Blüten essen

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Die Zutatenliste ist kurz. Klebreismehl (aka Sweet Rice Flour aka Glutinous Rice Flour). Wasser. Salz. Dazu Zuckersirup. Zwei Hände voll essbare Blüten noch, je nach Saison, je nach Vorliebe. Wenn ihr euch zu warmweichelastischen Biss zusätzlich noch den Duft der … Weiterlesen

Kimchi + Toni Hundertachtziggrad

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Und weiter geht es mit der unregelmäßig regelmäßigen Reihe Kimchi +. Nach der Weltpremiere mit The Food and the City soll niemand auf die Idee kommen, fremdsprachig und schwarzhaarig-asiatisch sei hier die Prämisse. Nein, mein heutiger Gast ist blond (wenn … Weiterlesen

Verspätete Neujahrssuppe_Tteok Mandu Guk

Da wären wir endlich bei der Neujahrssuppe. Je nach Region wird in Korea diese Suppe etwas unterschiedlich serviert. Im Norden, mit der Nähe zu China und den dazugehörigen Dumplings, wird nur Mandu Guk (Dumpling-Suppe) ohne Reiskuchen serviert. In den südlichen Provinzen mit den weiten Reisfeldern wird meistens nur Ddeok Guk (Reiskuchen-Suppe) ohne Teigtaschen gereicht. Und in Seoul und Umgebung wird, wie die geographische Lage genau in der Mitte bereits andeutet, Ddeok-Mandu Guk serviert, sowohl mit Reiskuchenscheiben als auch mit gefüllten Teigtaschen.

Die Ursprünge aus der Royal Cuisine erkennt man am milden Geschmack und den farbenfrohen, aber etwas zeitaufwendigen Toppings. Hierfür werden Eier getrennt, separat als hauchdünne Omelettes gebraten und in weiße und gelbe Streifen geschnitten. Zusätzlich werden dünne Lauchscheiben und geröstete Noriblätter in Streifen darüber gestreut, um einen weiteren farblichen Kontrast zu geben, aber auch um geschmacklich für eine Abrundung zu sorgen. Die leichte Lauchschärfe, die Röstaromen der Noriblätter und die Würzigkeit der Omelettes harmonieren perfekt zur Fleischbrühe. Meistens wird einfach eine kräftige Rinderbrühe aus Beinscheiben dafür verwendet, aber die klassische Variante, wie sie bereits den Königen der Chosun-Dynastie serviert wurde, besteht aus milder Fasanenbrühe – auch unsere Halmonie hatte sie oftmals so zubereitet.

Und genauso serviere ich euch die koreanische Neujahrssuppe. Apropos, sie soll natürlich auch Glück bringen, wie ich bereits hier erwähnt hatte. Also bleibt nichts anderes mehr übrig, als sich schnellstens nach Garae Tteok (die spezielle Reiskuchensorte) umzuschauen – denn die Suppe schmeckt auch nach dem Neujahrsfest mindestens genauso gut.

Tteok Mandu Guk_Neujahrssuppe mit Teigtaschen und Reiskuchen

Zutaten für 4-6 Portionen

Brühe

1 Fasan, küchenfertig (alternativ Huhn oder Rinderbrust)

1 – 1,5 kg Garae Tteok in Scheiben, frisch oder tiefgekühlt

3-5 Mandus pro Kopf/Portion, vorbereitet & tiefgekühlt

2 Knoblauchzehen, fein zerrieben

Salz und Pfeffer

Wasser

Topping:

3 Eier

2 Noriblätter

etwas Lauch

1TL Kartoffelstärke

3 EL Wasser

Salz

Zubereitung:

  1. Fasan gründlich unter fließendem Wasser abspülen und trocken tupfen. In einen großen Topf geben, mit reichlich Wasser auffüllen bis der Fasan großzügig bedeckt ist (ca. 3l). 60 – 70 min. köcheln, bis sich das Fleisch einigermaßen leicht löst. Zwischendurch kurz abschäumen.
  2. Den Fasan kurz abkühlen lassen und von den Knochen lösen. In mundgerechte Stücke zerteilen und das Fleisch beiseite stellen. Die Knochen wieder in die Brühe geben und weitere 45 min. köcheln lassen.
  3. Eier trennen und mit je einer Prise Salz würzen. Kartoffelstärke mit zunächst 2 EL Wasser verrühren und davon je 1 EL zum Eigelb und zum Eiweiß geben. Die Eigelbe zusätzlich mit 1 EL Wasser verdünnen. Alles gut verschlagen. Mit sehr wenig Öl in einer kleinen Pfanne (leichter zum wenden) auf niedriger Hitze dünne Omelettes ausbacken. Das Eiweiß sollte keine Farbe bekommen, sondern möglichst rein weiß bleiben, evtl. Pfanne zwischendurch von der Hitze ziehen. Auf Küchenpapier auskühlen lassen. Dann aufrollen, in feine Streifen schneiden und beide Farben getrennt beiseite stellen.
  4. Lauch in sehr dünne Ringe schneiden, beiseite stellen. Noriblätter aufrollen, mit einer Küchenschere in sehr feine Streifen schneiden und nochmals in einer Pfanne anrösten (mittlere Hitze) bis sie nicht mehr aneinander haften. Noriblätter kurz abkühlen lassen und sofort luftdicht verschließen.
  5. Mandus kurz antauen lassen.
  6. Den Fond mit zusätzlich Wasser aufgießen (ca. 3l Gesamtflüssigkeit sollten wieder vorhanden sein) und aufkochen lassen. Hitze reduzieren und gewünschte Menge Fasanenfleisch, Mandus und ganz zum Schluss Reiskuchenscheiben hinzugeben und bissfest garen. Mit Knoblauch, Salz und Pfeffer abschmecken. Garzeit Mandu ca. 8-10 min, Reiskuchen ca. 3-5 min.
  7. Mit vorbereiteten Toppings garnieren und sofort & zügig servieren. Dazu passt natürlich Kimchi.

Tipps: Punkt 1 bis 4 lässt sich alles schon am Vortag vorbereiten, die Mandus sogar Wochen vorher. Dann ist die Suppe eigentlich schnell gemacht, nachdem z.B. der Besuch eingetrudelt ist. Die Suppe sollte auf keinen Fall länger stehen, da die Reiskuchenscheiben schnell ihre Bissfestigkeit verlieren.

Und das Rezept für hausgemachte Mandus hierzu folgt zeitnah separat, da sollte niemand in Versuchung geraten, zwischenzeitlich auf eines der vielen Mandu Convenience-Produkte zurückzugreifen. Dazwischen liegen Welten! Also, Hände weg! (Edit: nun oben in der Zutatenliste direkt verlinkt.)

Ach ja, man sollte bei der Portionseinteilung die Reiskuchenscheiben nicht unterschätzen, sie bestehen aus reinem Reismehl und sättigen ungemein. Eine japanische Neujahrssuppe mit Mochi habe ich übrigens bei  Bento-Mania entdeckt!

Artemisia in der Küche_Ssuk Injeolmi

Wer hier jetzt etwas über Artemisia Gentileschi erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Nicht von Bildern, nein, von Beifuß und Reiskuchen wird die Rede sein. Wobei ihre Judith mit Holofernes, inspiriert von Caravaggios Arbeit, sicherlich erwähnenswert wäre.

Ach ja, Reiskuchen. Unsere Oma/Halmonie hatte immer Ssuk Ddeok (Reiskuchen mit Beifuß) im Haus. Dafür hatte sie meistens frische, junge Triebe des Wildkrauts selbst gesammelt und frisch zermahlen. Der dadurch entstandene Brei wurde mit gedämpftem Klebereis (찹쌀) gemischt und früher mühsam von mindestens 2 kräftigen Knechten zu einem grasgrünen Reiskuchen geschlagen, der wundervoll nach Ssuk duftete. Mittlerweile erledigen Maschinen das mühsame Stampfen des Reiskuchenteigs. Aber auf Festivals oder wenn man Glück hat sonntags in Insadong (Seoul), kann man das traditionelle Reiskuchenstampfen beobachten und sogar selbst ausprobieren. Genau genommen nennt man diese Art von gestampften Reiskuchen, ob mit oder ohne Zugabe von Beifuß, Injeolmi, die charakteristisch sehr bissfest sind und vor dem Servieren meist in geröstetem Sojabohnenmehl (콩고물) gewendet werden.

Der in Korea seit Jahrtausenden gebräuchliche Beifuß, 쑥 Ssuk (Artemisia princeps), besitzt ätherische Öle, die beim Zerstampfen einen typisch intensiven Duft ausströmen, den ich vom deutschen bzw. europäischen Beifuß (Artemisia vulgaris) nicht kenne. Der Geschmack lässt sich daher schwer beschreiben, man muss die spezielle Sorte probiert haben. Etwas bitter, ein leichter Anflug von Menthol, aber ohne Schärfe, gleichzeitig ein frisches, grasiges Aroma, aber wiederum meilenweit entfernt von der Grasigkeit eines Weizengrassafts. Auf jeden Fall sehr aromatisch und daher sehr beliebt in der koreanischen Küche.

Welche Bedeutung man ihm sogar zuschreibt, hatte ich bereits mit der Dangun-Legende erwähnt. Ssuk wird auch zum Kochen verwendet, aber am beliebtesten ist dieses Kraut als Zutat in süßen Reiskuchen.

Als Kind konnte ich mich nicht wirklich für Reiskuchen begeistern, aber mittlerweile kann ich die Vorliebe meiner Oma und meiner Mutter für Reiskuchen aller Art teilen. Ihrem Fleiß habe ich auch das koreanische Beifuß-Pulver zu verdanken, das aus selbst gesammelten und getrockneten Beifußblättern hergestellt wurde. Damit habe ich eine praktischere Injeolmi Variante ausprobiert, die weniger Armmuskeln beansprucht – eigentlich fast gar keine.

Statt ganzen Reiskörnern habe ich fertiges Klebereismehl gedämpft, das, mangels frischer Ssukblätter, mit dem besagten Pulver vorher angerührt wurde. Heraus kam ein Ssuk-Injeolmi, das ziemlich überzeugte. Zwar etwas weniger „chewy“ als das koreanische Original, aber dafür auch tausendmal einfacher und praktischer in der Herstellung – denn wer hat schon professionelle Reiskuchenmaschinen zu Hause? In Korea hat zumindest jedes Viertel eine „Mühle“ (방앗간), zu der man die vorbereiteten Zutaten bringen kann, um hausgemachten Reiskuchen herzustellen. Aber hier?

         

Woher jetzt koreanisches Beifuß-Pulver nehmen, fragt ihr euch? Tja, eine berechtigte Frage, da muss ich leider passen. Gibt’s hier glaube ich nicht (falls doch, unbedingt melden). Aber man kann Ssuk einfach weglassen und stattdessen ein „weisses“ Injeolmi herstellen – ist sowieso die ursprünglichere Variante. Das nussig-süßlich schmeckende Sojabohnenmehl (콩고물) aus getrockneten und gerösteten gelben Sojabohnen gibt es dagegen zum Glück fast überall. Vielleicht kennen es auch einige von euch bereits unter dem japanischen Namen Kinako.

Schneller Beifuß-Reiskuchen_Ssuk Injeolmi

Zutaten (ca. 22 cm Durchmesser)

200 g Klebereismehl

2 EL Zucker

200 ml Wasser, kalt

1 EL Beifußpulver

4-5 EL geröstetes Sojabohnenmehl

Zubereitung:

  1. Beifußpulver in Wasser auflösen.
  2. In einer Metallschale Reismehl mit Zucker trocken gut vermischen und mit der Flüssigkeit zu einer dicken Paste klümpchenfrei verrühren.
  3. In einem großen Topf ausreichend Wasser aufkochen und die Metallschale mit Teig über das kochende Wasser hängen bzw. im Dampftopf mit geschlossenem Deckel 25-30 min. garen. Zwischendurch nach 15 min. mit einem Spatel vorsichtig umrühren (Vorsicht heiß). Als Garprobe die Mitte mit dem Spatel kontrollieren. Es sollte alles fest sein.
  4. Ein Tablett mit 2 EL Sojabohnenmehl dick aussieben und bereitstellen. Den fertig gegarten Reiskuchen in der Metallschale entnehmen, evtl. zusätzlich mit einem Holzlöffel kurz stampfen und den Teig mithilfe eines Spatels auf das gesiebte Tablett gleiten lassen.
  5. Nochmals mit Sojabohnenpulver bestäuben und den Reiskuchen mit den Händen ca. 2,5 cm dick  platt drücken. Das Sojabohnenpulver sollte ein Kleben verhindern. Falls klebrig, mehr vom Bohnenmehl verwenden
  6. Ca. 15 min. auskühlen lassen und noch warm zunächst in dicke Streifen unterteilen und davon kleine mundgerechte Stücke mit einer Küchenschere abschneiden. Die einzelnen Stücke nochmals dick in Bohnenpulver wälzen und servieren. Dazu passt Tee.

Tipps: Falls die Schere beim schneiden klebt, dünn mit Sesamöl bestreichen. Wer das Mochi Rezept gelesen hat, dem wird vieles bekannt vorkommen – das Rezept habe ich daran angelehnt.

Gut abgekühlt (!)und luftdicht verschlossen bleibt der Reiskuchen bis zu 3 Tage weich.

Bulgogi Tteok Bokki

Zum Neujahrstag wird in Korea als allererste Mahlzeit des neuen Jahres (also bereits zum Frühstück) immer Tteok Guk (Reiskuchen Suppe) serviert, eine kräftige Fleischbrühe mit dünnen Reiskuchenscheiben und diversen Toppings. Erst nach dem Verzehr einer solchen Suppe wird man symbolisch ein Jahr älter (und weiser) und, wie soll es anders sein, das Glück bleibe an einem haften wie die Reisscheiben an den Zähnen.

Statt der Suppe habe ich aber als allererstes Rezept in diesem Jahr ein anderes Tteok/Ddeok (Reiskuchen) Gericht, nämlich das süßlich scharfe Tteok bokki, das ich der traditionellen Suppe sogar heimlich vorziehe. Heimlich, weil es eigentlich gar kein Gericht ist, sondern eher ein Snack – eines der vielen koreanischen Street Food Gerichte, und weil mir als Kind untersagt wurde eben dieses Gericht an der Straße zu kaufen (man kann ja nie wissen wie es zubereitet wurde…). Vielleicht üben deshalb alle Straßenstände immer noch eine gewisse Faszination auf mich aus. Seit ich als selbstbestimmte Erwachsene Korea besuche, bin ich selbstverständlich häufig an solchen Ständen anzutreffen.

         

         

Garae Tteok, die langen weißen Reiskuchen Stangen, gibt es momentan zum Jahreswechsel tagesfrisch hergestellt bei fast allen koreanischen Händlern, manchmal aber nur auf Vorbestellung. Einfach ein freundliches „Annyeong haseyo (Guten Tag)“ zwitschern und nachfragen. Notfalls muss man auf TK-Ware zurückgreifen.

Garae Tteok besteht aus reinem Reismehl aus bestem Sushireis (kein Klebreis) und wird ungezuckert hergestellt. Der relativ neutrale Geschmack ist daher ideal, um daraus pikante Reiskuchen Gerichte herzustellen. Für eine längere Aufbewahrung kann man frische Reisstangen in die gewünschte Form schneiden – Scheiben im Schrägschnitt für Suppe, kleine Sticks für Tteok Bokki – und portionsweise einfrieren. Tiefgekühlt sollten sie vor dem Kochen ca. 10 min. in kaltes Wasser eingeweicht werden.

Tteok bokki hat seine Ursprünge in der Royal Cuisine (궁중 요리) als milde Variante mit Sojasauce. Heutzutage ist Tteok bokki aber nicht nur süß und heiß, sondern auch höllisch scharf. In Seoul gibt es sogar ein komplettes Tteok Bokki Viertel (tteok bokki alley in Shindangdong), falls jemand nicht genug davon kriegen sollte. Eigentlich wird das Gericht mit Odeng (Fish Cake) zubereitet, aber da für mich Fischmehl nicht besonders appetitlich klingt und daher meistens nicht im Hause greifbar, eignen sich  Beef-Bulgogi Reste hervorragend um richtig viel Umami an die Soße abzugeben. Ein mehr als ordentlicher Ersatz, wenn nicht sogar besser.

Aber auch Vegetarier müssen nicht auf Tteok bokki verzichten: Fleisch einfach weglassen, dafür separat etwas Kombu, 4-6 Dashi Myulchis und 1-2 getrocknete Shiitake Pilze als Dashi Brühe aufkochen und diese zum Aufgiessen verwenden.

Das Gericht ist für den sofortigen Verzehr bestimmt, da sich sonst nach einiger Zeit der bissfeste Reiskuchen in eine einzige breiige Matsche verwandelt.

Bulgogi Tteok Bokki

Zutaten für 4 Schälchen oder 2 ordentliche Portionen

500 g Garae Tteok frisch

1 EL Öl

1 Zwiebel (als Zwiebel-Fan nahm ich 2)

100 -150 g gebratenes Beef Bulgogi (Reste)

1-1 ½ EL Gochujang

1-1 ½ EL Zucker oder Reismalz

1 Knoblauchzehe fein gehackt

1 TL Sesamöl

1 TL Sesamkörner

wenig Pfeffer und Salz zum abschmecken

ca. 400-500 ml Wasser oder Dashi Brühe (vegetarisch) zum Aufgiessen

optional etwas Lauchzwiebeln

Zubereitung:

  1. Reiskuchenstangen in ca. 4 cm unterteilen und längs vierteln, dass kleine Sticks entstehen.
  2. Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. In einer breiten Pfanne mit 1 EL Öl anbraten bis leichte Röstaromen entstehen. Mit zunächst 400 ml Wasser ablöschen.
  3. Beef Bulgogi Reste klein schneiden und mitsamt dem Bratsaft dazu geben. Alles aufkochen lassen. Falls man ungebratenes Bulgogi hat, einfach vorher klein schneiden und von Anfang an mit den Zwiebeln mitbraten.
  4. Gochujang, Zucker, Knoblauch, Sesamöl und zerriebene Sesamkörner dazugeben und gut verrühren.
  5. Reiskuchensticks hinzu, gut vermengen und sofort die Hitze reduzieren. Alles sollte nun gerade mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Falls nötig etwas mehr Wasser/Brühe hinzufügen. Auf kleiner Flamme ca. 8-10 min leise köcheln lassen, dabei immer sorgfältig rühren.
  6. Sobald die Soße eingedickt ist und alles glänzend überzogen hat, den Garpunkt regelmäßig kontrollieren. Der Reiskuchen sollte bissfest und nicht zu weich sein. Zum Schluss mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren. Evtl. Lauchzwiebeln in Scheiben schneiden und darüber streuen.

Tipp: Die Garzeit variiert natürlich je nach Schnittgröße und Qualität. Falls mal die Soße bereits eingedickt sein sollte, bevor der Reiskuchen gar ist, einfach mit wenig Wasser die Soße verdünnen und weiterkochen lassen. Daher im Zweifel zunächst immer weniger Wasser nehmen als zuviel, ansonsten hat man bereits fertige weiche Reiskuchen, die aber noch in einer wässrigen Soße schwimmen.

Pfirsichzarter Reiskuchen mit Biss_Mochi mit Azuki-Füllung

Nach meiner kleinen Winterkimchi-Reihe mit Kohl und Rettich, die zugegebenermaßen nicht sonderlich sexy klingen (aber schmecken), stelle ich euch schon wieder eine etwas unterschätzte Zutat vor. Rote Bohnen (jetzt bloß nicht abtörnen lassen und weiter lesen) – auf Koreanisch heißen sie Pat (팥), aber besser bekannt sind sie hier unter Azuki-Bohnen. In ganz Asien, insbesondere in Korea und Japan, sind sie bekannt und beliebt für ihre gesunden und nährenden Eigenschaften und finden meistens Verwendung in süßen Gerichten. Wer von euch noch nie Azuki Bohnen gekostet hat, dem kann ich versichern, dass der Geschmack von zubereiteter roten Bohnenpaste den Vergleich zu einer Crème de Marrons nicht scheuen muss. Andersrum gesagt, wer auf Maronen und Co. steht, wird auch diese roten Bohnen lieben. Pat passt übrigens auch wunderbar zu süßem Kürbis, aber Hobak Jook (Kürbis-Azuki-Congee) ist wieder eine andere Geschichte.

Mochis sind in Korea sehr beliebte kleine Reiskuchen, die man überall, sowohl in Bäckereien, als auch in den traditionellen Reiskuchen-Läden erhalten kann. Der Ursprung des Wortes ist Japanisch, Mochi wird dort nur als Oberbegriff verwendet. In Korea meint man hauptsächlich das japanische „Daifuku Mochi“ damit. Oder einige nennen sie gleich beim koreanischen Namen: Chapssal Ddeok (찹쌀떡) – komplizierter und länger.

Der Teig wird aus Klebereismehl, Wasser und Zucker angerührt, gedämpft, kräftig geknetet und dann mit dem fertigen Anko (süße Bohnenpaste) gefüllt. Gut zubereitet wird der Teig sich wie eine hauchzarte Pfirsichhaut anfühlen und trotzdem einen „chewy“ Biss haben.

Das Wichtigste ist dennoch die richtige Konsistenz der Füllung. Das Anko darf weder zu trocken (schmeckt staubig) noch zu flüssig sein (schwierig zu verarbeiten).

Es gibt viele Mochi-Rezepte, die bei der Teigherstellung die Mikrowelle propagieren. Aber was nutzen die allerbesten Zutaten und Nährstoffe, wenn man sich diese dadurch kaputt macht? Zeitargumente werden hier nicht akzeptiert. Das Planen gehört genauso zum Kochen wie das anschließende Aufessen, oder? Und falls partout nicht die notwendige Zeit für ein bestimmtes Gericht vorhanden sein sollte, muss man einfach auch mal aufschieben können, anstatt unsichtbare Wellen um Hilfe zu bitten. Falls sich jetzt jemand vergrault fühlt, bitte ich höflichst um Verzeihung – aber es wird nichts an der Tatsache ändern, dass sich auf diesem Blog nie ein Rezept mit der Mikrowellenmethode verirren wird. Niemals. Oder um es mit dem Lieblingsspruch eines Bekannten zu beschreiben: „Eher friert die Hölle zu!“

Zum Glück gibt es ja vielfältige Alternativen. Man kann den Teig einfach über Wasserdampf garen lassen. Entweder man nimmt einen großen Dampftopf oder, falls man nicht über einen Dämpfer verfügt, verwendet den guten alten Trick mit der umgestülpten Schale vom Kartoffelkochen. Man nimmt einen hohen schmalen Topf, legt eine kleine, breite Schale (hitzebeständg) rein und statt Kartoffeln kommt einfach eine zweite, größere Schale (am besten Metall) mit dem flüssigen Teig auf die umgestülpte erste Schale. Besonders gut geht es natürlich mit einem kleinen Metallgitter (vielleicht vom Teestövchen oder dafür vorgesehene Einsätze) statt der umgestülpten Schale. Für Leute, die gleich tiefer in die Taschen greifen möchten, sind natürlich die Dämpfer geeignet, für die der Herr Lafer fleißig die Werbetrommel rührt. Praktisch und schöner als mein alter Dampftopf sind sie – und bald ist ja Weihnachten!

Mochi mit süßer Azukibohnen-Füllung

Zutaten für 6 Stück (mittelgroß)

Teig:

100 g Klebereismehl

2 EL Zucker

100-110 ml Wasser

1 Prise Salz

etwas Kartoffelstärke zum Formen

Anko:

200 g getrocknete Azukibohnen (Pat)

140 g Zucker

½   TL Salz

Wasser zum Kochen

Zubereitung Anko:

  1. Am Vortag die getrockneten Bohnen im Sieb kräftig waschen und in viel Wasser über Nacht einweichen lassen.
  2. Bohnen mit mind. 1 Liter Wasser aufkochen lassen, Schaum abschöpfen und auf mittlerer Hitze 1-1 1/2 Stunden kochen, bis die Bohnen sehr weich sind. Sie sollten mühelos auf der Zunge zergehen. Aufpassen, dass immer genügend Wasser vorhanden ist, evtl. eine Tasse nachgießen.
  3. Evtl. überschüssiges Wasser nun abgießen, mit Zucker und Salz vermischen und auf niedriger Hitze ca. 5 min weiterrühren. Entweder durch ein Sieb streichen oder mit dem Pürierstab alles mixen. Erkalten lassen. Die Konsistenz wird etwas fester dadurch.
  4. Ca. 100-150 g des fertigen Ankos entnehmen, den Rest für eine spätere Verwendung im Kühlschrank oder im Tiefkühlfach lagern. Vor der nächsten Verwendung kann das Anko evtl. mit etwas Wasser auf niedriger Hitze unter Rühren erwärmt werden, falls die Konsistenz zu fest geworden ist. Solange köcheln bis die gewünschte Konsistenz wieder erreicht ist. Aufpassen und dabei bleiben, verbrennt leicht!

Zubereitung Mochi:

  1. Klebereismehl, Zucker und Salz gut vermischen. Mit einem Spatel die trockenen Zutaten mit dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren, dabei die letzten 10 ml nur noch teelöffelweise hinzufügen, bis eine glatte weiße Paste entstanden ist, die in einem feinen, langen Strahl vom Spatel fließt. So ist die richtige Konsistenz erreicht.
  2. Den Teig in eine separate Metallschüssel (hitzeleitent) geben und wie o.g. über kräftigem Wasserdampf 15 min. dämpfen.
  3. Währenddessen die Arbeitsfläche vorbereiten. Hierfür reichlich Kartoffelstärke über ein großes Tablett sieben. Für die Füllung aus dem erkalteten Anko 6 walnussgroße Kugeln formen. Auf einem Teller beiseite stellen.
  4. Den fertigen Teig in der Metallschüssel entnehmen. Noch in der Schüssel den nun zähen Teig kräftig mit einem Löffel schlagen und auf das vorbereitete Tablett gleiten lassen. Zusätzlich mit Kartoffelstärke bestäuben und zu einer dicken Rolle formen.
  5. In 6 gleichmäßige Teile schneiden, alle gut in Kartoffelmehl wenden und jedes Teil nochmals vorsichtig in der Hand kurz kneten (Vorsicht heiß!!). Dann zu einer handflächengroßen Scheibe formen, überschüssiges Kartoffelmehl von der Innenseite abklopfen und jeweils eine Kugel Anko darauf legen. Die Teigscheibe gut um das Anko formen und die Naht verschließen. Mit der Naht nach unten auf einem Teller anrichten. Mit allen Teigstücken zügig genauso verfahren, bevor der Teig erkaltet.

Tipps: Wie ihr bemerkt habt, reichen die angebenen Ankozutaten mindestens für 12 Mochis. Wegen der langen Kochzeit ist es ratsam gleich eine größere Menge vorzukochen und für den späteren Gebrauch aufzubewahren. Oder man kann Anko auch wunderbar als Smoothie mit Milch oder als Eiscreme mit Milch und Sahne verwenden. Anko-Eis bzw. Pat-Eis schmeckt wunderbar nussig und cremig. Mein Lieblingseis in Korea!

Die Mochis erfordern etwas Übung, da der Teig sehr klebrig und zäh ist. Reichlich Kartoffelstärke hilft und auch schnelles Arbeiten. Falls man eine größere Menge produzieren möchte, mache ich den Teig immer nur in 6er Portionen, da der Teig sonst in der Zwischenzeit erkaltet und schwer formbar wird. Wenn man viele Hände hat, kann man natürlich auf einmal die doppelte Teigmenge dämpfen.

Und mehr über Mochis und Anko kann man hier erfahren.

Happy Chuseok_ein koreanisches Erntedankfest

Heute haben wir den 15.8. den fünfzehnten Tag des achten Monats (nein, ich irre mich nicht) – nach dem Mondkalender! Die Zahlen 8 (Pal) 1 (Il) 5 (Oh) scheinen bedeutsam für die Koreaner zu sein. Zum einen ist der 15. 8. nach dem (normalen) Sonnenkalender ein Tag von großer politischer Bedeutung: der Tag der Unabhängigkeit. Zum anderen ist derselbe Tag nach dem Mondkalender der größte und wichtigste Feiertag, neben dem Neujahrsfest.

Songpyeon – gefüllt mit gröstetem Sesam und Zucker

Heute wird Chuseok (추석), das koreanische Erntedankfest gefeiert. Vielleicht am ehesten vergleichbar mit Weihnachten hier oder dem amerikanischen Thanksgiving. Ein Tag, an dem jeder nach Hause zu seiner Familie und zu den Ahnengräbern fährt, und somit die Seouler Stadtbevölkerung Jahr für Jahr auf den Autobahnen Richtung Süden kilometerlange Staus verursacht. Freizeitstress vom Feinsten! Das Ganze wiederholt sich natürlich 3 Tage später auf der Rückreise. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung Koreas im Großraum Seoul lebt.

Und was essen die Koreaner an einem solchen Tag? Nun, an diesem großen Nationalfeiertag gedenkt man den verstorbenen Familienmitgliedern und Ahnen, indem man einen Tisch mit speziellen Speisen zubereitet und eine Zeremonie abhält (Jesa). Ganz typisch und eigentlich nur für diesen Feiertag werden Songpyeon (송편), kleine halbmondförmige Reiskuchen zubereitet. Hierfür wird der “neue” Reis der aktuellen Ernte verwendet. Sie werden mit diversen Zutaten süß gefüllt und mit Kiefernadeln zusammen gedämpft, die ein sehr feines Aroma abgeben.

Happy Chuseok!

(Nachtrag vom 20.10.2010)

Songpyeon_Reiskuchen mit süßer Sesamfüllung

Zutaten für ca. 20 Stück

Teig:

1 Tasse Reis (beste Sushi-Qualität)

4-6 EL heißes Wasser

1 Messerspitze Salz

Füllung:

4 EL gerösteter Sesam fein gemörsert/gemahlen

3 EL Rohrzucker

1-2 Prisen Salz

Glasur:

2 EL Sesamöl

2 EL Wasser

optional: 2-3 Handvoll gesäuberte Kiefernnadeln

Zubereitung:

  1. Den Reis mind. 12 Stunden einweichen, danach gut abtropfen lassen.
  2. Sehr fein, auf feinster Stufe, mahlen – je feiner desto besser.
  3. Das gemahlene Reismehl durch ein Haarsieb sieben, und das überschüssige Reismehl gesammelt nochmals mahlen. Den Vorgang eventuell 2-3-mal wiederholen, bis alles durch ein feines Haarsieb fällt. Mit einer Messerspitze Salz gut vermengen.
  4. Das kochendheiße Wasser vorsichtig und nur so viel esslöffelweise hinzugeben, dass ein fester, aber geschmeidiger Teig entsteht, der sich gut vom Rand löst, gleichzeitig den Teig anrühren und kneten.
  5. Eine Handvoll Teig entnehmen, den restlichen noch warmen Teig mit einem Tuch abdecken, eine Rolle formen und kleine Kugeln mit ca. 3 cm Durchmesser daraus formen.
  6. Alle Zutaten für die Füllung gut vermengen. Jeweils eine Kugel Teig nehmen, zwischen den Handflächen schön glatt rollen, dann beidhändig zwischen Zeigefinger und Daumen nehmen, mit dem Daumen eine immer größer werdende Kuhle formen, dabei achten, dass der Teigrand nicht zu dünn wird. Mit einem kleinen Teelöffel oder Espressolöffel die Füllung reingeben. Gut verschließen. Nochmals zwischen den Handflächen vorsichtig zu einer Kugel drehen, auf einer Handfläche halten und mit der freien Hand mittels Zeigefinger und Daumen das obere Drittel spitz zu einer länglichen „Zipfelmütze“ kneifen, so dass die charakteristische ovale Halbmondform entsteht. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.
  7. In einem Dampftopf eventuell die Kiefernnadeln dünn auslegen, die fertigen Songpyeon darauf setzen, so dass sie sich nicht berühren. Deckel gut verschließen und 15- 20 min. im Dampf garen (das Wasser muss sprudeln).
  8. Die Songpyeons sind gar, wenn der Reisteig nicht mehr weiß, sondern milchig transparent ist und der Zucker in der Füllung gut zerschmolzen ist. Vorsicht heiß!
  9. In einer großen Schüssel Sesamöl mit Wasser vermischen und die fertigen Songpyeons noch heiß darin gut vermengen, dass sie eine leichte Glasur erhalten und schön glänzen. Am besten warm servieren.

Tipp: Das Befüllen und Formen erfordert etwas Übung, also lasst euch nicht entmutigen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. In Korea sagt man, dass diejenigen, die schöne Songpyeons formen, später auch schöne Kinder bekommen. Wer’s glaubt!

[Edit vom 10.09.2014 – Weil nun bei FB kurz die Frage nach der “richtigen” Konsistenz dieser Reiskuchen aufkam bzw. warum sie nicht fluffig sind: Songpyeons und Reiskuchen im Allgemeinen sind nicht fluffig. Vor allem nicht im Sinne von  Kuchen.
Die Konsistenz ist eher bissfest und chewy und hat damit ein echtes (wenn auch zunächst gewöhnungsbedürftiges) Alleinstellungsmerkmal. Ich kenne kein anderes Produkt mit einer ähnlichen Konsistenz und daher ist sie schwierig zu beschreiben. Koreaner lieben dieses Mundgefühl und beschreiben es sehr differenziert als “jjolgit”, falls etwas sehr bissfest ist, und als “jjondog”, falls etwas über die Bissfestigkeit hinaus auch noch klebrig ist. Ein Reiskuchen ist somit “jjondog,jjondog”.

Hausgemachte Reiskuchen werden, da der Teig nicht maschinell gestampft oder gepresst werden kann, schnell hart und fest, sobald sie auskühlen. Ich empfehle, wie oben beschrieben, Songpyeons noch warm (aber nicht heiß, wegen der Zuckerfüllung) zu servieren. Sie können noch 1-2 Tage aufbewahrt werden (Kühlschrank oder kühle Raumtemperatur), sollten aber vor dem Servieren erneut ca. 10 Minuten gedämpft werden. Wer sie länger aufbewahren will bzw. auf Vorrat zubereiten möchte, kann fertig gedämpfte und komplett abgekühlte Songpyeons portionsweise einfrieren und bei Bedarf erneut wieder dämpfen. Das klappt sehr gut ohne merkliche Qualitätseinbußen.]