Paris, Brest

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Darf man der Zeitung Le Figaro und dem ultimativen Paris-Brest-Test Glauben schenken, dann gibt es das beste Paris-Brest der Stadt (oder gar des Landes?) auf der linken Seine-Seite, unweit des Bon Marché in Philippe Conticinis La Pâtisserie des rêves. Wie … Weiterlesen

Eigentlich Kouign Amann

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Das Sommerglühen ist nun endgültig vorbei (der Sommer geht bei mir traditionell bis zum allerletzten Tag des Septembers). Zeit für die mächtigeren Sachen im Leben – oder für die leckeren. Daher schon wieder etwas Süßes für die Hüften. Etwas mit … Weiterlesen

Confiture Caramel au Beurre Salé

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Jaja. Mal wieder Salzkaramell – aber diesmal brav frankophil. Nun, diese karamellgoldene Crème hat es faustdick hinter den Ohren. Klingt so leicht und verführerisch, und kann einen trotzdem bis weit nach Mitternacht beschäftigen, vom Schlafen abhalten, mehrere Anläufe erfordern, dabei … Weiterlesen

Kimchi + Tomatenblüte

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Jetzt geht es Schlag auf Schlag! Der nächste Gast an meinem Tisch. Was es heute gibt, stand schon lange fest, denn ich bin meinem heutigen Gast noch etwas schuldig – Käsekuchen oder besser Cheesecake nach Barcomi’s Art. Ihre Engelsgeduld habe … Weiterlesen

Warme Zufriedenheit_Grieß mit Karamell-Apfel

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Kann es komplizierter sein seinem Gericht einen Namen zu verleihen als es zu kochen? Und wie. Dabei ist alles so einfach und bodenständig. Nur Grießbrei mit streng genommen geschmorten Apfelstückchen im eigenen Saft(karamell) – und das klingt affiger komplizierter als … Weiterlesen

Gefüllte Zimtkaramell-Pancakes_Hotteok

Endlich mal wieder süß! Endlich mal wieder Hotteok/Hoddeok und endlich mal auch neue Bilder dazu. Und Sonntagssüß zugleich (bei Nina).

Cinnamon Bun-Roll-Pull-Apart-Lovers aufgepasst! Es gibt definitiv eine Steigerung der magischen Verbindung von Hefeteig mit Zimtzucker. Flüssiger Zimtkaramell!

Heiß, warm, knusprig, fluffig, weich, süß, zimtig, flüssig, karamellig, nussig – göttlich! Perfekt für den Winter und schnell in der Pfanne gebacken. Als Hefeteigsüchtige habe ich fast alles schon (Rolls, Buns, Pull-Aparts) rauf und runter mit Zimtzucker kombiniert, aber NICHTS schlägt Hotteok. Wer nicht probiert ist selbst schuld!

Ihr könnt mein Rezept (mit Joghurt) nutzen oder den Hefeteig eurer Wahl adaptieren. Aber nicht jeder kann so eifrig wie Paule wahnsinnige Variationen kreieren. Schuediteig passt selbstverständlich immer… Und da ich stets um die Gesundheit meiner Leserschaft besorgt bin noch ein kleiner Tipp: Immer schön pusten, BEVOR ihr in den heißen Karamell reinbeißt…könnte helfen. ;-)

Gefüllte Hefe-Pancakes_Hotteok

Zutaten Teig für 15-20 Stück:

500 g Mehl

50 g Zucker

1½  P. Trockenhefe

200 ml lauwarmes Wasser

60 g Butter

1 Becher (150 g) Joghurt 3,5 % Fett

1 Messerspitze Salz

Füllung – alle Zutaten vermischt

5-7 EL brauner Zucker

Messerspitze Zimt

optional: etwas Sesamkörner und/oder gemahlene Nüsse

nötige Utensilien:

beschichtete Pfanne mit passendem Deckel

flacher, hitzeresistenter Gegenstand – ich nehme ein Thermobecher aus Edelstahl mit ganz flachem Boden

Zubereitung:

  1. In das Mehl eine Mulde formen, Zucker, Hefe, Wasser rein gießen, 10 min. abgedeckt gehen lassen. Danach mit einem Holzlöffel verrühren
  2. Butter, Joghurt, Salz hinzu und alles vorsichtig kneten, 1h abgedeckt und warm gehen lassen. „Luft“ ablassen – Fingerlöcher in den Teig, nochmals mindestens 30 min. gehen lassen.
  3. Der Teig ist richtig, wenn er klebt. Zum Formen sehr wenig Öl in die Hände geben. Hühnereigroße Kugeln formen, wie einen Fladen flachdrücken und 1-2 TL Füllung in die Mitte geben. Die Ränder darüber klappen und gut verschließen. Mit der Naht nach unten auf einen leicht geölten Teller geben. So viele Kugeln wie gewünscht formen.
  4. Pfanne erhitzen (Hitze unteres Drittel), 1 EL Öl in die Pfanne geben, 3 Teigkugeln mit der Naht nach unten reinlegen. Nach wenigen Sekunden sofort wenden. Mit einem flachen, geölten Gegenstand die Kugeln sehr vorsichtig flach drücken. Nach 1-2 min., wenn der Teig eine helle Farbe bekommt, wenden. Nochmals vorsichtig flach drücken bis ein Fladen mit rund 10 cm Durchmesser entsteht. Deckel schließen. Nach 2-3 min. nochmals wenden und Deckel schließen, einige Minuten weiter braten bis alles goldbraun gebacken ist. Zwischendurch die Farbe und Hitze kontrollieren, evtl. Hitze regulieren.
  5. Vor dem Servieren leicht abkühlen lassen und die warme flüssige Karamellfüllung sehr vorsichtig genießen.

Tipp: Der Teig hält sich im Kühlschrank 2-3 Tage. Daher besser portionsweise direkt vor dem Servieren backen und immer warm genießen.

Insgesamt sollten die Pancakes rund 10 min. backen, damit der Hefeteig gar und der Zucker flüssig wird. Die Füllung sollte nicht austreten, da der Hoddeok sonst schnell trocken schmeckt. Falls aber doch etwas ausläuft, Hoddeok mit Hilfe eines Spatels über den Karamell „fahren“ – der Karamell sollte dann am Hoddeok haften. Mit nassem Küchenkrepp und Spatel (Vorsicht ist höllisch heiß – heißer Zucker eben) die Pfanne reinigen, bevor die nächsten Portionen gebacken werden

Salzkaramell-Bienenstich_knusprig, cremig, fluffig

Schon seit geraumer Zeit kursieren wieder einige Karamell-Salz-Butter-Objekte in der Blogwelt herum, die mir fleißig den Mund wässrig gemacht haben. Bei Engelchens Küche gab’s zarte Crêpes au Beurre Salé, bei Valentinas Kochbuch den klassischen Butterkuchen mit Salzbutter verfeinert, bei Simone von Pi-mal-Butter knackige Karamellkekse, die sich mit einem Hauch Salz schnell modifizieren lassen. Wer sich an meine Salzkaramell-Krokant-Pralinen erinnert, wird wissen, dass ich auf salzig-süß abfahre. Warum also nicht mal einen Bienenstich mit Salzkaramell aufpimpen?

Denn bei Anke Gröner bin ich über den guten alten Bienenstich gestolpert, der eine meiner liebsten Kuchensorten ist (ich habe noch viele andere). Aber seit einem missglückten Backversuch in der Kindheit habe ich mich nie wieder daran getraut.

Mein Bienenstich-Comeback habe ich meinem neu errungenen Selbstvertrauen in Sachen Hefeteig zu verdanken. Mit meinem früheren Standard-Briocheteig (nicht zu verwechseln mit meinem jetzigen), den ich jetzt meinen Standard-Hefeteig nenne, kann ich – und jeder von euch auch – ganz unkompliziert eine wundervoll lockere, weiche, fluffige Krume zaubern, von der ich früher nie zu träumen gewagt hätte. Meiner Meinung nach das wichtigste Merkmal eines idealen Bienenstichs. Sogar wichtiger als die Karamellmasse oder die Füllung. Die letzteren sind eher reine Geschmackssache, aber wer will schon brotige, trockene, harte Teigbrocken in sich stopfen – darüber lässt sich nicht streiten.

Die Grundzutaten für den Salzkaramell-Belag wurden von der Vorlage leicht abgeändert (weniger Fett und Honig, und natürlich Salzbutter statt normaler), die Füllung war eher reiner Kompromiss, da ich keine Sahne und nur noch ca. 250 ml Milch zur Verfügung hatte. Dafür hatte ich noch einen halben Becher saure Sahne. Der Grund warum meine Füllung etwas dünn ausgefallen ist. Hätte ich alles da gehabt, hätte ich auf die gleiche (halbierte) Milchmenge eine ganze Packung Puddingpulver (ja, der bekannte Doktor aus Ostwestfalen musste diesmal ran) genommen, und daraus einen konzentrierten Pudding gekocht, um ihm anschließend mit geschlagener Sahne mehr Volumen zu verleihen und streichfähiger zu machen. Keine Butter, Gelatine und vor allem kein rohes Ei hinzu für mich. Soviel zum Konjunktiv-Kochen.

Nun, stattdessen wurde die übliche Puddingkonsistenz mit der halbierten Menge gekocht und mit dem letzten Löffel saurer Sahne cremig gerührt. Auch nicht schlecht, nur etwas wenig.

Die leicht salzige Note des knusprigen Belags, der sehr weiche und softe Hefeteig und die fast unmerkliche Säure in der Creme haben wunderbar miteinander harmoniert. So gut, dass nur noch 2 Stücke für eine kurze Fotosession übrig blieben. Fast wäre nichts mehr übrig geblieben – Glück gehabt! Nun habt ihr auch was davon.

Salzkaramell-Bienenstich

Belag adaptiert von Hannes Weber via Chili und Ciabatta

Zutaten für eine Springform (8-12 Stück)

Grundrezept weicher Hefeteig (halbe Menge):

250 g Mehl

125 ml lauwarme Milch

½ Packung Trockenhefe

30 g Zucker

30 g Butter

¼ TL Salz

1 Eigelb (klappt auch ohne)

Salzkaramell-Mandelmasse:

40 g Zucker

30 g Honig (Original: 40g)

50 g Salzbutter (oder Butter mit etwas Fleur de Sel – Original: 65 g normale Butter)

25 ml Sahne (habe Milch genommen)

85 g Mandeln (gehobelt oder Stifte)

Füllung:

250 ml Milch

1 P. Puddingpulver (habe Sahnegeschmack genommen)

50 g Zucker

2 TL Vanillezucker

200 ml Sahne

oder selbstgemachter Pudding, oder Creme patissière, oder Buttercreme, oder reine Vanillesahne, oder meine Kompromisslösung oben, oder, oder, oder…

Zubereitung:

  1. Hefeteig nach dieser Anleitung unter Punkt 1-2 herstellen. 1 h zugfrei gehen lassen.
  2. Einen sehr festen Pudding mit Milch und Zucker nach Packungsanweisung kochen, mit Klarsichtfolie abdecken und auskühlen lassen.
  3. Den Teig nach dem Gehen nochmals ca. 3 min. kneten. In eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben und flach ausrollen. Das Backpapier sollte am Rand hoch genug sein, da sonst der Karamell beim Backen ausläuft. Weitere 30-60 min gehen lassen bis doppeltes Volumen erreicht ist.
  4. Alle Zutaten des Belags, bis auf Mandeln, kurz aufkochen und die Mandeln zum Schluss dazugeben. Kurz abkühlen lassen und auf den fertigen Hefeteig geben.
  5. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen und anschließend auf 180 Grad runter schalten. Auf mittlerer Schiene ca. 20-25 min. goldbraun backen. Auf Rost gut auskühlen lassen.
  6. Kalte Sahne mit Vanillezucker aufschlagen und nach und nach mit der kalten Puddingmasse verrühren, bis eine cremige, aber stabile Konsistenz erreicht ist.
  7. Den ausgekühlten Kuchen einmal quer halbieren. Auf die untere Lage die Creme verteilen. Den Deckel in gewünschte Stücke schneiden und auf die Creme setzen. Sofort oder etwas durchgekühlt servieren.

Tipps: Trotz Backpapier (Teig ging höher auf als gedacht) ist mir der Karamell minimal ausgelaufen. Um sicher zu gehen zusätzlich etwas Backpapier oder ähnliches als Unterlage unter die Springform geben, ansonsten gibt es eine *auerei! Die paar Tropfen haben mir gereicht.

Tatata_einfachste Tarte Tatin

Gestern, pünktlich aber völlig unabhängig zum meteorologischen Frühlingsanfang, gab es etwas zu feiern (bei Zorra gibt es zum Frühlingsanfang sogar etwas zu gewinnen). Passend dazu, obwohl dem Winter näher als dem Frühling, gibt es spontan die einfachste, schnellste und für mich beste Tarte Tatin – bei uns auch Tatata genannt.

Ich glaube, nein, ich weiß, das Rezept habe ich vor Jahren in einer Ausgabe des Wallpaper gefunden, und damals schon hat mich die Einfachheit so überzeugt, dass ich es noch nicht einmal für nötig hielt das Rezept herauszureißen oder zu notieren. Nix mit Früchten separat anbraten oder den heißen Karamell hin und her hantieren, um sich schlimmstenfalls die Finger zu verbrennen. Ssssehr gefährlich! (Mein Lieblingsausdruck seit Mathieu Carrières Dschungelekstase – nachdem selbst Giovanni di Lorenzo sich als sporadischer Dschungelgucker geoutet hatte, darf ich es doch auch, oder? Keine Angst – wahr ist, den Großteil habe ich verpasst bzw. eigentlich nichts verpasst).

Zurück zum Kuchen, der dem Überraschungsbesuch ziemlich locker entgegen tritt, weil er aus meist vorrätigen Zutaten besteht – und ratzfatz dampfend auf den Teller kommt. Alle Zutaten wie Butter, Zucker, Äpfel und der Blätterteig werden im kalten (!) Zustand übereinander geschichtet, 10 min. auf dem Herd, dann 10 min. im Ofen gegart. Stürzen, fertig!

Gekostet habe ich meine erste Tarte Tatin als Teenager bei meinem französischen Gastvater, der sich liebevoll um das leibliche Wohl seiner Familie kümmerte, während seine ebenfalls reizende Frau unter anderem die Wohnung von Catherine Deneuve professionell einrichtete. Seine Tarte Tatin war natürlich mit Mürbeteig, aber diese viel unkompliziertere Methode steht seinem französischen Original in Buttrigkeit und Karamellgeschmack in nichts nach. Also, wer normalerweise Tarte Tatin viel zu kompliziert findet oder normalerweise nicht auf Apfelkuchen steht (so wie ich), für den ist dieses schnelle Rezept goldrichtig.

Schnellste Tarte Tatin_Tatata

inspiriert von Wallpaper

Zutaten für eine ofenfeste Form mit 19 cm Durchmesser (4-6 Stück):

1 Rolle frischer Blätterteig (nur 2/3 werden benötigt) oder gleiche Menge TK

2 EL Zucker

2 TL Vanillezucker, selbstgemacht

65 g Butter (ich glaub das Original empfahl 125 g)

3-4 säuerliche Äpfel

Zubereitung:

  1. Die Form/flachen Topf nehmen, Butter in ca. 3-4 mm dünne Scheiben schneiden und gleichmäßig über den ganzen Boden verteilen.
  2. Zucker und Vanillezucker über alles streuen, bis der ganze Topfboden und die Butter komplett weiss bedeckt sind.
  3. Äpfel schälen, entkernen, vierteln, evtl. bei großen Früchten achteln und in die Form reinschichten.
  4. Den Blätterteig mithilfe eines ähnlich großen Deckels kreisrund ausstechen, über die Äpfel geben. Vorsichtig alles flach gegeneinander drücken. Mit einer Gabel mehrfach einstechen.
  5. Ofen auf 200 Grad vorheizen. Alles auf dem Herd aufkochen lassen und sofort die Hitze auf Hälfte-unteres Drittel reduzieren, ca. 10 min. karamellisieren lassen. Lange passiert nichts besonderes, ab der 8 min. kann es rasend schnell gehen, daher daneben stehen bleiben und mehrfach mit einer Gabel vorsichtig den Teigrand hochheben und die Karamellfarbe kontrollieren.
  6. Sobald der Karamell goldbraun ist – man riecht es auch – die Form auf der mittleren Schiene im Ofen ca. 10 min fertig backen, bis der Blätterteig eine schöne Kruste bekommt.
  7. 2-3 Minuten auskühlen lassen und mithilfe einer Platte/Teller stürzen. Noch warm mit Vanilleeis servieren.

Tipps: Das Rezept lässt sich einfach auf verschiedenste Formgrößen adaptieren, wenn man nur bedenkt, dass der Boden gleichmäßig mit einer dünnen Butterschicht und einer dünnen Zuckerschicht bedeckt sein sollte, so dass der Boden gerade eben nicht mehr durchscheint.

Orangenimpro_Schmand-Tartelettes mit Orangen-Kardamom-Karamell

Hier ist eigentlich nichts so gelaufen wie ich es geplant hatte, rein optisch wohl gemerkt. Der Mürbeteig ist zu dunkel, die Schmandcrème zu dick aufgetragen, der Orangenkaramell noch etwas flüssig, der Kardamom suboptimal verteilt und dann noch die Sache mit dem Akku.

Aaber, geschmacklich hat es genau meinen Vorstellungen entsprochen – sogar fast übertroffen –  weswegen ich euch dennoch diesen Schnappschuss mit Rezept zumute. Schnappschuss im wahrsten Sinne des Wortes, da ich nur kurz unkontrolliert auf den Auslöser drücken konnte, bevor mein Akku versagte. Ha, und kein voller Ersatzakku weit und breit. Ich hätte zwischendurch aufladen können, nebenbei die 2 verbliebenen „nackten“ Tartelettes neu dekorieren und brav abwarten können, stattdessen wurden die kleinen Dinger schnellstens inhaliert. Weg waren sie.

Dieses eine etwas unscharfe Bild ist mir einzig geblieben, aber da der Geschmack für eine reine Resteverwertung wirklich überzeugt hatte, werde ich ihn euch nicht vorenthalten. Sogar mit den Verbesserungen, die ich selbst beim schnellen Improvisieren innerhalb von etwa einer Viertelstunde nicht akkurat genug ausführen konnte. Ich hatte aus lauter Resten (halber Mürbeteig, halber Becher Schmand, angeschnittene Orange) 6 Stück herausbekommen, stocke das Rezept aus praktischen Gründen aber einfach auf das Doppelte auf; dann klappt’s auch mit einem vollen 12er Muffinblech und die Umwelt sagt auch Danke. Und das alles ganz ohne Ei, wer genau hinguckt. Bei chocolateriver gibt es mehr Cremig-Fruchtig-Süßes ohne Ei – für weitere Eiernotleidende unter euch. Nun aber, nicht nach Ei-Abstinenz, sondern nach Orangen wurde von Sus beim gärtnerblog gefragt, also werde ich mein Rezept sogar dahin schicken. Man verzeihe mir gnädigst das Wackelbild…

Garten-Koch-Event Februar 2011: Orangen [28.02.2011]

Schmand-Tartelettes mit Orangen-Kardamom-Karamell

Zutaten für 12 Stück:

Teig

150 g Mehl

100 g Butter, kalt

30 g Zucker

Prise Salz

2 EL kaltes Wasser

Füllung

1 Becher Schmand

1 El Vanillezucker, selbstgemacht

1 Orange

2 EL Zucker

1 Messerspitze Butter

4-5 grüne Kardamomkapseln

Zubereitung:

  1. Alle Teigzutaten bis auf Wasser schnell verkneten, zum Schluß das Wasser hinzufügen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und halbe Stunde kühl stellen.
  2. Orange filetieren, den Saft separat auffangen und die Orangenreste zusätzlich gut auspressen. Davon 1 EL mit dem Schmand und Vanillezucker verrühren, Crème beiseite stellen
  3. 2 EL Zucker mit Stückchen Butter karamellisieren lassen und mit dem restlichen Orangensaft ablöschen. Für einige Minuten sirupartig stark einkochen, dann Hitze reduzieren.
  4. Kardamomkapseln aufbrechen und mit den Orangenfilets zum Karamell geben, erneut bei geringer Hitze vorsichtig reduzieren lassen und abkühlen.
  5. Ofen auf 180 Grad vorheizen. 12er Muffinblech ausbuttern, den Teig zu 12 Kugeln formen, zwischen den Handflächen flach drücken und in die Förmchen verteilen, dabei einen Rand hochziehen. Teig mit einer kleinen Gabel mehrfach einstechen. Auf dem mittleren Rost ca. 10 min goldbraun backen. Aus der Form nehmen und auf einem Rost auskühlen lassen.
  6. Auf die Tartelettes die Schmandcreme verteilen, dabei eine kleine Vertiefung in der Mitte formen. Diese mit dem Orangen-Kardamom-Karamell befüllen.

Tipps: Man kann den Teig natürlich auch ausrollen, zentimetergenau ausstechen und alle 12 Förmchen blindbacken. Kostet aber mehr Zeit. Und wem der Mürbeteig bekannt vorkommt, ja, bereits hier gab’s ihn mit frischen Früchten.

Wahrung des guten Geschmacks: gefüllte Karamell-Pancakes_Hoddeok

Warum Fertigmixturen verwenden, wenn es selbstgemacht besser schmeckt?

kurz bevor sie auf dem Teller landeten

Zunächst erstmal ein kleines Sorry,  ich habe kein Foto von den fertigen Hoddeoks, sondern nur Making-of-Bilder. Im Eifer des Gefechts kamen sie vor dem Servieren nicht vor die Linse, dafür wurden sie mit der richtigen Temperatur direkt genossen. Aber schließlich ist dies kein Fotoblog, sondern ein Foodblog (so habe ich mich trösten lassen). Sobald ich kann wird das Foto nachgereicht!

Glaubt man nicht wenigen Rezepten einschlägiger koreanischer Tageszeitungen oder Magazine, könnte man meinen, ohne Fertigmixtur wäre es fast unmöglich Hoddeok herzustellen. Ich plädiere dagegen ja immer für die Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit der eigenen Geschmacksknospen – FREE TASTE! Wir sollten den Geschmack in die eigenen Hände nehmen und uns nicht mit industriellem Einheitsbrei abfertigen lassen. Es geht doch um die Wahrung des guten Geschmacks; vor allem, wenn es so einfach ist. Über Jahre habe ich diverse Varianten ausprobiert und hier kommt das Ergebnis meiner langjährigen Hoddeok- Experimente.

Luft ablassen

Hoddeok ist eine Art koreanischer Pancake aus Hefeteig mit einer Füllung aus braunem Zucker, Zimt und evtl. gemahlenen Nüssen.

Ich gebe Joghurt (Voll-Fett!) hinzu, dadurch wird der Teig elastischer und bekommt einen angenehm säuerlichen Geschmack. Wichtig für den besten Genuss ist der Zeitpunkt wann man zugreift. Nur ein warmer Hoddeok ist ein richtiger Hoddeok, weil nur dann die noch warme Füllung flüssig aus dem Inneren herausquillt. Ist man zu gierig und greift zu früh, straft einen der noch „heiße“ Hoddeok sofort. Der ultraheiße Karamell wäre Selbstmord für den Gaumen. Durch den heißen Zucker kann man sich alle wichtigen Geschmacksknospen ruinieren. Lässt man ein Hoddeok dagegen zu lange warten, erkaltet die Füllung, wird klebrig und der Teig zäh. Deswegen backe ich Hoddeok nur portionsweise in der Pfanne aus. Den restlichen Teig packe ich in einen Behälter. Im Kühlschrank lässt sich der Teig 2-3 Tage aufbewahren. Und ich habe 2-3 Tage einen schnellen süssen Snack. Eine Variante wäre dem Teig Matcha beizugeben, um eine Grünfärbung zu erreichen.

vorne platt gedrückt, hinten noch nicht

Gefüllte Hefe-Pancakes_Hoddeok

Zutaten Teig für 15-20 Stück:

500g    Mehl

50        Zucker

1½       Tüten Trockenhefe

200 ml  lauwarmes Wasser

60g      Butter

1          Becher (150g) Joghurt 3,5 % Fett

1          Messerspitze Salz

Füllung – alle Zutaten vermischt

5-7 EL brauner Zucker

Messerspitze Zimt

optional: gemahlene Nüsse

nötige Utensilien:

beschichtete Pfanne mit passendem Deckel

flacher, hitzeresistenter Gegenstand – ich nehme ein Thermobecher aus Edelstahl mit ganz flachem Boden

Zubereitung:

  1. In das Mehl eine Mulde formen, Zucker, Hefe, Wasser rein gießen, 10 min. abgedeckt gehen lassen. Danach mit einem Holzlöffel verrühren
  2. Butter, Joghurt, Salz hinzu und alles vorsichtig kneten, 1h abgedeckt gehen lassen. „Luft“ ablassen – Fingerlöcher in den Teig, nochmals mindestens 30 min. gehen lassen.
  3. Der Teig ist richtig, wenn er klebt. Zum Formen etwas Öl in die Hände geben. Hühnereigroße Kugeln formen, wie einen Fladen flachdrücken und 1-2 TL Füllung in die Mitte geben. Die Ränder darüber klappen und gut verschließen. Mit der Naht nach unten auf einen leicht geölten Teller geben. So viele Kugeln wie gewünscht formen.
  4. Pfanne erhitzen (Hitze unteres Drittel), 1 EL Öl in die Pfanne geben, 3 Teigkugeln mit der Naht nach unten reinlegen. Nach wenigen Sekunden sofort wenden. Mit einem flachen, geölten Gegenstand die Kugeln sehr vorsichtig flach drücken. Nach 1-2 min., wenn der Teig eine helle Farbe bekommt, wenden. Nochmals vorsichtig flach drücken bis ein Fladen mit rund 10 cm Durchmesser entsteht. Deckel schließen. Nach 2-3 min. nochmals wenden und Deckel schließen, einige Minuten weiter braten bis alles goldbraun gebacken ist. Zwischendurch die Farbe und Hitze kontrollieren, evtl. Hitze regulieren.
  5. Vor dem Servieren leicht abkühlen lassen und die warme flüssige Karamellfüllung sehr vorsichtig genießen.

Tipp: Insgesamt sollten die Pancakes rund 10 min. backen, damit der Hefeteig gar und der Zucker flüssig wird. Die Füllung sollte nicht austreten, da der Hoddeok sonst schnell trocken schmeckt. Falls aber doch etwas ausläuft, Hoddeok mit Hilfe eines Spatels über den Karamell „fahren“ – der Karamell sollte dann am Hoddeok haften. Mit nassem Küchenkrepp und Spatel (Vorsicht ist höllisch heiß – heißer Zucker eben) die Pfanne reinigen, bevor die nächsten Portionen gebacken werden.