alle meine ästhetischen Dogmen über den Haufen geworfen und mich dem Herzchenrausch zum Brunch hingegeben.

Die Inspiration für diesen Kuchen kam von der, wie ich finde, immer leicht nervigen Lea Linster. Man muss ihr aber zugute halten, dass sie einige hervorragende Sprüche klopft, wenn sie selbst genervt oder beleidigt scheint. Ihr Original hat eben diesen knusprigen Keksboden, der dieses Mal leider nicht hoch im Kurs stand. Denn nach vorheriger wochenlanger Recherche/Fragerei (ich brauch nichts…egal, mach was du denkst…etwas, was nicht zuviel Mühe macht) hatte sich meine Mutter zu einem expliziten Cheesecake-Wunsch hinreißen lassen. Endlich!

Für sie habe ich einen locker leichten Biskuit als Boden genommen (den sie viel lieber mag als Keksböden, aber niemals eingefordert hätte), diesen mit Zitronen-Honig-Sirup saftig getränkt, das Eiweiß weggelassen (Lea’s Original) und dafür mit einer umso sahnigeren Frischkäse-Creme getoppt. Um der bis dahin ziemlich schlichten Nummer etwas mehr Dramatik für den Brunchauftritt zu verleihen, wurden noch Schokosplitter à la Cafe Fernando angesetzt. Die waren im früheren Leben unbeliebte Osterhasen, die nach ihrer Transformation erstaunlich beliebter wurden. Ach ja, die Herzen. Mit Matcha kann man diese formen, muss man aber nicht, je nach subjektiver Herzchen-Affinität. Ich finde, sie sind irgendwie doch nicht soooo schlecht…

Lemon-Cheesecake mit getränktem Biskuit und Matcha-Finish

inspiriert von Lea Linster’s Lemon-Cheesecake

Zutaten normale Springform:

Biskuit:

2 Eier

100 g Zucker

50 g Mehl

30 g Stärke (Mais oder Kartoffel)

½ TL Backpulver

1 EL Wasser

Creme:

200 ml Sahne

300 g Frischkäse

Abrieb einer großen Bio-Zitrone

50 g Zucker (oder mehr nach Geschmack)

Spritzer Zitronensaft

2 TL Vanillezucker

Sirup:

restlicher Saft der Zitrone

30 g Honig

Schokosplitter:

100-120 g dunkle Schokolade

Zubereitung:

  1. Biskuit: Eier trennen, Eiweiß mit Wasser sehr steif schlagen. Den Zucker langsam einrieseln lassen und weiter schlagen. Eigelbe hinzugeben und weiter hell und dick aufschlagen. Mehl, Stärke, Backpulver mischen und reinsieben. Vorsichtig unterheben. Bei 170 Grad, mittlere Schiene ca. 20-30 min. in einer Springform hell backen. Holzprobe machen. Rand nicht fetten oder einfach Backpapier auslegen. In der Form auskühlen lassen.
  2. Creme: Zitronenschale fein abreiben und mit Frischkäse und Zucker nur mit einem Schneebesen kurz verrühren. Zitronensaft hinzufügen. Sahne mit Vanillezucker steif schlagen und vorsichtig unterheben.
  3. Sirup: Zitronensaft auspressen, kurz aufkochen und noch warm mit dem Honig verrühren. Auskühlen lassen.
  4. Schokosplitter: Schokolade über Wasserbad schmelzen lassen, dünn auf die Hälfte des Backpapiers ausstreichen, freie Hälfte darüber klappen und sofort aufrollen. Im Kühlschrank erkalten lassen und wieder entrollen, dabei entstehen die Splitter.
  5. Tortenring aufsetzen. Den Biskuit mit dem Sirup beträufeln. Die Creme darauf verteilen und im Tortenring mind. einige Stunden (oder über Nacht) im Kühlschrank ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren mit Schokosplitter und evtl. 1 TL Matcha garnieren.

Tipps: Der Kuchen lässt sich gut in Etappen vorbereiten. Den Biskuit kann man bis zu 2 Tagen vorher backen, die Creme und den Sirup kann man einen Tag vorher verteilen. Die Schokolade sollte doch relativ dunkel sein, da meine Osterreste ziemlich schnell wieder weich wurden und der Kuchen zwischendurch immer wieder gekühlt werden musste. Sie ist eher ein optischer Blickfang, geschmacklich könnte ich persönlich darauf verzichten, aber Schokoliebhaber schwören auf die Schokonote zum Cheesecake.

Weiche, gedämpfte, vegane Snacks_Jjin Bbang mit süßer Azukifüllung

Noch schnell ein Rezept aus der kälteren Warteschleife, bevor ich frühlingshaftere Gefilde betrete.  Jjin Bbang (찐빵) oder auch Ho Bbang (호빵) genannt, mit süßer Azuki-Bohnenpaste gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen (oder Dampfnudel oder Germknödel wie man will), sind ein sehr beliebter Snack in Korea; und zu gut, um sie euch bis zur nächsten kalten Jahreszeit vorzuenthalten.

Nur weil man ursprünglich keine Kuchen, Torten und klassische Desserts kannte, bedeutet es nicht, dass man in Korea sich nur auf die drei Hauptmahlzeiten konzentriert und gänzlich auf Süßes oder Snacks jeglicher Art verzichtet. Ganz im Gegenteil, man aß in Korea schon immer sehr gerne Kleinigkeiten zwischendurch – Gan Sik genannt – ob süß oder pikant. Am bekanntesten sind natürlich verschiedenste Sorten von Ddeok/Reiskuchen, süßes Obst (frisch oder getrocknet), pikante Gemüsepfannkuchen – oder eben diese gedämpften Hefeteilchen mit Pat (팥- Azukibohnen).

Die meisten Rezepte, die ich kenne und auch mein bisheriges Standardrezept, verlangen normalerweise nach Milch (bei mir sogar zusätzlich Sahne), aber bei Shin Shine bin ich über eine sehr unkomplizierte Variante mit Wasser und Öl gestolpert – daher wunderbar auch für Veganer geeignet. Wenn nur nicht die lästige Umrechnerei mit Cups gewesen wäre. Nach zig verschiedenen, widersprüchlichen Informationen aus dem Netz, habe ich einfach mein altes „Fake“ Cup-Maß hervorgekramt. Nicht ganz normgerecht setzt es 1 Cup mit 250 ml gleich. Trotzdem habe ich danach die verlangten 1 ½ Cups abgemessen und anschließend meine digitale Waage sprechen lassen – knapp 230 g. Vom Gefühl her besser als die normalerweise angeratenen 180 g, wenn man bedenkt, dass eine ganze Tüte Hefe reinkommen sollte.

         

Aber alle Befürchtungen waren unbegründet. Der Teig lässt sich wirklich gut verarbeiten, schmeckt nicht übermäßig nach Hefe, entwickelt sich prächtig locker im Dämpfer und fällt auch nicht schrumpelig in sich zusammen, wie bei einigen weniger empfehlenswerten Rezepturen. Kurz – alle Daumen hoch!

Zum Glück habe ich gleich die doppelte Menge gemacht, da man die Hefeteilchen wunderbar einfrieren kann. Falls man Heißhunger darauf entwickelt oder Überraschungsbesuch vor der Tür steht, kann man einfach die gefrorenen Ho Bbangs wieder in den Dämpfer setzen und nach kurzer Zeit wieder lockere, dampfende Germknödel nach asiatischer Art genießen. Und exakt diese Mengen habe ich genommen:

Jjin Bbang_süß gefüllte und gedämpfte Hefebrötchen

Zutaten für 12-15 Stück:

460 g Mehl

300 ml Wasser, lauwarm

14g/2 P Trockenhefe

1 TL Backpulver

4 EL Zucker

1 TL Salz

2 EL Öl

12-15 EL Pat Anko – süße rote Bohnenpaste aus Azukibohnen

Zubereitung:

  1. Anko-Füllung wie hier beschrieben vorbereiten.
  2. Aus Backpapier 12-15 ca. 8x8cm große Quadrate ausschneiden.
  3. Alle Zuaten bis auf Salz und Öl vermischen und 10 min mit einem Knethaken glatt kneten. Salz und Öl hinzufügen und weiterkneten, bis er glänzt.
  4. 1 h gehen lassen. Teig nochmals kurz kneten und in gewünschte Menge unterteilen.
  5. Jede Teigkugel flach zwischen den Handflächen formen, dabei die Mitte etwas dicker lassen und die Ränder etwas dünner. In die Mitte ca. 1 EL Anko geben und die Teigränder darüberklappen. Gut verschließen und mit der Naht nach unten auf ein Backpapier-Quadrat setzen. Alle Kugeln formen und mind. 10 min. nochmals gehen lassen.
  6. Wasser im Dampftopf aufkochen lassen und die Hefeknödel ca. 15 min. nacheinander garen.

Tipps: Die Azukibohnen sind der Klassiker, aber in die Füllung kann natürlich alles rein, was gefällt. Nüsse, süße Süßkartoffelcreme, Kabocha-Kürbis, Maronencreme usw. – oder eben Marmelade & Schokolade, aber auch Pikantes.