Stulle und Gewinne

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Heute gibt es etwas zu gewinnen. Marmite, die schweizerische Zeitschrift für Ess- und Trinkkultur, stellt freundlicherweise für meine Leser 3 Ausland-Jahresabos im Wert von je CHF 85 bereit. Kurz habe ich gezögert, da nicht ohne Grund mein Blog bisher frei … Weiterlesen

Tteok Galbi aka Bulgogi Burger

Damit hat Uwe sicher nicht gerechnet, dass ihm ausgerechnet aus Asien Gefahr drohen könnte. Aber bei meinem Namen, wie könnte ich mich da enthalten? Ich coache seinen Kollegen/Rivalen mal aus der östlichen Ecke für den Burger-Battle bei Zorras Kochtopf. Burger und Korea? Keine Angst, kein Reisburger wofür man Stäbchen bräuchte – die Koreaner können echte Patties, und wie! Die haben den Burger erfunden (*hust*), na ja, zumindest den Bulgogi-Burger…

Tteokgalbi heißt die Versuchung (oder Waffe, wie man’s nimmt), nach der die Stadt Gwangju im Viertel Songjeong-dong sogar eine ganze Straße benannt hat. Lange Zeit dachte ich, Tteok (Reiskuchen)-Galbi (Rippe) beinhalte Tteok bzw. Reiskuchen im Brät. Bis ich gesehen habe, wie sie gemacht werden: Feinstes, gut marmoriertes Hanu-Rindfleisch (vergleichbar mit Wagyu-Rindfleisch) von der Hochrippe wird vom Knochen gelöst (koreanische Metzger haben eine andere Schnittführung, der typische Galbi-Schnitt – aus den Knochen kann man ca. 2-3 Tage lang eine Brühe köcheln, bis sie milchig trüb ist), traditionell nur mit dem Messer sehr, sehr fein gehackt (aber hier hilft einfach ein Fleischwolf), gewürzt und solange geschlagen/geklatscht, bis eine sehr elastische Fleischmasse entstanden ist.

Daher der Name, weil der Prozess des Schlagens an die Herstellung von Reiskuchen erinnern soll. Auch die Konsistenz der fertigen Bratlinge wird dadurch leicht chewy. Meist wird noch mit etwas Schweinefleisch gestreckt, das zusätzlich Fett/Saftigkeit verleiht. Ihr könnt das Fleisch 60:40 mischen oder mehr.

Blog-Event LXXII - Burger Battle (Einsendeschluss 15. November 2011)

Beim Grillen werden die Patties mit einer Marinade bestrichen, die sie wundervoll glänzend umhüllt. Man serviert sie eigentlich pur zu Reis, allenfalls werden hauchdünne, aromatische Songi Boseot- Scheiben (koreanische Steinpilzsorte) mitgegrillt.

Da der Geschmack der Marinade an Bulgogi erinnert, musste ich beim ersten Kosten sofort an den berühmten Bulgogi-Burger denken, der zunächst von Lotteria (koreanische McD-Variante) entwickelt und nach dem Sensationserfolg sofort von McD Korea kopiert wurde (und Kimchi-Pizza bei Pizza-Hut ist übrigens in Korea eine Selbstverständlichkeit).

Von daher könnte man diesen Burger statt Tteok Galbi-Burger auch einfach Bulgogi-Burger nennen. Andersherum gesagt: Wer Bulgogi mag wird diesen Burger lieben. Typisch ist auch hier wieder die leicht süßliche Note (zur Vorwarnung, falls es einige Fleisch-Süß-Skeptiker geben sollte).

Dazu serviere ich (Achtung Weltpremiere – wozu ihr alle mich immer treibt) idiotensichere Burger-Buns, hier mit schwarzen Sesamkörnern. Idiotensicher, weil selbst ich sie kann und die Zutaten wirklich in JEDEM Haushalt vorrätig sind. Dachte mir, das Grundrezept für weichen Hefeteig muss sich doch adaptieren lassen – Daumen hoch!

Und, da wir schon bei hausgemacht sind: Die von Robert abgekupferte Mayo ohne Ei (wie er schon sagt, unbedingt nach eigenem Gusto kräftig abschmecken, sonst ist sie irgendwie indifferent) wartete bereits im Kühlschrank. Ich habe sie mit wenig Gochujang verschärft – notfalls könnte man auch Sriracha nehmen, die besser erhältlich ist.

Tteok Galbi Burger: Buns aufschneiden, Flächen angrillen, mit Gochujang-Mayo bestreichen, Salatblatt, Scheibe Fleischtomate, (optional dunkel geröstete Zwiebelringe), Fleischklops und Deckel drauf – reinbeißen. Herrlich! So herrlich, dass ich glatt das Fotografieren vergessen habe. Da wurde ausnahmsweise schnell skizziert. Eine vage Erinnerung.

Und das Ganze geht so:

Tteok Galbi

Zutaten für 4 kleine Patties

250 g Fleisch (ca. 60:40 Rind/Schwein), gut gekühlt

1 EL Sojasauce

1 Knoblauchzehe, fein zerrieben

1 EL Lauch, fein gehackt

1 EL Zwiebel, fein gehackt

1 EL Birnenpüree

1 TL Honig

1 TL Sesamöl

etwas Pfeffer

Glasur:

1 EL Sojasauce

1 EL Birnenpüree

1 TL Honig

1 TL Sesamöl

Zubereitung:

  1. Fleisch sehr fein hacken oder den Fleischwolf benutzen. Knoblauch sehr fein zerreiben. Lauch, Zwiebel, Birne sehr fein hacken und alle restliche Zutaten zum Fleisch geben. Gut vermengen und solange in die Schüssel klatschen, bis die Masse elastischer und besser formbarer wird (ca. 5 min).
  2. 4 gleichgroße Bällchen formen und nochmals zwischen den Händen klatschen (weitere 5 min.), bis das Fleisch beim Drücken elastisch zurückspringt. Zu 1cm dicken Patties formen und 30 min im Kühlschrank durchziehen lassen.
  3. Glasur vorbereiten: Alle Zutaten verrühren und beiseite stellen.
  4. Eine beschichtete Pfanne (oder Grill) mit wenig Öl bepinseln und bei mittlerer Hitze ca. 2 min. auf jeder Seite garen lassen. Zum Schluss beide Seiten mit Glaze bepinseln (oder dünn beträufeln) und im Saft kurz ziehen lassen bis alles glänzt.

Idiotensichere Burger-Buns

Zutaten für 4 kleine Buns (Drittel der Grundmenge)

167 g Mehl

10 g Zucker (auf Hälfte reduziert)

3 g Trockenhefe (ca. 1/3 Packung)

80 ml Milch, lauwarm

25 g Öl (normalerweise 20 g Butter und 1/3 Ei, ab 500 g Mehl kann ein 1 Ei dazu)

¼ TL Salz (Menge leicht erhöht)

optional (schwarzer) Sesam

Zubereitung:

  1. Teig nach Grundrezept herstellen. Nach dem Aufgehen in 4 gleiche Teile teilen, jedes Bällchen nochmals gut kneten, bis die Oberfläche glatt ist. Ca. 7-8 cm Durchmesser groß platt drücken und nochmals abgedeckt 1 h gehen lassen.
  2. Sesam auf  flachen Teller verteilen, die Oberfläche der Buns mit Wasser befeuchten und vorsichtig kopfüber in den Sesam drücken.
  3. Ofen auf 175 Grad vorheizen, 15-20 min. mittlere Schiene backen. Zum Ende ein Schluck Wasser auf dem Ofenboden verdampfen lassen.

Gochujang Mayo – Mayo nach Wahl einfach mit etwas Gochujang verrühren.

Hanu/Wagyu in durchgedrehter Form könnte bei einigen von euch Ausschlag verursachen. Ist in Korea natürlich auch schon teuer und hier wohl oft Wunschdenken, nur wollen die drüben sonst nichts anderes essen. Lieber über 100 Euro für Hanu ausgeben oder gar kein Rind. Oder sich beschenken lassen, kein Scherz, man beschenkt sich gegenseitig mit Präsent-Koffern voller Hanu-Fleisch.

He, und gerade sehe ich, Frau Kyche kann ja auch asiatisch, war klar! Und auch noch schlotzig wie meiner hier. Tolle Combo, Evi!

Gegrillter Schweinebauch_Bulgogi, die scharfe und fette Version

Es gibt wieder Fleisch auf die Rippen. Damit meine ich Schweinebauch – mein Lieblingsfleisch, wenn es ums Grillen geht. Denn mit dem austretenden Schweinefett vermischt sich die Marinade aus Chilipaste, Ingwer, Knoblauch, Sojasauce und Zucker zu einer würzigen Glasur mit einzigartigem Aroma.

Nur dünn müssen sie sein, damit das Fleisch-Fett-Marinade-Verhältnis exakt austariert ist. Ich denke da in Millimeter-Dimensionen. Zwischen 5 und 7 bewegt sich meine Akzeptanz, wobei 5 schon einen Hauch zu dünn sein könnten. Aber die regulären 1 cm Scheiben, die man stolz vorgelegt bekommt, wenn man nach „sehr dünnen“ Bauchscheiben fragt, sind absolut untragbar dick. Ich musste schon oft in ungläubige, manchmal auch in unmotivierte Augen blicken (wie, noch dünner…aber sie wollen doch grillen…das dauert aber dann länger), wenn ich Grillfleisch besorgen ging. Kein Problem für mich, da bleibe ich hartnäckig, stoisch  -  und kompromisslos.

Wie so oft, wenn es mir so richtig schmeckt, gibt es kaum Bilder. Nur zwei können euch einen ersten visuellen Eindruck vermitteln. Wenn ihr den Duft nur riechen könntet!!! Die Marinade schmeckt süßlich-scharf-aromatisch zugleich und riecht beim Grillen himmlisch. Dazu würden wunderbar Kkaenip (Perilla-/Sesam-/Shiso-Blätter) als Ssam (Blätter zum Wickeln) passen, aber noch haben wir keinen Sommer und meine Pflänzchen sehen noch so aus.

Immerhin, im März waren sie rundliche Winzlinge, die aber im Mini-Treibhaus (aka perforierte Mülltüte überm Kopf) ziemlich schnell einen Wachstumsschub bekommen haben.

Davon könnten sich die Chilis eine Scheibe abschneiden, bei denen sehe ich kaum einen Unterschied zwischen jetzt

und März. Vielleicht etwas mehr Farbe abbekommen?

Nun aber zum Grillvergnügen. Wem es doch zu scharf und fett sein sollte, für den gibt es mildes, mageres  Beef-Bulgogi. Keine Ausreden und bloß keine Müdigkeit vortäuschen, dieses Wochenende wird gegrillt!

Scharfe Bulgogi-Marinade für knusprigen Schweinebauch

Zutaten ca. 4 Portionen

1 kleine Zwiebel

1-2 Knoblauchzehen

½ daumengroßes Stück Ingwer

1 EL Soju – koreanischer Schnaps (notfalls Korn)

alles mit dem Pürierstab pürieren, dann

1-2 EL Gochujang (nach Schärfegrad)

2 EL Sojasauce

1 EL Zucker (oder mehr nach Geschmack)

1 TL Sesam geröstet

1 TL dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)

Salz nach Geschmack

hinzufügen und gut verrühren

ca. 1 kg Schweinebauch in dünnen Scheiben

  1. Marinade wie oben beschrieben anrühren. In einer Schale die Marinade gut in das Fleisch massieren, abdecken und in Lagen mind. 3 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
  2. Nicht zu heiß über Holzkohle langsam außen knusprig grillen. Dazu viele Salatblätter als Ssam (Wraps) servieren. Fleisch in Stücke schneiden und zusammen genießen.

Bulgogi Tteok Bokki

Zum Neujahrstag wird in Korea als allererste Mahlzeit des neuen Jahres (also bereits zum Frühstück) immer Tteok Guk (Reiskuchen Suppe) serviert, eine kräftige Fleischbrühe mit dünnen Reiskuchenscheiben und diversen Toppings. Erst nach dem Verzehr einer solchen Suppe wird man symbolisch ein Jahr älter (und weiser) und, wie soll es anders sein, das Glück bleibe an einem haften wie die Reisscheiben an den Zähnen.

Statt der Suppe habe ich aber als allererstes Rezept in diesem Jahr ein anderes Tteok/Ddeok (Reiskuchen) Gericht, nämlich das süßlich scharfe Tteok bokki, das ich der traditionellen Suppe sogar heimlich vorziehe. Heimlich, weil es eigentlich gar kein Gericht ist, sondern eher ein Snack – eines der vielen koreanischen Street Food Gerichte, und weil mir als Kind untersagt wurde eben dieses Gericht an der Straße zu kaufen (man kann ja nie wissen wie es zubereitet wurde…). Vielleicht üben deshalb alle Straßenstände immer noch eine gewisse Faszination auf mich aus. Seit ich als selbstbestimmte Erwachsene Korea besuche, bin ich selbstverständlich häufig an solchen Ständen anzutreffen.

         

         

Garae Tteok, die langen weißen Reiskuchen Stangen, gibt es momentan zum Jahreswechsel tagesfrisch hergestellt bei fast allen koreanischen Händlern, manchmal aber nur auf Vorbestellung. Einfach ein freundliches „Annyeong haseyo (Guten Tag)“ zwitschern und nachfragen. Notfalls muss man auf TK-Ware zurückgreifen.

Garae Tteok besteht aus reinem Reismehl aus bestem Sushireis (kein Klebreis) und wird ungezuckert hergestellt. Der relativ neutrale Geschmack ist daher ideal, um daraus pikante Reiskuchen Gerichte herzustellen. Für eine längere Aufbewahrung kann man frische Reisstangen in die gewünschte Form schneiden – Scheiben im Schrägschnitt für Suppe, kleine Sticks für Tteok Bokki – und portionsweise einfrieren. Tiefgekühlt sollten sie vor dem Kochen ca. 10 min. in kaltes Wasser eingeweicht werden.

Tteok bokki hat seine Ursprünge in der Royal Cuisine (궁중 요리) als milde Variante mit Sojasauce. Heutzutage ist Tteok bokki aber nicht nur süß und heiß, sondern auch höllisch scharf. In Seoul gibt es sogar ein komplettes Tteok Bokki Viertel (tteok bokki alley in Shindangdong), falls jemand nicht genug davon kriegen sollte. Eigentlich wird das Gericht mit Odeng (Fish Cake) zubereitet, aber da für mich Fischmehl nicht besonders appetitlich klingt und daher meistens nicht im Hause greifbar, eignen sich  Beef-Bulgogi Reste hervorragend um richtig viel Umami an die Soße abzugeben. Ein mehr als ordentlicher Ersatz, wenn nicht sogar besser.

Aber auch Vegetarier müssen nicht auf Tteok bokki verzichten: Fleisch einfach weglassen, dafür separat etwas Kombu, 4-6 Dashi Myulchis und 1-2 getrocknete Shiitake Pilze als Dashi Brühe aufkochen und diese zum Aufgiessen verwenden.

Das Gericht ist für den sofortigen Verzehr bestimmt, da sich sonst nach einiger Zeit der bissfeste Reiskuchen in eine einzige breiige Matsche verwandelt.

Bulgogi Tteok Bokki

Zutaten für 4 Schälchen oder 2 ordentliche Portionen

500 g Garae Tteok frisch

1 EL Öl

1 Zwiebel (als Zwiebel-Fan nahm ich 2)

100 -150 g gebratenes Beef Bulgogi (Reste)

1-1 ½ EL Gochujang

1-1 ½ EL Zucker oder Reismalz

1 Knoblauchzehe fein gehackt

1 TL Sesamöl

1 TL Sesamkörner

wenig Pfeffer und Salz zum abschmecken

ca. 400-500 ml Wasser oder Dashi Brühe (vegetarisch) zum Aufgiessen

optional etwas Lauchzwiebeln

Zubereitung:

  1. Reiskuchenstangen in ca. 4 cm unterteilen und längs vierteln, dass kleine Sticks entstehen.
  2. Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. In einer breiten Pfanne mit 1 EL Öl anbraten bis leichte Röstaromen entstehen. Mit zunächst 400 ml Wasser ablöschen.
  3. Beef Bulgogi Reste klein schneiden und mitsamt dem Bratsaft dazu geben. Alles aufkochen lassen. Falls man ungebratenes Bulgogi hat, einfach vorher klein schneiden und von Anfang an mit den Zwiebeln mitbraten.
  4. Gochujang, Zucker, Knoblauch, Sesamöl und zerriebene Sesamkörner dazugeben und gut verrühren.
  5. Reiskuchensticks hinzu, gut vermengen und sofort die Hitze reduzieren. Alles sollte nun gerade mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Falls nötig etwas mehr Wasser/Brühe hinzufügen. Auf kleiner Flamme ca. 8-10 min leise köcheln lassen, dabei immer sorgfältig rühren.
  6. Sobald die Soße eingedickt ist und alles glänzend überzogen hat, den Garpunkt regelmäßig kontrollieren. Der Reiskuchen sollte bissfest und nicht zu weich sein. Zum Schluss mit wenig Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren. Evtl. Lauchzwiebeln in Scheiben schneiden und darüber streuen.

Tipp: Die Garzeit variiert natürlich je nach Schnittgröße und Qualität. Falls mal die Soße bereits eingedickt sein sollte, bevor der Reiskuchen gar ist, einfach mit wenig Wasser die Soße verdünnen und weiterkochen lassen. Daher im Zweifel zunächst immer weniger Wasser nehmen als zuviel, ansonsten hat man bereits fertige weiche Reiskuchen, die aber noch in einer wässrigen Soße schwimmen.

Entschleunigendes Weihnachtsmenü auf Koreanisch_Für experimentierfreudige Einsteiger

Dieses Menü mit Zeitplan richtet sich an diejenigen, die genug Experimentierfreude besitzen um ein komplett „exotisches“ Menü zu kochen und sich gleichzeitig erst langsam an koreanische Geschmackswelten herantrauen wollen. Ich habe mir überlegt, was ich für liebe Freunde und Bekannte kochen würde, die die koreanische Küche kennenlernen wollen, und habe aus verschiedenen Gerichten einen koreanischen Einstiegs-Tisch für euch zusammengestellt. Die Gerichte harmonieren miteinander und sind geschmacklich aufeinander abgestimmt. Obwohl sie authentisch sind, überfordern sie noch nicht mit überzogen fremdländischen Zutaten und Texturen.

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Diese oder eine darauf basierende Zusammenstellung mit weiteren Beilagen (Banchan) habe ich tatsächlich schon oft für Freunde, Bekannte und Kollegen gekocht. Und die Gerichte haben sich erfolgreich als mainstreamlastig bewährt. Es kann ja nicht jeder so bewundernswert offen gegenüber fremdländischen Küchen sein wie Erich.

Weihnachtlich ist an diesem Menü eigentlich gar nichts, bis auf die gute Vorbereitungsmöglichkeit und somit eine Entzerrung der Stoßzeit. Dafür sind viele koreanische Gerichte zu haben – also die ideale Festtagsküche? Und Menü ist eigentlich auch das falsche Wort, da man in der koreanischen Küche eigentlich alles zusammen am Tisch serviert. Statt einer festen Menüabfolge bedient sich der Gast selbstbestimmt von den Gerichten.

Wer trotzdem Gänge haben möchte, für den habe ich zumindest eine Vorspeise und sogar eine Nachspeise, obwohl Desserts im herkömmlichen Sinne nicht serviert werden. Oftmals wird einfach nur frisches Obst oder ein kaltes süßes Getränk nach einem Essen gereicht. Fruchtig-Kalt war daher auch meine Grundidee, um nach einem passenden Dessert zu suchen. Ein Fruchtsorbet, das abschließend intensive Aromen angenehm ausbalanciert, lag da sehr nahe. Das Rezept zum Dessert habe ich hier gefunden. Das sommerliche Original würde ich nur mit koreanischen Nashi-Birnen ersetzen. Diese Exemplare sind momentan in gut sortierten Asialäden erhältlich. Aber die hinreißend schöne Präsentationsform würde ich unbedingt beibehalten, um auch der kugelrunden Nashi-Birne gerecht zu werden.

Und hier endlich das Menü:

Vorspeise: Kimbap

Hauptgang: Bulgogi mit Ssambap, Japchae, Musaengchae, Gutjuri Kimchi oder Kkakdugi, Doenjang Jjigae mit Tofu und Muscheln

Nachspeise: Nashi-Champagner Sorbet (Grundrezept mit süßen Pflaumen)

Zeitplan für ein koreanisches Menü für Einsteiger

1 Woche oder spätestens 3 Tage vorher

Gutjuri Kimchi und/oder Kakkdugi einlegen

Sorbet herstellen

1 Tag vorher

Bulgogi marinieren

Ssamjang zubereiten

Musaengchae zubereiten

Doenjang Jjigae vorkochen bis auf Tofu, Muscheln und evtl. Zucchini (separat vorbereitet beiseite stellen)

Kimbap Füllung vorbereiten und auf Tellern beiseite stellen

Japchae Gemüse vorbraten und in einer Schüssel beiseite stellen

Am Morgen

Reis für Kimbap kochen und Kimbap fertig zubereiten

Salatblätter waschen, mit feuchtem Tuch abdecken und kühl stellen

Tisch decken und portablen Gaskocher/Induktionsherd mit Bulgogi-Pfanne in der Mitte anrichten

2 Stunden vorher

mariniertes Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen

Glasnudeln kochen und Japchae fertig zubereiten. Japchae wird lauwarm oder sogar kalt gegessen. Falls nicht genehm, vorm Servieren in einer großen Pfanne nochmals kurz anbraten.

Kimbap aufschneiden

Kimbap, Musaengchae, Kimchi, Japchae, Ssamjang und Salatblätter anrichten – alles noch mit Folie abdecken

Eventuell zusätzlich Reis kochen (falls noch Reis zum Fleisch gereicht werden soll) und warm halten

1 Stunde vorher – die Ruhe vor dem Sturm

hübsch machen, dabei entspannt Bing Crosby hören und die Gewißheit genießen, dass das komplette Essen fertig ist

Wenn die Gäste da sind bzw. kurz vor dem Servieren

Suppe aufkochen, die übrigen frischen Zutaten hinzufügen und in kleinen Schalen servieren

Bulgogi am Tisch grillen

Sorbet anrichten

Essen und genießen nicht vergessen! Aufmerksame haben vielleicht bemerkt, dass noch kein Rezept zum Kimbap verlinkt ist. Das Rezept folgt natürlich separat in den nächsten Tagen(Nachtrag: Schon verlinkt). Falls Vegetarier in der Runde sein sollten, würde ich für sie noch den molligen Tofu als Ersatzproteine dämpfen und eine separate Schale Japchae ohne Rindfleisch mischen.

Gegrilltes scharfes Hühnchen_Dak Yangnyeom Gui

Huhn liebt Ingwer und umgekehrt. Beide können sehr gut alleine sein, aber erst zusammen sind sie unschlagbar und entwickeln sich zum Dreamteam. Das Fleisch bekommt ein wunderbares Aroma und wird bekömmlicher, der Ingwer verliert seine Schärfe und wird nussig und süßlich zugleich.

Kennt ihr das? Grundsätzlich beherrscht ein Geschmack den Tag. Es gibt Tage, an denen man lieber etwas Saures haben möchte, an einem anderen steht man eher auf cremig-sahnig, oder manchmal will man dringend etwas Fettgebackenes. Diesmal hatte ich Appetit auf etwas sehr Pikant-Scharfes, das überhaupt nicht fettig ist.

Da ich noch Hühnchenschenkel hatte und wir uns auch ohne kommende Fußball WM mitten in der Grillsaison befinden, habe ich daher diese Marinade hergestellt.

Sie ist eine aromatische, scharfe und pikante Sauce zum Marinieren von Fleisch, sowohl Hühnchen als auch Schweinefleisch. Eine der beiden möglichen Bulgogi-Varianten, dem bekannten Korean Barbecue. Je nach Fleischsorte wird sie entweder mit oder ohne Gochujang, der scharfen koreanischen Chili-Paste, zubereitet und einzelne Zutaten etwas modifiziert. Rindfleisch wird grundsätzlich nicht scharf, Hähnchen meistens scharf und Schweinefleisch, je nach Geschmack und um welches Stück es sich handelt, in beiden Varianten mariniert und gegrillt.

Dak Yangnyeom Gui oder missboulette’s spicy chicken

Zutaten:

Bulgogi-Marinade ausreichend für 4-5 Hähnchenschenkel (mit Rückenteil)

1 kleine Zwiebel

1-2 Knoblauchzehen

3cm Ingwer

½ Kiwi

1 EL Soju koreanischer Schnaps evtl. Korn

alles mit dem Pürierstab pürieren, dann

1 EL Gochujang

2 EL Sojasauce

1/2 EL Zucker

1 TL Sesam geröstet

1 TL dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)

½ TL Salz

hinzufügen und gut verrühren

Das Fleisch unter fließendem Wasser gut säubern, mit Küchenkrepp trocken tupfen. Fett und Haut entfernen. Auf jeder Seite zweimal diagonal einschneiden, damit die Marinade gut einziehen kann. In einer Porzellanschale bzw. Metallschale die Marinade gut in das Fleisch massieren und mind. 5 Stunden abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.

Entweder bei mittlerer Hitze auf Holzkohle langsam grillen, oder in flacher Form bei 175 Grad im Ofen, mittlere Schiene; nach ca. 25 min obere Schiene für weitere 10 min.

Klassisch essen Koreaner gegrilltes Fleisch ohne Reis, nur in Salatblätter gewickelt. Erst danach wird Reis mit Suppe und diverse Beilagen serviert. Aber ihr könnt natürlich weißen Reis direkt servieren mit Salatblättern zum Wickeln (Ssam), oder einen „angemachten“ Salat. Hier meine koreanische Variante einer

Salatvinaigrette

Zutaten:

2 EL Apfelessig

1 EL Sojasauce

2 EL Apfelsaft

1 TL Sesam geröstet

1 TL dunkles Sesamöl

½ TL Gochugaru

½ TL Zucker

etwas Lauchzwiebel oder wahlweise Schnittlauch

evtl. mit Salz und/oder Knoblauch nach Geschmack noch abschmecken

Alle Zutaten gut verrühren. Mit Salat vermischen. Hier habe ich Radieschen genommen mitsamt der frischen grünen Triebe, die man wunderbar mitessen kann. Aber vorher natürlich gründlich waschen, ich lege sie sogar kurz in Salzwasser ein.