Mein Brot des Sommers…

…ist eine schnöde Focaccia.

maneul bbang

Nach zig Anläufen und ebenso vielen Löschvorgängen entscheide ich mich letztlich, möglichst wenige Worte über diese Focaccia zu verlieren. Verdient hätte sie viele. Die erste selbstgemachte Foccacia, mit der ich wirklich zufrieden bin. Oben wie unten knusprig, innen elastisch, mit perfekt unperfekter Porung und vor allem – kinderleicht! Eine absolute Nachback-Empfehlung.
Das Rezept stammt ursprünglich aus dem Buch “No need to knead” von Suzanne Dunaway aus dem Jahr 1999 – noch vor Jim Lahey hat sie anscheinend das Nicht-Kneten bzw. eine hohe Wassermenge mit gleichzeitig langer Teigführung propagiert. Spätestens nach diesem Rezept sollte JEDER (der einen Becher und Rührlöffel in der Hand halten kann) eine vernünftige Focaccia backen können.

maneul

Neben der klassischen Rosmarin-Variante habe ich diesmal das Grundrezept mit einer weiteren Entdeckung der letzten Zeit kombiniert: Balsamico karamellisierter Knoblauch (vielleicht der No fuss-Kompromiss zu Aged Black Garlic, den man übrigens sehr gut selbst herstellen kann – sofern man den alles durchdringenden Geruch während der Herstellung nicht scheut und über einen alten Reiskocher verfügt). Erspäht als namensgebende Komponente in dieser großartigen Tarte. Somit gehört mein Blog offiziell nicht mehr zur ottolenghifreien Zone (was bisher mehr dem Zufall als einer echten Abneigung geschuldet war).

Wie (und mit welcher Zutat) auch immer: Diese Focaccia ist mein Brot des Grillsommers!

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Nur eine kleine Warnung vorweg (für Kurzentschlossene): einfach bedeutet nicht automatisch auch schnell. Der Teig ist zwar in wenigen Minuten zusammengerührt, sollte aber über Nacht im Kühlschrank gehen. So zumindest steht es im Rezept (doch auch bei 4-5 Stunden bei warmer Zimmertemperatur gelingt die Focaccia ohne allzu große geschmackliche Abstriche – falls ihr es “eilig” haben solltet). Hier ist daher etwas Planung erforderlich, aber das war’s auch schon.

Grundrezept für eine runde Focaccia ca. 30 cm (doppelte Menge reicht nicht ganz für ein Blech)
nach Suzanne Dunaway/No need to knead via Delicious Days

1 Cup (250 ml) Wasser, lauwarm
1 TL Trockenhefe (alternativ 20 g frische Hefe)
2 Cups Mehl (bei mir 312 g), Type 550
1 TL Meersalz, fein

Olivenöl
grobes Meersalz
Rosmarin

Zubereitung:

  1. Lauwarmes Wasser in eine große Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. 1 Cup Mehl und das Salz mit einem Holzlöffel einrühren. Nur ca. 2 Minuten zu einem flüssigen Teig vermengen. Erneut 1 Cup Mehl unterrühren. Wieder nur kurz rühren (ca. 3-4 Minuten). Der Teig soll sehr weich und klebrig sein. Nicht zu lange rühren. Schüssel mit Folie abdecken und über Nacht in den Kühlschrank geben (alternativ 4-5 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen).
  2. Am nächsten Tag mindestens 2 Stunden vor dem Backen (Nicky empfiehlt 12 Stunden im Kühlschrank und 2 Stunden Raumtemperatur) aus dem Kühlschrank nehmen und bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen. Den Ofen auf Ober-Unterhitze 260°C vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und mit 1 EL Olivenöl einölen. Den Teig mithilfe eines geölten Teigschabers vorsichtig aus der Schüssel aufs Backblech fallen lassen. Dabei soll möglichst wenig Luft aus dem Teig entweichen. Finger in etwas Öl tauchen und den Teig sanft auf dem Backblech ausbreiten/formen. Der Teig sollte mindestens eine Höhe von 2 bis 3 cm haben. Einige Fingerspitzen tief in den Teig drücken, sodass kleine Mulden entstehen. Ca. 1 EL Olivenöl (oder mehr) gleichmäßig über den Teig verteilen, mit etwas Rosmarinnadeln und Meersalz bestreuen (bzw. Geschmackszutat nach Wahl). Das Blech sofort in den Ofen schieben. Herd runterschalten auf 230°C, ca. 20 Minuten (oder bis goldbraun) auf mittlerer Schiene backen. Auf einem Rost abkühlen lassen. Schmeckt mir am besten ofenwarm.

Karamellisierter Knoblauch
nach Yotam Ottolenghi via Grain de sel

2 große Knoblauchköpfe
1 EL Olivenöl
2 EL Balsamico
100 ml Wasser
1-2 TL Zucker
Prise Salz

Zubereitung:

  1. Die Knoblauchzehen schälen, in eine kleine Pfanne geben und mit Wasser bedecken. Zum köcheln bringen, für drei Minuten leicht kochen und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  2. Den Knoblauch zusammen mit dem Öl in einer trockenen Pfanne für ca. zwei Minuten auf hoher Temperatur rundherum goldbraun anbraten. Balsamico und Wasser hinzufügen und zum Kochen bringen, dann für 10 Minuten sanft köcheln lassen. Den Zucker und eine gute Prise Salz hinzugeben und so lange köcheln lassen (ca. weitere 10 Minuten), bis die Flüssigkeit verdampft ist und die Knoblauchzehen mit einem dunklen Sirup bedeckt sind. Gelegentlich immer wieder die Knoblauchzehen umrühren und im Sirup wenden.

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Der karamellisierte Knoblauch schmeckt malzig, süßlich mit einer leichten Sojasaucennote. Kleingehackt als Gewürzbutter sicher sensationell. Oder vielleicht auch als diese Soße nach der Küchenschabe (sie hat übrigens den originalen schwarzen Knoblauch verwendet, der durch wochenlanges Erhitzen auf konstanter Temperatur und anschließender Trocknung entsteht – für mich eher ein langsamer Karamellisierungsvorgang und Oxidation, auch wenn er oft als “fermentierter” Knoblauch bezeichnet wird).

Volltreffer

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Yakgwa

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