
Wenn wir schon bei idealen Partnern waren, hier sind noch zwei weitere. Huhn liebt Ingwer und umgekehrt. Beide können sehr gut alleine sein, aber erst zusammen sind sie unschlagbar und entwickeln sich zum Dreamteam. Das Fleisch bekommt ein wunderbares Aroma und wird bekömmlicher, der Ingwer verliert seine Schärfe und wird nussig und süßlich zugleich.
Kennt ihr das? Grundsätzlich beherrscht ein Geschmack den Tag. Es gibt Tage, an denen man lieber etwas Saures haben möchte, an einem anderen steht man eher auf cremig-sahnig, oder manchmal will man dringend etwas in Fett gebackenes. Diesmal hatte ich Appetit auf etwas sehr pikantes und scharfes, das überhaupt nicht fettig ist.
Da ich noch Hühnchenschenkel hatte und wir uns auch ohne kommende Fußball WM mitten in der Grillsaison befinden, habe ich daher diese Marinade hergestellt.

Sie ist eine aromatische, scharfe und pikante Sauce zum marinieren von Fleisch, sowohl Hühnchen als auch Schweinefleisch. Eine der beiden möglichen Bulgogi-Varianten, dem bekannten Korean Barbecue. Je nach Fleischsorte wird sie entweder mit oder ohne Gochujang, der scharfen koreanischen Chili-Paste, zubereitet und einzelne Zutaten etwas modifiziert. Rindfleisch wird grundsätzlich nicht scharf, Hähnchen meistens scharf und Schweinefleisch, je nach Geschmack und um welches Stück es sich handelt, in beiden Varianten mariniert und gegrillt.
Dak Yangnyeom Gui oder missboulette’s spicy chicken
Zutaten:
Bulgogi-Marinade ausreichend für 4-5 Hähnchenschenkel (mit Rückenteil)
1 kleine Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
1/2 Daumen großes Stück Ingwer
½ Kiwi
1 EL Soju koreanischer Schnaps evtl. Korn
alles mit dem Pürierstab pürieren, dann
1 EL Gochujang
2 EL Sojasauce
1 EL Zucker
1 TL Sesam geröstet
1 TL dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)
½ TL Salz
hinzufügen und gut verrühren
Das Fleisch unter fließendem Wasser gut säubern, mit Küchenkrepp trocken tupfen. Fett und Haut entfernen. Auf jeder Seite zweimal diagonal einschneiden, damit die Marinade gut einziehen kann. In einer Porzellanschale bzw. Metallschale die Marinade gut in das Fleisch massieren und mind. 5 Stunden abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen. Am besten über Nacht für ein Mittagessen oder morgens einlegen für ein Abendessen. Daher ideal zum vorbereiten, wenn man Gäste bekommt.
Entweder bei mittlerer Hitze auf Holzkohle langsam grillen, oder in flacher Form bei 175 Grad im Ofen, mittlere Schiene; nach ca. 25 min obere Schiene für weitere 10 min.
Klassisch essen wir Koreaner gegrilltes Fleisch ohne Reis, nur in Salatblätter gewickelt. Erst danach wird Reis mit Suppe und diverse Beilagen serviert. Aber ihr könnt natürlich weißen Reis direkt servieren mit Salatblättern zum einwickeln, oder einen „angemachten“ Salat. Hier meine koreanische Variante einer

Salatvinaigrette
Zutaten:
2 EL Apfelessig
1 EL Sojasauce
2 EL Apfelsaft
1 TL Sesam geröstet
1 TL dunkles Sesamöl
½ TL Gochugaru
½ TL Zucker
etwas Lauchzwiebel oder wahlweise Schnittlauch
evtl. mit Salz und/oder Knoblauch nach Geschmack noch abschmecken
Alle Zutaten gut verrühren. Mit Salat vermischen. Hier habe ich Radieschen genommen samt der frischen grünen Triebe, die man wunderbar mitessen kann. Aber vorher natürlich gründlich waschen, ich lege sie sogar kurz in Salzwasser ein.
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