Retrosüß

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Nach der letzten schweren Kost, heute schnell etwas Süßes ohne viel Gelaber. Drei Lagen, zwei Grundrezepte, sonst nix: Shortbread Salzkaramell-Konfitüre Schokolade nach Wahl (zimmerwarme Schokolade hacken, 2/3 der Menge über Wasserbad schmelzen und mit restlichem Drittel temperieren) Alles zusammenbauen, kurz … Weiterlesen

Seelenwärmer

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Die ersten Plätzchen wurden gebacken. Der Winter naht. Genügend Wärme und Vorfreude versprechen ein molliger Traum, das Buch aus Shortcuts 8 und zwei Briten und ihre Winterlager. Vielleicht auch dieser Kuchen zum Einkuscheln. So in etwa muss sich ein Mantel … Weiterlesen

Zu matsch

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Nach Irrungen und Wirrungen – kurz, von Pâte brisée, über Pâte à foncer, über Pâte sucrée bis Pâte sablée und zurück – bin ich kein bisschen schlauer. Im Gegenteil, je länger das Recherchieren und Rezeptevergleichen andauerte, desto mehr zersprang mir der Kopf ob der stets … Weiterlesen

CrossCulture Kekse_Shortbread

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Als überzeugte Puristin stehe ich natürlich auf Shortbread – Monster-Mountain-Triple-Choco-Chunky-Cookies haben es bei mir eher schwer. Ein Exemplar (alles über eins hinaus) zuviel und schon drohen Kopfschmerzen. Von Shortbreads könnte ich aber eine ganze Armee essen. Nur muss ich gestehen, … Weiterlesen

Orangenimpro_Schmand-Tartelettes mit Orangen-Kardamom-Karamell

Hier ist eigentlich nichts so gelaufen wie ich es geplant hatte, rein optisch wohl gemerkt. Der Mürbeteig ist zu dunkel, die Schmandcrème zu dick aufgetragen, der Orangenkaramell noch etwas flüssig, der Kardamom suboptimal verteilt und dann noch die Sache mit dem Akku.

Aaber, geschmacklich hat es genau meinen Vorstellungen entsprochen – sogar fast übertroffen –  weswegen ich euch dennoch diesen Schnappschuss mit Rezept zumute. Schnappschuss im wahrsten Sinne des Wortes, da ich nur kurz unkontrolliert auf den Auslöser drücken konnte, bevor mein Akku versagte. Ha, und kein voller Ersatzakku weit und breit. Ich hätte zwischendurch aufladen können, nebenbei die 2 verbliebenen „nackten“ Tartelettes neu dekorieren und brav abwarten können, stattdessen wurden die kleinen Dinger schnellstens inhaliert. Weg waren sie.

Dieses eine etwas unscharfe Bild ist mir einzig geblieben, aber da der Geschmack für eine reine Resteverwertung wirklich überzeugt hatte, werde ich ihn euch nicht vorenthalten. Sogar mit den Verbesserungen, die ich selbst beim schnellen Improvisieren innerhalb von etwa einer Viertelstunde nicht akkurat genug ausführen konnte. Ich hatte aus lauter Resten (halber Mürbeteig, halber Becher Schmand, angeschnittene Orange) 6 Stück herausbekommen, stocke das Rezept aus praktischen Gründen aber einfach auf das Doppelte auf; dann klappt’s auch mit einem vollen 12er Muffinblech und die Umwelt sagt auch Danke. Und das alles ganz ohne Ei, wer genau hinguckt. Bei chocolateriver gibt es mehr Cremig-Fruchtig-Süßes ohne Ei – für weitere Eiernotleidende unter euch. Nun aber, nicht nach Ei-Abstinenz, sondern nach Orangen wurde von Sus beim gärtnerblog gefragt, also werde ich mein Rezept sogar dahin schicken. Man verzeihe mir gnädigst das Wackelbild…

Garten-Koch-Event Februar 2011: Orangen [28.02.2011]

Schmand-Tartelettes mit Orangen-Kardamom-Karamell

Zutaten für 12 Stück:

Teig

150 g Mehl

100 g Butter, kalt

30 g Zucker

Prise Salz

2 EL kaltes Wasser

Füllung

1 Becher Schmand

1 El Vanillezucker, selbstgemacht

1 Orange

2 EL Zucker

1 Messerspitze Butter

4-5 grüne Kardamomkapseln

Zubereitung:

  1. Alle Teigzutaten bis auf Wasser schnell verkneten, zum Schluß das Wasser hinzufügen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und halbe Stunde kühl stellen.
  2. Orange filetieren, den Saft separat auffangen und die Orangenreste zusätzlich gut auspressen. Davon 1 EL mit dem Schmand und Vanillezucker verrühren, Crème beiseite stellen
  3. 2 EL Zucker mit Stückchen Butter karamellisieren lassen und mit dem restlichen Orangensaft ablöschen. Für einige Minuten sirupartig stark einkochen, dann Hitze reduzieren.
  4. Kardamomkapseln aufbrechen und mit den Orangenfilets zum Karamell geben, erneut bei geringer Hitze vorsichtig reduzieren lassen und abkühlen.
  5. Ofen auf 180 Grad vorheizen. 12er Muffinblech ausbuttern, den Teig zu 12 Kugeln formen, zwischen den Handflächen flach drücken und in die Förmchen verteilen, dabei einen Rand hochziehen. Teig mit einer kleinen Gabel mehrfach einstechen. Auf dem mittleren Rost ca. 10 min goldbraun backen. Aus der Form nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen.
  6. Auf die Tartelettes die Schmandcreme verteilen, dabei eine kleine Vertiefung in der Mitte formen. Diese mit dem Orangen-Kardamom-Karamell befüllen.

Tipps: Man kann den Teig natürlich auch ausrollen, zentimetergenau ausstechen und alle 12 Förmchen blindbacken. Kostet aber mehr Zeit. Und wem der Mürbeteig bekannt vorkommt, ja, bereits hier gab’s ihn mit frischen Früchten.

Herbstliches-Allerlei Quiche oder Resten-Quiche

Die zweite wäre wohl passender, diese Quiche ist wirklich nur entstanden, um den Kühlschrank wieder mal neu zu sortieren und alle Reste und angebrochenen Verpackungen irgendwie sinnvoll aufzubrauchen. Dafür eignen sich ja Quiches wunderbar. Vor allem, wenn man auch noch Milchprodukte verwerten muss, was bei mir, mit eher asiatischen Essensgewohnheiten, nicht so häufig vorkommt. Der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt und einige schöne Beispiele habe ich u.a. bei Houdini und natürlich als Mittwochsexemplare bei Chaosqueen gefunden. Barbara hat auf ihrer Spielwiese die Mutter aller Quiches – die Quiche Lorraine – bereits vorgestellt, und für heiße Hände (man braucht für einen Mürbeteig ja bekanntlich kalte Hände) hat Evi von der kyche sogar einen passenden Vorschlag.

Neu ausprobiert und geschmacklich dominiert haben bei mir der leicht karamellisierte Spitzkohl und der Wirsing, die mich wirklich mit einem fein-deftigen Aroma überraschen konnten. Hinzu natürlich etwas konservativ (aber immer gut) die Combo Lauch-Schinken, mit einer Lage Sättigungsbeilage dazwischen vom Vortag. Ohne vor Eigenlob stinken zu wollen – diese dreistöckige Not-Eigenkreation war sogar besser als meine altbewährten Quiches aus der Rue Tiquetonne, die bei jedem Paris-Trip zu guter Musik und mit netten Leuten obligatorisch sind.

Um die allerletzten Reste brav auszunutzen und trotzdem noch ein schlechtes Gewissen zu haben (allerspätestens nach der noch laufenden ARD Themenwoche, spätestens seit We feed the world & Jean Ziegler), habe ich den Herbst einfach Herbst sein lassen, und das letzte Drittel meines frivol-sommerlichen Zucchinis dazugesellt, begleitet von farbenfrohen Möhrchen. Eine dogmatische Einstellung hilft schließlich auch nicht über alles hinweg.

Ein Besuch bei Kathas Welt hatte mich dann wieder optimistisch gestimmt, die zeigt, wie positiv und voller Tatendrang man das ganze, unsägliche Thema angehen kann. Sie ist für mich die deutsche, weibliche Variante des noimpactman – verständlicherweise nicht in der Radikalität.

Themenwechsel: Wenn ich mir das Bild so anschaue, weiß ich im Nachhinein gar nicht mehr, was mich bei der Anordnung der Möhren geritten hat. Nur soviel – ich wollte kein kleingeschreddertes Zeugs.

Ist es nicht etwas Fifties? Naja, passt dann zumindest zum aktuellen Fashion Trend. Fehlt nur noch der Käseigel dazu.

Und leider habe ich vom herbstlichen Innenleben (oder Anschnitt) keine Beweisfotos, aber so war’s:

Herbstliches-Allerlei Quiche

Zutaten für eine 24er Springform

Teig:

200 g    Mehl

100 g      Butter

¼ TL     Salz

2 EL      Wasser

Füllung:

1/2        Lauch

60 g      Schinkenspeck

1 EL      Öl

3           gekochte Kartoffeln vom Vortag

4-6        Wirsingblätter

4-6        Spitzkohlblätter

1 EL      Butter

1 TL      Zucker

1           Knoblauchzehe

½          Zwiebel

100 ml  Sahne

50 ml    Milch

50 g      Käse, was da ist

3           Eier

1           Prise    Muskatnuss

Salz, Pfeffer zum abschmecken

Hier zusätzlich, aber nur optional: 2 gekochte Möhren und etwas gedünstete Zucchinischeiben

Zubereitung:

  1. Aus allen Teigzutaten schnell einen Mürbeteig kneten, dafür Mehl und Salz vermischen, Butter in kleinen Stückchen hinzu, krümelig vermischen und alles mit Wasser verkneten. Zur Kugel formen und mind. 30 min. kühl stellen.
  2. Den Wirsing und Spitzkohl waschen, in breite Streifen oder Stücke schneiden.
  3. Lauch in breite Scheiben schneiden, auf mittlerer Hitze mit Speck und Öl in der Pfanne weich dünsten, beiseite stellen.
  4. In derselben Pfanne (mit Restöl) 1 TL Zucker gleichmäßig dünn ausstreuen, Hitze hochschalten und beide Kohlsorten kurz andünsten, Butter dazugeben und weiterrühren, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken. Das Gemüse sollte noch knackig sein, beiseite stellen.
  5. Gegarte Kartoffeln in dicke Scheiben schneiden, Knoblauch hacken, Zwiebel sehr fein würfeln. Käse evtl. reiben oder in kleine Würfel schneiden.
  6. Knoblauch, Zwiebel, Sahne, Milch, Käse, Eier miteinander verquirlen und einen Guss herstellen. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig ausrollen, in eine gefettete Springform geben und einen hohen Rand ziehen. Der Teig kann und wird sehr dünn sein.
  8. Zunächst die beiden Kohlsorten, dann eine Lage Kartoffelscheiben, zum Schluß den Lauch/Speck verteilen. Den Guss gleichmäßig darüber verteilen. Auf mittlerer Schiene 35-45 min. backen, bis der Rand knusprig braun wird. Vor dem Anschneiden ca. 5 min. warten, damit der Guss sich „setzen“ kann.

Tipp: Hier habe ich die verwendeten Originalzutaten angegeben, aber um neue Reste zu vermeiden, würde ich statt der Sahne-Milch Mischung einfach 1 Becher Sahne verwenden. Und die Zucchinischeiben und Möhren habe ich eher als Deko gesehen und daher nicht näher im Rezept erläutert.

Mundraub Tartelette_Obst-Trilogie

Ich nenne sie jetzt einfach Mundraub Tartelettes, weil sie von der Größe ideal auch für kleinste Mengen Obst geeignet sind. Für die typischen Mundraub-Mengen eben – meistens nur eine Hand voll. Man will ja nicht gierig sein.

Während ich mich mit der Ausbeute diverser Spaziergänge begnügen muss, beneide ich in solchen Momenten alle diejenigen, die einen eigenen Garten voll von selbst angebautem Gemüse und Obst haben, obwohl ich mich wiederum nie in einem Haus vorstellen könnte. Kurioserweise scheint es nicht nur mir, sondern auch anderen so zu gehen. Glück gehabt! Viel lieber  wäre mir ein Apartment mit riesigem Dachgarten. Davon träume ich – noch!! Dann könnte ich vielleicht auch ein kleines Bäumchen pflanzen, das solche Früchte trägt.

Gelb, süß, hinreißend aromatisch. Diese Pflaumen habe ich am letzten Wochenende von lieben Mitmenschen – mit eigenem Garten – geschenkt bekommen. Herbstliche Vorboten.

Bei der Kekstesterin bin ich dann über das gestolpert, puristisch, knusprig, variabel, fruchtig. Hervorragend für meine kleinen Obstvorräte und meine Mandelreste von der letzten Brioche geeignet. Genau dieses Mandelpulver macht das Ganze wirklich aus.

        

Es nimmt den Fruchtsaft auf und vermeidet, dass die Tartelettes durchweichen. Gleichzeitig mildert es die Fruchtsäure ab und gibt zusätzlich ein nussiges Röstaroma. Ich habe die Mengen etwas adaptiert und die Mandeln nur als Füllung verwendet. Beim Obst hat man die freie Wahl, nur nicht zu saftig sollte es sein. Ich hatte die besagten Brombeeren (Mundraub), Pflaumen (kein Mundraub) und selbst eingewecktes Rhabarber-Rosmarin-Kompott verwendet.

Meine Obst-Trilogie: Frühjahr (Rhabarber), Sommer (Brombeeren), Herbst (Pflaume). Kämen noch Winter und nochmals Frühling dazu, wären wir dann bei Kim Ki-Duk.

Mundraub Tartelette

adaptiert von Kekstesterin

Zutaten für ca. 15 kleine Stücke:

Mürbeteig:

150g    Mehl

100g    kalte Butter

30g      Zucker

1          Prise Salz

2 EL     Eiswasser – kaltes Wasser

Belag:

60g      Mandelstifte

2 EL     Zucker

je 5 EL Brombeere, Rhabarber-Kompott, Pflaume – oder Obst nach Wahl

Zubereitung:

1. Mehl, Zucker, Salz vermischen, kalte Butter in Stückchen dazu geben, schnell kneten. Eiswasser dazu und weiter kneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst. Den Mürbeteig ca. 1h kalt stellen.

2. Mandelstifte ohne Fett dunkel rösten, etwas abkühlen lassen und mahlen oder mit dem Mörser stampfen. Mit Zucker vermischen.

3. Teig auf einer bemehlten Fläche zu einer dicken Rolle formen. Aus der Rolle die benötigten Stückmengen gleichmäßig abschneiden. Zu Kugeln formen. Ich habe den Teig in 15 Teilmengen unterteilt, das ergibt 15 kleine walnussgroße Kugeln. Je nach Bedarf die Größe/Stückmenge variieren.

4. Backblech mit Backpapier auslegen, die Kugeln draufsetzen und mit kleinen Hölzern ca. 3 mm dünn ausrollen, oder wie ich einfach mit dem Handballen platt zu Kreisen drücken. Die Ränder sehr dünn ausrollen, das ergibt eine schöne Kruste.

5. Das Mandelpulver bis auf einen 2 cm Rand gleichmäßig darauf verteilen, je 1 EL Obst auf das Mandelpulver geben und den Rand vorsichtig nach innen klappen. Eine bemehlte Messerspitze hilft dabei.

6. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad, mittlere Schiene, ca. 20 min. goldbraun backen.

Geschmeckt haben alle drei Sorten gut, leicht, knusprig und unverfälschter Fruchtgeschmack. Ideale Sommerteilchen! Mein Hauptaugenmerk lag auf der Brombeere, da dies mein Beitrag zu Barbaras Garten-Koch-Event werden sollte. Der Boden ist bei allen 3 Sorten trocken und knusprig geblieben. Eine rustikalere Variante habe ich mal hier gesehen.

Garten-Koch-Event